Bücherklau I

Diebstahl und Zerstörung von Büchern



Einführung

Während in Bücherdiebe im Visier namhafte Bücherdiebe aus Vergangenheit und Gegenwart porträtiert werden, geht es an dieser Stelle um bekannt gewordene Fälle und andere Aspekte rund um den Bücherklau. Am Dateiende befindet sich eine kleine Linksammlung. - Bücher werden sicherlich gestohlen, seitdem sie existieren. Vor Gutenberg waren es Unikate bzw. existierten nur eine überschaubare Anzahl von Abschriften. Bücher waren trotz der Erfindung des Buchdrucks lange Zeit teuer. Erst im 20. Jahrhundert durch wohlfeile Volksausgaben und die Taschenbücher wurden sie Massenware und Everybody's Darling. Aus welchen Gründen auch immer man Gelüste bekommen sollte, auf illegalem Weg Bücher habhaft zu werden, hier soll darüber geredet werden. Ob nun aus Geldmangel oder Bibliomanie, weil einen seltene Ausgaben reizen oder das Stehlen an sich, der Beweggründe und Anlässe sind Legion. Und neuerdings spielen noch ganz andere Faktoren eine Rolle als der "bloße" Diebstahl gedruckter Bücher, nämlich die Verbreitung urheberrechtlich geschützer Werke über das Internet, z.B. über p2p-Netzwerke.


Mordende Bibliomanen

Einige Bibliomanen wurden für ihre Leidenschaft sogar zum Mörder. Mit seinem Bibliothekshammer, mit dem er sonst Buchregale justierte, erschlug Johann Georg Tinius Ende des 18. Jahrhunderts zwei Opfer, um an Geld zu kommen, das er zur Pflege seiner immensen Bibliothek von rund 30 000 Büchern benötigte. Ein anderer Bibliomane galt als das "Ungeheuer von Barcelona". Ängstlich tuschelten die Spanier von einer "geheimen Inquisition", denn neun Menschen waren kurz hintereinander erdolcht worden. Der Täter musste aus der klerikalen Ecke kommen, so viel hatte die Polizei bereits in Erfahrung gebracht. Doch das Motiv, Eifersucht, Habgier oder eben die vermutete religiöse Verblendung, blieb im Dunkeln bis der Täter gefasst war. Sein Motiv überraschte: Es war die Liebe. Den Mönch Don Vincente machte seine Liebe zu Büchern zum Mörder. Er hatte aus Geldsorge Bücher verkauft, die neuen Besitzer aber anschließend getötet, um die Bücher wieder zu bekommen. Bei seiner Verhaftung sagte er: "Die Menschen sind sterblich. Sie werden ohnehin, die einen früher, die anderen später, vor den Herrn gerufen. Die Bücher aber sind unsterblich. Sie muss man behüten."


Bücher anketten

Bücherdiebe kommen meist aus akademischen Berufen. Vor allem Juristen und Theologen das ist nicht nur ein Vorurteil. Schon im Mittelalter seien deshalb Bücher in Lesesälen angekettet worden. Wer lange genug stöbert, kann solche Werke heute noch samt Eisenkonstruktion in Antiquariaten finden. Und auch die Bibliothek Trier hat diese alte Sicherungsmöglichkeit wiederentdeckt: Die Strafgesetzbuch-Kommentare sind im Lesesaal angekettet. Den Willen, zu Hause eine vollständige Lexikasammlung zu besitzen, hatte offenbar ein Dieb, dem die Stadtbibliothek Hannover nie auf die Schliche gekommen ist. 16 Brockhaus-Bände hatte er über viele Monate entwendet. Erst ein Spiegel unter der Decke habe verhindert, dass er auch die letzten Bände stahl, sagt Michael Stünkel, Leiter der Stadtbibliothek Trier.


Schützen Bücherflüche?

Bücher werden gestohlen, seit es sie gibt. Die Bibliothekare des Mittelalters verließen sich nicht nur darauf, ihre Bücher anzuketten, sie versahen sie auch mit schrecklichen Flüchen. In der Bibliothek des Klosters von San Pedro in Barcelona steht beispielsweise zu lesen: "Wer stiehlt, oder borgt und nicht zurückgibt... dem möge das Buch in seiner Hand zur Schlange werden und ihn angreifen. Er soll mit Schlagfluss behaftet sein und seine Glieder seien zermalmt. Er soll Schmerzen leiden und um Vergebung schreien, und seine Qualen sollen kein Ende haben, bis er gesteht. Mögen Bücherwürmer seine Eingeweide essen und wenn er endlich zu seiner letzten Strafe geht, mögen die Flammen der Hölle ihn auf ewig verschlingen."


Ein paar Bücherdiebstähle

Ein spektakulärster Fall von krimineller Bibliomanie kam zu Tage, als der Amerikaner Steven Blumberg 1990 schuldig gesprochen wurde, 30.000 kostbare Bücher aus 286 Bibliotheken in den USA und in Kanada gestohlen und in seinem Haus gelagert zu haben.

Weil er von einem Geheimgang im elsässischen Kloster Mont Sainte-Odile wusste, gelang es einem Lehrer aus der Nähe von Straßburg zwei Jahre lang wertvolle Bücher aus der Klosterbibliothek zu stehlen. Bücher verschwanden, aber keiner wusste, wie. Erst durch eine Videoüberwachungsanlage konnte der Bücherdieb in flagranti geschnappt werden, und zwar als der 32- jährige Lehrer und Ingenieur aus Illkirch bei Straßburg mit zwei Koffern (Inhalt: 300 Bücher) entwischen wollte. Der Dieb nutzte einen Geheimgang aus dem Mittelalter, der die Kirche mit der Bibliothek im ersten Stock des Nachbargebäudes verbindet. Mittels einer Strickleiter konnte der Dieb durch den engen Durchgang klettern. In der Straßburger Universitätsbibliothek hatte er ein einen Fachaufsatz gefunden, in dem der Geheimgang beschrieben wird. Alle Bücher waren unversehrt, es waren rund 1000 Stück. Der Kenner hatte sich ganz bestimmte Werke herausgesucht. Ans Verkaufen der Schätze habe er nie gedacht, sammeln wollte er sie, die lateinische Sprache der religiösen Bücher lesen und sich an den Kostbarkeiten erfreuen.

Der Bücherdieb William Simon Jacques, genannt Tome Raider, wurde 2002 in London von für schuldig befunden, Bücher im Wert von fast 2 Mio Euro aus Bibliotheken gestohlen und teilweise verkauft zu haben. Der Cambridge-Absolvent was als Buchhalter bei Shell angestellt und hatte jahrelang und methodisch wertvolle antike Bücher aus den großen Bibliotheken Englands und Schottlands entwendet und über Auktionshäuser verkauft.

Melvin Perry hatte in Wales, Paris und Helsinki historische Karten im Wert von mehreren hunderttausend Euro aus Folianten herausgeschnitten und war schließlich mit Hilfe einer Videokamera in der Universitätsbibliothek Helsinki überführt worden. Er bestätigte, dass das Geschäft mit gestohlenen historischen Landkarten blüht; das Diebesgut wird über einen florierenden Schwarzmarkt abgesetzt.

Innerhalb einer Woche stahlen in St. Petersburg Diebe aus drei verschiedenen Bibliotheken kostbare Bücher (Newtons Hauptwerk "Philosophiae naturalis principia mathematica", "Le Futur" des Avantgardisten Konstantin Bolschakow, "A new view of society" des britischen Sozialutopisten Robert Owen) Das war ein gezielter, ein fast chirurgischer Eingriff. Allein die englischsprachigen Bände von Newtons Hauptwerk sind ein Vermögen wert. Die Methode verrät, dass die Diebe die Achillesferse der Bibliotheken kannten: Sie füllten das Ausleihformular ganz einfach mit den Daten eines Doktoranden aus.


Verschlungene Wege

Perfekte Diebstahlsicherheit und gute Nutzbarkeit einer Bibliothek sind unvereinbar, denn nur eine Bibliothek ohne Leser ist perfekt gesichert. So kommen auch in großen Bibliotheken jedes Jahr Tausende von Büchern oder Illustrationen aus Büchern abhanden. Weder die British Library noch die Deutsche Bibliothek in Leipzig wollten zu Diebstahlraten aus ihren Regalen Stellung nehmen. Da besonders seltene Bücher oft nicht im Original eingesehen werden können und andere Jahrzehnte lang nicht konsultiert werden, wird das Fehlen eines solchen Werkes manchmal jahrelang nicht bemerkt. In der Bibliothek von Durham University verschwand sogar ein Shakespeare Folio. Besonders alte Landkarten und Tafeln aus berühmten Büchern sind gefährdet und werden oft über einen florierenden Schwarzmarkt abgesetzt. Um entwendete Bücher zu veräußern, muss man noch nicht einmal den Schwarzmarkt bemühen: Das Diebesgut wird oft ganz einfach über reputable Häuser versteigert. Wie große Bibliotheken, die unter den Hunderttausenden oder Millionen von Bänden in ihren Magazinen nicht jeden einzelnen kontrollieren können, können auch Auktionshäuser unter Tausenden von Büchern in einer Auktion nicht jedes einzelne auf Herkunft und Legitimität prüfen. Besonders herausragende Stücke oder begründete Verdachtsmomente führen zwar oft zu Nachforschungen, der Hauptteil der Bücher in einer Auktion aber wird im Vertrauen darauf angenommen, dass die Angaben des Verkäufers korrekt sind. Die großen Auktionshäuser werden außerdem ohne ihr Wissen als "Wäschereien" für weniger wertvolle Bücher und andere Kunstwerke benutzt. Buchdiebstähle machen selten Schlagzeilen, denn teure Bücher sind seltener als teure Bilder. Jede Universitätsbibliothek lebt mit Lücken in den Regalen, weil mancher Akademiker den Bücherklau als Kavaliersdelikt begreift. Zudem ist die Provenienz von Büchern oft schwer festzustellen.


Bücherklau in Dänemark

"Manch ein Bücherdieb träumt davon, dass es die gestohlenen Bücher künftig mal besser haben sollen als in der Anonymität einer öffentlichen Bibliothek. Andere Diebe neigen dazu, die erworbenen Pretiosen zu zerstören. Und eine dritte, sozusagen die gemeine Spezies, will nichts weiter, als den Bücherschatz zu Geld machen." Zur dritten Kategorie gehört der größte Bücherdieb des 20. Jahrhunderts, ein Angestellter der Königlichen Bibliothek zu Kopenhagen. Er stahl von 1968 bis 1978 3250 Bücher im Gesamtwert von etwa 40 Mio Euro. Sein Motiv ist wahrscheinlich keiner bibliomanischen Obsession geschuldet, sondern liegt im Bestreben, sich einen angenehmen Lebensabend zu sichern, was auch gelang. Kaum in Rente, verscherbelte er Buch um Buch und hatte ausgesorgt. Aufgeflogen ist dieser gigantische Bücherraub erst, als die Familie nach des Diebes Tod unvorsichtig wurde und das Auktionshaus Christie's Lunte roch, sich mit der Königlichen Bibliothek in Verbindung setzte und diese peinliche, sich immerhin auf ein Jahrzehnt erstreckende Diebesserie aufgeklärt werden konnte. Im Keller eines gelben Backsteinhauses im Kopenhagener Vorort Espergærde fand man endlich den Rest der Beute. Noch 1600, fein säuberlich verpackte Bücher waren übrig. Weil er der einzige war, der in der Bibliothek Sanskrit lesen konnte, beließ man ihn trotz seines offenkundlichen Alkoholismus an seinem Platz in der Orientalischen Abteilung. Zur Zeit der Diebstähle waren die Sicherheitsvorkehrungen, wenn überhaupt vorhanden, denkbar lasch, so daß der Däne Tag für Tag Bücher in seiner Aktentasche nach Hause schleppen konnte. "Leichter hat es kein Kunstdieb je gehabt und auch was die Dauer seines Projekts angeht, steht er konkurrenzlos da. Manch einer in der Königlichen Bibliothek bestreitet die offizielle Version, dass die Diebstähle sich auf die Jahre 1968 bis 1978 beschränkten. Vielmehr habe er die kompletten 32 Jahre seines Wirkens durchgestohlen womit er neben dem Mengen- auch einen Längenrekord aufgestellt hätte."


Bücherklau in Bonn

Einem früheren Bonner Germanistikprofessor wird vorgeworfen, zwischen Oktober 1997 und September 2003 zahlreiche wissenschaftliche Werke aus der Bonner Universitätsbibliothek entwendet und in Auktionshäusern zu Geld gemacht zu haben. Fünf der entwendeten Bücher, u.a. von Christian Huygens, Johann Kepler und Petrus Nunez, soll er im Oktober 1997 auf der Herbstauktion eines Auktionshauses im hessischen Königstein eingeliefert und dafür umgerechnet 13.000 Euro kassiert haben. Als er dann im Oktober 2002 erneut Werke von Johann Rudolf Glauber, Johann Heinrich Lambert und Henrik Rantzau in dem Auktionshaus versteigern lassen wollte, war er inzwischen unter Verdacht geraten. Deshalb kam es nicht zum Verkauf. Die drei Bücher wurden vor der Versteigerung sichergestellt. Die Bibliothek bezifferte den Gesamtschaden auf 250.000 Euro und nannte auf ihrer Vermisstenliste 105 antiquarische Werke, die aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammen. 85 davon wurden vom Angeklagten versteigert. Der Wissenschaftler foppte die Untersuchenden mit gefälschten Quittungen, um zu beweisen, dass es sich bei den Büchern um sein Eigentum gehandelt habe. Den Serien-Diebstahl habe der 50-Jährige vertuscht, indem er billigen Bücher vom Flohmarkt als Platzhalter im Regal genommen habe. Zunächst bestritt der Deliquent alles: "Ich habe keinen Betrug begangen. Ich bestreite, dass ich in irgendeiner Weise bösen Glaubens gewesen bin und daß sich die Bücher im Eigentum der Universitäts- Bibliothek befanden." Zu bedenken sei auch, daß er 25 Jahre lang Benutzer der Bibliothek gewesen sei. Der Angeklagte: "Wenn die im Jahre 1917 zum letzten Mal registrierten Bücher verloren gegangen sind, heißt das nicht, dass ich sie gestohlen habe." Erst in der Hauptverhandlung gestand der Bücherdieb. Das Urteil für den Hochschullehrer wegen Betrugs und Urkundenfälschung lautet: 18-monatige Haftstrafe auf Bewährung.


In der Leipziger Volkszeitung

Unter dem Titel "Wenn das Buch zur Schlange wird" gab es in der Leipziger Volkszeitung einen kleinen Artikel über Bücherdiebe, in dem das Bücherlei Erwähnung fand: "Sie sind unter uns, sie sehen unschuldig aus, aber sie tragen unser Kulturgut nach Hause: Bücherdiebe. Gerne schlagen sie in öffentlichen Bibliotheken zu. Meist piepst es dort aber inzwischen, wenn das Gedruckte herausgeschmuggelt wird. Bei einem Philosophieprofessor offenbar auch. Der Mann soll an der Uni Bonn Bücherschätze aus dem 16. bis 18. Jahrhundert geklaut und durch Attrappen ersetzt haben. Jetzt muß der mutmaßliche Biblio-Kleptomane vor Gericht. Die Historie kennt härtere Fälle. Der Leipziger Markus Kolbeck hat sie auf seiner Internetseite "www.bibliomaniac.de" aufgelistet. Unterhaltsam und sehr detailreich dreht es sich hier rund um die Leidenschaft für die Welt zwischen Buchdeckeln. Ein Kapitel widmet sich den Langfingern. Der dreisteste Coup seit Gutenberg hat sich demnach in Kopenhagen abgespielt. Ein Angestellter der Königlichen Bibliothek entwedete dort zwischen 1968 und 1978 gleich 3250 Bücher im Gesamtwert von 40 Mio Euro, darunter ein Exemplar von Thomas Morus' "Utopia". Kurios eine Diebstahlserie, die 1860 in Leipzig aufflog. Professor Wilhelm Bruno Lindner, der an der Uni Moral und Eigentumsrecht lehrte, hielt sich im Leben wenig an die eigenen Theorien. Er zerstörte und stahl über 600 Bücher, darunter einen Gutenberg-Bibel. Die Bibliothekare des Mittelalters wußten, wie man derlei Unbill abwendet. Sie versahen die Bücher mit Flüchen, wie Markus Kolbeck schreibt. "Wer stiehlt oder borgt und nicht zurückgibt... dem möge das Buch in seiner Hand zur Schlange werden und ihn angreifen." So geht das. (jkl, Leipziger Volkszeitung, 17./18. Juli 2004, Seite 8)


Münchener Bücherfetichist

Der 54-jährige Münchener Gymnasiallehrer Gerhard H. klaute aus Universitäts- oder öffentlichen Bibliotheken 165 Bücher. 2002 wurde er bereits zu 22 Monaten Haft verurteilt, ging aber in Berufung. Nachdem er damals alles bestritten hatte, war er jetzt geständig. Er sei ein "Bücherfetischist" und habe ein "erotisches Verhältnis" zu ihnen. Geklaut aber habe er aus Geldnot, um die hohe Miete und häufige Bordellbesuche bezahlen zu können. Seine Sammelleidenschaft flog zufällig auf, als anläßlich des Diebstahl eines Weckers die Polizei in der Wohnung das Bücherlager entdeckte. Seitens zweier Gutachter wurde ihm eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit aufgrund einer "Persönlichkeitsstörung" und eines "hirnorganischen Psychosyndroms" zugestanden. Aus diesen Gründen wurde die Strafe zu 16 Monaten Haft vermindert und zur Bewährung ausgesetzt. Der Oberstudienrat wurde suspendiert und verliert seinen Beamtenstatus.


Späte Reue & Prophylaxe

Einen Bücherdieb zur Verantwortung zu ziehen ist in weniger spektakulären Fällen äußerst schwierig. Denn ein Langfinger kann nur strafrechtlich belangt werden, wenn ihm eindeutig die Klauabsicht nachgewiesen werden kann, sprich, wenn er direkt dabei erwischt wird. Einige entwendete Bücher finden ihren Weg zurück, auch ohne, dass ihre Entführer gefasst werden. Manche Diebe packt offenbar nach vielen Jahres das schlechte Gewissen. Es ist keine Seltenheit, dass Bücher zehn Jahre nach ihrem "Verschwinden" zurückgeschickt werden. So ist zum Beispiel bei der Bonner Bibliothek des Juristischen Seminars ein Päckchen mit drei Büchern angekommen, die vor sage und schreibe 35 Jahren verloren gingen. Viele Bibliotheken sehen sich angesichts dieser Probleme gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen. Den Schutz sollen nun elektronische Buchsicherungsanlagen bieten. Wenn jemand ein nicht ausgeliehenes Buch hinausträgt, ertönt ein Alarm. In Münster sei laut Buch nach der Einführung der Anlagen der Schwund deutlich zurückgegangen. Warum hat sie nicht jeder, wenn sie so effizient sind? Nun, die Anlagen übersteigen zum einen die Mittel, die eine kleine Bibliothek aufbringen könnte, zum anderen sind oft Umbaumaßnahmen erforderlich. Die simpelste und billigste aller Schutzmethoden ist nach wie vor Jacken- und Taschenverbot in Lesesälen. In Münster werden außerdem besonders gern geklaute Bücher wie Duden mit Stahlbügeln an den Tischen befestigt. [X]


Fachbuchdiebstahl in Hannover

Zwei Studenten der Universität Hannover haben in den vergangenen drei Jahren im großen Stil Fachbücher aus verschiedenen Bibliotheken der Stadt gestohlen und im Internet zum Verkauf angeboten. Man geht von einem Schaden von mehr als 100.000 Euro aus. Nachdem im Fachbereich Technik immer häufiger Bücher verschwunden waren, guckten Kollegen im Internet, ob derartige Literatur zum Verkauf angeboten wird. Bingo! Die Täter sind zwei russlanddeutsche Brüder im Alter von 26 und 30 Jahren aus Langenhagen und Hannover. In ihren Wohnungen fand man 400 gestohlene Bücher; mehr als 500 weitere Exemplare wurden offensichtlich per Internet verkauft. Der Buchdiebstahl begann bereits 2002. Vermutlich haben die Brüder auch in anderen Bibliotheken gestohlen. Manchmal stellten Studenten die Bücher aber an den falschen Platz, brächten sie sehr spät zurück, oder ein Buch gehe einfach verloren, so dass nicht sofort ein Verdacht aufkam. Erst als immer wieder Bücher speziell aus dem Bereich Technik verschwunden waren, gab es keine Zweifel mehr, dass es sich um Diebstahl handelt.


Bücherdiebstahl: Links

Physiologus: Bücherklau
Bücherklau an Unis
Bücherklau in Leipzig
Kampf dem Bücherklau
Bücherklau an Unis, Theologen sind die schlimmsten
Ein Gesetz zum Bücherklau
Bibliotheken: Kampf dem Bücherklau
Bücherklau in den Altstadtbibliotheken
Bücherklau auf Buchmesse


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