Bücherlei Miszellen (49) [<<]
Ein Lese- und Lebens-Notizbuch

Freitag, 17. August 2018

[17:17] Die DDR 1990 ohne die Wende ist ein Twitterprojekt, in dem der damals 32 Pfennig teure Abreißkalender für das Jahr 1990 mit Vorder- und Rückblatt täglich gepostet wird. 2018 fallen die Wochentage wie 1990. Ich verlinke die Tagestweets.

[17:16] Vor Nachtdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 976. So. Ich habe also am Wochenende frei und muß somit erst wieder nächsten Donnerstag um 22 Uhr auf Station sein. 5 freie Tage ab morgen früh - ein halber Urlaub.

Donnerstag, 16. August 2018

[19:24] Seit vielen Jahren habe ich ein Samsung Tab 3 in Betrieb, dessen Akku vor zirka 9 Monaten schlapp machte und seitdem in wenigen Minuten leer war und, wenn man das Netzteil ansteckte, in ebenso wenigen Minuten als geladen angezeigt worden war. Ich betrieb es demnach nur noch mit Netzteil zum Angucken von Videos im Bett. Kurioserweise scheint der Akku seit wenigen Tagen wieder intakt zu sein: er lädt sich in 1-2 Stunden auf und hält dann wieder geraume Zeit durch, bevor er entladen ist. Wie kann das denn sein? Zweites Leben? Auspuff freigeblasen in der Elektronik?

[15:55] Vor gut einer Woche meckerte ich über meinen Brotzeitteller und kann dank der Kaltmamsell, die auf ihrem gestrigen Ausflug einen schnabulierte, präsentieren, wie er meiner Vorstellung nach auszusehen hätte.

[8:31] Vor Nachtdienst 1/?. Tage ohne Alkohol: 975 = 32 Monate. - Da ich diesmal nicht weiß, wieviele Nachtdienste ich arbeiten muß, steht ein Fragezeichen als Platzhalter. Dadurch daß die Nachbarstation seit Wochen nicht geöffnet ist, sind die Kollegen im ganzen Klinikum verteilt. Einige arbeiten auch bei uns, was quasi ein Überangebot an nachtdienstwilligen Pflegekräften schafft; denn um seine Schichtzulage zu erhalten, muß man ein gewisses Pensum an jeder Schichtart nachweisen. Gut möglich also, daß ich am Wochenende nicht arbeiten muß=werde.

Mittwoch, 15. August 2018

[19:38] "Art of Crime" ist die amüsanteste Entdeckung in Sachen Krimi in letzter Zeit. Die dritte und die erste Staffel abschließende Episode "Ein dunkles Werk" steigert die Qualität noch.

[17:55] Retweet: Die Frau und die Kühlkette dürfen nicht unterbrochen werden.

[15:22] "Jede Liebesgeschichte ist eine Tragödie, wenn man lange genug wartet." (The Handsmaide's Tale S01E05)

[15:15] Jetzt ist es amtlich und erklärt so ziemlich alles bei mir: einsam durch Schlafmangel. Der Zombieeffekt: Man steckt auch die anderen an. Wenn man sehr schlecht drauf wäre und auch ein klein wenig sadistisch, würde man das gar nicht so schlimm finden.

[15:06] Während meiner Tage bei Freunden in Regensburg gelang ein Abstecher zu einem Freund, der im Kraftwerk Irsching tätig ist und mir einen Rundgang durch zwei Blöcke gewährte und ich auch die Aussicht von der 80 Meter hohen Plattform eines der Türme genießen konnte. Bei 36°C am Boden hätte ich mir am liebsten Schlafsack und Isomatte geholt und dort in luftiger Höhe übernachtet. Wenn ich auch wenig Verständnis für die technischen Details aufbringe, so beeindruckte mich doch, wie sehr der Mensch durch seine Klugheit hochkomplexe Technik entwickeln konnte, die funktioniert und der Natur etwas abringt. Die Apparaturen haben sogar Eleganz und in ihren gigantischen Ausmaßen eine stille Würde. Verblüfft hat mich ebenso, wie kompliziert und ausgefeilt die Netzstabilität beschaffen ist, und daß trotz der gefährlichen Stoffe, mit denen umgegangen wird, fast nie etwas Schlimmes passiert. Alles muß absolut dicht sein. Manchmal würden Mikromengen eines Gases oder einer Säure, die an eine nicht für sie vorgesehen Stelle gelangten, für einen Gau ausreichen. Absolut bewunderswert dieses Zusammenspiel von Mensch, Physik und Technik.

[12:13] Christian Köllerer arbeitet sehr hart daran, ein Publikumsliebling zu werden!

[8:19] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 974.

Dienstag, 14. August 2018

[11:27] Der Buchsbaumzünsler frißt sich gerade durch Sachsens Parks und Gärten und hat auch die Hecken meiner Regensburger Freunde verwüstet. Als Nichtbetroffener kann ich allerdings einem Schädling mit dem Namen "Zünsler" nicht wirklich böse sein. Ich sehe mich so pseudobetroffen ironisch kopfschüttelnd vor mich hinmurmeln: "Ts, ts, der Zünsler, der Zünsler also, ha?"

[9:44] Einsprengsel aus der Dokumentation (5): Am verblüffendsten finde ich die Bemerkungen Kulenkampffs oder der Gäste, die die Regisseurin aus den TV-Archiven hervorgeholt hat. Politische und gesellschaftliche Anspielungen verstand auch ich als Kind damals selbstverständlich nicht, weswegen ich jetzt beim Ansehen der Ausschnitte so perplex bin. - Wie der soignierte Herr in Zusammenhang mit möglicher Schummelei sagt: "Das habe ich bei Juden gelernt" und Kulenkampff verschämt ein "Zensur!" flüstert. Oder Kulenkampff, der bei der Schnapsverkostung die Wodkaflasche zurechtrückt und sagt, dies sei "das erste Mal, dass ich nicht bereue, in Russland gewesen zu sein?"

[9:28] Einsprengsel aus der Dokumentation (4): "Auch meine Eltern gingen ins Kino. Auf ärztliche Anweisung sogar. Meine Mutter wird nicht schwanger. Darum hat ihr der Hausarzt empfohlen, erstmal das Leben zu genießen und ins Kino zu gehen. Dann klappt das irgendwann schon mit dem Kinderwunsch."

[9:25] Einsprengsel aus der Dokumentation (3): Das von Kulenkampff beiläufig hingenuschelte "wegen seiner Jugend vom Gesetz nicht betroffen" konnte ich nicht näher recherchieren. Es war wohl eine Art Unbedenklichkeitszeugnis & Persilschein für Jugendliche.

[9:22] Einsprengsel aus der Dokumentation (2): "Was bin ich" - auch so eine TV-Ikone meiner Kindheit. Nur wußte ich nicht, daß das Original aus den USA stammte und "What's my line?" hieß.

[9:17] Einsprengsel aus der Dokumentation (1): "... daß der Störenfried in der Welt die Sowjetunion und der Kommunismus ist." (Adenauer)

[8:08] Starke Empfehlung, die Dokumentation "Kulenkampffs Schuhe" anzugucken. ttt führt in sie ein. Es war teilweise auch MEINE "gute alte Zeit", von der diese Rückblende berichtet. Auch ich saß Samstagabend frisch gebadet vor dem DDR-Fernseher und guckte Kulenkampff und Hans Rosenthal und die anderen Shows. Ein Bilderbogen zurück in die Kindheit, zu vielen Markenprodukten und Ereignissen, ein gemeinsamer Bilder/Wortschatz, denn die Einschaltquoten damals waren so geartet, daß von gemeinsamer Erinnerung gesprochen werden kann. Im Deutschlandfunk ein Interview mit der Regisseurin.

[7:13] Retweet: Jeder Hund kann Drogen riechen, aber die Guten verpetzen dich halt nicht.

[7:12] Retweet: Ich gründe jetzt das Magazin "Keine Werbung", dann seid ihr mit euren Briefkastenaufklebern am Arsch.

[7:11] Retweet: Lieber Gott, was immer Du da draußen kochst: ES IST GAR!

[7:10] Retweet: Mit den beiden Kindern ins Kino und anschließend ein Eis essen gehen. / Früher: - 30DM einpacken / Heute: 1. Niere verkaufen 2. Hypothek aufs Haus aufnehmen 3. Don Corleone den Ring küssen

[7:09] Retweet: Es ist so heiß, dass ich unanständige Fantasien von meinem Wintermantel habe.

[7:08] Retweet: Ach, ich habe mich an die Hitze gewöhnt, hab schon 20 Gläser Dachgeschosswärme für den Februar eingekocht.

[7:07] Retweet: Die alte Nachbarsdame ist ganz erstaunt, dass meine Kinder nie rumschreien. Ich bin ja eher darüber erstaunt, dass es mehrere Hörgeräteläden im Ort gibt und keiner sie als Kundin gewinnen konnte.

[7:06] Retweet: Kollegin: "Seit meinem Beinbruch, kann ich viel besser laufen." / Sagen: "Toll." / Denken: "Jetzt fehlt dir bloß noch eine Gehirnerschütterung."

[7:05] Retweet: Nur weil dir ständig ein Licht aufgeht, musst du kein Genie sein. Vielleicht ist es auch nur das Inspektionslämpchen, das anzeigt, dass du mal zur Durchsicht musst.

[7:04] Retweet: Rosé schmeckt, als wäre Jesus nicht fertig geworden.

[7:03] Retweet: Welche drei Medikamente würdet ihr auf eine einsame Insel mitnehmen?

[7:02] Retweet: "Eine Brezel, zwei Körnerbrötchen... und was ist das unter den Wespen?"

[7:01] Retweet: Im Kühlhaus. "Was machen Sie hier?" "Arbeiten." "Das wüsste ich, ich bin der Chef. Verlassen Sie sofort das Gebäude." "Das geht nicht, ich muss mich um dieses verängstigte Tier kümmern." "Lassen Sie SOFORT die gefrorene Schweinehälfte los und gehen Sie!"

[7:00] Retweet: Den Bratapfel direkt vom Baum gepflückt.

[6:52] 29 Jahre Krankenpfleger, und dennoch erlebt man ständig noch Neues und Unerwartetes. Im letzten Nachtdienstzyklus kam ein betagter Patient, seines Zeichens Zeuge Jehovas, an unseren Tresen getippelt und spielte uns auf seinem Tablet ein Videofilmchen vor, mit dem er uns über die Schöpfung der Welt aufklären wollte.

[6:46] Retweet: Konditionsstatus: Teddybär mit TBC im Endstadium.

[6:37] Freier Tag 2/3. Tage ohne Alkohol: 973 = 139 Wochen.

Montag, 13. August 2018

[15:27] Nach Nachtdienst 4/4 = Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 972.

Sonntag, 12. August 2018

[16:14] Ein Remake von Alfons Zitterbacke (1966) wird nächstes Jahr in die Kinos kommen. Neben den tonangebenden Kinderdarstellern spielen u.a. Olaf Schubert, Devid Striesow, Alexandra Maria Lara und Katharina Thalbach mit.

[15:54] Vor Nachtdienst 4/4. Tage ohne Alkohol: 971.

Samstag, 11. August 2018

[18:07] In der vergangenen Nacht starben zwei Patienten, was eine zusätzliche Arbeit von 60 bis 45 Minuten erfordert. Eine Belastung jenseits der psychischen Beanspruchung durch plötzlich zuende gehendes Leben. Was tun wir, wenn wir in ein Zimmer kommen und ein Patient tot im Bett liegt? In den meisten Fällen war es abzusehen, wenn auch nicht unbedingt exakt für diesen Zeitpunkt. Viele Patienten unserer beiden Fachbereiche Geriatrie und Onkologie haben einen DNR, d.h. sie werden nicht reanimiert, weil eine Patientenverfügung existiert oder der Zustand des Schwerstkranken so geartet ist, daß er als natürliche Ende des Lebens gelten muß, nach oft monate- oder jahrelangem Kampf gegen den Krebs oder ein durch Multimorbididät geprägtes Dasein eines alten Menschen. Wir rufen den Dienstarzt an und bereiten die schriftlichen Notwendigkeiten vor: legen dem Arzt einen Totenschein zurecht, füllen Formulare für die Verwaltung und den Bestattungsdienst aus. Es gibt zwei Formulare für die Angehörigen: eines, durch das sie über die anstehenden Schritte informiert werden, und eines, mit dem sie einer Obduktion zustimmen. Der Arzt führt eine erste Leichenschau durch. Wir versorgen den Verstorbenen, indem wir passagere Katheter und Venenzugänge entfernen. Permanente Zugänge wir PORTs oder PEGs verbleiben. Zahnprothesen, die zum Zeitpunkt des Todes eingesetzt waren, verbleiben bei der Leiche, die wir dann inspizieren und ggf. säubern, weil oft, nachdem der natürliche Muskeltonus erschlafft ist, Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen "nach"laufen. Der am Schreibtisch ausgefüllte Zehenzettel wird angebracht und, sollten Angehörige ihren Verstorbenen noch sehen wollen, ein Tuch, eine elektrische Kerze und möglichst eine Blume drapiert. Nachdem alle dem Krankenhaus gehörenden Dinge wie Infusionsständer, Apparaturen, Absaugschläuche, Gehbänke, Nahrungsmittel u.v.m. gesäubert und weggeräumt sind, wird der Nachlaß des Patienten erfaßt: sein Besitz wird gezählt, speziell die Wertsachen penibel dokumentiert, und verpackt. Bei längerem Aufenhalt eines Kranken auf Station sammeln sich nicht selten ungeheure Mengen an, die sich durch die bereitstehenden Taschen und Beutel nur mühsam bändigen lassen. -Der Dienstarzt wird zwei Stunden nach dem Tod eine zweite Leichenschau durchführen. Der Umgang mit den Angehörige ist nicht einfach. Ihnen wird kondoliert, Tränen fließen, Konfusion herrscht. Mitunter wollen sie noch mit dem Arzt sprechen. Sie werden zum Abschied zum Verstorbenen geleitet, nehmen anschließend meist den Nachlaß entgegen. Das alles beansprucht zirka 30 bis 45 Minuten Arbeitszeit, die für andere Tätigkeiten in diesem Zeitraum verloren ist. Jeder kann sich ausmalen, besonders wenn in einer Nacht zweimal das Szenario durchzumachen ist, wie gehetzt wir dann jeweils sind, weil für jeden Zeitpunkt eines Dienstes auf Station eigentlich eine andere anstehende Arbeit wartet. Der Umstand, daß solch eine gravierende Tatsache wie das Ableben eines Menschen mit den Gegebenheiten kollidiert und sich Termindruck und Betroffenheit enorm beißen, verleiht dem Verstorbenen im Dienst der Pflegekraft auf Station eine eher unschöne Note, die nur mit jeder Menge Routine und Contenance ausgehalten werden kann.

[17:20] Die Trappisten in den USA mußten das Kloster "Holy Trinity" in Utah nach 70 Jahren aufgeben. Und in Brandenburg wird Anfang Oktober das Kloster Neuzelle nach 200 Jahren Stilllegung mit sechs Mönchen offiziell wiedereröffnet, nachdem seit mehr als einem Jahr dort vier Mönche leben und die Wiederkehr des monastischen Lebens vorbereiten bzw. längst schon praktizieren.

[16:50] Vor Nachtdienst 3/4. Tage ohne Alkohol: 970.

Freitag, 10. August 2018

[11:54] Vor Nachtdienst 2/4. Tage ohne Alkohol: 969.

Donnerstag, 9. August 2018

[20:14] Das ist SO typisch: 10 Minuten, bevor ich zum Nachtdienst los muß, beginnt es wie aus Kübeln zu schütten.

[19:28] Liste der Dinge, die ich nicht mag: in [Jahreszahl] / insofern - weil, daß / Sellerie / Oliven / Warten.

[19:04] "In Deutschland wird es nie eine Revolution geben, weil man dazu den Rasen betreten müßte." (Stalin)

[17:14] 2017 wurden aus dem römischen Trevi-Brunnen mehr als 1.400.00 Euro gefischt. Dreimal wöchentlich werden die in den Brunnen geworfenen Münzen abgesaugt und von der Caritas an Arme verteilt.

[17:05] Der Flixbus-Spam, der nun täglich ins Postfach quillt, bietet mir für den 15. August Fahrten von Regensburg nach Amsterdam. Überschrift und Slogan ist "Feiertag heißt Reisezeit!" - Gemeint ist der 15. August, Mariä Himmelfahrt, der in Bayern (und nur noch im Saarland) gesetzlicher Feiertag ist. Eigentlich ein Impuls, hinfort eine Liste mit dem hirnrissigsten Flixbus-Spam zu führen.

[16:55] Nix tropische Nacht. Der Wetterbericht korrigiert die Temperaturen für die folgende Nacht auf 16°C, für die Nacht auf Samstag auf 12°C und für die auf Sonntag gar auf ungewohnte 11°C. Mich kann's nur freuen. Noch brütet Leipzig bei 35°C und ich eile alle 10 Minuten zum Waschbecken, weil ich klebe wie ein ausgewickeltes Bonbon.

[16:37] Als ich kürzlich in den Flixbus einstieg, war es mein erstes Mal, und ich wußte nicht, wie genau es abläuft. Während ich noch bedeppert mit meinem Kärtchen dastand, die vom heißen Wetter und der Aufregung schweißnasse Hand um die viel zu große Reisetasche geklammert, hatten die anderen ihre Gepäck bereits verstaut, den QR-Code vom Busfahrer scannen lassen und waren im Bus verschwunden. Als ich ihn schließlich betrat, saßen alle da, vertieft in ihr Smartphone, eine Journaille oder bestenfalls in ein Buch. So fertig ich war nach den kräftzehrenden Nachtdiensten und den nur 2 Stunden Schlaf am Vormittag - mein Hirn setzte einfach aus. Ich war regelrecht blockiert. Weder wußte ich, ob die Sitzplätze bei der Buchung vergeben worden oder frei zu wählen sind, noch gelang es mir in diesem Moment, danach zu fragen. Ich stand wie ein Ölgötze auf dem Gang, und dies geschlagene 2 Stunden lang, bis mir das Durcheinander anläßlich des ersten Haltes in Hof die mentale Blockade löste und ich mich einfach auf den nächsten freien Sitzplatz fallen ließ. Die verkrampften Beine und schmerzenden Füße dankten es mir. Selber schuld, nicht wahr? Was ich aber sagen will: Wohin sind wir in dieser Gesellschaft gekommen? Es saßen drei Dutzend Menschen in diesem Bus und keiner fragt mal nach, keiner der vielleicht 8 allein sitzenden jungen Reisenden bot den freien Platz neben ihm an. Keine Frage, keine Nachfrage, auch mimisch und gestisch bei meinen Rundumblicken keinerlei Bereitschaft zur wie auch immer gearteten Kommunikation. Leergefegte Gesichter, wenn man sich anguckte. Was ich vermißte, war nur ein Fitzelchen von Feinfühligkeit, von Auf-den-anderen-Eingehen, von sozialem Engagment.

[16:12] "Die Bio-Anhänger in meinem Umfeld schalten das Hirn aus, seit ihnen ein Etikett das Denken abnimmt." (Biologisches Unkraut)

[15:31] Kommissar: "Es wäre gut, keinen Besuch zu ihr zu lassen." Schwester: "Sie kennen die hiesigen Sitten nicht. Hier kommt niemand rein!" Kommissar: "Vielen Dank, Schwester Hedwig." (Polizeiruf 110 - "Tote erben nicht", E223)

[15:05] "Der Wald setzt einem den Kopf zurecht, fast so wie das Meer. Schwierig nur, die Lektion im Gedächtnis zu bewahren, mitten im Großstadtalltag." (Geschichten und Meer = großartiges Weblog)

[8:58] "...lieber in der Laube geschlafen, die kühlt abends wenigstens etwas runter, wenn man alle Fenster öffnet, wobei dabei allerdings auch interessante Tiere in spannenden Formaten ins Haus kommen." (Buddenbohms)

[7:47] Vor Nachtdienst 1/4. Tage ohne Alkohol: 968. Es stehen 11 Arbeitswochen an, bevor ich am 22. Oktober den letzten Urlaub für dieses Jahr antreten darf. Gleichzeitig mit den zuende gehenden arbeitsfreien Tagen endet heute die Hitze. In der kommenden Nacht wird es nochmals eine nahezu tropische Nacht geben (19°C), aber schon die Nacht auf Samstag lockt mit Temperaturen von 13 bis 14°C, worauf ich mich ausnehmend freue, auch wenn ich sie im Glutbunker unserer Station nur wahrnehmen kann, wenn ich mir die Zeit nehme, kurz auf den Balkon zu treten oder wenn ich es schaffe, mich fünf Minuten loszueisen, um in den Hof zu gehen oder gemächlich die Klinik zu umrunden. Solche Zäsuren gibt es normalerweise nicht und müssen abgesprochen werden. Aber gerade auf die nächtliche Abkühlungen der nächsten Tage freue ich mich besonders.

Mittwoch, 8. August 2018

[19:21] Liste der Dinge, die ich mag: Schwarztee, Animationsfilme (Pixar), Blues, Krimi-Serien, Gemüse: Rosenkohl, Porree, Blumenkohl.

[19:20] Der eben zitierte Blogpost erinnerte mich daran, daß ich ja auch ein dezidierter Listenfreak bin. Neben diversen Aufzählungen und Sammlungen, die in diesen Miszellen regelmäßig fortgeführt werden, z.B. gerne gehörte Lieder, ungewöhnliche Namen, werde ich das Listenmachen möglicherweise exzessiv ausweiten.

[19:19] "Drei Gefangene unterhalten sich im Stasi-Gefängnis. Sagt der Erste: 'Ich bin immer 5 Minuten zu früh gekommen. Deshalb hat man mich wegen Spionage verurteilt.' Der nächste erzählt: 'Ich bin immer 5 Minuten zu spät gekommen. Darum hat man mich wegen Sabotage verurteilt.' Da sagt der Dritte: 'Nun, ich war immer pünktlich. Deshalb sind sie darauf gekommen, dass ich eine West-Uhr habe.'" (Sterben üben)

[12:10] Urlaub 10/10. Tage ohne Alkohol: 967.

Dienstag, 7. August 2018

[20:00] Wie lange werde ich auf Facebook jetzt mit Regensburgfahrten von Flixbus belästigt, nur weil ich einmal bei denen buchte? Und überhaupt, wie ordnet Flixbus meine Buchung meinem Facebookaccount zu? Meine Adresse sollte Facebook gar nicht kennen. Wie werden diese beiden Sachen miteinander verknüpft. Das ist unheimlich, auch wenn man weiß, daß Big Data allerorten ist. Apropo, noch eine Erfahrung. Auf der Hinfahrt kam in Hof Polizei durch den Bus und kontrollierte zwei fremdländisch aussehende Reisende und veranstaltete ein Tamtam von wegen Personenabfrage und Gepäckkontrolle.

[19:26] Den so genannten "Gott-Modus" in Windows 10 kannte ich nicht. Einfach auf dem Desktop einen neuen Ordner erstellen und in "Alle Aufgaben.{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}" umbenennen. Danach verwandelt er sich in eine Schaltzentrale, mit der man sehr viele Konfigurationsmöglichkeiten auf einen Hieb vornehmen kann.

[19:04] Aus der arte-Mediathek den mehrfach prämierten Provinzkrimi "Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist" gezogen. Nebenbei muß Google immer wieder zu Rate gezogen werden. Zuallererst wußte ich nicht, was ein Reiftanz ist.

[18:55] Als ich am zweiten Tag in Regensburg sowohl in einem Pflegeheim auf einer Demenzstation als auch abends in einem Biergarten gewesen war, meinte ich zu meinen Freunden: "Nun habe ich Bayern gesehen und erlebt." Natürlich wurde ich angehalten, doch möglichst einen Brotzeitteller zu ordern. Im Visier hatte ich ein Schaschlyk, weil es zu DDR-Zeiten an jeden Imbißstand gehörte, man heute aber regelrecht danach suchen muß. Dennoch ließ ich mich breitschlagen und bestellte die Brotzeit, von der ich allerdings ein bißchen enttäuscht war. Aufschnitt, um eine Fußballmannschaft zu sättigen, aber nur zwei Scheiben Brot nebst einer halben Tomate und einer Gurke. Die Wurstauswahl, wenn ihr mich fragt, etwas uninspiriert. Wer Deftiges erwartet, hätte mit Blut-, Zungen-, Preß- und/oder Leberwurst gerechnet. Freilich etwas Nußschinken, bayrischer Leberkäse, etwas Schnittkäse, Mortadella, Salami und einige kleine Stücke Pfefferbeißer. Hätte ich den Obatzter gewählt, den ich von der Nachbarin zu kosten bekam, hätte ich etwas Originelleres und Selbstgemachtes auf dem Teller gehabt.

[9:43] Urlaub 9/10. Tage ohne Alkohol: 966 = 138 Wochen.

Montag, 6. August 2018

[20:01] "Wenn Sie Ihre Nase aus den Büchern nehmen, sind Sie gleich behindert." (Art of Crime S01E02)

[16:24] "Art of Crime" ist eine französische Miniserie, die zurzeit auf ZDF neo läuft. Ein etwas ungehobelter Kommissar ermittelt mit einer charmanten Kunsthistorikerin. Sehr viel Kunstblabla, Schlösser und schöne Landschaften. Reizvoll. Mal nicht so der stereotype Großstadtkrimiverschnitt. Mittlerweile dreht man schon an einer zweiten Staffel. "Defekte" Helden machen sich, wie eine Review bemerkt, in Serien immer gut - wie in "Monk", "Perception", nun auch in Europa.

[11:11] Mit der Eröffnung des neuen Tatort-Jahres nach der in diesem Jahr ziemlich kurzen Sommerpause sehen wir in "Die Musik stirbt zuletzt" (E1063) einen Film ohne Schnitt (One Take), was dem Geschehen einen reizvollen Drive, etwas Atemloses verleiht. Den letzten Tatort im Juli mit dem oft geschmähten Til Schweiger als Tschiller ("Off Duty") sah ich noch nicht. Zudem sind durch die Mediatheken noch Dutzende ältere und alte Tatorte (und Polizeirufe) in der Warteschleife, so daß ich mich aus diesem gutbestückten Pool noch langanhaltend bedienen kann.

[11:10] "Wie viele Dramaturgen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?" - "Welche Fassung?"

[9:13] Urlaub 8/10. Tage ohne Alkohol: 965.

Sonntag, 5. August 2018

[19:33] Über meine fünf Tage in Regensburg werde ich vermutlich noch etwas notieren. Momentan bin ich allerdings indisponiert.

[19:14] Sicherlich hatte ich es vergessen und war eben überrascht, daß Rhabarber nicht zum Obst, sondern zum Gemüse gerechnet wird, genauer, wie Mangold und Spargel, zum Stielgemüse. Wie ich darauf komme? Bei ALDI ab morgen im Angebot ist Rharbarbernektar; und angegeben wird der Gemüsesaftgehalt, was mich stutzig machte. Ich muß mal meine Fachabschlußarbeit hervorkramen, die ich 1984 während meiner Kochausbildung schrieb und die sich um Gemüse drehte.

[16:17] Von mehrere Fortführungen (Revivals) gelesen / gehört. Die erfolgreiche deutsche Krimiserie "Der letzte Bulle", bei der niemand verstanden hat, warum sie nicht länger produziert wurde, wird um einen Kinofilm erweitert. 30 Jahre nach Ende von "Alf" wurde eine neue Staffel angekündigt. Und nun soll gar Patrick Stewart wieder in die Gestalt des Captain Jean-Luc Picard schlüpfen und dessen Leben forterzählt werden.

[13:09] Mein Bruder in etwas jüngeren Jahren nebst Teddys.
dias057

[7:03] Retweet: Ich habe mich gerade kurz auf der noch heißen Herdplatte abgestützt, und ganz ehrlich, so groß war der Temperaturunterschied jetzt auch nicht.

[7:02] Retweet: "Ich genieße hier nur die Kälte."- Das neue "ich schau nur" in Geschäften mit Klimaanlage.

[7:01] Retweet: Statt Namen der Kinder sollten die Namen der Fahrer auf das Auto geklebt werden. So eine persönliche Ansprache beim Pöbeln ist viel besser. - "Sabine, das Auto hat einen Blinker, du Fotze."

[7:00] Retweet: Zwölf / Tonnen. // Zulässiges Gesamtgedicht.

[6:59] Retweet: Ich bewundere Menschen die mit dem Auto tausende Kilometer in den Urlaub fahren. Ich hab mich mit allen Mitfahrern schon zerstritten, da sind wir noch nicht mal aus der Tiefgarage raus.

[6:58] Retweet: "So Horst und dann drückst du auf Senden." "Senden, wie Abschieben?" "Wenn du es dir so leichter merken kannst." - Seehofer lernt das Twittern.

[6:57] Retweet: Mir hat gerade ein kleiner Junge ganz aufgeregt "Shakira, Shakira" zugerufen und mich dann angestrahlt. Hab zurückgestrahlt. - Ich sage es nicht gerne, aber ich glaube er braucht eine Brille.

[6:56] Retweet: Gewinnte ich im Lotto, habe ich mehr Zeit, den Konjunktiv zu üben.

[6:55] Retweet: Ich bin nicht dick, ich wurde nur im Schlaf von einem moppeligen Untoten gebissen. Ich ich ein Wampir.

[6:54] Retweet: "Was stört dich am Joggen?" "Das Laufen."

[6:53] Retweet: "Sechsjähriger, du bist jetzt flügge." "Nur, weil ich dich bei FIFA besiegt habe, Papa?" "Dein Koffer steht vor der Tür, alles Gute."

[6:52] Retweet: Ich bin ein schwuler Mann. Ich kann Bananen so essen, dass auch SIE davon eine Erektion bekommen.

[6:51] Retweet: Derzeit gewinnt man jedes Speed-Dating mit dem Versprechen, zu Hause eine Klimaanlage zu besitzen.

[6:50] "Ich werde dich in meiner Argumentation gegen das Klonen von Menschen verwenden." (Private Eyes S01E03)

[6:49] Urlaub 7/10. Tage ohne Alkohol: 964.

Sonntag, 29. Juli 2018

[19:22] Obwohl ich wußte, daß der Kühlschrank möglichst leer sein sollte, wenn man verreist, konnte ich dem Kaufimpuls beim Gemüse nicht widerstehen: wenn 1 kg roter Paprika 1,19 EUR, die Gurke 39 ct und 1 kg Rispentomaten 77 ct kosten. Nachher gehe ich mit einem halben Eimer Salat zum Nachtdienst. Mit ordentlich Zwiebeln und Hirtenkäse ist solch ein frischer, kühler Salat bei diese Hitze köstlich. Den Rest muß ich dann eben morgen auf die Fahrt mitnehmen.

[19:14] Morgen beginnt übrigens ein 10-tägiger Urlaub, fünf Tage also in Regensburg, fünf weitere dann zuhause. Auf Station antreten muß ich erst wieder am Donnerstag, dem 9. August um 22 Uhr. Die nächsten Nächte werden nahezu tropische sein - mit Temperaturen um die 20°C. Auf Station renne ich mit nassem Handtuch um Kopf und Schultern herum.

[18:30] Ein hoher Pflegeaufwand resultiert nicht nur durch immobile (bettlägerige), sondern auch durch teilmobile Patienten, die Hilfe bei den Ausscheidungen und Transfer von und zum Nachtstuhl und Wechsel bzw. Neuanlegen des Inkontinentmaterials benötigen. Je nach Frequenz ist dies sogar zeitaufwendiger und nervenzerreibender, als einen im Bett liegenden Pflegefall geplant zu versorgen. Zurzeit sind die teilmobilen Patienten in der Überzahl; und wir springen von Klingel zu Klingel, von Zimmer zu Zimmer, ohne daß man Land sehen würde. Zusammen mit einer erklecklichen Anzahl von wirklich Bettlägerigen und einer durch die geschlossene Nachbarstation hervorgerufene Vollauslastung unserer 36 Betten und der herrschenden klimatischen Beanspruchung sind die Nachtdienste entsprechend zehrend. Glücklicherweise konnte ich nach den letzten beiden Nächten überraschend gut und lange schlafen: gestern bis 17 Uhr, heute bis 16 Uhr. Morgen Nachmittag geht's mit dem Flixbus zu Freunden nach Regensburg. Freitag Abend werde ich zurückkehren. Hier also einige Tage Sendepause, weil die Seite nur manuell vom heimischen Rechner aus geführt werden kann.

[18:05] Vor Nachtdienst 3/3. Tage ohne Alkohol: 957.

Samstag, 28. Juli 2018

[19:40] Retweet: Die Welt ist so voll mit verklemmten Arschlöchern, dass man einen Rettungsspreizer braucht, um denen Satire näherzubringen.

[19:39] Retweet: Am einzigen Kollegen, der heute noch nicht "Boah, ist das warm" gesagt hat, rütteln und schreien "WAS IST DEIN GEHEIMNIS? WAS?"

[19:37] Retweet: [Beim Rechtsmediziner] / Ich: "Für wie viele Leichen haben Sie hier Kühlplätze?" / Doc: "Für 10" / Ich: "Wie viele sind davon belegt?" / Doc: "Momentan siebe.... HEY MOMENT MAL! WAS WOLLEN SIE DENN HIER JETZT MIT DECKE UND KISSEN?"

[19:36] Retweet: Ich hatte schon so lange keinen Sex, ich schaue Polizistinnen immer schuldig an um durchsucht zu werden.

[19:34] Retweet: Hören Sie auf, sich über die Hitze zu beschweren. Es ist Sommer! Meine Güte, überall in den Geschäften diese gereizten MenscNIMM SOFORT DEINE VERSCHWITZTEN GRIFFEL VON MEINEM WARENTRENNER, BÜRSCHCHEN! UNTERM GIPS ISSET NÄMLICH NOCH WÄRMER! Hach. Sommer.

[19:33] Retweet: Laut einer Radiomeldung verdienen Menschen die regelmäßig Sex haben mehr Geld. Deswegen kauft ihr auch alle bei Netto ein.

[17:22] Vor Nachtdienst 2/3. Tage ohne Alkohol: 956.