Bücherlei Miszellen (52) [<<] [>>]
Ein Lese- und Lebens-Notizbuch

Dienstag, 19. Februar 2019

[21:48] "Der Beste möge gewinnen - der Paarungsruf des Verlierers." (The Simpsone S02E06)

[15:07] Chefinspektor: "Und da haben Sie die Leiche einfach in der Donau versenkt, damit Sie weiter in Ruhe Ihre Filmchen drehen können." Privatdetektiv: "Für 50.000 kriege ich in Griechenland ein Haus, das kann Mama und Papa sagen." (Schnell ermittelt S06E08 - "Christine Zeitlberger")

[14:54] "Meine Devise im Leben war immer sehr egoistisch: Es fängt mit mir an und hört mit mir auf." (Karl Lagerfeld)

[3:55] Im Leipziger Auwald haben Diebe kilogrammweise Bärlauch geklaut. Ich wußte gar nicht, daß das verboten ist, obwohl ich es mir hätte denken können, seitdem ich weiß, daß man auch nicht mehr als 1 kg Pilze sammeln darf.

[3:55] Freier Tag 2/2. Tage ohne Alkohol: 1162 = 166 Wochen.

Montag, 18. Februar 2019

[20:41] Bei Liisa, die sich bemerkenswerte Gedanken gemacht hat, kommentiert: "Du hast sehr zutreffende und wichtige Aspekte benannt! Als jemand, dem die Beschäftigung mit den Themen Alter und Tod nicht fremd ist und der zudem in der Geriatrie und Onkologie arbeitet, kann ich deinen Überlegungen nur beipflichten. Bei meiner Oma bemerkte ich in ihren letzten Lebensjahren eine Lebensmüdigkeit, den Überdruß am Leben, den ich täglich auch bei sehr alten und kranken Menschen erlebe. Aber auch bei jüngeren Kranken gilt: Körper schlägt Geist. Wenn man schwerstkrank ist, geprägt vom Fortschreiten des Krebses und malträtiert von x Chemotherapien, sind intellektuelle Finessen nurmehr schwer vorstellbar. Die Einsamkeit, die man spüren muß, wenn es einem gegönnt ist, lange zu leben, alle anderen zu überleben UND geistig fit zu bleiben, stelle ich mir enorm vor, aber als Ausnahme."

[17:10] Schon ein bißchen beklemmend zu sehen, daß, bevor ich auch nur mit etwas Substianziellem beginnen kann (in meinem Fall lege ich mit dem oder den arte-Journalen los), fast eine Stunde verrinnt. Heute 15.20 Uhr aufgewacht und 16.15 Uhr das arte-Magazin von gestern. Von daher kein Wunder, daß mir der Tagesbeginn stets so zähflüssig erscheint und mich dieses langsame In-Gang-Kommen nervt.

[15:40] Nach Nachtdienst 4/4 = Freier Tag 1/2. Tage ohne Alkohol: 1161.

Sonntag, 17. Februar 2019

[18:51] In der Kulturzeit vom 14. Dezember 2018 ein berührender Beitrag über "Liebesbriefe für die Kanzlerin".

[14:30] Vor Nachtdienst 4/4. Tage ohne Alkohol: 1160.

Samstag, 16. Februar 2019

[19:55] Agenda: Rachael Fitzpatrick wandert nackt um die Welt / Ugeaars, ukrainische mechanische Holzmodelle / elektrische Tretroller / Haus F in Esslingen / Rotkäppchen / Künstlerpaare Leipzig, Ausstellung, Kunsthalle Sparkasse / Glucan, biologisches Alter / SocialBee / Alma Deutscher / Anti-Natalismus, Klage eines Inders / Digitales Deutsches Wörterbuch / Debüt Philipp Weiss (Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen) / sequenzielles Arbeiten / OTC-Medikament / Systemsprenger / Kakerlakenrache/

[14:49] Übrigens ist es draußen unanständig hell.

[14:47] Nachtdienst 2/4 verlief eigentlich reibungslos, wenn auch kräftzehrend, weil ich, wie beschrieben, einerseits groggy war, andererseits der Pflegeaufwand momentan hoch ist und andere, organisatorische Querelen ständig wie Nadelsstich pieksen. Zum Beispiel wurde mehrere in der Apotheke bestellte Sachen nicht geliefert, wurden anscheinend blockiert, wofür wir keine Erklärung und auch kein Verständnis haben. Wir bestellen nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil wir es brauchen.

[14:30] Vor Nachtdienst 3/4. Tage ohne Alkohol: 1159 = 38 Monate.

Freitag, 15. Februar 2019

[18:15] Ich will nicht behaupten, daß ich fix und fertig sei, aber doch nah dran. Groggy und gerädert. Der erste Nachtdienst war zwar beanspruchend, aber nicht so chaotisch, daß mein Neben-mir-Stehen erklärt würde. Daß ein Infekt dahinterstecken würde, kann ich nicht erkennen. Auch Kaffee macht mich nicht munterer. Zu allem Überfluß noch die Hiobsbotschaft, daß ich wegen einer weiteren Krankmeldung im Team in der kommenden Woche zwei Arbeitstage mehr aufgebrummt bekomme und nun von Mittwoch bis Sonntag arbeiten soll, also fünf Nachtdienste statt drei.

[16:20] Vor Nachtdienst 2/4. Tage ohne Alkohol: 1158.

Donnerstag, 14. Februar 2019

[19:29] Im Tagebuchticker einige Links zu Audiobeiträgen, die ich seit einer Stunde höre, bevor ich zu Nachtdienst 1/4 aufbrechen muß.

[16:52] Fatal an den Standards im Modelbusiness ist weniger die Tatsache, daß die Models über Maße verfügen, die die Natur nicht vorgesehen hat, sondern daß alle sich daran gewöhnt haben und daß man sich von den Sehgewohnheiten quasi entwöhnen müßte, um zu einer Normalität zurückzufinden, die Models nicht zwingt zu hungern und bei den Bewunderern die Sehnsucht nach ebendiesen Formen auslöst.

[16:44] Bei außergewöhnlichen oder auffälligen Namen läuft mir jedesmal ein Schauer über den Rücken. Eben sprach in der Sendung "Frontal 21" die Oberärztin einer Klinik, in der Magersucht therapiert wird, mit dem Namen Wally Wünsch-Leiteritz.

[16:19] Bei den Tagesthemen wurde weder vorgestern noch gestern der DAX vermeldet, wie es beim Börsengespräch mit Frankfurt sonst immer üblich war.

[14:57] Was Umweltverschmutzung betrifft, steht die Textilindustrie auf Platz 2 hinter der Ölindustrie. 1,2 Mrd Tonnen Kohlendioxid werden erzeugt, mehr als der gesamte Luft- und Seeverkehr. 2700 l Wasser werden für 1 T-Shirt verbraucht. 65.000 Kilometer legt dieses eine T-Shirt bis zum Verkauf in Europa zurück. 100 Mrd. Kleidungsstücke werden alljährlich verkauft, 4 Mio Tonnen weggeworfen. H&M bringen jedes Jahr 52 Kollektionen an den Start. Ein Wahnsinn das alles. Freilich gibt es auch Gegenbewegungen wie z.B. das Anti_Fashion Project in Roubaix.

[5:40] Vor Nachtdienst 1/4. Tage ohne Alkohol: 1157.

Mittwoch, 13. Februar 2019

[20:10] Mein Vater hat immer gesagt: 'Schickst du 20 Männer, und wir schicken 40 Eier zurück.' (Der Pass S01E01)

[19:32] Kaum erwähne ich die österreichische Sketchreihe "Boesterreich", schon stoße ich beim Neueinstieg in die deutsch-österreichische TV-Serie "Der Pass" (S01E01 / Finsternis) auf den Hauptakteur Nicholas Ofczarek.

[19:20] An der frischen Luft gewesen. Zum Augustusplatz gefahren und zurück in meine Richtung gelaufen, zwischendurch Läden besucht, die ich sonst nicht beachte. Treiben lassen. Bewegung. Währenddessen die nötigen DLF-Podcasts von vorgestern und gestern; selbst diese in zwei Stunden nicht geschafft.

[16:42] Die Österreicher haben ja ein Rad ab, oder? Wenn ich an "Funny Games" denke, an "Boesterreich", der Hang zum Makabren liegt ihnen irgendwie im Blut. Und die finale Folge von "Meiberger - Im Kopf des Täters" (S01E08 / "Gefangen") ist wegen Brutalität und psychologischer Fiesheit bemerkenswert.

[16:14] Ich werde dich leiden lassen, mehr als du jemals in deinem Leben gelitten hast." "Da mußt du dich aber anstrengen. Ich war 20 Jahre lang verheiratet." (Meiberger S01E08 - "Gefangen")

[7:00] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 1156.

Dienstag, 12. Februar 2019

[21:22] "Wir akzeptieren keine Fettsäcke am Strand. Wir nennen sie Drinnenbleibmenschen." (Angie Tribeca S02E03 "Keine Fettsäcke!)

[20:22] In Blackadder S01E05, als Edmund und seine Vasallen am Scheiterhaufen angebunden sind, der gerade entzündet wird und die Flammen zu lodern beginnen: "Nie wieder kalte Füße!"

[20:07] "Aber es steht doch nichts in der Bibel von den Karotten." "Doch! Wie es geschrieben steht im Appendix zu den Apogryphen..." (Blackadder S01E05 - "Der Hexenschnüffler")

[19:10] "Das sind ja 80 Filme. Wie lange waren Sie denn im Pornogeschäft tätig?" "Fünf Monate." (iZombie S03E04 - "Gerüchteküche").

[17:19] Audioauslese: Smarte Zukunft: China als Supermacht der Künstlichen Intelligenz / Zeitfragen (Audio - 30min): Vom Umgang mit Krisen / Briefmarken - ein Kulturgut stirbt aus / Bis in alle Ewigkeit? Die Staatsleistungen an die Kirchen / Der Öko-Tod – nachhaltige Bestattungen / Lesart: Altenpflege im Roman / Kompressor: "War Thomas Bernhard ein Hipster? Über die Häuser und Kleider des Dichters".

[12:40] In Esslingen gibt es das Haus F, ein schmales Haus, welches auf einem so genannten Restegrundstück errichtet worden ist und nur 4,70 m breit ist, aber auf 4 Etagen trotzdem 147 qm aufbietet. Das zuständige Euromaxx-Video konnte ich leider nicht verlinken.

[11:07] Indem ich mehrere Tage lang akribisch notiert habe, was ich wann tue, erkenne ich, was vor allem bei mir Unbehagen & Unmut verursacht. Alles in allem könnte ich zufrieden sein. Ich stehe hinter dem, was ich sehe und höre. Aber die Konzeption hat einen grundsätzlichen Webfehler. Ich muß sequenzieller werden. Ich muß eine Weise finden, die Agenda hintereinander und nicht parallel zu erledigen. Um das zu hinzukriegen, muß ich Anstehendes bzw. Input sofort notieren und als Aufgabe für später definieren. Stattdessen gehe ich Einfällen und Impulsen meist sofort nach und unterbreche beispielsweise die Tagethemen wie jezt im Augenblick oder, schlimmer, ich fuhrwerke, WÄHREND ich sie höre bzw. der Meinung bin, sie zu hören. Aber beides geht eben nicht! Das ist eine Illusion, die mir das WMDEDGT- Tagebuch gerade raubt. Ich will also an der Sequenzialität meines täglichen Tuns arbeiten. Erinnert mich, wenn ich fehlschlage und in alte Muster verfalle!

[10:27] Schon wieder etwas gelernt und etwas peinlich, weil ich den Ausdruck OTC-Medikament nicht kannte. Medikamente, die "Over the counter" = über den Tresen der Apotheke verkauft werden, die zwar apotheken-, aber nicht verschreibungspflichtig sind, aber ohne Rezept des Arztes von jedem in der Apotheke gekauft werden können. Wie ich darauf komme? Auf Station wurde ich nach dem neuen pflanzlichen OAD (orales Antidiabetikum) "Glycowohl" gefragt, was mich zwar bauchpinselt, weil ich mit meiner mehr als 25-jährigen Erfahrung auf einer Diabetesstation natürlicher Ansprechpartner bin, ich jedoch mangels aktuellen Wissens passen muß und nur die valide Aussage treffen kann, daß Homöopathie Humbug ist. Die Gemüter schlagen dennoch hoch; denn ein wirksames Mittel gegen die Volksseuche Diabetes wäre schon ein Knaller. Deswegen horchte ich, wie berichtet, bei den Fortschritten (Audio) auf, Insulin peroral verabreichen zu können.

[10:14] Den Begriff Systemsprenger vernahm ich bewußt im Rahmen des gleichnamigen Berlinale-Films und dachte mir, das Wort wäre gut für Accounts oder virtuelle Identitäten.

[9:39] Nachts das schöne 50-minütiges Feature "Besonders sein" über Originale und Exzentriker gehört. Besonders speziell war die andauernd dazwischen geblendete Stimme von Florence Foster Jenkins. Bin gespannt, wann ich mal das Biopic über sie zu Gesicht bekomme.

[9:30] Freier Tag 2/3. Tage ohne Alkohol: 1155 = 165 Wochen.

Montag, 11. Februar 2019

[23:10] Die in WMDEDGT erwähnte Nudelmahlzeit ging heute so: Nudeln kochen (Ich nehme meist 400 g Fusili). In Öl zwei kleingeschnittene Bockwürste braten, em Ende eine übrig gebliebene, ebenfalls zerteilte Frikadelle dazugeben. Gewürze dazu (Salz, Pfeffer, Knoblauch, Paprika, Curry und Oregano), einen Teil der Nudeln in diese Pfanne, damit das Fett gänzlich vermischt wird. 200 g Reibekäse in die abgetropften, heißen Nudeln geben, kurz zergehen lassen und den Inhalt der Bratpfanne unterrühren. Die Hälfte esse ich so, für die andere Hälfte nehme ich Curryketchup dazu.

[20:57] "Ich habe schon viele nackte Frauen vor mir gehabt", meinte ein Pflegepatient zu uns. Im weiteren Gespräch stellte sich heraus, daß er Sektionsgehilfe gewesen war. Cool!

[20:42] Ein Zoo in El Paso (Texas) benennt Kakerlaken nach dem Ex-Partner und verfüttert sie am Valentinstag an Erdmännchen. Man kann dieses Event ("Quit bugging me") live verfolgen und die süße, kreative Rache auskosten.

[19:19] "Jenseits dessen, was man selbst für zivilisiert hält, wohnt das Fürchterliche. Das glaubt der antike, der heutige und der zukünftige Mensch." (Kulturzeit 10.12.2018)

[18:39] Als sehr aufschlußreich empfand ich "Die Wut der Frauen" (Audio). "Frauen zeigen weniger Ärger. Das heißt allerdings nicht, dass sie auch weniger ärgerlich sind." / "Wenn eine Person nämlich dominant aussieht, dann wird ihr eher zugestanden, Ärger zu zeigen." (...) Wer so aussieht, darf also eher ärgerlich sein. / "Frauen, die ihren Ärger vornehm zurückhalten, werden auch eher negativ bewertet. (...) Wenn Frauen sich in einer Situation, in der sie Wut und Trauer zeigen könnten, nur eine Sekunde später emotional reagieren, erleben Versuchspersonen diese Frauen als weniger emotional kompetent. / "Wenn Frauen generell ihre Emotionen zeigen, dann am liebsten immer sofort, spontan, das gilt dann als authentisch."

[18:15] Mit der "Stavanger Erklärung' ist die Diskussion um das 'Lesen im digitalen Zeitalter" neu entfacht (Audio) worden.

[18:04] Viel disziplinierter bin ich, seitdem ich meinen Tagesablauf festhalte. Neben der rein mechanischen Mühe wird ein Nachdenken und Abwägen generiert, welches mir dazu verhilft, bestimmte Dinge im Blick zu behalten und andere bewußt zu meiden. Bei Facebook war ich seit Mittwoch nicht eingeloggt. Und eine Euromaxx- und Kulturzeit-Sendung hätte ich an einem Montag nach dem Nachtdienstzyklus kaum geschaut, sondern mich wie verrückt auf die nächstbeste Serienfolge gestürzt.

[15:40] Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 1154.

Sonntag, 10. Februar 2019

[20:15] Liste mit ungewöhnlichen Namen, die mir u.a. in TV-Berichten zugerufen wurden: (Frauke) von der Haar (Was für ein Name!), Heskel (hebräische Variante), Benita, Erdmute, von der Aa, Reinherz, Metta, Joshard, Holk (friesische Koseform älterer Namen, die mit "Hold-" oder "Huld-" gebildet wurden = gnädig, dienstbar, treu), Antraud, Efthymia, Arved von zur Mühlen, Altfrid, Gunhild.

[20:07] Im kulturmagazin "artour" eben gehört, daß der Dramatiker, Lyriker, und Essayist Peter Hacks einst als "Goethes Stellvertreter in der DDR" verspottet worden war. Es gibt im Eulenspiegelverlag eine üppige Biografie über ihn. Hacks nannte das Adenauer-Deutschland "Nazistan", einen Ausdruck, den ich nicht kannte. Auch süffig: "Bitterfelder Holzweg". Den Liedermacher Wolf Biermann hielt Peter Hacks für eine "überschätzte Nervensäge". "So wenig er die DDR schätzte, so hielt er sie doch für ein Mindestmaß des Erträglichen." Schöner Beitrag (ah, von Rayk Wieland), den man hier zumindest nachlesen kann.

[19:50] Da heute Sonntag ist, starte ich später zur Arbeit, weil kein Einkauf möglich und notwendig ist. Varianten: 20:11 Uhr, 20:25 Uhr oder 20:40 Uhr mit der Straßenbahn. Riskanteste Option: mit einem Personenzug vom ehemaligen S-Bahnhof Sellerhausen um 20.55 Uhr in nur 4 Minuten zum HBF. Wenn der aber ausfiele, käme ich deutlich zu spät zum Dienst. Früher nahm ich öfter diesen Zug, scheute aber nach mehreren Enttäuschungen wie ein gebranntes Kind das Wasser bzw. die Zugverbindung.

[19:19] Bei den Kinderbuchtipps in der Kulturzeit wird "Mira" vorgestellt und entgegen sonstiger Altersangaben (ab 8, ab 12 usw.) gesagt: "Für alle, die's betrifft."

[18:37] Feature (Audio / PDF / 53 min) von Florian Felix Weyh: "Wenn Schriftsteller ihren Freitod schreibend vorwegnehmen".

[17:48] In mehreren Städten wird das Standardampelmännchen ersetzt durch lokale Besonderheiten wie Karl Marx in Trier oder die Mainzelmännchen in Mainz. In der traditionsreichen Bergstadt Freiberg wollte man für die Ampeln Bergmänner. Der Antrag wurde vorerst jedoch abgelehnt.

[17:38] Perfektionisten brauchen Zeitfenster und Regeln. Dies kann ich bestätigen. Mir tut die bewußtere Wahrnehmung meines Tages und Tuns sehr, sehr gut.

[17:30] Erst gestern schrieb ich darüber, was wir tun, wenn jemand auf Station stirbt, und stieß auf Gedanken (Audio) der ehemaligen Krankenschwester Bettina Conradi. Die Zeit und Möglichkeit, uns neben das Bett des/der Moribunden zu setzen, ist uns verwehrt. Trotzdem nachdenklich, berührend und zart.

[16:58] Als Reinigungskraft erschien heute Morgen statt einer unserer altgedienten Hau(Kehr?)degen ein Jüngling mit Brille & lockigem Haar. Ich: "Drehen die hier bei uns eine Folge für 'The Big Bang Theory'".

[16:55] Im arte-Journal Spannendes über Weltraumschrott. Es ist schon so, daß Schrott Satelliten so beschädigt, daß dadurch noch mehr Schrott in der Erdumlaufbahn herumfliegt. Die Raumstationen müssen jährlich zahlreiche Ausweichmanöver machen.

[16:51] Viele kleine Fakten und Wissensbrocken, die sich beim Sehen und Hören der verschiedenen Sendungen ansammeln und, wenn ich sie nicht sofort notiere, verloren gehen, vergessen werden, so daß ich nun testweise ein Notizbuch mitschleppe und hoffe, den einen oder anderen Fakt später nachrecherchieren und ggf. in den Miszellen präsentieren zu können.

[16:31] Als wir eine Stellenanzeige in der Zeitung entdeckten, bei der in Klammern ein (d/m/w) angegeben war, fragte eine Kollegin, was das "d" bedeute und entrüstete sich, nachdem ich erklärt habe, daß es für "divers" stünde, der neuen, dritten Geschlechtsangabe: "Eine Frechheit, das so zu setzen. Wir waren doch zuerst da!"

[16:13] Vor Nachtdienst 5/5. Tage ohne Alkohol: 1153.

Samstag, 9. Februar 2019

[19:01] Im DeutschlandRadio die Wiederholung der Langen Nacht (Audio) über Thomas Bernhard von 2011.

[18:13] Im Bericht über einen Dokumentarfilm über Ruth Bader Ginsburg sagen deren Kinder: "Wir hatten ein Buch mit dem Titel 'Mami hat gelacht'. Viel steht nicht drin."

[17:51] In einem Euromaxx-Beitrag über "Astrid" erinnerte ich mich, wie ich als Kleinkind meine Mutter, nachdem ich oft lange bei meiner Oma gewesen war, Tante genannt habe, sehr zum Unmut der Nenntante.

[17:46] In Finnland gibt es nicht nur in Privathäuser eingebaute Saunen, sondern auch Straßensaunas. Nicht Coffee to go, sondern Sauna to sit.

[17:21] 750 Diebstähle pro Jahr in Sachsens Krankenhäusern. Aus Patientenzimmern wohlgemerkt. 200.000 Euro Verlust vermeldet das LKA Sachsen.

[16:45] Der letzte Dienst kostete Kraft. In den Zeiten, in denen man etwas hätte aufatmen können, starben zwei Patienten. Nach der Übergabe beginnt der eigentliche Dienst zwischen 22.15 und 22.30 Uhr. Für mich mit Medizinstellen. Das umfaßt die gesamte Dosis für den nächsten Tag (Morgen - Mittag - Abend - Nacht + Sonderzeiten) im Blister, die Tropfen beschriften und einfüllen, Infusionen und Kurzinfusionen (z.B. Antibiotika) bereitstellen, die BTM (Suchtmittel) sowie die so genannte Abgangsmedizin für die zu entlassenden Patienten, welche für sie neue Medikamente für die folgenden Tage mitbekommen. Anschließend Ordnung schaffen, bestimmte Materialien vorbereiten, Flächen wischen, Fächer und Regale auffüllen. Das Ganze nennt sich "das Labor machen" und, zack, ist es 1 Uhr. Dann erster Rundgang, bei dem Toilettenstühle geleert werden, Wasser für die Patienten aus dem Spender geholt wird, vor allem aber Bettlägerige gelagert und Inkontinente gesäubert werden. Diese Runde dauert 30 bis 45 Minuten, heute, weil etwas später gestartet, bis kurz vor 2 Uhr. Dann die Überraschung, als ich, zur Klingel gehend, weil ein Gerät piepte, im Nachbarbett einen Verstorbenen entdeckte. Versorgung des Toten, dessen Sachen = Nachlaß erfassen und der Papierkram kosteten Zeit bis 2.30 Uhr. Dann Zeit für eine Essenspause. 3 Uhr weitere Routinearbeiten wie Bestellungen, Bettenwagen auffüllen, Pflegeberichte aktualisieren. Immer wieder auch zu Patientenklingeln eilen, Wünsche erfüllen bzw. auch nicht erfüllen, wenn Demente beispielsweise wirre Ansinnen haben und beruhigt und möglichst sanft gelenkt werden müssen, komischen Geräuschen nachgehen... Es gilt nämlich, entweder Demente bei "Fluchtversuchen" zu erwischen oder aber Stürze mitzubekommen. Oft rumst es gewaltig, so daß allen schon beim Geräusch klar ist: ein Sturz. Anderereits entdecken wir Stürze nur zufällig. Berufserfahrene entwickeln ein Sensorium für komische oder gefährliche Zwischenfälle. So sah meine Kollegin heute Nacht vorher, daß jemand sterben würde. Um 3:30 Uhr erneute Laborzeit, wenn Infusionen und Kurzinfusionen und Spritzen für den zweiten Rundgang vorbereitet werden - dafür zirka 20 Minuten. Ich war in dieser Zeit immer noch mit dem Papierkram des Verstorbenen beschäftigt. Kurze Verschnaufpause zwischen 3.50 und 4.05 Uhr. Start zur zweiten Bettenrunde, bei der neben Inkontinenzmaterialwechsel, Intimpflege sowie Lagewechsel beim Patienten die Infusionen an die Ständer gehängt und die Kurzinfusionen direkt beim Patienten angeschlossen und später wieder abgemacht werden. Heute aber die zweite Überraschung um 4.30 Uhr im sechsten Zimmer: ein weiterer Verstorbener. Dienstärztin anrufen, ihr Stöhnen am Telefon belächeln, und die Routine abarbeiten. Die Versorgung des Toten bedeutet: Kanülen und Katheter entfernen, nochmals Verunreigungen und Ausscheidungen beseitigen, ihn in eine würdevolle Lage bringen, Zehenzettel schreiben und anbringen, eventuell für Abschiednahme seites Angehöriger Equipment vorbereiten (Kerze, Blume, Decke), und dann - das Umfassendste - seine Sachen zusammenräumen und erfassen, wozu Kleidung, verpackte Lebensmittel, Hilfmittels (u.a. Gehstützen, BIBAP-Masken, Radios), Zahnprothesen u.v.m. gehören. Auch Dinge wie Mundpflege- und Absaug-Sets einweichen, Infusionsständer und -geräte säubern und wegstellen. Und und und. Damit waren wir etwa 5.20 Uhr fertig. Nebenbei stürzte noch ein Patient, so daß wir die augenrollende Dienstärztin auch dahin schicken und das Ereignis protokollieren mußten. Vorbereitungen für den hoffentlich bald nahenden Frühdienst, der heißes Wasser und Kaffee kredenzt bekommt. Übersichten Essen- und Belegungspläne aktualisieren und drucken. Et voila. Nach so einem Durchhetzen mit mehreren Überraschungen, die ja immer ungeplant sind und daher zusätzliche Energien und Zeit kosten komme ich stets weniger gut herunter auf Normallevel, was Aufmerksamkeit und Adrenalinausstoß betrifft.

[15:20] Vor Nachtdienst 4/5. Tage ohne Alkohol: 1152.

Freitag, 8. Februar 2019

[19:24] Zu viel Input bei zu wenig Zeit. Ich muß einen Spickzettel machen zwecks späterer Recherche und Aufarbeitung, so u.a. 1. den Schriftsteller Philipp Weiss und sein mehrbändiges Debüt und 2. das Projekt eines Digitalen Wörterbuches der deutschen Sprache.

[19:21] In der Kulturzeit das Wort "Befindlichkeitsüberprüfung" aufgeschnappt und für reizvoll befunden.

[19:09] Aus der beinahe täglich zu verzeichnenden Rubrik "Zum ersten Mal gesehen /gehört /gelesen" heute der spanische Volkstanz Jota.

[18:55] Hochinteressant: Forscher machen sich verdient um den bisher stets gescheiterten Versuch, Insulin über den Magen einzubringen, was die lästige Spritzerei erübrigen würde. In Forschung aktuell gab es dazu gestern einen Beitrag.

[18:06] Seitdem ich meinen Tag beobachte, bemerke ich, wie ich konzentrierter agiere. Zeitkiller wie Twitter und Facebook ließ ich seit vorgestern außen vor. Energetisch verspüre ich einen gewissen Schub. Kurzum, das Tickern macht immensen Spaß.

[17:37] Meine KollegInnen wiederholt mit Hinweisen genervt, weil ein Patient als taubstumm übergeben wurde. Daß es gehörlos heiße und er als Gebärdensprachler durchaus nicht stumm sei, sondern über eine Sprache verfüge, die wir nur nicht verstehen, und es also unfair sei, diese nicht anzuerkennen, sondern die Stummheit aus unserer Sichtweis zu deklarieren.

[17:10] "Die Leiche spricht dafür, daß sie längere Zeit im Wasser gelegen hat." Der Tote ist ein Jugendlicher aus Leisnig, der, nachdem er seit Neujahr vermißt worden war, kürzlich aus der Mulde geborgen wurde und der den klingenden Christian Morgenstern trug. Leichen sprechen offenbar auch bei uns und nicht nur in Navy CIS zu Dr. Mallard.

[16:35] Beim Tagesthemen Gucken je zwei Orangen und Äpfel gegessen, die seit vielen Wochen lagern und zwar schrumpelig, aber zuckersüß waren. Selbst Kollegen raten mir zu mehr Obst und vor allem Licht, weil sie einen ausgesprochenen Vitamin-D-Mangel bei mir befürchten.

[15:40] Vor Nachtdienst 3/5. Tage ohne Alkohol: 1151.

Donnerstag, 7. Februar 2019

[18:56] Im Winter esse ich frisches Gemüse nur sporadisch. Wenn rote Paprika bei Aldi in dieser Woche nur 1,59/kg kostet, ist die Wahl zuungusten von Roter Bete, Gewürzgurken, Perlzwiebeln oder meinen geliebten Mixed Pickles aus der Konserve entschieden.

[18:47] Apropo Zeitmangel und -fresser: Die nötigen Downloads der Audiobeiträge des Deutschlandfunks allein nehmen 20 bis 30 Minuten täglich in Anspruch, ohne daß ich auch nur ein Fitzelchen davon gehört hätte. Weder Facebook noch Twitter habe ich seit zwei Tagen angerührt.

[18:08] Aus Zeitmangel die Recherche nach dem Schauspieler Benny Claessens auf freie Tage verschieben. In der Kulturzeit eben auf ihn gestoßen und beeindruckt.

[18:00] Durch die Kulturzeit auf die Dokumentation "Unanstastbar- Der Kampf um die Menschenrechte" (90 min) gestoßen, noch bis November in der arte-Mediathek abruf/herunterladbar.

[17:15] Liste mit ungewöhnlichen Namen, die mir u.a. in TV-Berichten zugerufen wurden: Benita, Erdmute, von der Aa, Reinherz, Metta, Joshard, Holk (friesische Koseform älterer Namen, die mit "Hold-" oder "Huld-" gebildet wurden = gnädig, dienstbar, treu), Antraud, Efthymia, Arved von zur Mühlen, Altfrid, Gunhild.

[16:37] Noch im Sachsenspiegel ein Bericht über die Buchfalzkünstlerin Carina Hager-Püngel in Jesewitz bei Eilenburg, für die Eselsohren kein Sakrileg sind. Die Buchseiten bleiben erhalten; aus ihnen werden dreidimensionale Bilder gefaltet oder geschnitten. Man kann diese Kunstwerke kaufen.

[16:24] Neben dem MDR-Sachsenspiegel allerlei kurzes Nachgucken im Internet und Bürobestellungen für Station. Kopierpapier geht weg wie warme Semmeln - das Ausdrucken von E-Mails ist beispielsweise Volkssport.

[15:21] Von Kolleginnen erzählt bekommen. Eine Patientin saß am Bettrand bei der Körperpflege, betrachtete die Waschschüssel als großen Kochtopf und warf entsprechende Zutaten hinein und spielte Umrühren.

[15:12] Auf Station ziemlicher Trubel. Nachdem wir in der vergangenen Woche 10 Betten sperren mußten, war der Patientenansturm nicht mehr zu bändigen und die Drosselung wurde seit Montag sukzessive aufgehoben, ohne daß zugleich das reduzierte Personal wiederaufgestockt worden wäre, was für Unmut sorgte. Als ich gestern Abend begann, war die Station sehr gut gefüllt und das Pflegeaufkommen hoch. Als Bonusprogramm in der Nacht die Bespaßung eine demente Patientin, die partout nicht einsehen wollte, daß ihr Krankenhausbett ihr derzeitiger Schlafplatz sei und die es vorzog, zu einem imaginären Treffpunkt zu gelangen, an dem sie ganz bestimmt sehnlichst erwartet würde. Ein typischer, nervenzehrender Fall von "Hasch mich, ich bin der Patient."

[14:57] Wunschtraum: vor einem natürlichen Tod hätte ich gerne ein natürliches Leben.

[14:48] Vor Nachtdienst 2/5. Tage ohne Alkohol: 1150.

Mittwoch, 6. Februar 2019

[19:27] Bei Häftlingen, die arbeiten, werden keine Sozialabgaben abgeführt, so daß Menschen, die sehr lange in Haft bleiben müssen, von Altersarmut bedroht sind, weil ihre Rente dementsprechend niedrig ausfällt. Manche Betriebe lassen gerne im Gefängnis produzieren, eben weil es so preiswert ist. Manche JVAs werben sogar mit den durch Wegfall der Lohnnebenkosten und Sozialleistungen niedrigen Produktionskosten. Aldi Nord + Süd lassen im Knast arbeiten.

[19:00] "Ich habe mich selbständig gemacht." "Und läuft gut?" "Man merkt, daß du nicht mehr dabei bist. Die wischen doch alle nur auf ihrem Handy herum. Keiner geht mehr innen Puff!" ("Die Protokollantin" E03)

[18:46] Eigentlich hätte ich heute Nachmittag zur einer verpflichtenden Dienstberatung nach Grünau auf Station fahren müssen. Mich quälen jedoch wie vor drei Jahren Bauchbeschwerden, die es mir angeraten sein ließen, besser noch zu ruhen, bevor es heute Abend zur ersten von fünf Nachtschichten geht. Das Leben dümpelt dahin, holpriger geht's kaum noch. Ich sollte das Feature über das Jammern nochmal hören.

[16:25] Eben in einer Werbung für Hämorhoidalsalbe das Wort Medizinaltüchlein vernommen. Medizinaltüchlein... Ich werd' nicht mehr.

[10:44] "Rotes, feines Steinzeug" war die Vorstufe zum weißen Porzellan in Meißen, geschaffen durch den Alchimisten Johann Friedrich Böttger und demzufolge auch Böttgersteinzeug genannt. Die Rezeptur ging verloren. Nach dem WWI wurde in Meißen das braune Steinzeug wieder hergestellt. Künstler wie Ernst Barlach wurden für die Plastiken gewonnen. Zudem wurden Münzen gefertigt, die 1921 sogar Zahlungsmittel waren.

[0:21] Künstliche Intelligenz in der Literatur? Mit der Software "Qualifiction" wurde ein Algorithmus entwickelt, mit dem Manuskripte untersucht werden können, um gewissermaßen vorhersagen zu können, ob ein Text erfolgreich sein könnte. Lektoren beispielsweise hätten eine Handhabe, in welche Manuskripte sie noch hineinsehen sollten.

[0:14] Vor Nachtdienst 1/5. Tage ohne Alkohol: 1149.

Dienstag, 5. Februar 2019

[21:45] Äbtissin: "Schwester Gundula ist eher schlichten Gemüts." Cellerarin: "Sie ist dumm wie ein Meter Waldweg." (Wilsberg E64 - "Gottes Werk und Satans Kohle")

[21:11] "Folgen Sie ihr und finden Sie heraus, wohin sie will. Für eine Flasche Scotch und eine warme Mahlzeit." "Sie hatten mich schon beim Scotch, Hochwürden!" (Father Brown S06E02)

[17:30] Ein Beispiel für Verarsche ist die Tatsache, daß mein Lieblingsmagazin Euromaxx nun nicht mehr montags bis freitags ausgestrahlt, sondern auf einmal wöchentlich reduziert wird. Verkauft wird einem diese Drosselung mit "Ab Februar wird bei uns einiges anders." Ja, die Frequenz, ihr Spacken!

[9:11] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 1148 = 164 Wochen.

Montag, 4. Februar 2019

[20:10] "Sie kennen mich doch! Mich! Mehr als drei Leute im Raum, schon gründe ich 'n Schwarzmarkt." (Doctor Who S10E12 - Der Doctor fällt)

[16:48] Haha, der Discounter "Mere", von dem ich hier mehrfach berichtete und der erst vor einigen Tagen eröffnete, hat heute und morgen wegen Lieferschwierigkeiten geschlossen.

[16:41] "Worüber sind Sie noch bereit, die Unwahrheit zu sagen." (River S01E06)

[16:40] Die jüngste Lange Nacht des Deutschlandfunks wurde von Elke Heidenreich und Sven Regener bestritten (Audio).

[5:00] Freier Tag 2/3. Tage ohne Alkohol: 1147.

Samstag, 2. Februar 2019

[17:17] Ich suche Fachbegriffe für zwei Szenarien. 1. Man tut etwas, räumt etwa den Einkauf in den Kühlschrank und sagt dabei: "So, jetzt noch die Gurke ins Gemüsefach, das Fleisch obenhin, dann koche ich mir erst einmal 'nen Kaffee." 2. Person spricht, etwa um Frust abzulassen, in den Raum, ohne jemanden konkret anzureden, aber doch mit der Intention, gehört zu werden, d.h. einen Inhalt zu Gehör zu bringen. Paßt zu einem dieser Szenarien der Begriff "performatives Sprechen"?

[16:52] Eine meiner allerliebsten Filmszenen.

[16:00] Retweet: "Ich gehe mit dir bis ans Ende dieser Welt!" "INS SAARLAND?!"

[15:59] Retweet: Wir empfehlen als sicheres Passwort „GenerellesTempolimit“. Da wagt sich in Deutschland niemand dran.

[15:58] Retweet: Es gibt zwei Möglichkeiten, in Berlin eine Strecke von zehn Kilometern innerhalb von zweieinhalb Stunden zurück zu legen. Kriechend mit drei Promille, oder fahrend mit dem Auto.

[15:57] Retweet: In der Schule werden ja nur Bücher von verstorbenen Autoren gelesen, damit die nicht hinterher sagen können, haha, nein, DAS habe ich damit eigentlich nicht gemeint.

[15:56] Retweet: Arzt: Wann ging es mit dem Frustessen los? / Ich: Eventuell so 1967/68. / Arzt: Sie sind 1966 geboren / Ich: Dann 1966.

[15:55] Retweet: "Mama, warum ist Wasser flüssig?" - Bei der Geburt habe ich wohl im Delirium einen Arbeitsvertrag als Lexikon unterschrieben.

[15:54] Retweet: Ab wieviel Zentimeter Schminkschicht kann man Kopfhörer Kabel unter Putz verlegen?

[15:53] Retweet: Sind wir mal ehrlich, wir vermissen alle eine Person, die uns nicht vermisst.

[15:52] Retweet: Immer die Angst, wenn man über einen Weidezaun steigt, dass man danach auf Elektroschocks im Schritt steht und man vor dem Sex immer die Autobatterie ins Schlafzimmer schleppen muss.

[15:50] Vor Nachtdienst 3/3. Tage ohne Alkohol: 1145.

Freitag, 1. Februar 2019

[19:02] Meine miese Laune ist hart antrainiert.
dias064

[19:01] Das Rotkäppchen-Bild geht gerade ab wie Schmidts Katze.

[19:00] Vorm gestrigen Nachtdienst mit Spätdienstkolleginnen.
2bd

[18:59] Vor Nachtdienst 2/3. Tage ohne Alkohol: 1144.

Donnerstag, 31. Januar 2019

[17:36] "Oh, du hast einen Staubsaugerroboter?" "Nein." "Dann tragen die Ameisen das Waffeleisen raus."

[17:33] Retweet: Ich liege nackt im Bett und esse Obst. Im 16. Jahrhundert wäre ich gemalt worden.

[17:00] In der frühen DDR gab es 1950 eine Kartoffelkäferplage, für die man die USA verantwortlich machte. "Viele Hände greifen zu und nehmen aktiv am Kampf gegen den Amikäfer teil, wie ihn die Bevölkerung zu nennen beginnt." Bertold Brecht schrieb dann in seinem Gedicht 'Die Ammiflieger": "Die Ammikäfer fliegen/ silbrig im Himmelszelt/ Kartoffelkäfer liegen/ in deutschem Feld." In der Nazizeit hatte man, sobald ein Käfer entdeckt wurde, die Polizei zu informieren; es gab einen Kartoffelkäfer- Abwehrdienst (KAD), in dessen Kartoffelkäfer-Fibel stand: "Sei ein Kämpfer, sei kein Schläfer, acht’ auf den Kartoffelkäfer! Wo du wohnst, das bleibt sich gleich, denn er droht dem ganzen Reich. Zeig im Kampfe stets Bewährung! Sichre unsres Volks Ernährung! Hilf, dass man in deutschen Gauen weiter kann Kartoffeln bauen." Andererseits gab es seit dem Ersten Weltkrieg Pläne, den Schädling als Biowaffe einzusetzen. - In der DDR mußten Schulkinder bis in die 60er Jahre hinein regelmäßig zu Sammelaktionen aufs Feld. Auch für Ostflüchtlinge wurde der Begriff "Kartoffelkäfer" benutzt. Als Reaktion auf die ostdeutschen Berichte über die angeblichen Kartoffelkäferabwürfe durch "USA-Gangsterstrategen des Kalten Krieges" im Mai 1950 warf man per Ballon Pappkäfer ab, auf denen politische Sprüche gedruckt waren und ein "F" auf der Rückseite, das nicht für "Falschmeldung" stand, sondern für "Freiheit".

[15:18] Es gibt Coffee-to-go-Becher aus Porzellan. Ich sah in einem Euromaxx-Bericht deren Fertigung und Vermarktung durch die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM). Für Tolpatsche wie mich, die ständig bemüht sind, nicht irgendwo gegenzulaufen oder über Kanten und Bordsteine zu stolpern, sicherlich keine ratsame Anschaffung.

[15:05] Vor Nachtdienst 1/3. Tage ohne Alkohol: 1143. Eine kleine Verschiebung des ansonsten sehr stabilen Dienstrhythmus. Ich gehe nach nur drei Nachtschichten am Sonntag früh raus und dafür in der Folgewoche bereits am Mittwochabend für fünf Nächte rein.

Mittwoch, 30. Januar 2019

[21:40] Ich bin beeindruckt. In der Krimifolge der Stralsund-Serie wird eine Frau auf einer Onkologie gezeigt, die offenbar einen ordentlichen Port hat, in den eine Infusion tropft, die tatsächlich nach einem Chemotherapeutikum aussieht. Für einen Film, der keine Krankenhausserie darstellt, eine tolle Sorgfalt. Naja, abgesehen von der Tatsache, daß dann ein Infusiomat angeschlossen sein müßte; stattdessen läuft die Chemo über Schwerkraft, was nur in eine periphere Vene gestattet ist. Insofern etwas kurzatmige fachliche Präzision.

[21:03] "Wann hast du das letzte Mal in das Gesicht eines Menschen geschaut?" "Gerade eben, aber es war wieder mal mit keinem Erkenntnisgewinn verbunden." (Stralsund - Schattenlinien)

[13:13] 130 internationale Forscher haben eine Erklärung zur Zukunft des Lesens abgegeben.

[13:00] Ein katholischer Priester auf unserer Station besitzt Seltenheitswert. Als Patient sowieso. Die Wahrscheinlichkeit ist denkbar gering. Als Besucher beziehungsweise gerufener Seelsorger allerdings auch. Letztens kam einer und wurde spaßeshalber gefragt, ob er eventuell bei einem Patienten den neu implantierten Herzschrittmacher mit Weihwasser segnen würde. Den Scherz verstand er aber nicht.

[10:38]Einer der Musikgötter meiner Jugend

[10:37] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 1142.

Dienstag, 29. Januar 2019

[21:48] Die Dokumentation Buchenwald - Heldenmythos und Lagerwirklichkeit "entfernt sich von der Heldensaga und dem Mythos, der in 'Nackt unter Wölfen' zementiert wurde und rekonstruiert eine andere Lagerwirklichkeit."

[21:14] "Kann ich vielleicht mit jemandem reden, der nicht mit einer schwimmenden Tür in dieses Land gekommen ist? (Family Guy - Die unglaubliche Geschichte des Stewie Griffin)

[17:47] Inspector Barnaby hat es bereits auf 19 Staffeln geschafft. Ich habe alle Folgen gesehen, wobei beim Festplattencrash vor einigen Jahren leider meine mühsam erstellte Übersicht verloren ging. Gerade gucke ich S19EO5 - "Stolz, Mord und Vorurteil", wo bereits im Titel spitzbübig Jane Austen hervorlugt. Es hat lange gedauert, bis man sich an den neuen DCI gewöhnt hat, der in S13E08 eingeführt wurde.

[17:04] Der russische Discounter Torgservis hat offenbar heute seine erste Filiale unter dem Namen "mere" (rumänisch für Apfel) in Leipzig eröffnet. Fürs Navigationsgerät: Tauchaer Str. 260, 04349 Leipzig. Keine Regale - alles Paletti sozusagen. Das Leipzig Fernsehen war bereits dort.

[9:28] Ein 54-minütiges Feature über das Jammern. Apropo: VIEL zu kurz...

[9:27] Freier Tag 2/3. Tage ohne Alkohol: 1141 = 163 Wochen.

Donnerstag, 24. Januar 2019

[19:22] Am Rosental rund um den unter Denkmalschutz stehenden Turm der ehemaligen Propsteikirche sollen 87 Wohnungen in 4 Wohnhäusern entstehen. Als Jugendlicher in meiner frommen Phase ging ich mehrmals wöchentlich dort zur Abendmesse um 18 Uhr. Der Abriß der erst Anfang der 80er Jahre geweihten Kirche vor einigen Jahren war mir nicht gleichgültig. Vielleicht sollte ich in eines der nun entstehenden Wohnungen ziehen? Sehr zentrumsnah, und mein Arbeitsweg halbierte sich!

[18:54] Frauen machten immer schon Musik: die Geschichte (29 min) der Damenkapellen. / Gedruckte Dokumente - Warum wir immer noch auf Papier stehen. / Feature über einen Biobauern, der 150 Kartffelsorten züchtet. / Bücherwürmer in Bangalore - Streifzug durch die indische Buchszene / Schwach im Skript, gut bei den Darstellern - die 3. Staffel von 'True Detective'.

[14:55] "Ganz oben - Die diskrete Welt der Superreichen" ist ein Dokumentarfilm über die Welt der Milliardäre hierzulande. Florian Opitz sagte im Interview, wie verschlossen sie ist. Während die Reichen in Rußland eher zu Protz neigen und in Amerika Reichtum als Ergebnis harter Arbeit gewürdigt und anerkannt ist, leben Milliardäre in Deutscheland unter dem Radar, um einer ständigen Neiddebatte zu entkommen.

[5:41] Yadegar Asisi schuf 360°-Panoramem zu und über Amazonien, Dresden (Barock + 1945), Berliner Mauer, Rom, Leipzig 1813, Everest, Pergamon u.a. Unter dem Titel "Carolas Garten - Ein Paradies auf Erden" eröffnet Ende Januar im Leipziger Panometer sein neues rund um den Schreber/Kleingarten.

[5:40] Vor Nachtdienst 1/4. Tage ohne Alkohol: 1136.

Mittwoch, 23. Januar 2019

[19:00] Winterzeit ist Noro-Zeit, denn der Virus liebt die Kälte. Eine Infektion verläuft anfangs ziemlich dramatisch. Selbst kontinente Patienten können neben der Fassung auch die eine oder andere Ausscheidung verlieren, und zwar unkontrolliert. Darum sind Inkontinenzmaterialien solch eine tolle Erfindung. Letztens klingelte, gerade als ich meinen Nachtdienst begonnen hatte, ein Patient, dem gerade aufgefallen war, daß ihm noch keine "wasserdichte Hose" umgelegt worden ist.

[16:42] DieKanon ist der Versuch eines alternativen Kanons für viele Bereiche wie Kunst, Literatur, Musik, Technik und Theorie. Die Kanon ist weiblich, ein Gegenentwurf und also per se alternativ.

[16:42] Yoga ist nicht zwangsläufig mit sphärischen Klängen und Stille verbunden. Die Norddeutsche Saskia Thode erfand das Metal-Yoga und trat damit in Wacken auf.

[14:20] Gestern stieß ich auf eine alte Daten-CD, auf der sich noch zwei Versionen des Leipziger Bücherlei von 2006 befinden. Ich glaubte alle Archive verloren, nachdem mir vor zirka 3 Jahren meine Festplatte gecrashed war. Auch wenn ich nichts mehr bearbeite und schon gar nicht erweitere, nehme ich doch einige wenige der damaligen Rubriken nochmal online, die ich auf der Übersichtsseite als Archiv markiere. Beispielsweise ist an der ausufernden Bibliografie seit dreizehn Jahren kein Fitzelchen mehr gemacht worden. Auch die uralte Hermann-Hesse-Seite hat sich wieder angefunden. Bei dem ebenso alten Fragebogen und den Fragen zur Bücherliebe könnte ich glatt wehmütig werden.

[14:19] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 1135.

Dienstag, 22. Januar 2019

[19:25] Allzugern würde ich wissen, auf wievielen Grabsteinen mittlerweile ein "Ich bin dann mal weg" eingraviert ist.

[18:00] Hallo, ich bin Krankenpfleger. Sie kennen mich vielleicht aus Filmen wie "120/80 - Ist das gut?", "Ich habe nicht geklingelt!" und "Was machen Sie in meinem Wohnzimmer?".

[17:53] Retweet: Hallo, ich bin Auszubildender in der Altenpflege. Sie kennen mich vielleicht durch meine größen Hits "Ich hasse Merci", "Du brauchst mir nicht sagen, dass du den Job nicht machen könntest" und "Mein Schlafrythmus ist total im Arsch".

[17:52] Retweet: Hi, ich habe Depressionen. Sie kennen mich durch Antworten wie "Ich reiße mich ab jetzt zusammen und bin ja auch selbst Schuld.", "Ab jetzt denke ich einfach positiv.", "Danke für den Tipp mit der frischen Luft." und "Stimmt, andere sind schlimmer dran."

[17:51] Retweet: Hi, ich bin Bibliothekar. Sie kennen mich aus keinen Filmen, weil die Bücher immer besser sind!

[17:50] Retweet: Hi, ich bin übergewichtig! Sie kennen mich aus Filmen wie "Du könntest richtig gut aussehen", "Die Dicke sollte in der Öffentlichkeit nicht essen", "Ein bisschen Disziplin würde dir auch nicht schaden!" und "Hi, kannst du mir deine Freundin vorstellen?"

[17:44] Das ist kein graues Schamhhaar. Das sind Spinnenweben.

[17:00] "Einsam macht / Gedanken und Gefühle nicht teilen zu können. / Einsam macht / Ohne Empfänger zu sein / Der verstehend und inspirierend antwortet." - Bei Claudias Klinger (Was einsam macht) kommentiert: "Ich wiederum hatte das kleine Gedicht nicht vorrangig mit Online-Dingen in Verbindung gebracht, sondern mit der Resonanzlosigkeit, mit der man im Rest des Daseins zurechtkommen muß. Aus Mangel an Alternativen, z.B. einem interessanten Leben mit interessanten Partnern und Freunden, nutzt der einsame Mensch wie ich das, was er hat, überstrapaziert es und wundert sich, warum die anderen mit ihren vielfältigen Aktivitäten nicht dergleichen tun und einen scheinbar links liegen lassen. Und dann leidet man am fehlenden Feedback auf Tweets, WhatsApps usw. Als ich 2001 anfing zu bloggen, kommentierte ich auch viel bei anderen. Nur ist es tatsächlich so, daß ich irgendwann den Eindruck hatte, alles mehrfach gesagt zu haben und mich zu wiederholen. Das Gefühl des Hamsterrades, der Sättigung oder des Fertigseins."

[6:37] "Diese Mönche sind wirklich eine verschworene Gemeinschaft. Ich habe ein bißchen übertrieben und mit U-Haft gedroht, aber mit Zellen kannst du sie nicht wirklich beeindrucken." (Soko Wismar S13E11)

[6:22] Ich sorgte mal wieder für Augenrollen auf Station. Seitdem man im Personenstand ein drittes Geschlecht angeben kann, frage ich mich, ob und wann auch auf dem Totenschein ein drittes Kreuz neben "männlich" und "weiblich" auftauchen wird.

[4:00] Freier Tag 2/3. Tage ohne Alkohol: 1134 = 162 Wochen.

Donnerstag, 17. Januar 2019

[20:00] Bei der Hausärztin noch den langwierigen Infekt durchgekaut und eine Überweisung zum HNO-Arzt mitgenommen, der sich Hals & Kehlkopf mal ansehen soll. Der Stoffwechsel (bei Typ-2-Diabetes) auch grenzwertig und für Stirnrunzeln beim Therapeuten sorgend, und Schmerzen im Knie bzw. an der Tibia seit zwei Tagen nur mal erwähnt und noch ohne Therapieoptionen, von der Empfehlung regelmäßiger Voltareneinreibungen abgesehen.

[19:53] Der Tag ist sowas von für die Katz'! Zum einen verschlief ich bis weit über Mittag hinaus alle Chancen, einen normalen Ablauf eines Tages, wie ihn jeder normale Mensch kennt, hinzukriegen. Zum anderen geisterte im Kopf der Quartals-Hausartzttermin um 17.30 Uhr herum, verbunden mit allerlei Skrupeln und Aufregung. Und dann saß ich bis 18.30 Uhr wartend in der Sprechsstunde, war dann 5 Minuten drin und 19.05 Uhr nach einem Einkauf (Brötchen für die Nachtwache) zuhause, wo ich bei einem Kaffee noch ein Westart-Kulturmagazin von Oktober guckte und nun, bis ich zur Straßenbahn los muß, noch ein paar Kulturpresseschauen des Deutschlandfunks nachschiebe. Alles, was einem, zusammengenommen, die Laune verdirbt, weil nichts so richtig durchgängig genossen werden konnte, nichts ohne innere Unruhe vonstatten ging. Ein ganz normaler Donnerstag eben, wie immer, wenn nach drei freien Tage der erste Nachtdienst dräut.

[15:39] "Die Pflege ist in betriebswirtschaftlicher Hinsicht eines Krankenhauses der Feind, der operierende Arzt der Freund." - Da ich beim Ansehen meiner Politik- und Kurlturjournale hoffnungslos im Rückstand bin, stieß ich eben erst auf den Dokumentarfilm "Der markgerechte Patient", auf den ich wohl warten muß, bis er mal in einer Mediathek oder bei Youtube auftaucht. Die öffentliche Vorführung in Leipzig im November verpaßte ich, wie ich gerade sehe.

[14:50] Hab ich gestern doch glatt den Tag des Nichts verpaßt bzw. unbewußt gewürdigt, indem ich das tat, was ich eigentlich immer tue: nichts. Es ließe sich freilich auch auf den 30. April warten, den Tag der Stille.

[14:49] Vor Nachtdienst 1/4. Tage ohne Alkohol: 1129.

Mittwoch, 16. Januar 2019

[19:23] Da ich heute Energie und Lust auf zwei autobiografische Notate hatte, nehme ich sie wieder online.

[18:57] Im Konsum in Kleinwölkau bekam man einmal wöchentlich am Liefertag Ur-Krostitzer Helles, nach dem man in Leipzig, wenn man keine Beziehungen hatte, vergeblich dürsten mußte. Krostitz ist nur wenige Kilometer von Wölkau entfernt und war sozusagen natürliches Habitat der Ur-Krostitz-Biertrinker. Freilich mußte man am Liefertag beizeiten Schlange stehen, denn die Einwohner kamen mit ihren Wagen an, um kästenweise ihren Wochenvorrat abzuholen. Doch meiner Oma mangelte es nie an ihrem Bier. Da sie durch einen Klumpfuß körperlich gehandicapt war, halfen ihr oft andere, vorzüglich die evangelische Katechetin, die im selben Jahrhunderte alten Pfarrhaus lebte und über Jahrzehnte hinweg quasi eine Art Lebensgemeinschaft mit ihr hatte; denn man sah sich zigmal am Tag, betete zuweilen sogar zusammen, half sich, tauschte sich aus. Diese motorisierte Katechetin besorgte immer wieder Einkäufe. Vor ihr wirkte noch ein Pastor im Ort, der mit seiner Familie im Pfarrhaus wohnte. Dessen Klo im Haus war uns verwehrt; wir mußten quer über den Hof ins Gartenplumpsklo gehen, eine Herausforderung für mich als Kleinkind, wenn man sich mit Taschenlampe behelfen mußte und sowieso Angst vor allen Geräuschen und noch viel mehr vor den Spinnen hatte. Fließend Wasser gab es erst Mitte der 80er! Bis dahin wurde mit Wassereimer hantiert und Wasser von einer Pumpe im Hof geholt. In den Abwassereimer pinkelte man des Nachts. Nach dem Pastor kam, wie gesagt die Katechetin, und Wölkau gehörte fortan zur Kirchgemeinde Krippehna, wo Pfarrer Friedemann Steiger wirkte, den ich als imposanten Mann in Erinnerung habe; man begegnete sich logischerweise regelmäßig, wenn man in einem Pfarrhaus lebte und die Kirche nur 20 Schritte entfernt ist. Bei dieser handelt es sich um die so genannte Gellertkirche, die aus dem 12. Jahrhundert stammt. "Hier hatten die Superintendenten des Kirchenkreises Eilenburg über Jahrzehnte ihren Sitz, da es hier das meiste Pfarrland und somit das beste Gehalt gab. Der Dichter Christian Fürchtegott Gellert hielt sich einige Male im Pfarrgarten Großwölkau auf." Der Pfarrgarten, das große Grundstück, war bis in mein Erwachsenenleben hinein ein Ort der Freude, der Erholung, der Entspannung. 1994 verbrachte ich als 28-Jähriger einen schier nie enden wollenden Urlaub dort und las rund ein Dutzend Bücher im Garten, der mir als Kind auch durch Himbeerorgien zusagte und heute leider verwildert ist.

[11:37] Meine halbe Kindheit verbrachte ich bei meiner Oma auf dem Dorf. An ein Detail erinnerte ich mich eben. Zum Frühstück gab es für mich Muckefuck (im nu) und zwei Brötchen. Selbstgemachte Marmelade gab es zwei Sorten. Obst aus dem Garten wurde eingekocht und zu Marmelade verarbeitet. Stachelbeeren, Erdbeeren, rote und schwarze Johannesbeeren, Kirschen, Aprikosen. Die Besonderheit bestand darin, daß meine Oma als mittleren Aufstrich keine Butter oder Margarine nahm, sondern Quark. Meine gesamte Kindheit hindurch genoß ich also die spezielle Frische eines Quark-Marmelade- Brötchens. Daß man zum Frühstück auch anderes essen kann als Süßes, lernte ich erst als Jugendlicher, wenn wir mit der "Jugend" (Kirche) auf Reisen waren. Die Brötchen waren nicht täglich frisch, sondern entweder aus dem Dorfkonsum oder vom Bäcker, die sich beiden im entfernteren Dorfteil (Kleinwölkau) befanden und erradelt werden mußten. In Großwölkau selbst gab es zu meiner Zeit nur, als ich Kleinkind war, ein Tante-Emma-Laden bei einem Bauern, der von zwei Frauen geführt wurden. Das wirkte heute wohl allzu klischeehaft: winziger Verkaufsraum, die Frauen mit dem Bleistift hinter dem Ohr, die Rechnung auf dem Zettel geführt, Bonbons aus dem Glas, Enten und Hühner auf dem Hof. Kurzum, herrliche Erinnerungen.

[11:03] Der Weimarer Tatort ist in seiner Skurrilität graduell kaum vom Münsteraner zu unterscheiden. Mittlerweile mir genauso lieb wie dieser. Die Kommissarin Dorn telefoniert mit ihrer Schwiegermutter und würgt das nervige Gespräche wie folgt ab: "Ja du, ich muß Schluß machen. Die Anna-Amalia brennt schon wieder." (Tatort E1078: Der höllische Heinz)

[10:52] "Der alte Weber. Ich erinnere mich. Parteikader... Der hat dem Bezirkssekretär die Rosette gelutscht." (Tatort E1078: Der höllische Heinz)

[9:48] Der Lipsi - das "Kind der leichten Muse" - ist 60 Jahre alt geworden und sicher nur noch älteren Semestern in Erinnerung. Als von der Messestadt Leipzig ausgehende Kuriosität der DDR aber allemal erinnerunsgwürdig. Die Tanzschule Seifert, hier allen ein Begriff, feiert heuer seinen 100. Geburtstag. Übrigens war ich wohl einer der wenigen, wenn nicht der einzige aus meiner Klasse, der nie Tanzstunden genommen hat.

[8:53] Wenn der Abfluß mal verstopft ist... oder du aus irgendeinem Grund einen Handwerker rufen mußt: "Ein fremder Mensch wird deine Wohnung betreten und sich über unbestimmte Zeit in deinen Privaträumen aufhalten. Noch dazu wird er - oder sie - anstrengende Arbeit verrichten, du wirst zitternd daneben stehen und nicht wissen, wie du dich verhalten sollst. Musst du wirklich andächtig in der Nähe bleiben, für den Fall, dass du ihm irgendwie behilflich sein musst? Könntest du das überhaupt? Will der das? Störst du? Fühlt der sich beobachtet? Will der was trinken? Bist du ein Kontrollfreak? Kriegst du gleich Schimpfe?"

[8:28] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 1128 = 37 Monate.

Dienstag, 15. Januar 2019

[20:25] In meinem Supersonderladen ein Kuriosum entdeckt. Gouda-Scheibenkäse in Form eines Weihnachtsbaumes in einer 150-g-Packung. Nur weil sich einer den Spaß erlaubt hat, den Käse in solch eine Form zu bringen, wird er jetzt verramscht; denn die Packung bekam ich für 50ct. Ein anderes Schnäppchen war Emmentaler Käse, den es bekanntlich im Supermarkt für EUR 2,69 pro 400-g-Packung gibt. Ich bekam in meinen Lieblingsladen 2 x 400 g für zusammen EUR 2,20.

[19:21] In der Serie "Ein Wunder" geraten anhand einer Blut weinenden Marienstatue immer mehr Menschen in deren Bann. Die Serie gibt es auf arte. Wenn man den Lorbeeren glaubt, die in den Medien verteilt werden, lohnt sie sich. "Letztlich gehe es in der Geschichte um die Suche nach Spiritualität in einer Gesellschaft, die keine Werte mehr kennt." Dank der Zusammenarbeit des Tools "MediathekView" mit dem JDownloader habe ich die acht Folgen der Miniserie ruckzuck auf der Festplatte.

[19:04] Obdachlosigkeit ist ein komplexes Problem mit vielen Aspekten.

[13:49] In "The Handmaide's Tale" nennt man Homosexuelle Geschlechtsverräter. Ich liebe die umständliche Sprache, die das Groteske dieser Diktatur unterstreichen soll. "Ihr habt euch sicher viel zu erzählen!" "Uns wurde gutes Wetter gesandt." "Ja, das ist wahr. Lob sei dem Herrn!"

[12:39] Nach dem Nachfolger "Die verschwundene Familie" mit Heino Ferch und Barbara Auer sah ich gestern "Tod eines Mädchens" von 2015, das noch mehr an die britische Serie "Broadchurch" erinnert. Eine wirklich gelungene deutsche Produktion mit ähnlich schleppendem Erzählfluß, den man aus Serien wie "True Detective" und "The Handmaide's Tale" kennt und an den man sich erst gewohnen mußte. Der ZDF-Zweiteiler ist bis Juni in der Mediathek abrufbar bzw. herunterladbar ist.

[12:19] Die dritte Staffel "True Detective" ist angelaufen. Glaubt man den ersten Einschätzungen, darf man sich darauf freuen, daß die Schlappe der zweiten überwunden ist und an die starke und stilbildende erste angeknüpft wird. Ich jedenfalls freue mich wie Bolle, warte mit dem Anschauen jedoch auf alle Episoden; denn Binge Watching ist ja das neue Ding und im Fall einer solch suggestiven Serie sicher nicht die schlechteste Idee.

[12:11] Neue Entwicklung in Sachen Torgservis, des russischen Discounters, der in Ostdeutschland Fuß fassen will und sich als Konkurrenz zu Lidl und Aldi sieht. Der Umbau für die erste Filiale in Leipzig ist noch gar nicht abgeschlossen, da plant die Kette bereits eine zweite in Zwickau. Offenbar hat man sich auf den Namen "mere" einigen können.

[12:05] Freier Tag 2/3. Tage ohne Alkohol: 1127 = 161 Wochen.

Montag, 14. Januar 2019

[19:57] Die katholische Kirche hält an Latein als ihrer Sprache fest und erfindet (mp3) auch ständig neue Wörter, um aktuelle und moderne Geschehnisse und Gegebenheiten ausdrücken zu können. Einige Wörter: "instrumentum computatorium" (Computer), "litterae electronicae" (E-Mail), "lampada electrica" (Glühbirne), "acetaria aringorum" (Heringssalat), "tabernae potoriae minister" (Barkeeper), "puerorum amans" (Pädophilie). Die dafür zuständige vatikanische Kommission nennt sich Pontificia Academia Latinitas.

[16:12] Neue Mauern (mp3 / 30 min) in der Festung Europa. "Ein Essay über den Bewusstseinswandel der Menschen, Gedanken über Beton und Stahl und die Radikalisierung unserer Rhetorik."

[15:59] Nach Nachtdienst 4/4 = Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 1126.

Sonntag, 13. Januar 2019

[16:20] Vor Nachtdienst 4/4. Tage ohne Alkohol: 1125.

Donnerstag, 10. Januar 2019

[13:11] Eigentlich soll man nicht mit Essen spielen. Diverse Künstler taten es dennoch und kreierten mit ihrem Fotobuch "Bauschmaus" ein "kulinarisch-architektonisches Rätselbuch".

[12:53] Sammelsurium: Interview mit Dietmar Dath: Frankenstein heute - Künstliche Intelligenz / Eine Kulturgeschichte des Dienens (29 min) / Das Magazin "Zeitfragen" über den Januaraufstand (20 min) 1919 / Los Angeles und/oder San Francisco? (25 min) / Wissenschaftliche Edition der Reden Hitlers. / Wissenschaftsmeldungen / Medienglosse: Ribérys saftiges Steak-Posting. / Schlafstörung ist nicht gleich Schlafstörung. / Gespräch mit Harald Schmidt über die Zukunft des Fernsehens.

[12:52] Eine Diskussion zum Thema Pflegenotstand (68 min) innerhalb der Sendereihe Länderzeit des Deutschlandradios.

[10:54] Vor Nachtdienst 1/4. Tage ohne Alkohol: 1122.

Mittwoch, 9. Januar 2019

[18:46] "Ich habe mich nicht mit Ihnen gelangweilt" ist vielleicht auch nicht das schlechteste Kompliment.

[18:24] Die arte-Mediathek hält fünf frühe Filme von Alfred Hitchcock bereit: "Der Weltmeister" (1927), "Der Mann von der Insel Man" (1929), "Erpressung" (1929), "Mord - Sir John greift ein!" (1930) und "Endlich sind wir reich" (1931).

[18:00] Der ZDF- Zweiteiler "Die verschwundene Familie" nimmt Anleihen an der überaus erfolgreichen britischen Serie "Broadchurch", von der ich zwei der drei Staffeln bereits gesehen habe. Ein von einer Klippe gestürzter Toter, dessen Ehefrau und Tochter spurlos verschwunden sind, zwei Ermittler, die sich zoffen, eine kleine Gemeinde mit vielen Geheimnissen. Die Ermittlerin (Barbara Auer) ist ebenso wie im britischen Pendant eine Nachbarin der Familie, die im Fokus des Dramas steht. Als Drehort für das fiktive Nordholm gilt das Städtchen Lütjenburg bei Plön in Schleswig-Holstein.

[14:54] "Laut der Wikipedia ist die Komfortzone (...) nur ein Begriff der Populärpsychologie, das ist schon einmal eine wunderschöne Begriffsbeleidigung, die nicht in jeder Fachrichtung klappt." (Maximillian Buddenbohm)

[13:55] Herrlich verschrobene Momente beim Schweiz-Tatort "Friss oder stirb" (E1077). Der Geißelnehmer fordert eine sechsstellige Summe von seinem ehemaligen Arbeitgeber als Ersatz für den Verdienstausfall bis zur Rente in 20 Jahren. Dieser rechnet diese Summe kaltblütig um die Inflation für diesen Zeitraum auf. Zweitens der vom gefangen gehaltenen Kommissar abgesetzte Notruf an die für die Alarmanlage zustände Sicherheitsfirma, die zunächst einmal, genervt von den dauernden, von Vögeln verursachten Alarmen, das Paßwort verlangt.

[12:07] Als ich am Samstag früh auf die heimwärtige S-Bahn um 6.27 Uhr wartete, saßen da zwei junge Leute, die, wie ich ihrem Gespräch ablauschen konnte, in einem Escape-Room waren. Just am Tag zuvor waren in Polen fünf junge Mädchen bei einem solchen Spiel ums Lebens gekommen. So nach und nach merke ich mein Alter doch. Ich kenne weder die heutigen Schauspielstars noch die angesagten Musiker und schon gar nicht die Influencer und durch Youtube bekannt Gewordenen. Und daß das Alter dabei eine Rolle spielen muß, merkt man daran, wie egal einem das inzwischen ist. Musikalisch prägten mich die 70er, obwohl ich meine Pubertätsjahre in den 80ern verlebte, die mir größtenteils aber auf den Sack gingen. Der ganze Synthie-Pop war nichts für mich. Erst später entwickelte sich eine Art Reminiszenz, die mich die damalige Musik JETZT gar nicht so übel finden läßt, so daß ich heute Youtube auch bemühe, um Depeche Mode & Co zu hören. Jedoch fehlt mir zur Musik der Jetztzeit absolut der Draht und läßt mich leiden, wenn ich mit jungen Kolleginnen Dienst habe und sie über das nächtliche Radioprogramm verfügen.

[10:06] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 1121.

Dienstag, 8. Januar 2019

[18:03] "Die Liberalen haben einen Zustand erreicht, den Rettungskräfte 'Stabile Seitenlage" nennen." (Berliner Morgenpost)

[10:31] Freier Tag 2/3. Tage ohne Alkohol: 1120 = 160 Wochen.

Montag, 7. Januar 2019

[20:00] "Die Bibel? Staller, wenn Sie darin nach Mordmotiven suchen, kommen Sie aus dem Ermitteln nicht mehr raus." (Hubert und Staller: Die letzte Ruhe)

[19:54] "Zyankali ist Blausäure, die sich an's Hämoglobin bindet und die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn abschneidet." "Da bräuchte man bei Hansi gar kein Gift." (Hubert und Staller: Die letzte Ruhe)

[15:55] Ein ganz scheußliches und trauriges Vorkommnis. Das Kind wurde in unserer Notaufnahme vergeblich reanimiert. Der gut zwei Dutzend umfassende Familienclan (Sinti und/oder Roma, angeblich aus Frankreich) verursachte immense Aufregung und Irritation sowohl bei den Patienten als auch beim Personal. Die Polizei mußte schließlich für Ruhe sorgen. Auf Facebook wurde diskutiert, ob es ratsam war, daß die Familie selbst das verletzte Kind zu uns brachte. Der Rettungsdienst hätte zumindest gewußt, daß man ein verletztes Kind mit Polytrauma in die Notfallaufnahme des Diakonissenkrankenhauses fährt und nicht zu uns nach Grünau.

[15:45] Nach Nachtdienst 2/2 = Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 1119.

Sonntag, 6. Januar 2019

[18:15] Auf der Nachbarstation fängt demnächst eine Dauernachtwache an, so wie ich seit 2012 Dauernachtwache für unsere Station bin. Hintergrund ist, daß neuerdings auch auf einer Kardiologie zwei Nachtdienste besetzt sein müssen. Eine Erleichterung für die Kollegen nebenan, mit denen ich jahrelang zusammen arbeitete, weil durch mehrere Umstrukturierungen seit 2012 die Kollegschaften durcheinandergewirbelt wurden und wir zeitweise gar eine einzige Riesenstation mit 72 Betten waren. Wir sind uns alles in allem enger verbunden. Mit einigen KollegInnen arbeite ist seit den 90er Jahren zusammen. Und niemand weiß, was die Zukunft bringt, ob und wie sich das Personalkarussel noch drehen wird.

[16:42] Mudlarks suchen in der Themse nach Strandgut. Jahrhundertelang wurde Dinge in den Fluß geschmissen. Schatzsucher wühlen bei Ebbe nach Fundstücken.

[16:37] Vor Nachtdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 1118.

Freitag, 4. Januar 2019

[21:57] 30-minütiges literarisches Feature über Erste Sätze. Früher hatte ich eine zeitlang ein Weblog mit ersten Sätzen. Damals, als ich noch lesen konnte.

[21:50] Sammelsurium: Wie die Braille-Schrift im digitalen Zeitalter reüssiert / Wissenschaftsmeldungen / Lesen als Grundthema der Literaturwissenschaft / Fachkräftemangel in Ostdeutschland / Was erwartet Schriftstellerinnen und Schriftsteller unter Bolsonaro? / Über deutsche Juden (Audio) = Jeckes in Israel / Über die älteste Videothek (Audio / 44 min) der Welt in Kassel.

[20:52] Innerhalb der Sendereihe "Wortwechsel" eine Diskussionsrunde (54 min) über unsere Sanierungslücken - über marode Infrastruktur und Investitionsstau.

[12:00] Bis gestern ging die Krankschreibung. Auch wenn ich nicht behaupten kann, gesund und sorgenfrei zu sein, muß ich es auf einen Arbeitsversuch ankommen lassen. Dafür spricht, daß mein Dienstplan durch die Feiertagsverschiebungen zufällig nur zwei Arbeitstage anzeigt: Samstag + Sonntag. Gesundheitlich ist etwas ist ganz und gar nicht in Ordnung, aber schwer faßbar. Ich fühle mich immer noch grippig, geschwächt und schwindlig. Falls es nicht geht, muß ich am Montag wieder zum Arzt. Als dauerdepressiver Mensch bin ich an ein niedriges Level gewöhnt. Zustände, in denen ich mich wohlfühle, ohne Beklemmung bin, in denen ich nicht ständig jammere und wehklage und schwarz sehe, sind mir seit 20 Jahren nicht mehr bekannt. Deswegen läßt sich derzeit schwer abschätzen und kalkulieren, was mit mir los ist, ob es nicht hundertprozentig psychischer Genese ist oder ob nicht eventuell doch eine physische Ursache vermutet werden kann. Den Schwindel, die Halsbeschwerden und, was ich bisher noch nicht, auch nicht der Ärztin gegenüber, erwähnte, Schmerzen an einer bestimmten Stelle der Zunge bilde ich mir nicht ein. Als psychosomatisches Wrack wird man durch Mediziner, wenn auch hinter vorgehaltener Hand, belächelt und nicht ernst genommen. Leider ist, seitdem ich in der Onkologie arbeite, als verwirrendes Element eine Kanzerophobie dazu gekommen. Auf gut Deutsch: stimmungsmäßig leide ich zurzeit aufgrund der Halsbeschwerden entweder an Kehlkopf- oder Schilddrüsenkrebs bzw. aufgrund der Zungenschmerzen an Zungenkrebs bzw. aufgrund des Schwindels und der Schwäche an einem Hirntumor. Immer wenn, wie auffäligerweise im vergangenen Jahr einige Prominente zwischen 50 und 60 sterben, sehe ich mich als Nächsten, und zwar zunehmend ohne Panik. Ich bin so müde und erschöpft, daß mein Lebenswille verflacht und sich verflüchtigt.

[11:46] Frei 1/1. Tage ohne Alkohol: 1116.

Donnerstag, 3. Januar 2019

[22:29] Theodor Fontane war Romancier und Journalist und wäre laut Literaturwissenschaftler Peer Trilcke heute vielleicht TV-Serienautor.

[22:25] "Der Kommunikationstrend Storytelling (Audio) wird nicht nur im Journalismus kontrovers diskutiert. Wissenschaftler warnen etwa auch davor, komplexe Zusammenhänge zu unterhaltsam zu vermitteln."

[22:22] Aus der Sendereihe "Zeitfragen": "Die Erben des Louis Braille" (Audio / 29 min)- Neue Technik für Blinde.

[12:14] Daß es Schwangerschaftsschnupfen gibt, bringt mir erst "The Handmaid's Tale" (S02E05) bei.

[8:46] Krank 15/15. Tage ohne Alkohol: 1115.

Mittwoch, 2. Januar 2019

[20:22] Der Hintergrund heute widmet sich dem Wutbürger Ost (Audio).

[19:26] "Ich weiß dummerweise ihren Mädchennamen nicht mehr. Irgendwas mit Proll, aber das ist keine Erinnerung, sondern meine Meinung über ihre Eltern." (No Offence S03E03)

[17:27] "Was ist Botulin?" "Eine schwache Dosis glättet deine Krähenfüße. In größerer Menge steht's auf der Wunschliste jedes Diktators." (No Offence S03E02)

[17:20] Einer der beiden Leser dieser Miszellen dringt darauf, daß ich weniger Witze und Sprüche notiere und stattdessen mehr Infos und Links zu Sendungen wie in den vergangenen Tagen. Leider kann ich dem nicht entsprechen, indem ich auf die witzigen bzw. von mir so empfundenen witzigen Teile verzichte. Ich bin genuin albern veranlangt und erfreue mich speziell an Bizzarrem, sprachlich Verquerem, Nonsens und Kreativem.

[17:08] "Standard-Neonazi-Tapete und die Möbel meiner Oma - das ist er!" (No Offence S03E02)

[16:57] Wissenswertes rund um den Tee: 55 Minuten im SRW.

[14:28] Trauerarbeit in Japan sieht in diesem technikaffinen Land gewöhnungsbedürftig aus. Die japanische Künstlerin Etsuko Ichichara bedient sich in ihrem Digital Shaman Project der Roboter für Trauerarbeit. Ante mortem geführte Videos verleihen dem Roboter die Stimme und Gestik des Verstorbenen, dessen Konterfei (3D-Maske) ziert die Maschine.

[11:50] Interview (Audio / 23 min) mit dem evangelischen Theologen Volker Leppin über den "Fremden Freund Franziskus", womit der Heilige Franziskus gemeint ist und nicht der gegenwärtige Papst.

[10:10] Der russische Discounter Torgservis will Ende Januar im Leipziger Norden im seit 2017 leerstehenden Aldi-Markt im Einkaufszentrum 'Treff Portitz' eine Filiale eröffnen. Es gibt allerdings Trouble. Gegen Benennungen wie "Centwelt" und "Mere" erhoben Firmen mit ähnlichem Namen Einspruch. Zudem gebe es Startschwierigkeiten bei der Lieferung und Installation der Filiale. Aldi & Co wird's freuen, kommt doch so die Konkurrenz etwas später als geplant.

[9:00] Krank 14/15. Tage ohne Alkohol: 1114.