Bücherlei Miszellen (52) [<<]
Ein Lese- und Lebens-Notizbuch

Mittwoch, 16. Januar 2019

[19:23] Da ich heute Energie und Lust auf zwei autobiografische Notate hatte, nehme ich sie wieder online.

[18:57] Im Konsum in Kleinwölkau bekam man einmal wöchentlich am Liefertag Ur-Krostitzer Helles, nach dem man in Leipzig, wenn man keine Beziehungen hatte, vergeblich dürsten mußte. Krostitz ist nur wenige Kilometer von Wölkau entfernt und war sozusagen natürliches Habitat der Ur-Krostitz-Biertrinker. Freilich mußte man am Liefertag beizeiten Schlange stehen, denn die Einwohner kamen mit ihren Wagen an, um kästenweise ihren Wochenvorrat abzuholen. Doch meiner Oma mangelte es nie an ihrem Bier. Da sie durch einen Klumpfuß körperlich gehandicapt war, halfen ihr oft andere, vorzüglich die evangelische Katechetin, die im selben Jahrhunderte alten Pfarrhaus lebte und über Jahrzehnte hinweg quasi eine Art Lebensgemeinschaft mit ihr hatte; denn man sah sich zigmal am Tag, betete zuweilen sogar zusammen, half sich, tauschte sich aus. Diese motorisierte Katechetin besorgte immer wieder Einkäufe. Vor ihr wirkte noch ein Pastor im Ort, der mit seiner Familie im Pfarrhaus wohnte. Dessen Klo im Haus war uns verwehrt; wir mußten quer über den Hof ins Gartenplumpsklo gehen, eine Herausforderung für mich als Kleinkind, wenn man sich mit Taschenlampe behelfen mußte und sowieso Angst vor allen Geräuschen und noch viel mehr vor den Spinnen hatte. Fließend Wasser gab es erst Mitte der 80er! Bis dahin wurde mit Wassereimer hantiert und Wasser von einer Pumpe im Hof geholt. In den Abwassereimer pinkelte man des Nachts. Nach dem Pastor kam, wie gesagt die Katechetin, und Wölkau gehörte fortan zur Kirchgemeinde Krippehna, wo Pfarrer Friedemann Steiger wirkte, den ich als imposanten Mann in Erinnerung habe; man begegnete sich logischerweise regelmäßig, wenn man in einem Pfarrhaus lebte und die Kirche nur 20 Schritte entfernt ist. Bei dieser handelt es sich um die so genannte Gellertkirche, die aus dem 12. Jahrhundert stammt. "Hier hatten die Superintendenten des Kirchenkreises Eilenburg über Jahrzehnte ihren Sitz, da es hier das meiste Pfarrland und somit das beste Gehalt gab. Der Dichter Christian Fürchtegott Gellert hielt sich einige Male im Pfarrgarten Großwölkau auf." Der Pfarrgarten, das große Grundstück, war bis in mein Erwachsenenleben hinein ein Ort der Freude, der Erholung, der Entspannung. 1994 verbrachte ich als 28-Jähriger einen schier nie enden wollenden Urlaub dort und las rund ein Dutzend Bücher im Garten, der mir als Kind auch durch Himbeerorgien zusagte und heute leider verwildert ist.

[11:37] Meine halbe Kindheit verbrachte ich bei meiner Oma auf dem Dorf. An ein Detail erinnerte ich mich eben. Zum Frühstück gab es für mich Muckefuck (im nu) und zwei Brötchen. Selbstgemachte Marmelade gab es zwei Sorten. Obst aus dem Garten wurde eingekocht und zu Marmelade verarbeitet. Stachelbeeren, Erdbeeren, rote und schwarze Johannesbeeren, Kirschen, Aprikosen. Die Besonderheit bestand darin, daß meine Oma als mittleren Aufstrich keine Butter oder Margarine nahm, sondern Quark. Meine gesamte Kindheit hindurch genoß ich also die spezielle Frische eines Quark-Marmelade- Brötchens. Daß man zum Frühstück auch anderes essen kann als Süßes, lernte ich erst als Jugendlicher, wenn wir mit der "Jugend" (Kirche) auf Reisen waren. Die Brötchen waren nicht täglich frisch, sondern entweder aus dem Dorfkonsum oder vom Bäcker, die sich beiden im entfernteren Dorfteil (Kleinwölkau) befanden und erradelt werden mußten. In Großwölkau selbst gab es zu meiner Zeit nur, als ich Kleinkind war, ein Tante-Emma-Laden bei einem Bauern, der von zwei Frauen geführt wurden. Das wirkte heute wohl allzu klischeehaft: winziger Verkaufsraum, die Frauen mit dem Bleistift hinter dem Ohr, die Rechnung auf dem Zettel geführt, Bonbons aus dem Glas, Enten und Hühner auf dem Hof. Kurzum, herrliche Erinnerungen.

[11:03] Der Weimarer Tatort ist in seiner Skurrilität graduell kaum vom Münsteraner zu unterscheiden. Mittlerweile mir genauso lieb wie dieser. Die Kommissarin Dorn telefoniert mit ihrer Schwiegermutter und würgt das nervige Gespräche wie folgt ab: "Ja du, ich muß Schluß machen. Die Anna-Amalia brennt schon wieder." (Tatort E1078: Der höllische Heinz)

[10:52] "Der alte Weber. Ich erinnere mich. Parteikader... Der hat dem Bezirkssekretär die Rosette gelutscht." (Tatort E1078: Der höllische Heinz)

[9:48] Der Lipsi - das "Kind der leichten Muse" - ist 60 Jahre alt geworden und sicher nur noch älteren Semestern in Erinnerung. Als von der Messestadt Leipzig ausgehende Kuriosität der DDR aber allemal erinnerunsgwürdig. Die Tanzschule Seifert, hier allen ein Begriff, feiert heuer seinen 100. Geburtstag. Übrigens war ich wohl einer der wenigen, wenn nicht der einzige aus meiner Klasse, der nie Tanzstunden genommen hat.

[8:53] Wenn der Abfluß mal verstopft ist... oder du aus irgendeinem Grund einen Handwerker rufen mußt: "Ein fremder Mensch wird deine Wohnung betreten und sich über unbestimmte Zeit in deinen Privaträumen aufhalten. Noch dazu wird er - oder sie - anstrengende Arbeit verrichten, du wirst zitternd daneben stehen und nicht wissen, wie du dich verhalten sollst. Musst du wirklich andächtig in der Nähe bleiben, für den Fall, dass du ihm irgendwie behilflich sein musst? Könntest du das überhaupt? Will der das? Störst du? Fühlt der sich beobachtet? Will der was trinken? Bist du ein Kontrollfreak? Kriegst du gleich Schimpfe?"

[8:28] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 1128 = 37 Monate.

Dienstag, 15. Januar 2019

[20:25] In meinem Supersonderladen ein Kuriosum entdeckt. Gouda-Scheibenkäse in Form eines Weihnachtsbaumes in einer 150-g-Packung. Nur weil sich einer den Spaß erlaubt hat, den Käse in solch eine Form zu bringen, wird er jetzt verramscht; denn die Packung bekam ich für 50ct. Ein anderes Schnäppchen war Emmentaler Käse, den es bekanntlich im Supermarkt für EUR 2,69 pro 400-g-Packung gibt. Ich bekam in meinen Lieblingsladen 2 x 400 g für zusammen EUR 2,20.

[19:21] In der Serie "Ein Wunder" geraten anhand einer Blut weinenden Marienstatue immer mehr Menschen in deren Bann. Die Serie gibt es auf arte. Wenn man den Lorbeeren glaubt, die in den Medien verteilt werden, lohnt sie sich. "Letztlich gehe es in der Geschichte um die Suche nach Spiritualität in einer Gesellschaft, die keine Werte mehr kennt." Dank der Zusammenarbeit des Tools "MediathekView" mit dem JDownloader habe ich die acht Folgen der Miniserie ruckzuck auf der Festplatte.

[19:04] Obdachlosigkeit ist ein komplexes Problem mit vielen Aspekten.

[13:49] In "The Handmaide's Tale" nennt man Homosexuelle Geschlechtsverräter. Ich liebe die umständliche Sprache, die das Groteske dieser Diktatur unterstreichen soll. "Ihr habt euch sicher viel zu erzählen!" "Uns wurde gutes Wetter gesandt." "Ja, das ist wahr. Lob sei dem Herrn!"

[12:39] Nach dem Nachfolger "Die verschwundene Familie" mit Heino Ferch und Barbara Auer sah ich gestern "Tod eines Mädchens" von 2015, das noch mehr an die britische Serie "Broadchurch" erinnert. Eine wirklich gelungene deutsche Produktion mit ähnlich schleppendem Erzählfluß, den man aus Serien wie "True Detective" und "The Handmaide's Tale" kennt und an den man sich erst gewohnen mußte. Der ZDF-Zweiteiler ist bis Juni in der Mediathek abrufbar bzw. herunterladbar ist.

[12:19] Die dritte Staffel "True Detective" ist angelaufen. Glaubt man den ersten Einschätzungen, darf man sich darauf freuen, daß die Schlappe der zweiten überwunden ist und an die starke und stilbildende erste angeknüpft wird. Ich jedenfalls freue mich wie Bolle, warte mit dem Anschauen jedoch auf alle Episoden; denn Binge Watching ist ja das neue Ding und im Fall einer solch suggestiven Serie sicher nicht die schlechteste Idee.

[12:11] Neue Entwicklung in Sachen Torgservis, des russischen Discounters, der in Ostdeutschland Fuß fassen will und sich als Konkurrenz zu Lidl und Aldi sieht. Der Umbau für die erste Filiale in Leipzig ist noch gar nicht abgeschlossen, da plant die Kette bereits eine zweite in Zwickau. Offenbar hat man sich auf den Namen "mere" einigen können.

[12:05] Freier Tag 2/3. Tage ohne Alkohol: 1127 = 161 Wochen.

Montag, 14. Januar 2019

[19:57] Die katholische Kirche hält an Latein als ihrer Sprache fest und erfindet (mp3) auch ständig neue Wörter, um aktuelle und moderne Geschehnisse und Gegebenheiten ausdrücken zu können. Einige Wörter: "instrumentum computatorium" (Computer), "litterae electronicae" (E-Mail), "lampada electrica" (Glühbirne), "acetaria aringorum" (Heringssalat), "tabernae potoriae minister" (Barkeeper), "puerorum amans" (Pädophilie). Die dafür zuständige vatikanische Kommission nennt sich Pontificia Academia Latinitas.

[16:12] Neue Mauern (mp3 / 30 min) in der Festung Europa. "Ein Essay über den Bewusstseinswandel der Menschen, Gedanken über Beton und Stahl und die Radikalisierung unserer Rhetorik."

[15:59] Nach Nachtdienst 4/4 = Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 1126.

Sonntag, 13. Januar 2019

[16:20] Vor Nachtdienst 4/4. Tage ohne Alkohol: 1125.

Donnerstag, 10. Januar 2019

[13:11] Eigentlich soll man nicht mit Essen spielen. Diverse Künstler taten es dennoch und kreierten mit ihrem Fotobuch "Bauschmaus" ein "kulinarisch-architektonisches Rätselbuch".

[12:53] Sammelsurium: Interview mit Dietmar Dath: Frankenstein heute - Künstliche Intelligenz / Eine Kulturgeschichte des Dienens (29 min) / Das Magazin "Zeitfragen" über den Januaraufstand (20 min) 1919 / Los Angeles und/oder San Francisco? (25 min) / Wissenschaftliche Edition der Reden Hitlers. / Wissenschaftsmeldungen / Medienglosse: Ribérys saftiges Steak-Posting. / Schlafstörung ist nicht gleich Schlafstörung. / Gespräch mit Harald Schmidt über die Zukunft des Fernsehens.

[12:52] Eine Diskussion zum Thema Pflegenotstand (68 min) innerhalb der Sendereihe Länderzeit des Deutschlandradios.

[10:54] Vor Nachtdienst 1/4. Tage ohne Alkohol: 1122.

Mittwoch, 9. Januar 2019

[18:46] "Ich habe mich nicht mit Ihnen gelangweilt" ist vielleicht auch nicht das schlechteste Kompliment.

[18:24] Die arte-Mediathek hält fünf frühe Filme von Alfred Hitchcock bereit: "Der Weltmeister" (1927), "Der Mann von der Insel Man" (1929), "Erpressung" (1929), "Mord - Sir John greift ein!" (1930) und "Endlich sind wir reich" (1931).

[18:00] Der ZDF- Zweiteiler "Die verschwundene Familie" nimmt Anleihen an der überaus erfolgreichen britischen Serie "Broadchurch", von der ich zwei der drei Staffeln bereits gesehen habe. Ein von einer Klippe gestürzter Toter, dessen Ehefrau und Tochter spurlos verschwunden sind, zwei Ermittler, die sich zoffen, eine kleine Gemeinde mit vielen Geheimnissen. Die Ermittlerin (Barbara Auer) ist ebenso wie im britischen Pendant eine Nachbarin der Familie, die im Fokus des Dramas steht. Als Drehort für das fiktive Nordholm gilt das Städtchen Lütjenburg bei Plön in Schleswig-Holstein.

[14:54] "Laut der Wikipedia ist die Komfortzone (...) nur ein Begriff der Populärpsychologie, das ist schon einmal eine wunderschöne Begriffsbeleidigung, die nicht in jeder Fachrichtung klappt." (Maximillian Buddenbohm)

[13:55] Herrlich verschrobene Momente beim Schweiz-Tatort "Friss oder stirb" (E1077). Der Geißelnehmer fordert eine sechsstellige Summe von seinem ehemaligen Arbeitgeber als Ersatz für den Verdienstausfall bis zur Rente in 20 Jahren. Dieser rechnet diese Summe kaltblütig um die Inflation für diesen Zeitraum auf. Zweitens der vom gefangen gehaltenen Kommissar abgesetzte Notruf an die für die Alarmanlage zustände Sicherheitsfirma, die zunächst einmal, genervt von den dauernden, von Vögeln verursachten Alarmen, das Paßwort verlangt.

[12:07] Als ich am Samstag früh auf die heimwärtige S-Bahn um 6.27 Uhr wartete, saßen da zwei junge Leute, die, wie ich ihrem Gespräch ablauschen konnte, in einem Escape-Room waren. Just am Tag zuvor waren in Polen fünf junge Mädchen bei einem solchen Spiel ums Lebens gekommen. So nach und nach merke ich mein Alter doch. Ich kenne weder die heutigen Schauspielstars noch die angesagten Musiker und schon gar nicht die Influencer und durch Youtube bekannt Gewordenen. Und daß das Alter dabei eine Rolle spielen muß, merkt man daran, wie egal einem das inzwischen ist. Musikalisch prägten mich die 70er, obwohl ich meine Pubertätsjahre in den 80ern verlebte, die mir größtenteils aber auf den Sack gingen. Der ganze Synthie-Pop war nichts für mich. Erst später entwickelte sich eine Art Reminiszenz, die mich die damalige Musik JETZT gar nicht so übel finden läßt, so daß ich heute Youtube auch bemühe, um Depeche Mode & Co zu hören. Jedoch fehlt mir zur Musik der Jetztzeit absolut der Draht und läßt mich leiden, wenn ich mit jungen Kolleginnen Dienst habe und sie über das nächtliche Radioprogramm verfügen.

[10:06] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 1121.

Dienstag, 8. Januar 2019

[18:03] "Die Liberalen haben einen Zustand erreicht, den Rettungskräfte 'Stabile Seitenlage" nennen." (Berliner Morgenpost)

[10:31] Freier Tag 2/3. Tage ohne Alkohol: 1120 = 160 Wochen.

Montag, 7. Januar 2019

[20:00] "Die Bibel? Staller, wenn Sie darin nach Mordmotiven suchen, kommen Sie aus dem Ermitteln nicht mehr raus." (Hubert und Staller: Die letzte Ruhe)

[19:54] "Zyankali ist Blausäure, die sich an's Hämoglobin bindet und die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn abschneidet." "Da bräuchte man bei Hansi gar kein Gift." (Hubert und Staller: Die letzte Ruhe)

[15:55] Ein ganz scheußliches und trauriges Vorkommnis. Das Kind wurde in unserer Notaufnahme vergeblich reanimiert. Der gut zwei Dutzend umfassende Familienclan (Sinti und/oder Roma, angeblich aus Frankreich) verursachte immense Aufregung und Irritation sowohl bei den Patienten als auch beim Personal. Die Polizei mußte schließlich für Ruhe sorgen. Auf Facebook wurde diskutiert, ob es ratsam war, daß die Familie selbst das verletzte Kind zu uns brachte. Der Rettungsdienst hätte zumindest gewußt, daß man ein verletztes Kind mit Polytrauma in die Notfallaufnahme des Diakonissenkrankenhauses fährt und nicht zu uns nach Grünau.

[15:45] Nach Nachtdienst 2/2 = Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 1119.

Sonntag, 6. Januar 2019

[18:15] Auf der Nachbarstation fängt demnächst eine Dauernachtwache an, so wie ich seit 2012 Dauernachtwache für unsere Station bin. Hintergrund ist, daß neuerdings auch auf einer Kardiologie zwei Nachtdienste besetzt sein müssen. Eine Erleichterung für die Kollegen nebenan, mit denen ich jahrelang zusammen arbeitete, weil durch mehrere Umstrukturierungen seit 2012 die Kollegschaften durcheinandergewirbelt wurden und wir zeitweise gar eine einzige Riesenstation mit 72 Betten waren. Wir sind uns alles in allem enger verbunden. Mit einigen KollegInnen arbeite ist seit den 90er Jahren zusammen. Und niemand weiß, was die Zukunft bringt, ob und wie sich das Personalkarussel noch drehen wird.

[16:42] Mudlarks suchen in der Themse nach Strandgut. Jahrhundertelang wurde Dinge in den Fluß geschmissen. Schatzsucher wühlen bei Ebbe nach Fundstücken.

[16:37] Vor Nachtdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 1118.

Freitag, 4. Januar 2019

[21:57] 30-minütiges literarisches Feature über Erste Sätze. Früher hatte ich eine zeitlang ein Weblog mit ersten Sätzen. Damals, als ich noch lesen konnte.

[21:50] Sammelsurium: Wie die Braille-Schrift im digitalen Zeitalter reüssiert / Wissenschaftsmeldungen / Lesen als Grundthema der Literaturwissenschaft / Fachkräftemangel in Ostdeutschland / Was erwartet Schriftstellerinnen und Schriftsteller unter Bolsonaro? / Über deutsche Juden (Audio) = Jeckes in Israel / Über die älteste Videothek (Audio / 44 min) der Welt in Kassel.

[20:52] Innerhalb der Sendereihe "Wortwechsel" eine Diskussionsrunde (54 min) über unsere Sanierungslücken - über marode Infrastruktur und Investitionsstau.

[12:00] Bis gestern ging die Krankschreibung. Auch wenn ich nicht behaupten kann, gesund und sorgenfrei zu sein, muß ich es auf einen Arbeitsversuch ankommen lassen. Dafür spricht, daß mein Dienstplan durch die Feiertagsverschiebungen zufällig nur zwei Arbeitstage anzeigt: Samstag + Sonntag. Gesundheitlich ist etwas ist ganz und gar nicht in Ordnung, aber schwer faßbar. Ich fühle mich immer noch grippig, geschwächt und schwindlig. Falls es nicht geht, muß ich am Montag wieder zum Arzt. Als dauerdepressiver Mensch bin ich an ein niedriges Level gewöhnt. Zustände, in denen ich mich wohlfühle, ohne Beklemmung bin, in denen ich nicht ständig jammere und wehklage und schwarz sehe, sind mir seit 20 Jahren nicht mehr bekannt. Deswegen läßt sich derzeit schwer abschätzen und kalkulieren, was mit mir los ist, ob es nicht hundertprozentig psychischer Genese ist oder ob nicht eventuell doch eine physische Ursache vermutet werden kann. Den Schwindel, die Halsbeschwerden und, was ich bisher noch nicht, auch nicht der Ärztin gegenüber, erwähnte, Schmerzen an einer bestimmten Stelle der Zunge bilde ich mir nicht ein. Als psychosomatisches Wrack wird man durch Mediziner, wenn auch hinter vorgehaltener Hand, belächelt und nicht ernst genommen. Leider ist, seitdem ich in der Onkologie arbeite, als verwirrendes Element eine Kanzerophobie dazu gekommen. Auf gut Deutsch: stimmungsmäßig leide ich zurzeit aufgrund der Halsbeschwerden entweder an Kehlkopf- oder Schilddrüsenkrebs bzw. aufgrund der Zungenschmerzen an Zungenkrebs bzw. aufgrund des Schwindels und der Schwäche an einem Hirntumor. Immer wenn, wie auffäligerweise im vergangenen Jahr einige Prominente zwischen 50 und 60 sterben, sehe ich mich als Nächsten, und zwar zunehmend ohne Panik. Ich bin so müde und erschöpft, daß mein Lebenswille verflacht und sich verflüchtigt.

[11:46] Frei 1/1. Tage ohne Alkohol: 1116.

Donnerstag, 3. Januar 2019

[22:29] Theodor Fontane war Romancier und Journalist und wäre laut Literaturwissenschaftler Peer Trilcke heute vielleicht TV-Serienautor.

[22:25] "Der Kommunikationstrend Storytelling (Audio) wird nicht nur im Journalismus kontrovers diskutiert. Wissenschaftler warnen etwa auch davor, komplexe Zusammenhänge zu unterhaltsam zu vermitteln."

[22:22] Aus der Sendereihe "Zeitfragen": "Die Erben des Louis Braille" (Audio / 29 min)- Neue Technik für Blinde.

[12:14] Daß es Schwangerschaftsschnupfen gibt, bringt mir erst "The Handmaid's Tale" (S02E05) bei.

[8:46] Krank 15/15. Tage ohne Alkohol: 1115.

Mittwoch, 2. Januar 2019

[20:22] Der Hintergrund heute widmet sich dem Wutbürger Ost (Audio).

[19:26] "Ich weiß dummerweise ihren Mädchennamen nicht mehr. Irgendwas mit Proll, aber das ist keine Erinnerung, sondern meine Meinung über ihre Eltern." (No Offence S03E03)

[17:27] "Was ist Botulin?" "Eine schwache Dosis glättet deine Krähenfüße. In größerer Menge steht's auf der Wunschliste jedes Diktators." (No Offence S03E02)

[17:20] Einer der beiden Leser dieser Miszellen dringt darauf, daß ich weniger Witze und Sprüche notiere und stattdessen mehr Infos und Links zu Sendungen wie in den vergangenen Tagen. Leider kann ich dem nicht entsprechen, indem ich auf die witzigen bzw. von mir so empfundenen witzigen Teile verzichte. Ich bin genuin albern veranlangt und erfreue mich speziell an Bizzarrem, sprachlich Verquerem, Nonsens und Kreativem.

[17:08] "Standard-Neonazi-Tapete und die Möbel meiner Oma - das ist er!" (No Offence S03E02)

[16:57] Wissenswertes rund um den Tee: 55 Minuten im SRW.

[14:28] Trauerarbeit in Japan sieht in diesem technikaffinen Land gewöhnungsbedürftig aus. Die japanische Künstlerin Etsuko Ichichara bedient sich in ihrem Digital Shaman Project der Roboter für Trauerarbeit. Ante mortem geführte Videos verleihen dem Roboter die Stimme und Gestik des Verstorbenen, dessen Konterfei (3D-Maske) ziert die Maschine.

[11:50] Interview (Audio / 23 min) mit dem evangelischen Theologen Volker Leppin über den "Fremden Freund Franziskus", womit der Heilige Franziskus gemeint ist und nicht der gegenwärtige Papst.

[10:10] Der russische Discounter Torgservis will Ende Januar im Leipziger Norden im seit 2017 leerstehenden Aldi-Markt im Einkaufszentrum 'Treff Portitz' eine Filiale eröffnen. Es gibt allerdings Trouble. Gegen Benennungen wie "Centwelt" und "Mere" erhoben Firmen mit ähnlichem Namen Einspruch. Zudem gebe es Startschwierigkeiten bei der Lieferung und Installation der Filiale. Aldi & Co wird's freuen, kommt doch so die Konkurrenz etwas später als geplant.

[9:00] Krank 14/15. Tage ohne Alkohol: 1114.