Bücherlei Miszellen (56) [<<] [>>]
Ein Lese- und Lebens-Notizbuch

Dienstag, 5. Mai 2020

[16:20] Nach Frühdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 1603 = 229 Wochen.

Montag, 4. Mai 2020

[18:06] Die Frühdienste auf unserer neuen Station sind eine Zumutung. Selbst bei besten physischen und kognitiven Kräften verliert man im Lauf des Vormittags den Überblick und hechelt den Erfordernissen hinterher und wird durch die Gegebenheiten aufgefressen. Mit souveräner Krankenpflege hat das nichts mehr zu tun. Wie lange ich mich dem aussetzen werde, beurteile ich später und setze mir noch keine Frist. Gnädigerweise begrenzen meine zu leistenden Schichten sich aufgrund meiner reduzierten Wochenarbeitszeit, so daß ich bislang nie mehr als zwei Frühdienste am Stück erdulden mußte. Wer Werte wie Sorgfalt und Hinwendung zum Kranken aufrecht erhalten möchte, ist bei uns fehl am Platz.

[17:19] "Man vergeudet Schmerz oder Glück nicht selten an einen Irrtum." (Werner Heiducek)

[17:04] In "Tritt ein in meinen Garten" zeigen uns Prominente ihren Garten, u.a. Ursula Karusseit, Wladimir Kaminer, Michael Schweighöfer und Michale Gwisdek.

[16:55] Mit dem Flaschenpostautomaten und 2.- Euro anbei kann man Flaschenpost schreiben. Oder man liest mit den Flaschenpostgeschichten von "Menschen, ihren Briefen und der Ostsee".

[16:52] Die ARD-Mediathek bietet eine Woche lang "Die Blechtrommel" zum Herunterladen oder/und Anschauen.

[15:30] Nach Frühdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 1602.

Sonntag, 3. Mai 2020

[19:37] Eine Lange Nacht über Anarchismus (mp3) im Deutschlandradio.

[17:41] "Herzlichen Glückwunsch zum 75. Hochzeitstag! Was war Ihre glücklichste Zeit?" "Die 5 Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft." - Heute ist übrigens Weltlachtag.

[17:04] Musikjournalist Ernst Hofacker führt in "Die 70er. Der Sound eines Jahrzehnts" musikalisch durch die Dekade, die auch mich am stärksten prägte, obwohl ich altersmäßig eher für die 80er sein müßte. Ich hörte immer The Who, The Doors, Led Zeppelin, Ten Years After, Procul Harum, Canned Heat, CCR, Deep Purple, Fleetwood Mac, Jethro Tull, Uriah Heep. Ich kam vom Blues, entdeckte dann später mit BAP den Deutschrock und Heinz Rudolf Kunze, Stoppok und Wolf Maahn, komischerweise nie so richtig Udo Lindenberg. Jetzt, als alternder, altersmilder Mann, wird mir die für meine Jugend eigentlich "zuständige" Musik zugänglicher. Jenseits der NDW, die auch uns damals vom Hocker riß. Aber mit Synthie-Pop und den ganzen Gruppen wie Roxette, Depeche Mode, Michael Jackson konnte man mich jagen.

[16:00] Obzwar gelernter DDR-Bürger, ist mir das Bauernkriegspanorama, im Volksmund "Elefantenklo" genannt, bis eben gänzlich unbekannt, was nicht Wunder nimmt, war die Eröffnung 1989 und ich zu dieser Zeit noch extraterritorial und der DDR quasi nicht zugehörig. Komischerweise habe ich von dem Tübke-Panorama zwar gehört, es aber bewußt bis heute nicht wahrgenommen.

[15:40] In einem Bericht (aspekte on tour in Thüringen) über Jena Lobeda wurde der NSU erwähnt und die Plattenbausiedlung als "Legebatterie für sozialen Sprengstoff" bezeichnet.

[11:56] "Hundeleben" ist herrlich verschroben. Eine Frau ist "Mensch ärgere dich nicht" emotional nicht gewachsen und schluchzt hemmungslos. Zwei Männer kämpfen auf dem Gang gegeneinander, weil sie sich auf der Straße wähnen und jeder die Vorfahrt beansprucht.

[11:56] Bei Krimis mag ich Sujets und Szenarien wie Altenheim und Familiendrama am liebsten, Entführungen und Geiselnahmen am wenigsten. So gesehen ist der Tatort "Hundeleben" ein Hauptgewinn. "Smithereens" (Black Mirror S05E02) überraschte mich gestern in Sachen Geiselnahme. Die fünfte Staffel ist seltsamerweise an mir vorbeigegangen. Ich hole sie nun nach. Sind leider nur drei Episoden.

[11:22] Im Tatort "Hundeleben" wird eine Praxisschwester vernommen, die wie ein Wasserfall quatscht und gerne an die Nordsee fährt, wie sie einfließen läßt. Ballauf darauf: "Die war nicht an der Nordsee, sondern an den Niagarafällen."

[11:11] In der letzten Nacht "Die Lange Nacht der historischen Reden" gehört. Bis Mitte der 50er Jahre hatte man als unverheiratete Frau keinen Anspruch darauf, mit "Frau" anredet zu werden und wurde auch behördlich zwangsläufig immer als "Fräulein" tituliert.

[11:03] "Eine schöne Wohnung ist das beste Gefängnis." - Tatort "Hundeleben" von 2004, paßt irgendwie bestens in unsere Coronazeit.

[9:52] Gehört: "Bühne, das kommt nicht nur im Alphabet hinter Biergarten.

[9:44] Retweet: 'Bekannt auf Twitter' ist ein bisschen wie 'schönster Postbote im Kaukasus'.

[9:43] Retweet: Nur, weil ich damit klarkomme, heißt es nicht , dass es auch gut ist.

[8:54] Freier Tag 2/2. Tage ohne Alkohol: 1601.

Samstag, 2. Mai 2020

[22:11] Auf Twitter die Frage, was man mit dem/einem Gewinn von 90 Mio Euro machte. Eine Antwort: "Mit einem Teil des Geldes würde ich mein Lieblingsbuch verfilmen (lassen)."

[21:01] Retweet: Das Drosten-Dilemma: Du warnst jeden Tag vor Dingen, die passieren können, und wirst als gefährlicher Quacksalber verfolgt, weil sie dank deiner Warnungen nicht eintreten. Mehr muss man über das Mittelalter nicht wissen.

[20:21] Retweet: Kein Gefühl ist wie das Gefühl, wenn du nach 3h in Iso-Kleidung den Arm hebst, um ein Infusionssystem zu entlüften, und dir der Schweiß langsam von den Fingerspitzen Richtung Achselhöhle perlt.

[20:14] Retweet: IKEA spendet 50.000 Bücher-Attrappen für Videokonferenzen.

[20:11] Retweet: Ei rät nicht, Eiweiß.

[13:30] Wie Menschen und Tiere aussähen, wenn sie Kinderzeichnungen entsprächen.

[12:00] Alban Nikolai Herbst hat die Diagnose Magenkrebs erhalten und reflektiert das wie alles sonst mit Verstand. Dank seines Weblogs nehme ich lange schon teil an seinem Arbeiten und Leben, so daß ich, klar, nun auch Anteil an dem Schlag nehme, der ihm zuteil wird.

[10:42] Der "klägliche Versuch" als der "tägliche Versuch" gelesen und es synonym verstanden.

[10:41] Retweet: Der Verlust des Geschmackssinns ist angeblich ein untrügliches Zeichen für eine Corona-Infektion. Nach der Kleidung der Menschen um mich herum haben wir die Herdenimmunität schon lange erreicht.

[10:37] Retweet: Wie sich wohl Til Schweiger mit Mundschutz anhört?

[9:55] "Die Vase schmiß er gegen seine Maskenbildnerin. Die Form seiner Kopfwunde hat ihm nicht gefallen." (Soko Stuttgart S10E05)

[8:22] Freier Tag 1/2. Tage ohne Alkohol: 1600.

Freitag, 1. Mai 2020

[12:32] Retweet: Würde gerne Homevideo-Interview machen, wo bekomme ich ein weißes Regal und 800 Bücher her?

[12:31] Retweet: "Mein Hausarzt hat zu mir gesagt: 'Kein Kaffee, kein Alkohol, keine Kuchen, kein Fleisch, keine Snacks, keine Limonaden, keine Schokolade, keine Chips...'" "Und was hast Du gesagt?" "Kein Hausarzt!"

[12:28] Retweet: "Sagt man auch viel zu selten" sagt man auch viel zu oft.

[12:24] Retweet: Bin dafür, Dieter Nuhr nicht Bescheid zu sagen, wenn die Quarantäne rum ist.

[11:27] Justament (Synonymlexikon:-) die Monatsabrechnung gemacht. Endlich wieder reguläres Gehalt überwiesen bekommen. Bis Dezember läuft der befristete Vertrag mit 32 Wochenarbeitsstunden, so daß ich mich bis September entscheiden muß, ob ich weiter reduziere oder den Status quo belasse. Unwägbarkeiten wie eine Superinflation nicht eingerechnet, sollte ich - das Haushaltbuch der vergangenen 35 Jahre beweist es - mit 1000.- Euro monatlich zu Rande kommen und könnte mit den Stunden getrost runtergehen, weil der Arbeitslohn bei mir nurmehr die laufenden Monatskosten decken muß. Mit 54 Jahren sind es bis zur Rente noch wenigstens 10 Jahre. Möglicherweise ringt sich Deutschland in den folgenden Jahren zu einem BGE durch. In diesem Fall würde ich meinen Beruf SOFORT an den Nagel hängen.

[9:42] Ich war seit 4 Tagen nicht auf Facebook. Es quengelt zunehmend mit Benachrichtigungen, der und der hätte die und die Seite geteilt, ich habe 35 neue Nachrichten. "Seit deiner letzten Anmeldung bei Facebook ist viel passiert." Und überhaupt, wieso werde ich geduzt?

[9:10] Von den ungesehenen 160 Polizeirufen 110 und den knapp 300 Tatorten auf meiner Festplatte, die dank den Mediatheken ständig nachtröpfeln, so daß sich das Depot nie leert, wähle ich heute "Mutterliebe" (E527) von 2002, ein Kölner Tatort und der 23. Fall von Ballauf und Schenk. Beileibe nicht täglich gucke ich einen Polizeiruf/Tatort; denn die SOKOs und anderen Krimireihen fordern meine Aufmerksamkeit und Zeit ebenso. Gestern Abend schaute ich zum Beispiel "Mord an Margareta Oberg", der die dritte Staffel Kommissar Beck abschließt.

[7:52] Vor Spätdienst 1/1. Tage ohne Alkohol: 1599. Heute ist übrigens der einzige Arbeitstag in dieser Woche. Gerade habe ich den Überblick verloren, ob ich beim Arbeitszeitkonto in den Miesen oder im Plus bin.

Donnerstag, 30. April 2020

[11:44] Für den Tübinger OBM die Bezeichung "Müsli-Höcke" gelesen.

[11:40] Retweet: Ich hab Musik. Komm barfuß. Bring Pfützen mit.

[8:00] Retweet: Heute ist übrigens ein Donnerstag mit einem starken Beigeschmack von Freitag, es sind aber auch noch Aromen des Mittwochs darin zu erahnen. Im Abgang dann ein Hauch von Wochenende. Insgesamt ein reichhaltiger Tag mit einem ausgewogenen Gesamtbild.

[7:20] Freier Tag 4/4. Tage ohne Alkohol: 1598.

Mittwoch, 29. April 2020

[20:40] "Ha'm sie dich mit 'ner Brotkruste aus'm Wald gelockt?" (Morden im Norden S03E01)

[12:38] "Würde ich in deiner Achtung sinken, wenn ich auf deine Schuhe kotze?" (Brokenwood S02E02)

[7:44] Durchaus denkbar, daß ich frühzeitig dement sein werde. Untrügliche Anzeichen sind beobachtbar. Gestern beispielsweise fuhr ich zur vermeintlichen (fünften) Sitzung zum Psychotherapeuten am 29. April um 9.15 Uhr. Als ich dann um 9 Uhr am Waldplatz/Sportforum noch auf einer Parkbank saß und Deutschlandfunk hörte, fiel mein Blick aufs Smartphone, das Dienstag, den 28. April anzeigte. Ich war felsenfest überzeugt, der 29. sei mit dem Dienstag gekoppelt. Sodann wutschnaubend Rückfahrt, bei Kaufland fast von der Security aus der Mall geschmissen worden, weil ich meine Maske erst bei Betreten von Kaufland aufsetzen wollte und sie darauf bestanden, daß sie bereits am Eingang der Mall aufzusetzen sei. Karma. Nun denn, dann eben heute=gleich los zum Termin, falls ich's in der nächsten Stunde nicht schon wieder vergessen habe.

[6:43] Mein Bruder mit den von uns so geliebten Lakritzstangen aus dem Konsum für (IIRC) 20 Pfennige.
dias069

[6:40] Freier Tag 3/4. Tage ohne Alkohol: 1597.

Dienstag, 28. April 2020

[18:11] Retweet: "Ich bin so müde." "Dann schlaf doch." "Das andere müde."

[12:10] "Ich bin Neurochirurg geworden, damit ich meine Patienten nicht anfassen muß." (New Amsterdam S01E17)

[12:08] "Mir geht's gut." "Das stimmt nicht!" "Wozu gibt es Adrenalin." (New Amsterdam S01E17)

[10:40] Heute im Zusammenhang mit der Coronapandemie den Begriff Präventionsparadox (mp3) vernommen. Sprich, solange keine Toten auf der Straße liegen, über die man stolpert, geht's zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus. Vorhin in der Straßenbahn eine Meute Jugendlicher ohne Alltagsmaske, wie sie die LVB alle paar Haltestellen in den sehr lauten Ansagen benennt.

[10:22] Neuester Trend bei mir: Ich habe ein Lesezeichen zu einem Synonymlexikon gesetzt, um jenseits meines Sprachgebrauches öfter eine Variante zu wählen.

[10:20] Geeignet zum angekündigten Wetterwechsel "Here come the rain again" von Eurythmics.

[7:07] "Gibt es einen Menschen, den sie so lieben, daß sie sich wünschen, daß er ein Teil von Ihnen wäre?" "Wenn ich einen Menschen so lieben würde, würde ich ihm wünschen, KEIN Teil von mir zu sein." (Tatort : Die Guten und die Bösen)

[5:39] "Anmerkung zur Stochastik", wieder ein Glanzlicht von Maximillian Buddenbohm. Solche Texte wird man später in einem seiner Bücher vorfinden.

[5:27] Freier Tag 2/4. Tage ohne Alkohol: 1596 = 228 Wochen.

Montag, 27. April 2020

[19:38] "...rate ich dir: Geh es langsam an. Das war schon immer dein Tempo." (Hubert und Staller: Alles wird gut)

[19:19] "Wenn uns das Wenige, was wir haben, ausgeht, dann sehen wir so aus:" Hausärzte ziehen sich aus Protest aus - Protest gegen den Mangel an Schutzkleidung.

[18:31] Hörspielzeit im Deutschlandradio. "Über die Kunst in Zeiten der Isolation - Mein hohles Herz singt Lieder der Versammlung". - Eine Collage entstanden zur Zeit des körperlichen Abstands."

[13:11] Nach 4 Schichten = Freier Tag 1/4. Tage ohne Alkohol: 1595.

Sonntag, 26. April 2020

[18:26]

[17:00] Der Künstler Daniel Beerstecher lief Marathon (Walk In Time), allerdings mit 0,12 km/h, also 120 m/h, und praktiziert dabei Zenmeditation.

[16:50] 4. Schicht. Vor Nachtdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 1594.

Samstag, 25. April 2020

[17:20] Von Sartre zum Sixpack weist nach, wie uncool einst Sport war und wie sehr sich die Sichtweise auf unseren Körper in den letzten Jahrzehnten geändert hat.

[16:01] Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein. (Victor Hugo)

[15:49] "Der liebe Freund sagt, er sei jetzt wieder bei Fakebook. Menschen wie er könnten es sich nicht leisten, da wegzugehen, wenn sie sich nicht isolieren wollten. – Mich macht eine Welt wütend, in der es ohne das nicht mehr geht. Vielleicht machen mich auch Leute wütend, die Kontakte anders nicht mehr pflegen. Daß Freundschaft jetzt offenbar auch einen Stecker hat." (mouches volantes) - Ich bin einer von denen, die ihr Facebookaccount allein wegen der Kontakte beibehalten, die sonst nicht mehr möglich wären.

[11:11] Bei der Kulturzeit bin ich beim 14. Februar angekommen. Erstmals überhaupt wird ausführlich von Corona berichtet. Spannend, noch mal zu verfolgen, wie es losging, was damals gesehen und wie es eingeschätzt worden ist und wie das mit dem korreliert, was wir heute wissen und erleben.

[7:11] 3. Schicht. Vor Nachtdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 1593.

Freitag, 24. April 2020

[16:33] 2. Schicht. Nach Frühdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 1592.

Donnerstag, 23. April 2020

[17:55] Ich kam trotz des schweren ersten Dienstes auf der neuen Station im Vollbetrieb doch ganz entspannt nach Hause, schaltete den PC ein und sah im ersten Bericht zum Film "Für Sama" solch entsetzliche, erschütternde Szenen (Reanimation eines Neugeborenen!!), daß mir der Nachmittag stimmungsmäßig vehement zerbröselte.

[17:37] Margarete Schütte-Lihotzky, ein Name, den mir die heute gesehenen Kulturzeit brachte und dem ich zum ersten Mal begegne.

[16:52] Plötzlich, wenn man wieder arbeitet, schwindet die verfügbare Zeit. Hatte ich fast vergessen. Ich kam heute auf direktem Weg (ohne Lebensmitteleinkauf) vom Frühdienst und war 15.35 Uhr zuhause, startete den Rechner, um die Routinearbeiten abzuleisten: Tee kochen, Verräumen von Sachen, Hochfahren des Rechners, Downloads der notwendigsten Sendungen des Vortages (Kulturzeit, Nachrichten, SOKOs, Tatort, Polizeiruf 110), E-Mails & WhatsApps der letzten 24 Stunden sichten. Und schon ist es 16 Uhr! Daraufhin gucke ich den Rest einer gestern Abend aus Müdigkeit unterbrochenen Kulturzeit-Sendung und schiebe gleich eine weitere hinterher. Nebenher so einige Schreibtischarbeiten, u.a. eine Mahnung entdeckt, weil ich im März eine Rechnung meines horen- Abonnements übersehen habe. Post vom Optiker, der mir alljährlich zum Geburtstag (18.4.) einen Gutschein anbietet, heuer einen kostenlosen Sehtest, den ich wahrnehmen werde. Auf Arbeit vergaß ich streßbedingt die Flüssigkeitsaufnahme und hole sie nun mittels Schwarztee + Kaffee nach, die ich allerdings nur bis 18 Uhr zuführen sollte, damit ich später einschlafen kann. Jedes Teammitglied erhält zum Geburtstag ein Geschenk, welches man selbst bestimmen kann. Ich hatte mich für einen, tja, wie nennt man diese Thermogetränkebecher, die mit dem To-go- Zeitalter Einzug in fast jede Hand gehalten haben, so nun auch in meine? Unterwegs verbrannte ich mir sofort die Zunge am heißen Früchtetee. Die Straßenbahn war rammelvoll. Fast chancenlos, eine Ecke zu ergattern, in die man ungestört hineinatmen kann und in der man ungestört vom Atem anderer ist. Die Verkehrsbetriebe sollten den 15-Minuten-Takt wieder auf den 10-Minuten-Takt erhöhen, damit man sich nicht auf die Pelle rückt und in zwei, drei Wochen nicht beatmet auf einer ITS liegt. Um 4.15 Uhr, wenn der Wecker klingelt, überhaupt in die Senkrechte zu kommen, muß ich zwischen 20 und 21 Uhr ins Bett gehen. Dann höre ich noch verschiedene Audiobeiträge des Deutschlandfunks und muß sie an Arbeitstagen beschränken, weil ich mit dem Programm gar nicht durchkäme. Optimal bzw. minimal wären das: "studio 9 - der Tag mit..." (30'), DLF - der Tag" (25'), "DLF Nova - Update" (30'), Presseschau (5'), Internationale Presseschau (8'), Kulturnachrichten (10'), Politisches Feuilleton (5'), Wissensnachrichten (5') - was geschlagenen 2 Stunden aktiven Hörens entspricht. Wie gesagt, das Minimum! Alle anderen Sendungen werden optional dazu geschoben, so daß ich, wenn ich's darauf ankommen ließe, täglich locker 5 bis 6 Stunden zu tun = hören/sehen hätte, OHNE auch nur eine Unterhaltungssendung wie eine SOKO-Folge, einen Polizeiruf 110 oder einen Tatort anzuklicken. Ich könnte ohne Broterwerb meine Tage, so wie ich es während der langen Monate der Arbeitsunfähigkeit handhabte, füllen. Langeweile ist wirklich nicht das Thema.

[15:42] 1. Schicht. Nach Frühdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 1591.

Mittwoch, 22. April 2020

[7:36] Urlaub 10/10. Tage ohne Alkohol: 1590.

Dienstag, 21. April 2020

[19:49] Gehört: Im Himmel gibt's kein Bier, drum trink ma's hier.

[17:13] Die Coronapandemie könne zu einer moralischen Erschöpfung führen, mutmaßt die amerikanische Psychologin Ramani Durvasula.

[17:07] Es sind keine beruhigenden Nachrichten, daß Covid-19 vermutlich weitergehende Schäden anrichtet als eine schnöde Lungenentzündung, nämlich Gefäß- und Organschäden, und daß nun vermehrt obduziert wird.

[11:19] Retweet: "Stimmt die Chemie nicht, fällt Biologie eben aus." - Hatte ich schon mal erwähnt, daß Twitter einfach großartig ist?

[10:21] Immer wieder Kostbarkeiten aus der Sesamstraße, auch für uns Depressive (via Maximillian Buddenbohm)

[9:39] Den schönen Ausdruck "die Welt vor uns selbst retten" aufgeschnappt.

[9:17] Warum die Tagesschau die Absage des OKTOBERfestes im April als EILmeldung deklariert, ist eine Wunderlichkeit in diesen Aufmerksamkeit heischenden Zeiten.

[9:00] Ich entdeckte vorhin ein Weblog (Der Emil) und lese mich, nachdem mich der jüngste Beitrag gefangen und das Wort "teilstationäre Therapie" getriggert hatte, durch dessen Archiv und freue mich, weil mir das Bauchgefühl andeutet, hier auf eine Perle gestoßen zu sein.

[8:53] "Leipzig, Osten. Er war der Liebe nie nah. Jedes Gefühl das in ihm mit romantischer Farbe auch nur leicht angestrichen war erstickt er hart. Wer wollte ihm nah sein, einem Mann aus zerbrechlichem Glas das sich zu seiner Qual nach jedem Bruch neu zusammensetzte." Als hätte Srdan Majstorovic mit diesem Tweet MICH beschrieben. Im Leipziger Osten. Und mit dieser schizoiden Psyche.

[8:22] Mal sehen, wie rasch die Evolution schaltet und die ersten Babys mit Mundschutz geboren werden.

[7:57] Der ernste Leser will ein besseres Buch schreiben. (Georg Steiner)

[7:13] Urlaub 9/10. Tage ohne Alkohol: 1589 = 227 Wochen.

Montag, 20. April 2020

[16:23] Retweet: Ich bin beim Aufstehen ungünstig auf meine Laune getreten.

[16:22] Retweet: Wenn jemand aus meinem Leben geht und hofft, ich renne hinterher, dann tut's mir leid. So sportlich bin ich nicht.

[16:02] Retweet: Mein Körper hat inzwischen so viel Seife und Desinfektionsmittel absorbiert... Beim Pinkeln reinigt sich die Toilette von selbst.

[15:55] Retweet: Rentenbescheid: Im Jahr zwotausendleckmichfettistdasnochlang bekomme ich pro Monat voraussichtlich scheißeistdaswenigkomma72cent.

[10:24] Virtuelle Büchermenschen = Lesende mit Internetzugang möchten und können einen Kanon der Weltliteratur erstellen helfen.

[9:58] 'Die Krankheit der anderen' - Was große Erzählungen der Weltliteratur über Epidemien sagen.

[7:05] Urlaub 8/10. Tage ohne Alkohol: 1588.

Weißer Sonntag, 19. April 2020

[18:55] "Tot sein ist wie deppert sein. Alles anderen merken's, du selber nicht." (München Mord - Was vom Leben übrig bleibt)

[17:53] Selektive Wahrnehmung ist derzeit ein Thema für mich. Seit Beginn der Coronapandemie fallen mir in den Sendungen und Folgen, vermehrt Situationen auf, die einen Bezug dazu haben. Entweder geht es um Beatmungen, Abstand halten, Vireninfektionen oder wie eben in ChicagoMed S02E14 um Triagierung nach einem Massenanfall von Verletzten, wo entschieden werden muß, wer nun die Notfallkonserven (Blut) oder das Beatmungsgerät bekommt, d.h. wo entschieden werden muß, wem medizinische Hilfe zukommt und wem nicht, wer also im Notfall zum Sterben verurteilt ist. Erst gestern ein wissensförderndes Feature über Triage im DLF gehört.

[11:55] "Ich möchte, daß du mir den BH so aufreißt, als wäre es dein Rentenbescheid. - Und jetzt fummel an mir rum, als würdest du deine Brille suchen". (Dirty Grandpa)

[11:47] Retweet: Schlimm, wie eine Wohnung aussieht, wenn man mal so richtig drinnen wohnt.

[11:02] In einem Beitrag über historische Vorstellungen von der Unterwelt gelernt, daß der Garten Eden 60mal größer als Ägypten sein soll.

[9:14] Retweet: "Wie war deine Nacht?" "Die war schon?"

[9:12] Retweet: Ich gehöre zu der Art, die vom Einschlafen bedroht ist.

[9:00] Retweet: Memento moin.

[8:02] "Der sture Neinsager ist der Unangenehmste und Nichtgewollteste in unserer Gesellschaft." August Diehl über seine Rolle des Franz Jägerstätter im Film "Ein verborgenes Leben".

[7:40] "Der Hass der Loser auf diejenigen, die es zu etwas gebracht haben, ist ein ewiges Phänomen, das man stoisch ertragen muss, denn Reichtumstoleranz ist sehr selten." Was Norbert Bolz hier absondert, kommentiere ich bei mangelndem Rechtsschutz besser nicht.

[7:00] Urlaub 7/10. Tage ohne Alkohol: 1587.

Ostersonnabend, 18. April 2020

[11:57] Ich gucke gerade Bosch S06E01 und höre, daß es in den USA offensichtlich auch so eine Art Reichsbürger gibt, die einzig das so genannte Common law gelten lassen und in der deutschen Synchronisation "souveräne Bürger" genannt werden.

[11:44] Retweet: "Man muß lernen, auch mal Nein zu sagen." "Möchten Sie ein Glas Wein?" "Nein, zwei bitte!"

[11:42] Retweet: Corona 9 Monate später. Richter: "Wer ist nun der Vater?" - Mutter: "Keine Ahnung, er trug eine Maske."

[11:33] Retweet: Ich könnte so nachtragend sein. Wenn nur mein Gedächtnis besser wäre!

[10:16] "3 Tage in Quiberon" ist noch bis zum 21. in der arte-Mediathek verfügbar.

[9:12] Retweet: Ihr habt doch auch schon mal drüber nachgedacht, dass diese Welt eigentlich eine völlig aus dem Ruder laufende Simulation ist, oder?

[8:00] "Hier ist offensichtlich sauber gemacht worden. Ein Topf, zwei Teller, dafür macht man doch keinen Geschirrspüler an." "Das kann keine Schwäbin gewesen sein." (Tatort E505: Bienzle und der süße Tod)

[7:54] Da in Sachsen ab Montag Maskenpflicht im ÖPNV und in den Geschäften herrscht und ich weder Masken besitze noch basteln noch kaufen werde, werden alte Schals und Tücher reaktiviert. Solche Dinge dürften als Erbmasse, ähnlich wie Bettwäsche, in jedem zugemüllten Haushalt, vor allem wenn man jahrzehntelang nicht umgezogen ist, in rauhen Mengen herumliegen, so daß ich davon ausgehe, bei meinem Vater fündig zu werden. Für irgend etwas muß die Horterei schließlich gut gewesen sein.

[7:48] Pathologie = postmortale Klugscheißerei. (Tatort - Bienzle und der süße Tod)

[7:12] Retweet: Eine Schulter zum Ausweinen, eine Armbeuge zum Reinniesen.

[7:11] Urlaub 6/10. Tage ohne Alkohol: 1586.

Osterfreitag, 17. April 2020

[20:06] 
angstbekommen

[15:21] Ab Montag herrscht hier in Sachsen Maskenpflicht. Da brauche ich mir mit schizoider Persönlichkeit doch nichts extra kaufen, oder?

[10:20] "Impotent, taub und blind - der Klassiker unter alten Leuten, die nicht kooperieren wollen." (Kommissar Cain S03E03)

[9:00] "Vom Nutzen der verlorenen Zeit" - Eigentlich ist JETZT doch der perfekte Zeitpunkt, Marcel Prousts 'Auf der Suche nach der verlorenen Zeit' zu lesen.

[8:56] Joachim Scholl im Gespräch ("Weiterhin Abstand halten - wie machen wir das Beste draus?") mit Svenja Flaßpöhler.

[8:47] Interview mit dem Regisseur Dirk Kummer der Mini-Serie "Warten auf'n Bus" (Trailer), die an einer Busendstelle in Brandenburg spielt, sich um zwei biertrinkende Endvierziger dreht und in der ARD-Mediathek abrufbar ist.

[8:23] Ich bin auf der Suche nach diesem "Suizid-Verbotschild" rechts vom Kommissar (im Polizeiruf 110 "Schellekloppe" von 1999).

[7:21] Retweet: Die Routine wird berechnet.

[7:20] Urlaub 5/10. Tage ohne Alkohol: 1585.

Osterdonnerstag, 16. April 2020

[16:44] Im Radio wurden die angekündigten Maßnahmen der Bundesregierung als "Coronalockerungsübungen" bezeichnet.

[16:44] Retweet: "3,99 Euro für den Jahresplaner waren wohl eine Fehlinvestition."

[16:12] "Der Tod ist kein Fremder" - Der Arzt Maxim Schneider über Intensivmedizin, unseren Umgang mit dem Tod. "Man muss sich die Perspektive vor Augen führen, dass eine intensivmedizinische Behandlung einen sehr alten, kranken Körper auch nicht wieder gesund machen kann."

[13:08] Retweet: "Ist das die Selbsthilfegruppe für Naive?" "Ja, und heute lernen wir, giftige Pflanzen an ihrem Geschmack zu erkennen."

[12:25] "Ich erwarte dringend einen Ihrer durchdachten Pläne, Sir." (Blackadder S02E01)

[10:41] Retweet: Ich habe in den letzten Tagen intensiv an meinem" Ist nicht für mich" Gesicht gearbeitet. Gehe jetzt in die Apotheke, um mir peinliche Salbe zu kaufen.

[10:14] Ein Artikel, in dem die mir unbekannten Wörter "Mikrobiom" und "Dysbiose" vorkommen und inwieweit Mikroben unser Leben beeinflussen bzw. wie sehr Menschen auf Kontakte mit Mitmenschen angewiesen sind.

[7:38] Urlaub 4/10. Tage ohne Alkohol: 1584 = 63 Monate.

Ostermittwoch, 15. April 2020

[17:17] "Es macht alles schwerer, wenn man so ist wie ich." (Home Before Dark S01E04)

[15:23] "Pigmentokratie" - Je weißer deine Hautfarbe, desto besser. (Law and Order UK S08E01)

[14:37] Interview mit Martin Schröder über Zufriedenheit. Ausführliche Daten und Zusammenhänge in seinem Buch "Wann sind wir wirklich zufrieden? Überraschende Erkenntnisse zu Arbeit, Liebe, Kindern, Geld". - Faszinierend sind die noch evidenten Geschlechterrollen. Für Mütter spielt die Anzahl der Arbeitsstunden keine Rolle. Väter dagegen sind um so zufriedener, je mehr sie arbeiten (bis zu 50 Stunden wöchentlich). Noch paradoxer: auch die Ehefrauen der Männer sind zufriedener, wenn die Ehemänner länger aus dem Haus sind.

[11:33] Bei Claudia Klinger in einem heute neuen Blogpost kommentiert: "Die Leere eine Lehre sein lassen, nehme ich mir aus noch ganz anderen Gründen vor, aber durchaus auch wegen Corvid-19. Verblüffend finde ich das vielfach geäußerte Bedauern über fehlende körperliche Nähe (Umarmungen, Berührungen), welches ich mit meiner SPS nicht nachempfinden kann, weil ich den Unterschied nicht kenne. Körperlichkeit gab es in meinem Leben nicht, so daß ich nicht nachfühlen kann, was ich vermissen würde. Für die durch Corona mandatorischen Umstände = Ein/Beschränkungen bin ich infolge jahrzehntelang praktizierter Isolation bestens geübt." - Nachtrag I: "Die Begrüßungskontakte wie Umarmungen und die, bei der polnischen Verwandtschaft, komplexeren 3-Küsse-Variante kenne ich freilich auch. Gemeint waren die in vielen Äußerungen geschilderten Berührungen zwischen Eltern und Kindern und natürlich Partnern. / Was ich paradoxerweise zurzeit vermisse, sind technische Voraussetzungen für Videokonferenzen, vor allem das technische Verständnis dafür. Weder WebCam noch funktionstüchtige Smartphonekamera."

[11:31] Mich interessiert die Differenz der Sterbefälle zwischen der Gesamtzahl aller jetzt Verstorbenen und der Gesamtzahl aller in den, sagen wir, zehn Vorjahren zur selben Zeit Verstorbenen. Wieviel mehr Todesfälle JETZT im Vergleich zu den Vorjahren zu verzeichnen sind. Bei monatlich zwischen 80.000 und 90.000 Toten nehmen sich 3.500 Coronatote wenig spektakulär aus. Ich suchte betreffs Sterbefallzahlen nach Datenbanken und fand Zahlen beim Statistischen Bundesamt und Eurostat. 2018 sind in Deutschland insgesamt 954.874 Menschen verstorben. Monatliche Vergleiche der Todesfallzahlen, selbst für 2019, werden in dieser Datenbank sichtbar. Die tägliche Situation rund um Corvid-19 ist bei der WHO wohlgeordnet seit dem 21. Januar festgehalten. Weitere Datenübersichten sind über das Statistische Bundesamt zugänglich.

[8:44] Bukahara mit dem wundervollen "Happy"

[8:36] "Es ist ja auch so, für den Rest unserer Leben werden wir alle, wann immer eine Gegend, eine Straße oder ein Ort eigentümlich leer sein werden, unweigerlich “Das sieht ja aus wie damals bei Corona” sagen müssen – und die Enkel werden irgendwann die Augen rollen dabei und leise stöhnen: 'Ja, ja, ist gut.'" (Maximillian Buddenbohm)

[7:31] Retweet: "Auf einer Skala von 1 bis 10, wie müde sind Sie? Hallo? Hallo? Nicht auf die Skala sabbern!"

[7:22] Urlaub 3/10. Tage ohne Alkohol: 1583.

Osterdienstag, 14. April 2020

[18:20] Retweet: Ich habe die 100-Tage-Testversion von 2020 durch. Wo kann ich jetzt kündigen?

[15:47] Während einer Streiterei zwischen zwei Eheleuten, davon die Frau stationär auf der Onkologie: "Ich habe Krebs, sollte ich da nicht eigentlich immer Recht bekommen?" (New Amsterdam S01E16)

[11:15] "Die Erleuchtung ist für den spirituellen Sinnsucher das, was der Mount Everest für den Bergsteiger ist." Sabine Fringes macht sich auf die Suche nach dem allesumfassenden Durchblick.

[11:12] Ein Gespräch mit dem Philosophen Norman Sieroka über die Zeit in Zeiten von Corona.

[7:57] Urlaub 2/10. Tage ohne Alkohol: 1582.

Ostermontag, 13. April 2020

[18:54] Retweet: "Ich habe die Lösung!" "Für welches Problem?" "So weit bin ich noch nicht."

[18:40] Cartoons I: Abendmahl / Der Schrei / Triftiger Grund / Corvid-19-Globus / Die glorreichen 2 / Homeoffice / Nestflix / "Würfel-Zen" / Ostern 2020 / Jägerschnitzel / Karfreitag / Coronakäppchen / Renaissance with modern Twist / Masken nähen / Hatschi / Laß mein Volk ziehen! / Das ist kein Corona / Die Zeiten ändern sich / Erschöpfendes Gebet / Stay Höme / Revier markieren / Selbstisolation / Corona-Frühling / Selbstkenntnis / Besuch - kein Besuch / Zynismus / Apokalypse / Fahrplan in Corona-Zeiten / Hustenmützchen / Ravioli / Kollekte / You are not a robot / Kommunion / Coronasutra / Coronale Zeiten / How do you wish to pay / Frühling / Tarzan & Handcreme / Gottesweg / Was macht die Diät?.

[15:38] Ostergruß aus der Musikstadt Leipzig

[12:21] "Eine komische Sache das mit der Wahrheit. Sie wirkt selten befreiend." (Chicago Med S02E13)

[11:50] Behandelnder Arzt: "Wie lautet Ihr Urteil?" Konsilärer Psychiater: "Definitiv im roten Bereich auf der Exzentrizitätsskala." (Chicago Med S02E13)

[11:47] In dergleichen Serienfolge von Chicago Med hörte ich erstmals vom Begriff Tulpa.

[11:39] Kleine Schlaglichter aus dem US-Gesundheitswesen liefern, so komisch das klingt, TV-Serien: "Diabetesstudien sorgen dafür, daß die Lichter nicht ausgehen." (Chicago Med S02E13)

[10:55] Ein paar aktuelle Links zu Inhalten der Mediatheken können nicht schaden: "Every Thing Will Be Fine" (Wim Wenders) / "Habemus Papam" (Nanni Moretti) / "Sabotage" (Hitchcock) / "Der Mann, der zuviel wusste" (Hitchcock) / "Jung und unschuldig" (Hitchcock) / "Der Tod von Ludwig XIV." (Albert Serra) / "Nachts, wenn der Teufel kam" (Robert Siodmak).

[9:16] Freunde aus den Zeiten meiner Pflegeausbildung (1991-1994) videochatten coronabedingt öfter. Mir fehlt das technische Equipement und ich es kann es aktuell infolge der geschlossenen Läden nicht kaufen. Sprich Webcam. Eine vor mehr als elf Jahren gekaufte und seitdem nur in der Schublade herumliegende Webcam konnte bei zu alten und von Windows 10 nicht mehr unterstützten Treibern nicht mehr zum Leben erweckt werden. Das Betreiben per Smartphone, indem ich das erforderliche Jitsi Meet installierte, scheitert an zwei Makeln: die Handykamera ist seit Jahren defekt und der Speicherplatz für neue Apps zu gering. Meine Psychotherapeutin würde das hier Geschilderte nahtlos als Emanation meiner schiozoiden Persönlichkeit sehen, wofür tatsächlich einiges spricht. Daß ich Kontakt nicht wirklich anstrebe, daß ich mich verweigere und entziehe. Trotzdem würde ich gerne mit den Freunden reden und die Kontakte lebendig erhalten. Bilde ich mir jedenfalls ein, gehe ich davon aus. Ich bräuchte eben entweder eine Webcam oder ein neues Smartphone. Mein vor wer weiß wieviel Jahren im Rahmen eines Datenvertrages bei (damals Simyeo, jetzt:) Blau dazu bekommenes betagtes Samsung Galaxy Tab 4 kostete mich nix (war im Vertrag inbegriffen). An sich wollte ich gänzlich ohne mobiles Gerät weitermachen und kümmerte mich nie darum, ein moderneres anzuschaffen, wozu Durchblick und also Vorrecherche gehört, damit sich eine Entscheidung fällen läßt. Allerdings ändert Corona den Blickwinkel und die Einschätzung der Lage. Ohne Smartphone auszukommen schnitte mich von der Außenwelt je mehr ab. Zwar bindet und fesselt es Aufmerksamkeit & Konzentration, verbindet jedoch genauso, stiftet und unterhält Beziehungen.

[8:56] Selbstverständlich ist Urlaub, egal wie lange, egal wann, schön. Schön, weil man nicht arbeiten muß. Aus zwei Gründen wäre es mir lieber gewesen, wenn der heute beginnende später, sagen wir in vier Wochen, stattgefunden hätte. Zum ersten wäre ich gerne noch in dieser Etablierungsphase unserer Station dabei gewesen, um mitzugestalten und mitzubekommen, wie was wann wo ist, stattfindet, durchgeführt oder organisiert wird. Die Kollegen haben, wenn ich wiederkomme, einen Vorlauf, was einem Perfektionisten wie mich, der stets Angst hat, die Kontrolle aus den Händen geben zu müssen, wurmt, vielmehr jedoch: verunsichert. Zum zweiten fühle ich mich, der ich erst seit 26. März nach fünf Monaten Nichtarbeit tätig bin, nicht urlaubsreif. Aber einem geschenkten Gaul...

[7:45] Urlaub 1/10. Tage ohne Alkohol: 1581.

Ostersonntag, 12. April 2020

[18:05] Nach Frühdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 1580.

Karsamstag, 11. April 2020

[17:04] Nach Frühdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 1579.

Karfreitag, 10. April 2020

[18:05] Retweet: Hört auf, von Herdenimmunität zu faseln, wenn es schon an Schwarmintelligenz scheitert.

[17:47] Eben aus dem eigenen Tagebuch herausgefischt: "Gute Tage unterscheiden sich von schlechten bei mir nur durch die graduellen Stärke des Gefühls, mein Leben verpfuscht zu haben."

[16:21] Retweet: Und immer dran denken, ihr dürft keine Babys aus dem Fenster halten, nur weil ihr eine Maske tragt.

[14:32] Audio-Sammelsurium: Zufriedenheit in dieser Zeit / Singles in Zeiten von Corona / Der zerbrochene Spiegel - Über die Angst vor der Hässlichkeit / Das Wetter vor 15 Jahren (Hörspiel nach Wolf Haas' Roman) / Essay und Diskurs - 1001 Nacht gegen 114 Suren? / Interview mit dem Soziologen Hartmut Rosa über den Einbruch des Unverfügbaren.

[13:45] Retweet: Hättest du geschwiegen, niemand hätte gemerkt, wie doof du bist.

[7:28] Nach 2 Schichten = Freier Tag 1/1. Tage ohne Alkohol: 1578.

Gründonnerstag, 9. April 2020

[10:51] Aufgrund des Dauernachtdienstes kam ich in den Genuß eines starren Dienstschemas, welches mir nach vier geleisteten Schichten stets drei aufeinander folgende freie Tage garantierte, wovon ich mich, das war mir klar, mit der Rückkehr in den "normalen" 3-Schicht-Dienst verabschieden mußte. Hinfort kommen zerstückelte Dienste und, was ich immer als Zumutung empfinden werde, einzelne freie Tage auf mich zu. Daß ich vor drei Jahren meine Wochenarbeitszeit von vierzig auf zweiunddreißig Stunden reduziert habe, begründete sich in der Notwendigkeit, mich in diesem Beruf noch regenerieren zu können. Nun werde ich mit einem Dienstplan konfrontiert, der oft so ähnlich aussehen wird: 2 Schichten, 1 freier Tag, 4 Schichten, 2 freie Tage, 2 Schichten usw. Das heißt, die Kette von drei aufeinanderfolgenden freie Tagen, die mir durch die Reduktion eigentlich innerhalb einer Woche zustände, wird nur noch sporadisch gewährleistet. Stattdessen werde ich vorwiegend mit bloß zwei freien und eben den vermaledeiten einzelnen freien Tage vorlieb nehmen müssen. Der im Bau befindlich Mai-Dienstplan zeigt das deutlich. Und morgen ist, seitdem ich wieder arbeiten gehe (= die dritte Arbeitswoche), der erste dieser einzelnen freien Tage. Himmelherrgott!

[10:04] Im gestrigen Spätdienst einen Vorgeschmack bekommen, wie harsch die Arbeit werden kann, sobald auf Station alle 38 Betten voll belegt sind. Der Nachmittag bis in die Abendstunden hinein war eine Katastrophe, ein ständiges Reagieren auf gerade hereinkommende Ärzte, die etwas wollten, etwas anordneten; hereinkommende Transporteure, die Patienten oder Materialien holten oder brachten; dazu die noch ungeklärten Fragen, die sich aus der Situation ergeben, daß man noch nicht alle Abläufe, Telefonnummern, Örtlichkeiten weiß, daß man stetig suchen und fragen muß, daß Dinge fehlen oder nicht beherrscht. Zum Beispiel standen wird vor einem uralten Infusionsapparat, der optisch eher eine Entsorgung auf dem Wertstoffhof nahelegte und der uns ein "Try and Error" auferlegte und logischerweise Zeit kostete, bis die Infusion schließlich lief, was ich dem Gerät wirklich kaum noch zugetraut hätte. - Erfahrungsgemäß weiß ich, daß solche Phasen als desaströs und Angst einflößend empfunden werden. 2004, als wir in den Klinikneu/anbau nach Grünau zogen, 2012, als zwei Stationen sich zu einer riesigen 72-Betten-Station vereinigten war unsere Überforderung und Konfusion ähnlich und die Befürchtung, dem nicht gewachsen zu sein, ebenso virulent. Deswegen und weil sowieso keine Alternative besteht - wir müssen so oder so durch - gilt es, den Arsch zusammen-, die Brust rauszudrücken und den Alkohol gefälligst im Supermarkt zu lassen.

[8:45] 2. Schicht. Vor Spätdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 1577.

Karmittwoch, 8. April 2020

[10:58] So, die finanzielle Lücke ist geschlossen. Obwohl ich den Nachweis seitens der Rentenversicherung noch nicht getätigt habe, überwies die Krankenkasse anstandslos die Zahlung für den letzten, längeren Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit vom 27. Februar (Abbruch der Wiedereingliederung) bis zum 25. März (letzter AU-Tag)

[10:30] "Schlaf-Apnoe" - "Schlapp-Apnoe".

[10:29] Legendärer Ausspruch eine älteren Kollegen bei pflegerischen Verrichtungen: "Ich muß mal an Ihre Wäsche. Aber nur professionell!"

[10:24] "Da leben wir in einer allesüberragenden Zeit und träumen davon, möglichst rasch über sie hinwegzukommen." (Michail Prischwin)

[9:11] Für alle diejenigen, die den Begriff Chupze nicht kennen. Chupze ist in etwa, Vater und Mutter erschlagen und anschließend Waisenrente beantragen. (Martin Rabanus, SPD)

[8:50] 1. Schicht. Vor Spätdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 1576.

Kardienstag, 7. April 2020

[19:50] "Ich weiß einfach nicht, wo einer wie ich heute noch reinpaßt." (Bordertown S01E01)

[18:44] "Wissen Sie, was das Schöne ist an totalitären Ordnungen? Man sieht sofort den Fehler." (Professor T. - Die Abrechnung).

[17:54] Graffito in der Eisenbahnstraße (Haltstelle Hermann-Liebmann-Straße): "Im Kopf ist mir kalt".

[17:45] Ich gucke des öfteren neue Serien an und oft auch weiter und bisweilen gar zu Ende. Heute beginne ich "Home before Dark" und weiß nach den ersten zahn Minuten schon, daß ich einen Treffer gelandet habe. Mein Bauchgefühl bei der Auswahl unter so vielen Serien ist bewundernswert, gell?

[15:55] Immer wenn es mir sehr schlecht geht, gucke ich diesen, inzwischen zehn Jahre alten Flashmob aus Kanada.

[11:44] "Das ganze Spektrum zeitgenössischen bildkünstlerischen Schaffens im Freistaat möglichst umfassend abzubilden, ist das langfristige Ziel dieser vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst initiierten 'Werkdatenbank Bildende Kunst Sachsen'".

[11:20] Gleich geht's los zur dritten Sitzung beim Psychotherapeuten. Oder: auch so kann man den einzig ordentlichen freien Tag zerschreddern.

[10:11] Freier Tag 2/2. Tage ohne Alkohol: 1575 = 225 Wochen.

Karmontag, 6. April 2020

[19:13] Retweet: Scheiß auf den Spargel. Haben die Weinbauern genug Leute?

[19:07] Retweet: Ihr Leben wird gerade neu konfiguriert. Bitte schalten Sie die Hoffnung nicht ab.

[13:33] Nach 4 Diensten und Nachtdienst 2/2 = Freier Tag 1/2. Tage ohne Alkohol: 1574.

Psalmsonntag, 5. April 2020

[14:33] In Frankreich bekamen einige Pflegekräfte Briefe, in denen sie aufgefordert wurden, wegzuziehen.

[14:11] 4. Schicht. Vor Nachtdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 1573.

Samstag, 4. April 2020

[18:49] 3. Schicht. Vor Nachtdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 1572.

Freitag, 3. April 2020

[10:10] Bis zum letzten Tag im unklaren gewesen. Die Station, auf der ich seit unserem Umzug an den Standort Grünau 2004 gearbeitet hatte, gibt es nicht mehr. Seit dem 1. April besteht eine neue Station in Eutritzsch, dem Hauptstandort des Klinikums St. Georg. Sie umfaßt 38 Betten (Gastroenterologie und Diabetologie), verteilt auf einem die Länge des Pavillons umfassenden, winkeligen Gang. Pavillon heißt Altbau, hohe Fenster, hohe Decken, Kompaktheit, ganz anders als der lichtdurchflutete Neubau am alten Ort. Die sanitären Anlagen im Patientzimmer entsprechen nicht dem bisher geschätzten Standard; vor allem fehlt die Dusche; ein schnöder Vorhang trennt das Waschbecken vom Rest des Zimmers. An die Gepflogenheiten und Gegebenheiten müssen wir uns gewöhnen, die Strukturen und Abläufe erlernen bzw. teilweise selbst etablieren; denn wir sind als beinah komplettes Team gewechselt und fremdeln dementsprechend. Gestern war mein erster Dienst, in dem ich mehr herumgeirrt bin, als strukturiert und effizient tätig gewesen zu sein. Ich merke mein Alter deutlich! Die jungen Kollegen scheinen den Wechsel und die mit ihm korrelierenden Herausforderungen besser zu verkraften und Härten leichter wegzustecken. Mein Arbeitweg führt nun nicht mehr nach Westen, sondern nach Norden - zeitlich ändert sich wenig, die Entfernungen und der Umstieg in eine andere Straßenbahn am Hauptbahnhof bleiben. Ich sollte mit etwas mehr als 1 Stunde pro Strecke rechnen, d.h. wenn ich um 13.30 Uhr den Spätdienst beginne, muß ich 12.15 Uhr aus dem Haus. Verlasse ich die Klinik um 22 Uhr, bin ich nach 23 Uhr zuhause. Meine gesundheitliche Lage ist momentan glücklicherweise dergestalt, daß ich den Belastungen gewachsen bin. Mich belästigen weniger der hier oft aufgeführten psychosomatischen Symptome.

[8:00] 2. Schicht. Vor Spätdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 1571.

Donnerstag, 2. April 2020

[9:04] Als großer Hinterherhinker gucke ich gerade die Kulturzeit vom 20. Dezember 2019, in der ein Beitrag über das Warten gesendet wird, wobei man selbstverständlich nicht ums Warten in der DDR herumkommt: auf ein Auto und die vielbeschworenen Schlangen vor Geschäften. In Coronazeiten, gerade auch vor den Supermärkten, warten wir wieder. Gestern vor Kaufland zirka 15 Minuten in der Kälte gestanden, bis ich eingelassen wurde. Ebenso wartet man beim Ein- und Aussteigen aus Bussen und Bahnen im ÖPNV, damit man dem anderen nur nicht zu nahe auf die Pelle rückt.

[8:55] Noch nie vom Freistaat Flaschenhals gehört, auf den ich durch den gleichnamigen Comic stieß. Mir ist durch Stefan Heym (1999 gelesen) nur Schwarzenberg geläufig.

[7:22] 1. Schicht. Vor Spätdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 1570.

Mittwoch, 1. April 2020

[14:11] Aufgrund der fünfmonatigen Arbeitsunfähigkeit und deren umständlichen bürokratischen Verwaltung (Lohnfortzahlung, Krankengeld, Rentenversicherung, Reha usw.) fehlen Einkünfte, was Monatsabrechnung & Haushaltsbuch klar aufzeigen. Der November und Dezember waren durch die Lohnfortzahlung gedeckt. Für den Zeitraum Januar + Februar fehlt mir etwas mehr als ein Tausender. Das Krankengeld für die (AU-)Zeit nach der Reha bis zum 25. März werde ich erst bekommen, wenn mir die RV einen Abschlußbescheid schickt, den die Krankenkasse bereits telefonisch bei mir anfragte, damit diese ihre Endabrechnung machen kann. Am Hungertuch nage ich beileibe nicht; trotzdem ist ein finanzielles Hinterherhinken insgesamt unschön.

[12:22] "... weil du ein Hosenscheißer bist, ein Feigling!" "Ich bevorzuge risikoneutral." (Hawaii Five-O S09E09)

[11:19] Damit mußte ich rechnen. Anruf vom Chef, ob ich nicht Karsamstag und Ostersonntag, an denen ich frei gehabt hätte, Frühdienst machen kann. Als Dauernachtdienstler hatte ich acht Jahre lang das Privileg eines fast unverrückbaren festen Dienstschemas mit drei freien Tage (montags, dienstags und mittwochs) und vier Diensten von donnerstags bis sonnstags. Als Dreischichtler und außerdem mit 32 statt 40 Wochenstunden verkürzt Arbeitender muß ich damit rechnen, immer wieder gebeten zu werden einzuspringen, wenn Dienste durch Krankheit u.a. besetzt werden müssen. So wächst das Überstundenkonto, so schwinden allerdings auch die freien Tage und - noch viel schlimmer - die zusammenhängenden freien Tage. Ich hasse einzelne freie Tage zwischen Arbeitszyklen! Durch die aktuelle Bitte einzuspringen bleibt am Karfreitag, dem 10. April, ein popeliger freier Tag nach zuvor vier und danach zwei Diensten. Mir kocht die Galle und das Hirn zermartet sich gleich wieder, ob ich mit dem Dilemma der psychosomatischen Zusatzlast dem überhaupt gewachsen sein werde.

[11:07] Eben gelernt, daß "minim" ein Helvetismus ist. Ich wollte das schon für einen Aprilscherz halten. Außerdem auch ein Raummaß.

[11:01] Retweet: 5 von 6 Personen finden russisches Roulette völlig ungefährlich.

[9:40] Retweet: Das wird nicht mehr lange dauern bis die Lockerungen kommen. Aber dann gehen wir sofort alle zusammen auf den Weihnachtsmarkt!

[8:55] Retweet: In einigen meiner Körperteile ist schon Wochenende.

[8:52] Retweet: *zieht voreilige Schlüsse* / *wird ermahnt* / *schiebt voreilige Schlüsse*

[7:54] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 1569.

Dienstag, 31. März 2020

[22:22] Coronaliteratur: "Drinnen hinter der Tür" / "Gullivers Bleiben" / "Die SARS-Chroniken"

[21:55] Retweet: Die Maya haben sich bestimmt nur verrechnet.

[19:50] "Als Journalist hast du heutzutage 'ne Direktfahrkarte zum Arbeitsamt." (Dexter S04E08)

[19:30] Yoga = Erleuchtungsgymnastik. (Dexter S04E08)

[19:29] Freier Tag 2/3. Tage ohne Alkohol: 1568 = 224 Wochen.

Montag, 30. März 2020

[9:17] Die erste Arbeitswoche besser als befürchtet geschafft. Zwar fühle ich mich alles andere als gesund, leide an Symptomen, welche meine Bedenken schüren, deren Ursache eher psychosomatischer Natur sind. Aber wer weiß das schon bis ins Letzte? Ich denke von Tag zu Tag, von Dienst zu Dienst. Der große Plan, ein umfassendes Szenario für meine Zukunft geht mir ab, existiert nicht einmal als Vorstellung, weil meine Hoffnung, ein gutes Leben zu führen und es noch längere Zeit führen zu können, nicht existiert. Die Nächte sind am schlimmsten. Das Frieren, Frösteln und Zittern hält an. Düsterste Gedankengänge und härteste Trostlosigkeit durch viele Stunden. Tagsüber körperliche Schwäche, Kraftlosigkeit, Schwindel und Kreislaufschwankungen. Erleichternd im Augenblick, daß der Stationsbetrieb nur auf Halbmast hängt, weil die Station normalerweise nur bis morgen betrieben werden sollte. Dieser ambitionierte organistorische Impetus könnte nicht aufgehen und der Betrieb noch bis mindestens Ostern weiterlaufen. Mir ist beispielsweise unklar, wo ich am Donnerstag zum Spätdienst erscheinen soll, ob noch auf "meiner" Station oder ob ich vorübergehend an ganz anderer Stelle arbeiten müßte. Jedenfalls waren die für mich ersten Dienste nach der fünfmonatigen Arbeitsunfähigkeit durch die reduzierte Patientenanzahl erleichtert. Wie ich mit meiner körperlichen und psychischen Verfaßtheit einem regulären Stationsbetrieb mit 36 bis 38 Patienten standhielte, steht auf einem anderen Blatt.

[8:41] Nach 4 Diensten = Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 1567.

Sonntag, 29. März 2020

[11:18] Neuentdeckung der US-amerikanschen Band Wayne Graham.

[10:44] Die Verschiebung von Blickpunkten und Aufmerksamkeiten bemerke ich, wenn ich Kulturzeitsendungen von momentan Mitte Dezember 2019 anschaue, wo Klimathemen vorherrschen, die Fridays-for-Future-Proteste, die Brände im Amazonas. Corvid19 weit weg. Daß ich mit mich interessierenden Sendungen so hinterherhinke, erweist sich hierbei als reizvoll, eben weil der Blickwinkel, unter dem ich die scheinbar vergangenen Aufreger sehe, so fremdartig erscheint und ganz andere Gedankengänge auslöst, als wenn ich die gestrige Sendung angesehen hätte. Wie schnell und gänzlich Themen in unserer schnellebigen Zeit auftauchen und verschwinden, erstaunt mich oft.

[10:10] Warum man die Influenzatoten nicht gegen die Corvid19-Toten aufrechnen darf.

[9:31] Domino's liefert unserer Klinik kostenlos Durchhaltepizzen!

[9:28] Vor 4. Schicht. Spätdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 1566.

Samstag, 28. März 2020

[9:17] Vor 3. Schicht. Spätdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 1565.

Freitag, 27. März 2020

[15:54] Nach 2. Schicht. Frühdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 1564.

Donnerstag, 26. März 2020

[18:04] Wir haben aus der Lust am Leben die Gier gemacht, nicht mehr sterben zu müssen. (Peter Strasser)

[17:38] Nach dem Frühdienst fuhr ich zu Kaufland und wurde, als ich das Gebäude betreten wollte, durch die Security aufgehalten von wegen Beschränkung der Kundenanzahl, durfte aber unverzüglich hineingehen. Als ich jedoch den Laden verließ, defilierte ich an einer zirka 50 Meter langen Warteschlange vorbei. Das werde ich mir in nächster Zeit ersparen, indem ich zu weiter abgelegenen Supermärkten (Richtung Paunsdorf - Aldi + Lidl) fahre. Übrigens wurde jeder von einem Kunden zurückgestellte Einkaufswagen wieder desinfiziert.

[16:20] Nach 1. Schicht. Frühdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 1563.

Mittwoch, 25. März 2020

[19:10] Gott = "der Herr im obersten Stockwerk".

[17:44] Retweet: Na, ich trinke meist Alkohol!

[17:27] Retweet: Dich mag ich, bei dir spuke ich, wenn ich tot bin.

[17:26] Retweet: Das Unangenehme mit dem Unnützen verbinden kann ich gut.

[17:25] Retweet: Pro und Contra des Arbeiten- Gehens... Pro: Gehen Contra: Arbeiten.

[17:14] "Helfen als Dilemma". Wenn man über Leben und Tod entscheiden muß. Ein DLR-Feature aus der Notfallmedizin und der Katastrophenhilfe.

[12:25] Retweet: 1999: Willst du mit mir gehen? 2020: Willst du meine zweite Person sein?

[10:38] Bei Aldi sprühte eine Mitarbeiterin Desinfektionsmittel auf die parkenden Einkaufswagen. Alle Frischbackwaren sind separat eingetütet. Tägliche Veränderungen. Auch auf Station hat man, wie unsere WhatsApp-Gruppe mitteilte, am Tresen eine Glaswand eingezogen, wozu es trotz intensiver Bemühungen in den 16 Jahren, die wir bereits im Grünauer Klinikneu/=anbau tätig sind, nie kam, weil unsere Anträge stets abgeschmettert wurden. Kommt Corona, kommt Glasschutzwand.

[9:41] Da es für mich als Langzeitkranken keinen Dienstplan gibt, rief ich meinen Chef (Stationsleitung) an, der mir beschied, morgen zum Frühdienst zu kommen. In welchem Modus ich überhaupt arbeiten soll, ob voerst weiter Dauernachtdienst oder im avisierten Dreischichtdienst, ist ungeklärt. Ich muß ohnehin, sobald ich einen Dienstplan habe, mit dem BEM (betrieblichen Eingliederungsmanagment) sprechen, um Gewißheiten zu erlangen, Regelungen treffen bzw. in die Wege leiten zu können. Morgen früh also 4.25 Uhr aufstehen - grauenvoll und eine Herausforderung nach so langwieriger Arbeitspause und acht Jahren im Dauernachtdienst, in denen ich niemals den Wecker morgens zu stellen hatte.

[9:38] Nachdem ich gestern stundenlang wegen einer fehlenden Markierung auf meinen AU-Schein durch Leipzig gegondelt war, fiel mir, als ich ihn heute Morgen brieffertig machen wollte, auf, daß das Kreuz nicht mehr auf "Folgebescheinigung", sondern, wie schon einmal, auf "Erstbescheinigung" stand, so daß ich eben zum dritten Mal innerhalb von vierundzwanzig Stunden in der Hausarztpraxis war. Mein Blutdruck ist dergestalt, daß die Hypotonie (Unterdruck) der vergangenen Wochen jedenfalls nicht zu beklagen ist.

[8:01] Krank 31/31. Tage ohne Alkohol: 1562.

Dienstag, 24. März 2020

[18:31] Retweet: Dass bei alten Fischern der Lachs ab ist, ist nur ein Aalauer.

[17:45] Retweet: "Ich habe mir eine neue Jogginghose gekauft." "Fürs Sofa?" "Zum Joggen." "Hast du kein Sofa?"

[17:39] Den Nutzungszwang von Einkaufswagen sollten wir nach der Corona-Pandemie unbedingt beibehalten.

[16:41] Es lebe die deutsche Bürokratie! Ein nahezu verhunzter Tag, nachdem ich telefonisch bei meiner Hausärztin vorfühlen wollte zwecks weiteren Vorgehens, zunächst an einer Mauer stetiger Besetzzeichen abprallte, schließlich doch in die Praxis fuhr, eine Bescheinigung für den Rententräger abstempeln ließ, diese zum Arbeitgeber brachte, wo mich ein Schild bremste, persönliches Vorsprechen im Personalbüro sei derzeit wegen Corona nicht möglich, ich durch Betteln gnädigerweise vorgelassen wurde und mit der Sekretärin komplizierte Erklärungen erörterte. Offenbar ist eine lange Erkrankung ein Kraftakt nicht nur für den Erkrankten selber, sondern auch alle am Papierkram Beteiligten. Letztendlich verlangen Arbeitgeber und Krankenkasse auf dem letzten AU-Schein ein Kreuz bei "Endbescheinigung", so daß ich heute Nachmittag nochmals zur Hausärztin fahren und mich zu erneuten Erklärungen aufschwingen mußte. Langer Rede, kurzer Sinn, ich habe mich nun entschieden, übermorgen regulär arbeiten zu gehen, d.h. ohne stufenweise Wiedereingliederung. Ich war am 21. des Monats fünf Monate hintereinander krank und kann jetzt nicht nochmals die Tortur einer Wiedereingliederung auf mich nehmen (Antragstellung, Warten auf Beginn + wochenlanges Einarbeiten), was bestenfalls weitere fünf Wochen umfaßen würde. Ich probiere, ob ich den Arbeitsprozeß so aus der Kalten heraus schaffe, wofür zwei Punkte sprechen. Zum einen wird unsere Station in 1 Woche aufgelöst. Wir sind also quasi Nachlaßverwalter und eher mit dem reibungslosen Zuendebringen befaßt als mit einem Stationsbetrieb auf vollen Touren. Zum anderen möchte ich auf der neuen Station am neuen Standort Eutritzsch im Norden Leipzigs von Anfang an dabei sein und den Neustart verzögerungsfrei & hautnah erleben und mitgestalten.

[13:38] Meine Panikkurve verlief bislang so: Als die Zahlen noch sehr gering waren, merkte ich eine quasi auf Standby geschaltete, mehr in eine dystopische Ferne gerichtete Besorgnis. Als die Zahlen der Infiszierten dann auch in Sachsen dreistellig wurden und der erste Tote zu beklagen war, als die Zahl der Neuinfiszierten täglich um mehrere Hundert stieg, als die Berichte aus Italien gezeigt wurden, schwappte die Sorge hoch, verließ mich der Mut. Inzwischen bemerkte ich den dem Menschen eigenen Gewöhnungseffekt. Die steigenden Fallzahlen werden registriert. Solange man selbst nicht betroffen ist - durch Kranke in der Familie oder im Kollegen/Bekanntenkreis, hält man diesen Schwebezustand einigermaßen aus. Freilich kreist die Frage 'Was soll nur werden'! wie eine lästige Fliege unverscheuchbar über mir. Ich fühle mich erinnert an Victor Klemperers Tagebücher (1933-1945), wie ich bei der Lektüre staunte, wie scheinbar selbstverständlich die Juden sich an das schleichende Elend gewöhnten, wie die Restriktionen und Gängeleien in deren Leben Einzug hielten und das Leben immer weiterging und Alltag blieb. Mein Staunen ob dieser Fähigkeit der Gewöhnung, des Hinnehmens und der Integration der Gegebenheiten, Notwendigkeiten und Informationen in das eigene Leben ist vielleicht das auffälligste Zeichen dieser meiner Tage. Mich bewegt, wie ich selbst als ungläubiger Thomas, erst werde mit Hände greifen müssen, um nachhaltig schockiert zu sein. Wenn ich aus dem Fenster blicke und Normalität sehe, wenn ich zu keiner Trauerfall kondolieren muß, wenn ich Brot und Käse zu kaufen bekomme, solange werde ich diese Standy-Panik beibehalten. Erschüttert war ich gestern Abend, als ich ein Video aus einem spanischen Krankenhause sah, wo entlang einem Gang Kranke auf bloßen Decken auf der Erde lagen. Diese Zustände sind wir im wohlgeordneten Deutschland nicht gewohnt. Inwieweit mir meine schizoide Persönlichkeitsstörung das Leid fernhält, ist eine Frage, über die ich nur mutmaßen kann.

[8:00] Krank 30/31. Tage ohne Alkohol: 1561 = 223 Wochen.

Montag, 23. März 2020

[13:00] Ausgerechnet während der Pandemie komme ich an der Folge "Makrokosmos" (S03E12) von Star Trek Voyager vorbei, in der ein Virus die gesamte Crew des Schiffes ausknockt.

[10:37] Viele Zahlen zu Corona in Sachsen.

[9:55] Das DeutschlandRadio ändert wegen der Coronakrise sein Programmschema. U.a. wird es einen Podcast 'Coronavirus - Alltag einer Pandemie' täglich um 16 Uhr geben. Daneben werden spezielle Hörspiele & Features offeriert.

[9:49] Retweet: Bitte beachten: 1. Beerdigungen im Familienkreis sind nur noch im Todesfall erlaubt. 2. Wer sich im Freien aufhält, muss mindestens 1,5 Meter groß sein. 3. Wer keine Arme hat, muss in die Kniekehle niesen, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.

[9:43] Krank 29/31. Tage ohne Alkohol: 1560.

Sonntag, 22. März 2020

[16:55] Biblische Coronaregeln: Kein Küßchen zur Begrüßung! / Einander nicht berühren! / Mund und Nase bedecken! / Nicht den Kopf verlieren / Keine Wunden anfassen! / Das ist nicht die Apokalypse! / Hände waschen!

[10:44] Dr. Philoponus (Christian Köllerer) nimmt uns mit in seine Bibliothek. Bisher präsentiert: einen Rundumblick, die Bibeln und die ältesten Texte.

[10:39] Über die Belegung der Betten auf deutschen Intensivstationen informiert das DIVI Intensivregister.

[10:26] Ein Indiz für die schwindenden kognitiven Kräfte bei zunehmendem Alter war heute die Notwendigkeit, bei dem verwendeten Wort "allmorgentlich" im Duden nachzugucken. Ich konnte mich nicht zwischen allmorgentlich, allmorgenlich und allmorgendlich entscheiden.

[9:49] "Supermärkte waren noch nie gute Orte für psychisch Kranke: Einkaufen ist fast bei allen Krankheitsbildern ein Problem." (Kathrin Weßling)

[9:48] "Extrovertierte, gesunde Menschen finden auch in der Quarantäne Mittel und Wege, mit anderen zu interagieren und Spaß zu haben. Das sei ihnen so was von gegönnt. Aber für Menschen mit psychischen Problemen, die mitunter kaum noch Freunde haben oder soziale Kontakte, wird so nur noch sichtbarer, wie einsam sie sind. Und was sie alles nicht hinbekommen." (Kathrin Weßling)

[9:47] Retweet: Lernen, Dinge nicht zu tun, kann auch sehr gut sein.

[9:11] Ich nehme mir allmorgentlich vor, Messenger wie Telegram und WhatsApp ungenutzt zu lassen, weil, wenn man etwas postet, damit unweigerlich die Verpflichtung einher geht, auf mögliche Erwiderungen reagieren zu müssen. Typischerweise kommt mir bei der Sichtung von Neuigkeiten am Tagesbeginn (meist per Twitter-Timeline) fast immer etwas höchst Interessantes in die Quere, bei dem ich mich nicht beherrschen kann und es verschicke, so daß sich das Posten-Reagieren-Erwidern oft durch den Tag zieht. So heute die Nachricht eines jetzt kostenfreien Zuganges für das Online-Coaching bei Depressionen - eine Information, die für Gruppen aus der Therapie und der Reha von Interesse und Nutzen sein kann. Und tatsächlich, kaum geschickt, trudeln umgehend Dankesbekundungen ein. Aber sowohl die Aufmerksamkeit ist dadurch erneut gebunden als auch die Enttäuschung, daß man sich hat hinreißen lassen und sich nicht an den Plan gehalten hat.

[8:50] Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe stellt ihr Selbstmanagement-Programm iFightDepression zur Strukturierung des Alltags online sechs Wochen lang für alle zur Verfügung. "Da viele Patienten durch das Corona-Virus zuhause bleiben müssten und Hausärzte und Psychotherapeuten an ihre Belastungsgrenzen stießen, sei das Programm nun auch ohne Begleitung zugänglich." Man soll sich formlos über die E-Mail-Adresse ifightdepression@deutsche-depressionshilfe.de anmelden und würde dann innert 24 Stunden freigeschaltet.

[8:21] Retweet: Ostern wird auf Weihnachten 2047 verschoben.

[8:15] Die neuesten Zahlen zu Covid 19.

[8:00] Krank 28/31. Tage ohne Alkohol: 1559.

Samstag, 21. März 2020

[20:20] Der heutige "Hintergrund" des DLF widmet sich den Lieferengpässen (mp3) bei Arzneimitteln.

[20:15] Das Verfassungsblog mit einem Longread zum derzeitigen "Ausnahmezustand".

[17:59] Retweet: Der Ehemann macht jetzt Homeoffice. Er telefoniert sehr oft. Ich stelle fest: 1. Er kann sprechen. 2. Zu anderen ist er eigentlich ganz nett.

[17:58] Aufruf der Kliniken Köln: "Wasch dir die Hände, als hättest Du gerade Chilies geschnitten und wollest jetzt masturbieren."

[16:04] Beatmung - ein Beispiel demonstriert, wie hochkomplex und anstrengend Intensivmedizin heutzutage für alle Beteiligten ist.

[13:08] Die Pizzakette Domino's beschenkte gestern die diensthabenden Mitarbeiter unserer Klinik. Und die Klinik bedankt sich heute bei allen, die den Betrieb aufrechterhalten. (Links oben das Team unserer ITS.)

[13:03] Vorhin bei Aldi einkaufen gewesen und erstaunt, wie gesittet es zuging. Alle entspannt an den Markierungen, die die 2-Meter-Abstände gewährleisten sollen. Kein Gedrängel, kein Gemotze, alle sehr ruhig und geradezu entschleunigt.

[12:50] Zwei der neun in Leipziger Krankenhäusern behandelten Corvid-19-Patienten befinden sich im kritischen Zustand.

[12:48] Retweet: Wir brauchen neue Dystopien, denn die alten sind bereits Realität.

[7:37] Krank 27/31. Tage ohne Alkohol: 1558.

Freitag, 20. März 2020

[19:02] Thomas Manns Umschreibung für einen dummen Menschen: "eine geistig unbedrohte Natur".

[17:33] Audible hat die Paywall für alle Podcasts und viele Hörbücher vorübergehend abgeschaltet.

[17:24] Eigentlich sollte meine ambulante Psychotherapie längst in die Gänge gekommen sein. Ursprünglich hatte ich während des stationären Aufenthaltes im November/Dezember vier Erstgespräche ergattert. Eines absolvierte ich am 13. Januar, verpaßte dann aber einen eruierenden Anruf zwecks Terminierung Ende Februar und soll mich Ende Juni wieder melden. Ein zweites erwies sich als Irrtum, weil ich bei einem Psychiater gelandet war und nicht beim Psychologen. Ein drittes kam nicht zustande, weil ich wegen der Influenza verhindert war und der Therapeut einen festen Termin erst machen möchte, wenn ich über einen aussagekräftigen Dienstplan verfüge. Der vierte Termin war heute 12 Uhr und führte auch zu einem weitere Termin im Rahmen so genannter Probesitzungen, die, wenn erfolgreich und durch die Krankenkasse genehmigt, zur eigentlichen Kaskade an Therapiesitzungen führen sollen. Parallel begann ich dennoch, weitere Psychotherapeuten anzurufen, um noch in den Genuß von wenigstens zwei Erst=Anamnesgesprächen zu kommen bzw. die Option darauf zu haben. Allerdings brachten die heutigen Versuche keinen Erfolg: einmal auf eine Warteliste gesetzt worden, zweimal auf einen AB gesprochen und die anderen Anrufe verliefen gänzlich frustran. In der kommenden Woche telefoniere ich weiter. Das heutige Kennenlerngespräch verlief sehr erfreulich. Der Therapeut ist mir äußerst sympathisch und erweckt einen soliden Eindruck. Und wenn es außerordentlich gut läuft, lebe ich sogar noch, um die Therapie anzufangen.

[16:38] Weil eine Ärztin auf unserer Stationsebene als Corvid-19-positiv getestet war, mußten sich vorhin alle Mitarbeiter ebenfalls einem Abstrich unterziehen. Ergebnisse morgen.

[16:33] Retweet: So langsam mach ich mir echt Sorgen, was für eine Welt wir Mick Jagger hinterlassen werden.

[8:20] Krank 26/31. Tage ohne Alkohol: 1557.

Donnerstag, 19. März 2020

[20:30] Momentan werden hierzulande knapp 200 Coronapatienten intensivmedizinisch betreut. Ich notiere mir solche Zahlen, um sie später mit den aktuellen vergleichen zu können.

[17:00] Team Sachsen ist eine neue Plattform zur sachsenweiten Koordination von Hilfsangeboten wie z.B. Nachbarschaftshilfe. Initiiert von den sächsischen Organisationen ASB, SLRG, DRK, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst in Kooperation mit dem Sächsischen Sozialministerium.

[16:20] Der Deutschlandfunk hat neben dem Live-Blog nun einen Newsletter zur Coronavirus-Pandemie.

[14:27] "Vielleicht entstehen gerade jetzt, im Dunkel und Schweigen, neue, große Kunstwerke im Angesicht der Lungen-Verzweiflung." (Thomas Fischer)

[12:56] Deprimierend, wenn zu Sterbenden wegen des Besuchsverbot in Krankenhäusern keine Freunde, sondern nur Verwandte gelassen werden.

[12:56] "Zu Hause, das ist für Kranke ein Problem. Kaum Besuch, keine Ablenkung. Für Depressive. Kein rausgehen, keine Freunde treffen, kein schwimmen gehen. Gegen die Angst gibt es nur noch spazieren, spazieren, und wenn in Zeiten der Ausgangssperre, dann auch das nicht mehr. Zu Hause bleiben. Das gilt auch für Menschen, die gerade einen Lieben verloren haben, die trauern. Mit dem sie zusammenlebten, vielleicht. Zu Hause in der gemeinsamen Wohnung, jetzt ohne ihn oder sie. Keine Ablenkung. Kein Kino. Kein Trinken in der Kneipe. Kein Eisessen. Kaum Besuche von Freundinnen. Keine Normalität, kein Alltag. Für Menschen, die gerade eine schwere Diagnose bekommen haben. Menschen, die psychisch labil sind. Selbstmordgefährdet womöglich." (Elsa Koester)

[12:51] Retweet: Stellt Euch vor, es gäbe einen Nudelrückruf.

[12:33] Statt "das vereinte Europa" las ich eben "das verneinte Europa".

[12:22] Alles über das Coronarvirus in leichter Sprache.

[12:04] "Wo Leben ist, gibt es immer noch Hoffnung", ist auch eines dieser elendigen Kalendersprüche, die einem die Kotze hochkommen lassen.

[11:24] Ich mußte wie so oft an die Bekannten und Freunde denken, die in den vergangenen Jahren starben, besonders an Andre Gottwald. An die altgedienten Netizens wie Robert Basic (2018), Sabine Nowak (2017) und Johannes Korten (2016), der damals in seiner Abschiedsnachricht schrieb: "Am Ende. Es hat nicht gereicht für ein ganzes Leben". Oft denke ich an diese Worte, wenn ich selbst gedanklich um den Freitod kreise und die völlige Vergeblichkeit meiner Existenz, an die sinnlosen und halbherzigen Bemühungen, mich dem Druck der Resignation entgegenzustemmen. Die Luft wird stetig dünner. Und die Freunde, ehemaligen Freunde, Kollegen und Bekannten sehen möglicherweise hilf- und ahnungslos zu und, so zumindest meine schmerzvoll-schizoide Fehlwahrnehmung, schweigen.

[11:23] "Es ist alles Kopftheater, solange der Ernstfall nicht eintritt." (Die Dschungel)

[8:38] Retweet: Wieviel wiegt der Doctor auf der Voyager? - Ein Hologramm.

[7:45] Krank 25/31. Tage ohne Alkohol: 1556.

Mittwoch, 18. März 2020

[20:00] Beim Coronatest vor Ort in der Testambulanz meines Klinikums geht es etwas chaotisch zu.

[7:40] Krank 24/31. Tage ohne Alkohol: 1555.

Dienstag, 17. März 2020

[21:37] Retweet: Habt ihr gewusst, dass das Wort 'Magermilchjoghurt' alle Vokale enthält und sogar in alphabetischer Reihenfolge?

[21:33] Immerhin hat mich meine schizoide Persönlichkeitsstörung optimal auf die jetzige Situation vorbereitet.

[21:30] Rege Tauschgeschäfte zwischen meinem Vater, Bruder und mir. Seife, Milch und Toilettenpapier ergattert, die ich im Laden nicht vorfand.

[21:17] "Kohlenstoffleben" als Ausdruck für das wirkliche Leben (real life).

[21:10] Daß nun auch Bestattungen möglichst ohne Angehörige vonstatten gehen sollten, betrübt mich. Das ist sehr deprimierend.

[17:20] Aufgeschnappt: Wir haben einen AKUTEN Engpass - an menschlicher Grundintelligenz!

[11:11] Durch den medialen Sturm, dem man sich nicht entziehen kann, ist man hin- und hergerissen. Größtenteils herrscht Einigkeit ob der Gefährlichkeit des Coronavirus und Akzeptanz ob der Restriktionen, die mit dem Versuch, seiner Herr zu werden, einhergehen. Gegenstimmen sind derzeit rar. Wie auch immer es sei, die Erfahrungen, die italienische Mediziner schildern, sind erschütternd. Bei Claudia Klinger diskutiert man intensiv. Ich verfolge die Situation durch & auf Twitter, ohne mich selbst bis jetzt eingebracht zu haben.

[8:11] Krank 23/31. Tage ohne Alkohol: 1554 = 222 Wochen.

Montag, 16. März 2020

[16:47] "Rechte Milieus hoffen, dass das Virus im Vorbeigehen die Demokratie gleich mitzerstört." (Christian Parth)

[16:38] Interview mit dem Virologen Hendrik Streeck und für mich neue Details: "Fast alle Infizierten, die wir befragt haben, und das gilt für gut zwei Drittel, beschrieben einen mehrtägigen Geruchs- und Geschmacksverlust. Das geht so weit, dass eine Mutter den Geruch einer vollen Windel ihres Kindes nicht wahrnehmen konnte. (...) In 30 Prozent der Fälle trat bei unseren Infizierten auch Durchfall auf, das ist häufiger, als bisher angenommen wurde."

[16:33] Mal für die eigenen Lesezeichen sammeln: Corona-Blog der Zeit / Podcast mit Christian Drosden / Newsblog des DLF.

[11:23] Recht lachhaft ist der Glaube, daß, wenn die Coronasache ausgestanden ist, man entweder zur Tagesordnung übergehen oder aber bewußter und besser weiterleben wird. Es wird keine durchgehende Tagesordnung mehr geben. Die Katastrophen geben sich die Klinke in die Hand. Kommt eben der nächste Sturm, die nächste Flut, der nächste Anschlag. Wir leben in unruhigen Zeiten und sollten uns das klar machen. Und daß der Mensch aus dieser Pandemie klüger hervorgeht, glaube ich ebenso wenig. Freilich ist es zunächst schön, wenn Solidarität und Gemeinsinn spürbar sind, wenn die Menschen äußerlich auseinander-, innerlich wohl aber näherrücken. Trotzdem sind die Menschen vertrottelt und werden zu ihren Dummheiten zusückkehren, sobald der äußere Zwang sie aus den Klauen der Erfordernisse entlassen hat.

[11:10] Meine Hausärztin hätte heute wieder anwesend sein sollen. Weil sie aber im Skiurlaub in Südtirol gewesen ist, bleibt sie in Quarantäne, bis das Ergebnis des Covid-19-Testes Mitte der Woche eingetrudelt ist. Der Vertretungsarzt hat meine Krankschreibung um weitere 10 Tage verlängert. Die Influenza ist längst Geschichte, aber mir geht es wahrlich beschissen, wobei ich körperliche und psychische Symptome nicht mehr auseinanderhalten kann. Die Nächte sind besonders schlimm. Eigentlich hatte ich heute geplant, nach der Hausarztsprechstunde in der psychiatrischen Institutsambulanz vorstellig zu werden, um mich notfalls stationär einweisen zu lassen. Aber der Hickhack um die Krankschreibung saugte mir die ohnehin dürftige Energie für diesen Schritt aus dem Leib. Denn der Arzt versteifte sich auf die Behauptung, mich bis zum 22. März krank geschrieben zu haben. Zuhause stellte ich anhand des schwer leserlichen Durchschlages des AU-Scheines fest: Irrtum - nur bis 15.3. markiert. Mußte ich den ganzen Weg also nochmals absolvieren, danach zur Post wegen Briefmarken, Scheine losgeschickt und noch zu Aldi, um für Brotnachschub zu sorgen. Bei anhaltend krasser Symptomatik werde ich morgen oder übermorgen Früh die Ambulanz aufsuchen. In der vergangenen Nacht war der Leidensdruck dermaßen gravierend, daß ich vor lauter Verzweiflung und Ratlosigkeit nicht mehr aus noch ein wußte.

[10:11] Krank 22/31. Tage ohne Alkohol: 1553 = 62 Monate.

Sonntag, 15. März 2020

[18:36] Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel wird. (Franz Kafka)

[16:33] Die Hl. Corona (griechisch: Stephana) ist die Schutzpatronin gegen Seuchen (und für Schatzsucher sowie Fleischer). Sie wurde auch nicht eben alt (starb mit 16 als Märtyrerin).

[11:11] Das Newsblog des Deutschlandfunks zur Coronakrise.

[10:29] Retweet: Die Italiener singen auf dem Balkon. Die Spanier klatschen dem Krankenhauspersonal Beifall. Den Deutschen fehlt für derartige Gefühlsausbrüche noch eine Unterschrift.

[10:28] Krank 21/21. Tage ohne Alkohol: 1552.

Samstag, 14. März 2020

[10:18] Zunehmend bieten Konzerthäuser oder einzelne Künstler Streams und Tonarchive kostenlos an. Der Pianist Igor Levit bietet täglich ein Wohnzimmerkonzert.

[9:43] Erinnerungen an meine Jugend durch dieses damals oft gesungene Lied. Und Bettina Wegner, diese großartige Liedermacherin!

[9:41] Interview mit dem Ethnologen Hansjörg Dilger über Ängste durch das Coronavirus. Der Essay "Panik, live auf Sendung" des Medienwissenschaftlers Bernhard Pörksen gefiel mir ausnehmend gut.

[9:40] Krank 20/21. Tage ohne Alkohol: 1551.

Freitag, 13. März 2020

[9:38] Aufgeschnappt: "Aufgestanden als Ruine".

[9:35] Ein Gespräch mit Harald Lesch & Julian Nida-Rümelin über die Zukunft der Gesellschaft.

[9:29] Retweet: Habe meine Frau mit einem Dartpfeil auf eine Weltkarte werfen lassen und ihr gesagt, daß wir da Urlaub machen, wo der Pfeil landet. - Ab morgen geht es für 3 Wochen hinter den Kühlschrank.

[9:28] Krank 19/21. Tage ohne Alkohol: 1550.

Donnerstag, 12. März 2020

[12:07] Retweet: Es wäre allen geholfen, wenn sich Xavier Naidoo in die Armbeuge singen würde.

[11:26] ZDF-Dokumentation: "Mangelware Medizin?" - "Corona, China und der Arzneimittelmarkt".

[10:03] Neben dem Deutschlandfunk mit seinem täglichen Podcasts der Sendungen "studio 9", "Update" und "DLF - der Tag" höre ich in Sachen Covid-19 den regelmäßigen Podcast mit Christian Drosden.

[8:48] Krank 18/21. Tage ohne Alkohol: 1549.

Mittwoch, 11. März 2020

[8:20] Krank 17/21. Tage ohne Alkohol: 1548.

Dienstag, 10. März 2020

[19:01] Retweet: Dein IQ beträgt 150 - minus der Klopapierrollen, die du gehortet hast.

[17:28] Ein Ticker zur Situation der Covid-19-Infektionen in Sachsen. Bedenklich der Ratschlag, Enkelkinder nicht mehr zur ihren Großeltern zu lassen.

[17:25] Aufgeschnappt: "Du mußt dein ändern leben!"

[17:24] Der Essay "Wie eine Nussschale" anläßlich des zwanzigsten Geburtstages des Perlentauchers.

[8:07] Krank 16/21. Tage ohne Alkohol: 1547 = 221 Wochen.

Montag, 9. März 2020

[9:04] Der stellvertretende Hausarzt hat meine Krankschreibung um eine Woche verlängert, so daß ich mit meiner Hausärztin am nächsten Montag klären kann, ob und wie es mit der beruflichen Wiedereingliederung weitergeht. Aufschub also in den beiden Belangen Beruf/Arbeit und Gesundheit.

[9:00] Krank 15/21. Tage ohne Alkohol: 1546.

Sonntag, 8. März 2020

[11:11] Im DeutschlandRadio eine Lange Nacht (Audio / PDF) vom Klima in der Literatur.

[11:08] Krank 14/14. Tage ohne Alkohol: 1545.

Samstag, 7. März 2020

[15:43] Was mich erheitert, ist der plötzliche Rückgang der Fluggäste. Die Lufthansa streicht bis zu 50% der Flüge. So ein Virus, und zack, gehen plötzlich Dinge, an denen man sich mit endlosem Planen die Zähne ausgebissen hat. Ich bin mir sicher, daß die Menschheit nur mit dem wirklich nötigen Tritt in der Arsch die Kurve kriegen wird.

[15:37] Presseschau: Das Comeback der Konserve.

[11:08] Retweet: Die Realität ist was für Menschen, die Angst vor Einhörnern haben.

[11:05] Retweet: "Wie spricht man das Wort Accessoires aus?" "Krempel."

[7:44] Krank 13/14. Tage ohne Alkohol: 1544.

Freitag, 6. März 2020

[12:08] Retweet: Ist euer erster Weltuntergang, oder?

[11:22] Dirk Kurbjuweit hat einen der spektakulärsten Kriminalfälle Deutschlands in seinem Buch "Haarmann. Ein Kriminalroman" verarbeitet.

[11:11] Retweet: Arzt: "Bitte in die Armbeuge niesen!" T-Rex: "Arschloch""

[9:16] Daði Freyr Pétursson tritt mit seiner Band Gagnamagnið und dem schon viral gegangenen Song "Think About Things" für Island beim ESC 2020 an. Ich hatte es bereits erwähnt. DLF Nova analysiert, warum er als einer der Favoriten gehandelt werden muß.

[9:04] Retweet: Ein Atomkrieg wäre das Ende der Menschheit. Aber er hätte auch Nachteile.

[8:16] Krank 12/14. Tage ohne Alkohol: 1543.

Donnerstag, 5. März 2020

[10:00] Protokoll einer Horrorschicht (auf einer Notaufnahmestation).

[8:51] Der ganz große Paukenschlag wohl auf Arbeit. Eben kam die Information, daß unsere Station zum Monatsende komplett aufgelöst werden soll. Das würde heißen, sie gäbe es nicht mehr und alle Mitarbeiter würden auf andere Stationen und Standorte verteilt. Dies bedeutete die gravierendste Veränderungen in meinem Arbeitsleben seit 30 Jahren. Dementsprechend Tohuwabohu, Entrüstung und Entsetzen kocht gerade unter den Kollegen hoch, was ich durch WhatsApp mitbekomme. Mein ganzes Überlegen in eigenen Fall, ob nun Nachtdienst oder Tagdienst, wann, wo und wie, scheint obsolet zu sein, weil die externen Einflüsse dies offenbar für mich regeln werden. Ich werde bei dieser unklaren Lage am Montag in der Sprechsstunde beim stellvertretenden Hausarzt darauf dringen, die berufliche Wiedereingliederung unbedingt durchzudrücken und mit deren Klärung möglichst zu warten, bis meine "richtige" Hausärztin sie in Angriff nehmen kann. So schaffe ich mir einen Puffer, bis sich die äußeren Bedingungen meiner Arbeit vielleicht geklärt haben.

[8:42] Krank 11/14. Tage ohne Alkohol: 1542.

Mittwoch, 4. März 2020

[20:10] Retweet: Eine Ananas besteht zu 50 Prozent aus A.

[19:29] Retweet: Ich fand Händewaschen schon cool, als es in den Medien noch nicht so gehypt wurde.

[9:21] Retweet: Wer mit 50 kg Nudeln vorm niesenden Nachbarn flüchtet, sollte nicht anderen Menschen vorschreiben, mit ihrer Familie im Bürgerkrieg zu bleiben.

[8:06] Krank 10/14. Tage ohne Alkohol: 1541.

Dienstag, 3. März 2020

[8:30] Krank 9/14. Tage ohne Alkohol: 1540 = 220 Wochen.

Montag, 2. März 2020

[19:20] Victor Klemperer berichtete in seinen Tagebüchern von einem Brettspiel "Das totale Spiel", welches er in Schaufenstern gesehen habe. Wahrscheinlich handelte es sich um "Mensch ärgere dich nicht", welches in der DDR auch als "Danke für den Rauswurf" bekannt war.

[17:45] In einer Folge "New Amsterdam" wird ein unbekannter Säugling auf der Neonatologie als "Baby Doe" bezeichnet. Diesen Analogausdruck zu John/Jane Doe hatte ich bislang noch nicht gehört.

[17:34] Reweet: Ich putze ja gerne im Nena-Stil: irgendwie, irgendwo, irgendwann.

[16:28] So wie uns 2012 schon die Diabetologie und 2014 die Rheumatologie verlassen haben, wird nach mehr als 6 Jahren bei uns zum Ende des Monats der Fachbereich Akutgeriatrie geschlossen, der 22 Betten belegen durfte. Die restlichen 14 sind Onkologiebetten. Das bedeutet eine neuerliche gravierende Veränderung! Die Gerüchteküche kocht; Konkretes wissen wir jedoch nicht. Möglicherweise entsteht eine Großstation mit dem alleinigen Fachgebiet Onkologie für 36 Betten. Andernfalls käme ein neuer Bereich zu uns oder ein alter wieder zurück? Unter Umständen erübrigt sich mit dem Wegfall der personalintensiven Geriatrie auch die Notwendigkeit einer Dauernachtwache und meine Problematik würde durch diesen Umstand geklärt.

[12:26] Audio: "Die mit den Pfunden wuchern" - Über das neue Selbstbewußtsein dicker Menschen.

[11:11] Als Aussätziger gefühlt heute früh. In die Praxis gekommen, sofort vermeldet, daß ich Influenza habe, ein Plätzchen mit gebührendem Abstand gesucht und den Praxisschwestern zugeschaut, die mit dem Computer zu kämpfen hatten, der die Karte nicht einlas. Zwischendrin der Arzt, den ich sowieso nicht leiden kann. Meine Versuche, die Problematik mit der Wiedereingliederung, und der bereits seit Donnerstag fehlenden Krankschreibung zu erklären, gingen in der Hektik unter. Ich stand wie ein gescholtener Pennäler in einer Ecke und wurde beschieden: "Sie kriegen von mir eine Krankschreibung, und dann gehen Sie auch gleich wieder!" Darauf noch kurz in eigentlichen Sprechstundenzimmer gewesen, auch dort an der Tür gestanden, vom Arzt kurz befragt worden, und tschüs, war ich auch schon wieder draußen. Auch diesmal, wie schon zuletzt, als ich wegen popeliger Extrasystolen und niedrigem Pulsschlag kam, dieser herablassende Umgang. Ob ich eine Grippeschutzimpfung bekommen hätte? Auf meine Verneinung, ein theatralischer Seufzer, typisch! und Sehen Sie! ALLE meiner Patienten, die zuletzt Influenza bekamen, waren NICHT geimpft. Ich solle mir doch klar machen, wie entscheidend und mittlerweile wirksam solche Schutzmaßnahmen seien. Mein Einwand, seit Oktober wäre ich ununterbrochen in anderweitiger Therapie gewesen und eine solche prophylaktischen Impfung überhaupt nicht mehr im Fokus gewesen, fand wenig Beachtung.

[9:48] Die Quintessenz anstrengender Stunden am Telefon und unterwegs: 1 Woche Aufschub. Der Hausarzt-Stellvertreter knallte mir einen Krankenschein bis Sonntag vor den Latz und komplimentierte mich nachdrücklich aus seiner Praxis, offensichtlich damit ich niemanden anstecke. Dieser AU-Schein gilt leider erst ab heute und umfaßt nicht die Tage ab Donnerstag, die somit ungeklärt bleiben. Rückwirkend keine Krankschreibung! Möglich, daß mir nun eine Versorgungslücke entsteht und die Krankenkasse das Krankengeld nicht zahlt. Die stufenweise Wiedereingliederung gilt aufgrund der Krankschreibung länger als 7 Tage quasi als gescheitert, nur kann an dieser Front niemand tätig werden, da die Hausärztin eben nicht da ist. Neuansatz nächsten Montag, wenn die AU neu verhandelt werden soll oder ich als arbeitsfähig gelte. Die BEM-Verantwortliche des Betriebsrates nahm die Vertagung entgegen und wird sich in jedem Fall weiter um mich kümmern. Szenarien: 1.Ich werde am kommenden Montag weiter krank geschrieben und warte, bis die Hausärztin aus dem Urlaub zurückgekommen ist und die Wiedereingliederung neu in die Wege leiten kann. 2. Der stellvertretende Hausarzt leitet sie am 8. März selbst neu ein. 3. Ich gehe ohne Wiedereingliederung und ohne BEM einfach wieder im alten Modus (Dauernachtdienst) arbeiten. Weil mir das Hickhack zwischen Rentenversicherung, Krankenkasse, Ärzte und Arbeitgeber über den Kopf wächst und ich keine Nerven mehr habe, tendiere ich für den gordischen Knoten: einfach erstmal wieder arbeiten gehen.

[9:33] Krank 8/14. Tage ohne Alkohol: 1539.

Sonntag, 1. März 2020

[17:41] Gesundheitsbulletin: nach scheußlichen Tagen heute etwas besser. Insgesamt sehr schleichender, zäher Verlauf. Gespannt, ob sich das Knäuel morgen auflösen wird und ich in Erfahrung bringe, was wem zu melden oder zuzuleiten ist. Erster Gang: um 8 Uhr beim Stellvertreter meiner urlaubenden Hausärztin. Verbringe den Tag mit Serien, meist Krimis. Ich gehe pünktlich ins Bett und schlafe bei Audiobeiträgen meines Lieblingssenders problemlos ein.

[16:45] Krank 7/14. Tage ohne Alkohol: 1538.

Freitag, 28. Februar 2020

[17:57] Keine Ahnung, wie es organisatorisch weitergehen soll. Meine Hausärztin informierte mich telefonisch aus ihrem heute begonnenen Urlaub heraus über den positiven Influenzabefund und riet mir zu Ruhe. Mehr sei nicht nötig. Ich bleibe nun aber mit Fragen zurück, die ich bis Montag nicht klären kann, weil alle Hotlines am Freitagnachmittag auf Montag verweisen. Wie weiter mit der Wiedereingliederung? Wird sie abgebrochen, unterbrochen, aufgeschoben? Muß ich einen neuen Krankenschein einreichen und würde der rückwirkend ausgestellt. Von wem, wenn die HÄ nicht mehr verfügbar ist? Und wenn der Vertretungsarzt das nicht einsieht und sich weigert? Ich muß am Montag die Rentenversicherung anrufen und nach dem Modus operandi fragen, am besten auch die Krankenkasse, den Arbeitgeber. Das BEM (berufliche Wiedereingliederungsmanagment) steht auch auf wackeligen Füßen. Der Termin am Montag kann nicht stattfinden, weil ich als ansteckend gelte und niemandem auf die Pelle rücken darf. Übrigens sind auch bereits Kollegen Influenza positiv getestet. Der Ansteckungsherd liegt vermutlich bei Patienten. Diese organisatorischen Dinge machen mich so fertig!

[14:10] Gestern Nachmittag noch bei der Hausärztin gewesen. Zwei Abstriche gemacht. Gute Nachricht: kein Covid-19; schlechte Nachricht: Ich habe Influenza A. Die Plötzlichkeit und Schwere des Infekts ist also erklärt. Ich darf einige Tage lang möglichst niemandem zu nahe kommen. Die Wiedereingliederung steht auf der Kippe, weil sie nicht länger als 6 Tage unterbrochen werden darf. Am Montag werde ich den Träger (Deutsche Rentenversicherung) anrufen, um zu erfahren, wie weiter zu verfahren ist. Mir geht es unverändert mies, eine Besserung ist nicht eingetreten. Ich muß mich alle 2 Stunden wieder hinlegen, kann aber meist nicht schlafen, sondern döse nur, während ich Radio höre.

[14:01] Krank 5/14. Tage ohne Alkohol: 1536.