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Bereich: Selbsterlebensbeschreibung (7)


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Was anderswo oft untergeht, in Archiven verschwindet - beispielsweise Getwittertes - diese kleinen Notate sollen hier thematisch gesammelt werden. An dieser Stelle selbst Erlebtes, Gedachtes & Gefühltes.

  Retweet: Bitte erinnert euch an alles, wenn ihr wählen geht.

  Elizabeth Gaskell habe, so lese ich bei Maximillian Buddenbohm, im Schreiben "Zuflucht vor den liliputanisch kleinen Pfeilen der entnervenden Alltagsmüh" gefunden.

  Ich gucke wahnsinnig viele Serien, auch amerikanische, aus denen man immer wieder Details darüber entnehmen kann, wie es in den USA zugeht oder welche Regeln und Gepflogenheiten es gibt. Beispielsweise sind wohl Beziehungen zwischen zwei AA-Mitgliedern nicht erlaubt. Und eben gehört, daß sich vorzeitige Volljährigkeit beantragen läßt.

  Bei Claudia Klinger zum Thema 'Angst vor Wohlstandsverlusten" kommentiert: "Da schuften Menschen ihr Leben lang für Haus, Hof und Garten, da kommt ein Hochwasser und alles ist – weg. Tragisch und traurig. Zeigt auch, wie fragil Hab und Gut sind. Der Klimaforscher Mojib Latif sagte, wir verlassen unsere Wohlfühlzone. Es wird in immer engeren Abständen zu Katastrophen kommen. Wir wären gut beraten, uns jetzt schon vorzubereiten, unsere Erwartungen herunterzusetzen. Als Minimalist braucht man mir Begrenzung nicht zu predigen. Weil ich so wenig Geld ausgebe, konnte ich meine Arbeitszeit um 40 Prozent reduzieren und arbeite nurmehr 24 Wochenstunden. Ich habe vorgesorgt und bräuchte mit meinem Lebensstil im Prinzip gar nicht mehr arbeiten. Trotzdem setze ich mich derzeit mit dem Konstrukt auseinander: Was wäre, wenn du dein Polster beispielsweise durch eine Hyperinflation verlörest? Es fällt nicht leicht, sich frei zu machen von der Hoffnung, daß dies nie und nimmer passieren würde. Ich verstehe nur nicht, wie Menschen ihr Leben lang ihr Pferd auf Materielles setzen, und dann kommt ein Feuer, ein Hochwasser und zerstört alles im Handumdrehen. Ich erlebe unter Kollegen, was und wieviel sie alles kaufen und bei Amazon bestellen. Aber selbst mir würde ich unvernünftigen Konsum vorwerfen. Warum kaufte ich früher so viele Bücher, die ich nie in einem Leben hätte schaffen können? Für irgendeinen Luxus ist jeder Mensch anfällig." (19.7.2021)

  "Zuerst sieht die Welt noch vielversprechend aus, doch dann geht einem plötzlich die Puste aus." (im Radio)

  Gestern in der Straßenbahn eine aufgebrezelte junge Frau mit so fürchterlich langen und offensichtlich künstlichen Fingernägel, daß sie sich am Automaten keine Fahrkarte ziehen konnten, weil sie durch die Länge der Nägel nicht der Lage war, einen Finger so komplett auf das Display zu drücken, daß die Sensoren es erkannt hätten. (18.7.2021)

  Retweet: Schon erstaunlich, daß man das, was man meint, nicht mehr ertragen zu können, zumeist am längsten erträgt.

  Retweet: Immer nur durch irgend etwas durch zu müssen, ist nicht leben.

  Retweet: Leben ist Bewegung auf den Tod hin.

  In meiner Reihe "LeipzigPeople", wo ich Schnappschüsse von Personen poste, die sicherlich nicht nur mir auffielen, heute ein gut betankter Mann mit Penishut, den ich unlängst in der Straßenbahn sah. Diesen Verwahrlosten sieht man oft & überall in Neuschönefeld und Reudnitz; die Telefonzelle, in der er einmal kampierte, wurde deinstalliert.

  Auf dem Rückweg vom Psychotherapeuten im Waldstraßenviertel konnte ich nicht so schnell meine "richtige" Kamera zücken und bekam die 3 Trabis, die hintereinander an der Ampel warteten, leider nicht auf 1 Foto, sondern den dritten erst auf das zweite, während der erste Trabi bereits links abgebogen war. (16.7.2021)

  "Ich will in meinem Leben etwas tun, was ich liebe, und nicht etwas überleben, was mich quält." (Night Shift S04E10)

  Heute gleich zwei Facharzttermine. Von gestern zu heute ein 24-Stunden-EKG getragen, welches heute früh ausgewertet worden ist. Soweit keine drastischen Probleme, wenn auch der nächtliche Puls dem Kardiologen zu hoch vorkam, sich aber noch in einem Bereich bewegt, bei dem er keinen Handlungsbedarf sieht. Anschließend, weil ich seit geschlagenen 14 Tagen ein verstopftes rechtes Ohr hatte, endlich zur HNO-Ärztin, die zur Spülung schritt und mir ein fulminantes Hörerlebnis wiederschenkte, Stereo und mit Tonhöhen, die ich lange nicht mehr vernahm. Beispielsweise höre ich jetzt wieder das Mausklicken und das Rascheln von Kleidung beim An/Ausziehen. Und unterwegs sind die Podcasts in der Straßenbahn verständlicher. Ich erfreute mich den ganzen Tag an meinem sanierten Hörvermögen. (14.7.2021)

  Im DLF etwas über Verfügbarkeitsheuristik gehört. Ich liebe solche Phänomene. In einem anderen Leben hätte ich glatt Psychologie studiert.

  "Haben Sie jemanden kennengelernt?" "Kann sein, daß es da seit einiger Zeit jemanden gibt." "Aber Sie werden jetzt nicht auf die Idee kommen, jemanden an sich heranzulassen?" (Falk S01E06)

  "Haben Sie einmal das Gefühl gehabt, trotz aller Mühe entkommen Sie Ihrer verpfuschten Familie nicht?" (Cold Case S13E09)

  Retweet: Einfach mal bei sich selbst bleiben. Viele waren noch nie dort.

  Retweet: Komm, wir gehen los und sammeln all die schönen Flausen wieder ein, die wir uns mal aus dem Kopf geschlagen haben.

  Straßenpoesie: "Erstick mich mit deinen schönen Worten!"

  Stellt euch nur einmal vor, ihr hättet Spätdienst. Euch wäre eine Patientin T. angekündigt, die nicht kommt. Dann der Anruf, es käme ein Herr X. mit Pneumothorax und Thoraxdrainage. Warten. Herr X. komme doch nicht, dafür solle ein Herr Y. kommen, auch mit Pneumothorax und Thoraxdrainage. Wieder warten. Irgendwann gegen 21 Uhr träfe schließlich der vermeintliche Herr Y. ein. Allerdings kämen euch bei der Aufnahme des Patienten Dinge merkwürdig vor. Eine halbe Stunde später würde ein weiterer Patient angeliefert, bei dem sich herausstellte, es ist Herr Y. Der zuvor gekommene sei Herr Z! Beide wären in der Zentralen Notaufnahme verwechselt worden. Beide hätten einen Pneumothorax und eine Thoraxdrainage rechts. Nachdem die Zuordnung von Patient Y. und Z. nach viel Aufregung geklärt worden wäre, stellte sich heraus, daß Patient Y. seinen Pneumothorax nicht rechts, sondern links hätte und also die Drainage auf der falschen Seite erhalten hätte. Stellt euch vor, solche Dinge würden geschehen. Hättet ihr dann noch Vertrauen in einen Klinikaufenthalt?

  Das Personalkarussel dreht sich. In spätestens 14 Tagen muß ich bzw. müssen wir eine Bekundung abgeben, auf welcher von 10 möglichen Stationen man künftig eingesetzt werden will. Unser jetziges Team, das seit 2015 zusammenhält und in den letzten 18 Monaten eine Odysee hinter sich hat, wird so wahrscheinlich nicht weiterbestehen können. Momentan arbeiten wir seit 14 Tagen auf einer Station mit den Fachbereichen Unfallchirurgie (UCH), Allgemeinchirurgie (ACH) und Zentrale Notaufnahmebetten (ZNA). Zur Auswahl stehen 9 weitere Stationen mit chirurgischen und internistischen Ausrichtungen. Der alte Standort in Grünau, wo ich von 2004 bis 2020 tätig war, soll mit einer 45-Betten-Station (Akutgeriatrie, Pulmologie + Innere) neu etabliert werden. Guter Rat ist teuer. Jetzt kreisen meine Gedanken, jetzt entwerfe ich Szenarien. Mir verschwimmen die Optionen im Kopf, ein einziger Grübeleibrei. Die Kollegen, mit denen ich jetzt arbeite, sind sehr lieb und vertraut, die chirurgische Ausrichtung mit all ihren strukturellen und administrativen Gegebenheiten jedoch nicht. Grünau lockt, auch wenn ich von dem Team, welches dann zusammenkommen wird, die wenigsten kennen würde. Und eine Belegung mit schätzungsweise über 20 Geriatriebetten muß bedacht werden. Fünf Jahre Erfahrung (2015-2020) sagen mir, daß die Last nicht zu unterschätzen wäre. Im Augenblick empfinde ich die Bürde einer Interessenbekundung für eine der zehn Möglichkeiten eher als Entscheidung zwischen Pest und Cholera. (7.7.2021)

  Retweet: Ab und zu wird man ja wohl noch so ein bisschen durchdrehen dürfen.

  Retweet: Leben, als wäre es einfach.

  Retweet: Ich bin noch in der Eingewöhnungsphase mit mir selbst.

  Retweet: An manchen Tagen fühle ich mich gut und an manchen lüge ich nicht.

  Ich wünsche mir ein Wort für die seelische Überforderung angesichts des Leids in der Welt. Weltschmerz ließe sich verwenden, doch scheint es mir nicht gänzlich zu passen.

  Gestern in der Nähe meiner alten Wirkungsstätte gewesen, des Robert-Koch-Klinikums, wo ich in der direkt angrenzenden Straße am Park einen Arzttermin hatte. Die Kurve, wo die Nikolaj-Rumjanzew-Straße in die Straße am Park einbiegt, ist eng und 90° scharf. Direkt an der Biegung stand eine alte Dame, die, als wir beide nebeneinander standen, sagte: "Ist das die Straße von Gibraltar?" - Es dauerte einen Moment, bis ich bemerkte, daß ich der Angesprochene war, und einen weiteren, bis sich mir das Bonmot erschloß. Straße von Gibraltar (Meerenge) analog zur "Straßenenge" dieser engen und unübersichtlichen Kurve. Sehr spitzfindig, so daß ich der Lady kokett und bewundernd zuwinkerte.

  "... bin ich bis heute überzeugt, dass ich dieses „erwachsen“ bloß spiele und ich jederzeit auffliegen könnte." (Kaltmamsell)

  Fast hätte ich den 3-Kg-Tortenbrie bei meinem Lieblingssupermarkt für Sonderangebote für 9,80 Euro gekauft.

  "Das Leben fängt Scheiße an und hört Scheiße auf. Dazwischen tut es manchmal so, als gäbe es Kuchen." (Tatort E1169 "Neugeboren")

  "Ich denke, du bist am besten da, wo du gerade bist!" "Weiß man nie, wenn man immer da bleibt, wo man ist." (Tatort E1169 "Neugeboren")

  "Manchmal hilft es, der zu sein, den andere in dir sehen." (Tatort E1169 "Neugeboren")

  "Nur Unsinn fürs Leben gelernt! Das aber gründlich." (Maximillian Buddenbohm)

  Ich wollte und müßte eigentlich 'ne Menge über meine derzeitigen Arbeitsbedingungen schreiben, bin jedoch zu lustlos und uninspiriert.

  Mit Freunden im Johann S. gewesen, wo ich erstmalig Leipziger Allerlei hätte essen können. Schon ein bißchen peinlich: ist man gelernter Koch und Leipziger und hat diese lokale Leipziger Spezialität noch nie gegessen.

  Anläßlich der nach dem griechischen Alfabet benannten Coronavirusvarianten gleich mal selbiges repetieren. Die letzte Altgriechischstunde ist 32 Jahre her.

  "... daß manchmal das Vorenthalten der Wahrheit einen Menschen genauso verletzten kann wie eine Lüge." (Glee S02E09)

  Was ich vor vier Tagen zu meiner nächsten beruflichen Zukunft schrieb, hatte eine recht kurze Halbwertszeit. Exakt so wird es nicht stattfinden. Mit noch anderen und weiteren Veränderungen muß demnach gerechnet werden. Vorhin kam die Information, unser Team wird ab Mittwoch auf die Stationen 20 IV B und 20 III A des St. Georg aufgeteilt, vorerst bis Anfang September. Welche Fachgebiete nun genau wo platziert werden, weiß ich nicht. Ich gehe heute in zwei Nachtdiensten, welche noch auf unserer "alten" Station, dem dem Untergang geweihten Haus 56, vonstatten gehen. Wahrscheinlich muß man sich künftig von Woche zu Woche neu arrangieren und immer neuen Bedigungen und Konzepten folgen, wenn man denn überhaupt gewillt ist, der ganzen Kackscheiße zu folgen. (14.6.2021)

  Retweet: Was sind so eure Erwachsenenprobleme, auf die ihr nie vorbereitet wurdet?

  Retweet: Mit offenen Augen findet man auf einmal ganz viel blöd.

  Retweet: Man sammelt sich halt so an. Und dann will man nichts wegwerfen.

  Retweet: Auf den Träumen liegt noch Raureif.

  Mit dem Schlüssel zu lange am Schloß herumfummelnd und eine Kollegin so: "Sind keine Haare dran? Findest das Loch nicht, was?"

  An heute dürfen in unserer Klinik Patienten wieder Besuche empfangen. Pro Patient 1 Besucher für 1 Stunde am Tag. Erbringen muß er den Impfnachweis oder einen negativen Schnelltest. Zu tragen ist eine FFP2-Maske. Unsere Freude hält sich in Grenzen, weil dies viel Arbeit, Mühe und Nerven bedeutet. Nerven, weil abzusehen ist, daß Nachweise fehlen werden und wir endlosen Diskussionen mit erbosten Angehörigen entgegen sehen. Arbeit, weil wir die Dokumente einsehen und dokumentieren müssen. Das alles ab heute ZUSÄTZLICH zur bestehenden Arbeit, welche ja nicht weniger wird. (7.6.2021)

  Mein Sosein (be)treffende, mich berührende, aufwühlende oder zum Lachen veranlassende Cartoons und Kurzvideos.

  Gegenüber wird nach 30 Jahren Leerstand das letzte Haus in meinem Blickfeld saniert. Vor Monaten hatte sich das angekündigt, als Handwerker auf dem Dach herumspazierten.

  In einem Krimi von 2016 kam eben Home Office vor. Meine spontane Verwirrung: Mhm, gab's das also auch schon vor Corona, oder?

  Ausgedehnte Wälder oder riesige Parks erreiche ich unweit meiner Wohnung zwar nicht, dafür bin ich innerhalb von fünf Gehminuten durchaus in der Natur, wie mein heutiger nachmittäglicher Spaziergang zeigt.

  Retweet: In deinen Abgrund oder in meinen?

  Retweet: "Wie würdest du dein Leben beschreiben?"- "Stabile Seitenlage."

  Retweet: Zur Ruhe kommen, aber als Reiseziel.

  Retweet: Jeder Tag ist anders seltsam.

  Retweet: Du wählst den Planeten und ich fahre.

  Retweet: Mit ‘nem Notenschlüssel kriegste fast jedes Herz auf.

  Retweet: Ein so allgemeines Nichtmehrkönnen, man kann sich gar nicht entscheiden, was man zuerst nicht schafft.

  Zu den Denk/Merkstörungen, welche ich hier bereits anführte, ein weiteres Erlebnis von heute. Einkauf bei Kaufland. An der Kasse streckte mir die Kassiererin die Tomaten entgegen, weil sie kein Preisschild aufwiesen. Ich hatte mit keiner Silbe daran gedacht, sie abzuwiegen, obzwar es sonnenklar ist, daß es bei Kaufland nötig ist, Obst + Gemüse selbst abzuwiegen. Gestern verließ ich das Haus ohne eine einzige Maske. Vorher sortierte ich, um meine Tasche neu zu packen, großspurig die Masken mit der Intention, zwei oder drei davon mitzunehmen. Vergessen. Unterwegs zur Hausärztin in der Straßenbahn maskenlos und bestürzt, wie es mir passieren konnte, mitten im Sortieren einfach das Haus zu verlassen. Bin gespannt, was der Neurologe/Psychiater zu meinen kognitiven Ausfällen sagen wird.

  Betrachtung der Zeit: // Mein sind die Jahre nicht, / Die mir die Zeit genommen; / Mein sind die Jahre nicht, / Die etwa möchten kommen; // Der Augenblick ist mein, / Und nehm ich den in acht / So ist der mein, / Der Jahr und Ewigkeit gemacht. // (Andreas Gryphius)

  Von gestern zu heute wieder mal ein Blutdruckgerät umgeschnallt gehabt, heute früh Auswertung bei der Hausärztin. Werte so weit in Ordnung, etwas zu straffer Blutdruck, also Antihypertensiva angepaßt. Die Hausärztin sieht sich erneut bestätigt, daß meine Beschwerden reine Kopfsymptome sind, was mir nicht hilft, mit ihnen zu leben. Der Leidensdruck im Alltag ist enorm. Vier Überweisungen zu Fachärzten mitgenommen und zuhause telefonisch umgehend Termine vereinbart. Augenarzt, Neurologe, Psychiater und Kardiologe, bei dem ein 24-h-EKG gemacht werden soll. Augenarzt, weil ich als Typ-2-Diabetiker sowieso alljährlich auf eine mögliche Spätschädigung untersucht werden muß und weil mich seit Monaten ein Spannungs- und Kompressionsdruck an der rechten Schläfe quält, was auch dem Neurologen vorgestellt werden soll. Psychiater, weil ich mich wohl nicht länger gegen ein Antidepressivum sträuben kann. Im letzten August hatte ich einen entsprechenden Termin sausen lassen und hatte (nicht nur) diesbezüglich alle Viere von mir gestreckt. (26.5.2021)

  Retweet: "Ich habe da ein total gutes Gefühl." - Ich. Immer. Kurz bevor es schief geht.

  Retweet: Insgesamt machen wir vielleicht zu wenig Quatsch.

  Heute ist ein "freier Tag vorm Frühdienst" - eine ungünstige Konstellation, welche noch dadurch verschlimmert wurde, daß ich 11 Uhr einen Termin beim Psychotherapeuten wahrzunehmen hatte, so daß ich - mit kleinem Schlenker zwecks Lebensmitteleinkäufen - zwischen 10.00 Uhr und 14 Uhr unterwegs war. Kurzum, der Tag eigentlich im Eimer. Verkomplizierend kommt hinzu, daß mein PC seit gestern dauernd abstürzte. Mein Vermutung, der betagte Dateimanager (Total Commander) führe plötzlich zu Inkompatibilitäten, scheint insofern zutreffend, als es, seitdem ich ersatzweise einen anderen installierte, zu keinem neuerlichen Crash kam. Beobachten, abwarten und testen, ob ich mit dem neuen Freeware-Tool (DoubleCommander) klar komme. Zum Vormittagsprogramm zählten die Nezessitäten Kulturzeit, Weltspiegel und ein Kulturjournal (heute: ttt); nachmittags ein weiteres Magazin (artour) und ein alter Kölner Tatort von 2003. Jetzt, am Abend, wächst die Mulmigkeit vor dem frühen Aufstehen und Funktionieren. Glücklicherweise ist der Frühdienst an einem Wochenende nicht ganz so belastend wie unter der Woche. Und morgen ist, wie passend, auch Tag der Arbeit. (30.4.2021)

  Der gestrige Schilddrüsenultraschall ergab keinen schlimmen Befund. Status wie vorher, was heißt, der nächste Kontrolltermin findet in zwei Jahren statt. "Sie haben eine kleine Schilddrüse und unter der L-T4-Therapie wuchsen keine Knoten, also alles bestens." Ansonsten war ich um 12.45 Uhr nach einer Stunde Wartezeit der letzte Patient der Sprechstunde. Für Ende Mai wurde erneut eine 24-Stunden-Blutdruckmessung vereinbart. Die krisenhaften Ausreißer nach oben mehren sich; der Puls ist im Gegensatz zu den Vorjahren nun durchschnittlich nicht mehr 60, sondern 80 bpm. Obwohl ich mich nicht sonderlich um Ernährungsrestriktionen bemühte, verlor ich, seitdem ich das GLP1-Hormon Ozempic spritze (8 Wochen), mehr als 5 kg Gewicht, eine zuversichtliche Entwicklung, die allerdings mit persistierenden Nebenwirkungen wie Übelkeit und Völleempfinden erkauft sind. (29.4.2021)

  Retweet: Ich bin tiefenverspannt.

  Retweet: Seitdem ich begriffen habe, daß man Leben nicht kontrollieren kann, läuft es viel besser aus dem Ruder.

  Ich gelte gemeinhin als Geizhals und bestreite es nicht. Man weiß, daß ich mich nicht scheue, auch noch den ältesten Joghurt, dessen Deckel sich nicht sichtlich wölbt, zu verputzen. Eine Kollegin gestand letztens, wenn sie in den Kühlschrank guckt, um auszusortieren, zu denken: Das könnte Markus doch noch essen!

  Meine E-Mail-Bestellung bei Teegschwendner mit dem Wunsch, den angebotenen Lieferservice in Anspruch zu nehmen und meine Geschenkkarte einzulösen, erbrachte die Antwort, daß ich Geschenkkarten nur vor Ort während der Öffnungszeiten einlösen könne. Muß ich in der kommenden Woche - übrigens seit vielen Monaten das erste Mal - in die Stadt fahren, denn der Laden ist im Specks Hof. Weil ich mich nicht entscheiden mochte & konnte, hatte ich die Zusammenstellung und Auswahl der Tees dem Dienstleister überlassen, was ich, wenn ich mich höchstpersönlich dorthin quälen werde, beibehalten werde. "In die Stadt fahren" ist hier der Terminus für "in die Innenstadt fahren", die in Leipzig durch den Innenstadtring klar definiert ist. Nichtleipziger werden sich erinnern: die berühmte Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 führte machte ihn deutschlandweit publik.

  Bei der Kampagne #allesdichtmachen bin ich überfragt, bin regelrecht erschrocken - sowohl angesichts der Reaktionen auf sie als auch angesichts der Videos selbst. Erschrocken und ratlos, weil ich den Akteuren Hirn und guten Willen zugestehe. Mir fehlt eine Erklärung.

  Ausgerechnet ich, der ich als Einsiedler und Eigenbrötler so gut wie nie Leipzig verlasse, komme mit zwei Freunden Mitte Mai in den Genuß einiger Tage Kurzurlaub in der Dahlener Heide.

  Gerade eine Bestellung bei Teegschwendner aufgegeben, die einen Lieferservice innerhalb Leipzigs anbieten. Ich löse somit eine Geschenkkarte ein, die mein Team mir zum Wiegenfeste kredenzt hatte.

  Eine Erfahrung, die man mit zunehmender Vereinsamung zwangsläufig machen muß: daß der eigene Geburtstag unbemerkt vorüber geht.

  "Das Leben fühlt sich an wie ein Marathon, ich wüsste nur gern bei welchem Kilometer ich mich befinde." (Fundevogelnest)

  "Es gibt Menschen, die sind so von Trauer umhüllt und durchdrungen, dass man Angst bekommt, sie mit einem falschen Wort in Stücke zu brechen." (LaGriotte)

  In memoriam Petra Gust-Kazakos, gestorben am 2. April 2021: Memento // Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang, / Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind. / Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind? // Allein im Nebel tast ich todentlang / Und lass mich willig in das Dunkel treiben. / Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben. // Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr; / - Und die es trugen, mögen mir vergeben. / Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur, / Doch mit dem Tod der anderen muß man leben. // (Mascha Kaleko)

  Skatabend mit zwei Freunden. Der eine: "Du bist doch mein zwölftbester Kumpel!" Der andere: "Das hat Jesus zu Judas auch gesagt."

  "LeipzigPeople - Typen und Momente in Leipzig" nenne ich den jüngsten Twitterthread, in dem ich Schnappschüsse von Menschen sammle, denen ich unterwegs begegne und mit denen es das Leben offenbar nicht sonderlich gut meint. Penner, Verwahrloste, Verirrte, aber künftig hoffentlich immer wieder auch Typen in lichteren Lagen und Momenten.

  Am häufigsten wird bei den Periodika die Sparte "Kuriosa & Alltag" bespielt und gefüllt, so auch heute wieder. Am zweithäufigsten "Mein Sosein" mit Cartoons (und Videosequenzen), die meine Wesenszüge oft trefflich karikieren & widerspiegeln.

  Als Jäger und Sammler erhasche und archiviere ich Fotos, Bilder, Cartoons und Videos, auch in persönlichen Belangen. Mittlerweile gibt es diese Linkdumps: {A} Gedichte, die mich berühren und erhellen / {B} Kuriosa, Alltag & Leben / {B1} LeipzigPeople / {C} Mein Sosein / {D} Cartoons: Pflege/Medizin. - Alle Sammlungen sind hier verlinkt.

  Mein Arbeitsplatz seit Januar ist ebenerdig im Haus 56 des Leipziger St. Georg. Ehemalige Klinik für Neurologie, seit Ende Dezember Auffangstation für Corona-Verdachtsfälle, die unser Team, welches von April bis Dezember im Haus 1 auf einer inzwischen "beerdigten" Station für Gastroenterologie, Diabetologie, Endokrinologie und Schmerzmedizin arbeitete, "bespielt". Der Flachbau liegt an der nördlichen Grenze des Klinikgeländes, großzügig von Gras, Sträuchern, einem Teich und einem Wäldchen umgeben, das in diesen Frühlingstagen erwacht, so daß man auf unserer Terasse neben dem explodierenden Grün gewaltige Vogelkonzerte erleben darf und sich überhaupt nahe am Busen der Natur wähnt, wie die neugierigen Enten, der Frosch und das Reh und (noch) nicht ins Bild gefaßte Vögel, Hummeln und Bienen illustrieren. Gestern kreiste lange ein Greifvogel über dem Haus, von dem und dessen lieblicher Umgebung ich bald Fotos nachliefern werde. (12.4.2021)

  An unserer Straßenbahnhaltestelle pflanzt man rund um die Bäume Blumen und kleine Sträucher. Optisch Zucker für das Auge und somit für die Laune, wenn man auf die Bahn wartet. Tolle Initiative unseres Stadtteils!

  Auf Corona-Stationen, wo Menschen alleine, isoliert, ohne körperlichen Kontakt sind, füllen PflegerInnen Handschuhe mit warmem Wasser, um diesen Trost zu simulieren. Sie nennen es die Hand Gottes. Das ist das Deprimierendste, was ich in letzter Zeit aufnehmen mußte.

  Ein weiterer Büchermensch, den ich aus und mit dem Netz kenne und mit dem ich sporadischen Kontakt hatte, ist verstorben: Jost Renner. Erst spät begann er, Gedichte zu schreiben. "Tinius" oder "Readingease" waren seine Synonyme, unter denen wir uns im Netz freilich weit früher über den Weg gelaufen waren. Ich reihe ihn in die mich traurig machende Liste ein: Petra Gust-Kazakos (+2021), Andre Gottwald (+2018), Sabine Nowak (+2017). Weitere beklagte und viel zu früh von uns gegangene Tote sind: Robert Basic (+2018), Johannes Korten (+2016). Ruhet alle in Frieden!

  Retweet: Ich habe einen Plan und kann es kaum erwarten zu erfahren, woran er scheitert.

  Die vierteilige Dokumentation "Charite intensiv" zeigt die Arbeit auf einer Corona-Intensivstation der Charite. Selbst mir als abgebrühten Krankenpfleger läuft es kalt den Rücken runter. Und der Kloß im Hals, als in Folge 1 die Angehörigen bei der sterbenden 28-jährigen intubierten Patientin sind und man die Unbeholfenheit und die zitternden Hände sieht. All das Leid ist so erschütternd und traurig!

  Retweet: Wann wirds mal wieder richtig?

  Retweet: Vom Paradies sind noch die Äpfel über.

  Retweet: Der Bauch, den ich möchte, paßt einfach nicht zu dem Essen, das ich liebe.

  Retweet: Konfuzius sagt, wenn du mit einem Idioten diskutierst, gibt es zwei.

  Petra Gust-Kazakos, eine mir liebe und seit vielen, vielen Jahren bekannte Bücherfrau ist mit 55 Jahren an Krebs gestorben. RIP! Nach Sabine Nowak (+2017) und Andre Gottwald (+2018) der dritte buchaffine Netizen, den ich kannte und mit dem hin und wieder Kontakt hatte und der nun fehlt.

  Wir waren nachts dermaßen ideenlos und müde, daß uns auf Station kein besserer Aprilscherz einfiel, als diverse Türklinken mit Nutella zu präparieren und vor Dienstende das Gekreische des Frühdienstes zu genießen. (1.4.2021)

  Den Spruch "Neue Besen kehren gut" kannte ich, aber den Zusatz "Aber die alten wissen, wo der Dreck ist" nicht.

  Ich nutze gerne die Mediatheken, auch für fiktonale Inhalte. Auf arte wurde ich selbst bei Serien fündig. Gerade stieß ich auf "Bron - Die Brücke". Zwei Staffeln (S01E01 und S02E01) gibt es zurzeit auf arte zu sehen bzw. herunterzuladen. Ich gucke gerade in "Ill Behavior" hinein, wo drei Freunde versuchen, einen an Krebs erkrankten Mann zur Chemotherapie zu überreden, während er auf Naturheilverfahren schwört. Als das nichts fruchtet, wird der "Patient" gezwungen: "Das Krebsopfer ist überwältigt. Wir sind ein tolles Team". Die Briten haben's in Sachen Schwarzhumorigkeit einfach drauf. Das, wie ich Anfang Februar postete, Verquerste, was mir an neuen Serien in den vergangenen Monaten (eben auch aus Großbritannien) unterkam, ist Inside No.9. Zum Niederknien originell!

  Doctor Who hatte gendergerechte Sprache schon 2009 drauf - vor all den aktuellen Diskussionen: "Meine Damen und Herren und davon abweichende Varietäten." (Doctor Who S04E10)

  In Zukunft wird bestimmt eine Serie daraus. Immer wieder begegne ich offensichtlich obdachlosen Menschen am untersten Rand der Gesellschaft. Im letzten Jahr saß einer mitsamt Liege am HBF, kürzlich, auf meinem Weg zur Frühschicht, ebenfalls am Brennpunkt Hauptbahnhof um 4.40 Uhr ein frühaktiver Penner und gestern an der Kreuzung Hermann-Liebmann-Straße / Eisenbahnstraße ein Mann in einer Telefonzelle, dem eine Studentin dann einen Schein zustecke.

  Meinem Psychotherapeuten von den Denkstörungen erzählt, die ich bei mir vermute. Ein Beispielerlebnis: Mit Freunden vor kurzem Skat gespielt. Ich hatte ein super Blatt, spielte ein todsicheres Grand. Mitten im Spiel spielte ich mit der Überzeugung weiter, Grün zu spielen, und verlor blamabel. Der Therapeut (kommt aus den alten Bundesländern) kannte den Ausdruck "Grün" beim Skat nicht, sondern nur das französische Blatt mit Kreuz, Pik, Herz und Karo. Ein weiteres Indiz für Denkstörungen (beginnende Demenz oder ähnliche hirnorganische Veränderungen) ist die Tatsache, daß ich etwas ohne Rechner dividieren wollte und es nicht mehr zustande kriege. Ich habe gänzlich vergessen, wie man etwas schriftlich teilt. In der gestrigen Therapiestunde exerzierten wir es durch und mir kam die Vorgehensweise freilich bekannt, aber auch wie aus einer längst abgeschlossenen Ära vor. Ich soll meine Bedenken nun der Hausärztin schildern, damit ggf. diagnostisch vorgegangen werden kann (CCT oder MRT). (24.3.2021)

  Als ich gestern früh aus dem Nachtdienst ging, freute ich mich auf bevorstehende 5 freie Tage. Noch in der Bahn auf dem Heimweg rief mich mein Chef an mit der Bitte, am Montag und Dienstag Frühdienste zu übernehmen; dafür fielen die Spätdienste am Wochenende weg. Rasch (mit)denken, wenn man nach dem Dienst übermüdet und aufgekratzt zugleich unterwegs ist, ist meine Sache nicht, so daß mir der Umstand, daß ich dadurch am Mittwoch erneut Einzelfrei haben werde, entging, das dritte in diesem März. Kaum hatte ich in der vergangenen Woche eine solche Unliebsamkeit ausgebügelt, schleicht sich die nächste klammheimlich in den Dienstplan. Morgen um 4.20 Uhr aufstehen zu müssen, am Mittwoch über nur über einen schwachbrüstigen einzelnen freien Tag verfügen zu dürfen, vergällt mir alles. Dieser März glänzt in Arbeitsdingen äußerst matt, wenn nicht trübe. (21.3.2021)

  Retweet: Ich habe es mir auch nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein. Ich hatte einfach Glück!

  Im Aufenthaltsraum unserer Station eine Tischdecke mit Aufdrücken eines lateinischen Spruches/Textes, den ich noch nicht entziffert habe. So weit reicht mein Latinum nach 30 Jahren bedauerlicherweise nicht mehr.

  "Blende die Unheilsverkünder aus und lebe jeden Tag, als wär's dein letzter." (The Good Doctor S01E10)

  Daß es 1957/58 eine Asiatische Grippe mit weltweit zwei Millionen Toten gab, davon 30.000 in Deutschland, habe ich nicht gewußt oder vergessen. Auch damals wurden Hygienemaßnahmen und Schulschließungen praktiziert. Von der Hongkong-Grippe wußte ich zumindest.

  Chase Tag ist eine neuartige Trendsportart, quasi das kindliche Fangenspielen als Erwachsenensport, eine Kombination von Hindernislauf und Parcour. Nach anderhalb Jahren nehme ich Euromaxx wieder auf. Als das Journal 2019 seine Frequenz von vier auf eine Sendung pro Woche reduzierte, war ich verärgert, kehrte ihm den Rücken, ignorierte dabei allerdings den Mehrwert der Sendung, die sowohl unterhaltsam als auch instruktiv ist und mit Informationen aufwartet, die nur hier zuerst präsentiert werden, eine belebende Ergänzung, auf die ich viel zu lange verzichtet habe.

  Das Etikett "sympathische Kantigkeit", das die Kulturzeit dem Duo Stereo Total anklebte, würde ich gerne für mich beanspruchen. Der Charakter sagt mir sehr zu. Die Leadsängerin Françoise Cactus starb kürzlich im Alter von 56 Jahren an Krebs.

  "Ich weiß nicht, ob es so schlimm ist, ein Weltverbesserer zu sein. Nur halt ohne Zeigefinger." (Sarah Lesch)

  "Wußten Sie, daß Einsamkeit und Gedanken die besten Bettgesellen sind?" (Father Brown S01E08 - Im Angesicht des Todes)

  Retweet: Habt ihr an oder mit der Pandemie zugenommen?

  Retweet: Ich habe das Egal aufgefüllt.

  Retweet: Ich bin ziemlich sportkarg.

  Aufgeschnappt: "Auf der B-Seite des Lebens angekommen."

  Es wird immer bekloppter. Klingelt's mittags gegen 12 Uhr, Postlieferant unten, ich solle runterkommen, es sei ein Päckchen für mich da. In meinen bisherigen knapp 55 Lebensjahren war es üblich, daß der Bote an die Tür kommt oder man sich entgegenkommt. Eine ziemliche Frechheit, zumal, als ich endlich die vier Stockwerke nach unten geeilt war, das Päckchen mutterseelenallein mitten auf der Treppe lag und keine Spur mehr vom Lieferanten. BTW, ein Buch, mir unbekannterweise geschickt, ein Wörterbuch mit dem Titel: "UNERHÖRTE AUSWAHL VERGESSENER WORTSCHÖNHEITEN AUS JOHANN JAKOB SPRENGS GIGANTISCHEM, IM ARCHIVE GEFUNDENEN, SEIT 250 JAHREN UNVERÖFFENTLICHTEN DEUTSCHEN WÖRTERBUCH. Ans Licht gebracht von Nicolas Fink und mit einem Vorwort versehen von Gabriel Schaffter". Eine Grußkarte lag nicht dabei. Falls mir jemand ein Geschenk machen wollte, danke ich recht schön!

  Retweet: Mein Mott lautet: "Du schaffst alles, wenn du es wirklich willst."- Mein Ersatzmotto lautet: "So ist es auch ganz ok".

  Versuch es: Stell Dich mitten in den Regen, / glaube an den Tropfensegen, / spinn Dich in dies Rauschen ein / und versuche, gut zu sein! // Stell Dich mitten in den Wind, / glaub an ihn und sei ein Kind - / laß den Sturm in Dich hinein / und versuche, gut zu sein! // Stell Dich mitten in das Feuer - / liebe dieses Ungeheuer / in des Herzens rotem Wein / und versuche, gut zu sein! /(Wolfgang Borchert)

  "Er ist noch ein Kind. Ich weiß, wie schwer die Vorstellung ist, daß er stirbt." "Er kann gut damit umgehen." "Tja, das ist schwer zu glauben." "Wir sterben alle. Würden wir das akzeptieren, wären wir glücklicher." "Wäre möglich, aber wir sind mies im Genügsamsein. Gegen den Tod zu kämpfen, hält uns am Leben." (The Good Doctor S01E05)

  Wenn man wie ich sehr viele Krimis guckt, hat das den Nachteil, anhand der Besetzung oft bereits zu wissen oder die untrügliche Ahnung zu haben, wer der Täter ist. So auch beim jüngsten Dresdner Tatort "Rettung so nah". Als inmitten des Streifens die Haustür aufging und als Ehefrau des verdächtigen Jens Schlüter Annika Blendl auftauchte, war alles klar und die Spannung dahin. Luxusprobleme.

  Ich schaue mir den Dresdener Tatort "Rettung so nah" (E1155) an und bewundere wieder Martin Brambach als Schauspieler. "Paß auf dich auf, das macht sonst keiner."

  Zwar ist es noch nicht soweit, aber aus Archivierungsgründen füge ich das Fundstück hier ein: "Markustag ist der 25. April. Markustag spielt in den katholischen Länder tatsächlich eine Rolle, ich weiss von Leuten, die sich auf irgendwas bezogen und sowas sagten wie, dass etwas vor oder nach dem Markustag geschah, aber ich weiss gar nicht warum das ein Begriff ist, das müsste ich mal- OK, gegoogelt, laut Wikipedia hat der Markustag den Rang eines Festes und in Lybien den eines Hochfestes. Ausserdem ist es der spätestmögliche Ostertermin." - Warum dieses? Weil der 25. April mein Namenstag ist.

  Retweet: Bei meiner Geburt habe ich anscheinend direkt ein Orientierungslos gezogen.

  Retweet: Wenn das so weiter geht, geht das nicht so weiter.

  Retweet: Der größte Saboteur deines Glückes bist du selbst.

  Retweet: "Ich werde dich nie vergessen." - "Das tut mir leid."

  Retweet: Manchmal gehe ich auf Friedhöfen spazieren, um auch mal mit meinem Leben angeben zu können.

  Aus meinen Postings im Thread "Tatort am Sonntag" im LSF: Von diversen Tatorte ist man Witzigkeit gewohnt und erwartet sie. Völlig überrascht worden bin ich von "Das ist unser Haus" mit Lannert/Bootz, bei dem ich durchweg lachen konnte. Und Heinz Rudolf Kunze als einer der Verdächtigen... So abgedreht die Mieter des Wohnprojekts. So genervt die Ermittler ("Ich kann' nicht mehr!"). - Ich gucke zwar sämtliche Tatorte und Polizeirufe, aber immer mit wirrer Strategie, d.h. fast nie live, sondern ich speichere sie mir dank Mediathek ab und gucke dann ad libitum mal einen aktuellen, dann wieder einen alten, die ich allesamt nicht kenne, weil ich erst so vor 15 Jahren zum Tatort-Afficionado mutierte, so daß mir beispielsweise alle Filme mit Stoever/ Brockmöller entgangen waren, alle Bienzles usw. usf. Allerdings sind manche Tatorte aus der guten alten BRD ziemlich betulich. Und schade, daß die Giftschrankepisoden nicht gesendet werden und man nur mühsam an sie herankommt. So werden alle Polizeirufe mit Steimle nicht mehr gebracht.

  Weiter am DDR-Thread mit einer Fleischereitheke und der Warteschlange VOR einer Fleischerei. Man wußte, wann es Lieferung gab und harrte geduldig aus, um einen guten Braten oder etwas jenseits des üblichen Specks und der Ladenhüter zu erhaschen. Und wenn man es nicht wußte, zeigte es spätestens die untrügliche Schlange, in der man gut und gerne ein bis zwei Stunden zubringen konnte und in der es damals noch keinen Zeitvertreib wie Smartphones oder mp3-Player gab.

  "Ich traf heute traurige Menschen mit leeren Augen. Ihr routiniertes Lächeln, daß gemäß Anordnung des Arbeitgebers den ganzen Tag gezeigt werden muß, blieb hinter den Masken verborgen. Welch eine Absurdität: Masken verbergen Masken." (Der Emil)

  "Es gibt wirklich nirgendwo Platz für ihn. Und Mitleid gibt es auch keines. Er ist eine Art emotionaler Flüchtling, der mit der Welt im Clinch liegt." (Law and Order UK S02E03)

  "Auch die schwärzeste Stunde hat nur sechzig Minuten." (Neben der Spur E01: Adrenalin)

  Heutzutage kommen die Verheißungen nicht mehr per Eingebung und brennenden Dornbusch, sondern per E-Mail und Spam: "Sie sind auserwählt!" - Ich WUSSTE es!!

  In einem Tweet gelesen "Wenn ihr 24 Stunden lang das andere Geschlecht sein könntet, was würdet ihr dann tun?" und noch überlegend...

  Retweet: Wo Wege sind, war schon jemand.

  Meine gesamte Befindlichkeit, das jahrelange Leiden unter merkwürdigen diffusen Symptome wie Erschöpfung, Fröstelschauern, Schwindel, Antriebsschwäche, wurde als mittelgradige Depression infolge und korrelierend mit einer schizoiden Persönlichkeitsstörung (SPS) klassifiziert. Parallel dazu vermutete ich vorher und jetzt wieder ein Chronisches Erschöpfungssyndrom (DLF / auch: Myalgische Enzephalomyelitis = ME), welches sich in der Medizin leider noch kaum herumgesprochen hat und das zur Diagnosestellung nicht herangezogen und in Erwägung gezogen wird. Persönlich halte ich dies bei mir für noch nicht ausgeschlossen, zumal die hartnäckigen kuriosen somatischen Ausprägungen meiner Beschwerden bei meinem Psychotherapeuten Ratlosigkeit hinterläßt. Wie auch immer, eine der beiden deutschlandweit existierenden Zentren für CFS/ME arbeitet an der Berliner Charite. Eine Medizinerin hält es für möglich, daß Long Covid ("Genesen, aber nicht gesund") bei vielen ein ähnliches Symptomenspektrum zeigen wird. Vergleiche zwischen den beiden Syndromen wurde bereits gezogen bzw. fühlen sich Long-Covid-Patienten mit ihrer Fatique häufig ebenso wenig ernst genommen wie die unter der chronischen Erschöpfung Leidenden. (7.2.2012)

  "War Stoizismus je etwas anderes als die hohe Kunst, sich objektive Probleme subjektiv am Arsch vorbeigehen zu lassen?" (Thea Dorn: Briefe an Max)

  Thematische Tweets in Threads zu vereinen ist mir bisher entgangen. Erst seit kurzem ergreife ich diese Option und kreierte soeben einen Thread zum Homeoffice. Daneben gibt es das Bernie-Sanders-Meme und den Schach-Thread.


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