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Bücherlei Miszellen (36) [<<] [>>]
Ein Lese- und Lebens-Notizbuch

Mittwoch, 8. Februar 2017

[17:44] Die neue = 18. Staffel Inspector Barnaby beginnt mit Und wo sind die Leichen? (S18E01) und spielt wie so oft auf einem maroden Landsitz. Beteiligt ist das Bestattermilieu; Leichen sind verschwunden. Alles also wie immer mysteriös und ein bißchen morbid.

[17:01] Man gewöhnt sich leicht an das Glück, an den Erfolg. Dem Scheitern dagegen setzt der menschliche Instinkt unüberwindliche Barrieren der Hoffnung entgegen. Diese Barrieren muß das Gefühl des Unglücks erst eine nach der anderen beseitigen, bevor er zum Herzen des Menschen vordringt, der nach und nach den Feind erkennt, ihn beim Namen nennt und erschrickt. (Irène Némirovsky: Feuer im Herbst)

[16:59] Im Leben eines jeden Menschen, der diesen Namen verdient, gibt es einen Augenblick, wo man Partei ergreift, sich unwiderruflich für oder gegen eine Existenzform entscheidet. (Irène Némirovsky: Feuer im Herbst)

[16:58] ... wie alle Jungen dieser Generation glaubte Yves, er sei für den Krieg bestimmt. In fünf, zehn oder zwanzig Jahren würde der Krieg ausbrechen. Alle schienen ihn zu hassen, und doch erwarteten ihn alle, so wie man den Tod fürchtet und erwartet, oder vielmehr wie ein von der Schlange gebannter Vogel den Kopf senkt und nicht daran denkt zu fliehen. (Irène Némirovsky: Feuer im Herbst)

[16:57] Sibylle Lewitscharoff: Verdammungswürdige Melancholiker // Acedia // Herumtrudeln // Mutterkümmerer.

[16:56] In meinen tumultreichen Pubertätsjahren, schwankend zwischen Hochgefühlen, die weit über das hinauszielten, was meinen Fähigkeiten zuzutrauen war. (Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder)

[16:55] Für diejenigen, die gelitten haben, erscheint das Glück anfangs unwahrscheinlich. (Irène Némirovsky: Feuer im Herbst)

[16:54] Ich ändere die Welt nicht, wie ich in einer grandiosen Aufwallung der Selbstüberschätzung geglaubt hatte. (Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder)

[14:04] Heute schon das vierte Angebot per E-Mail, mir bei meiner Webseite marketingsmässig Hilfe zukommen zu lassen. Ich bin ja SO dankbar!

[13:55] Mit dem Tatort(nach)gucken geht es gerade kreuz und quer. Jetzt den Berliner "Wir – Ihr – Sie" (E989) vom Juni 2016 mit Rubin und Karow, wobei ich Meret Becker als Schauspielerin und in dieser Rolle ja bezaubernd finde, während mir ermittelnde Kotzbrocken auf den Zeiger gehen, auch und besonders Faber im Dortmunder Tatort.

[11:52] Ich war nicht mehr sehr jung und war in Einsamkeit aller Art recht beschlagen. (Franz Werfel: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd)

[11:49] Wenn wir auch einer stillen Übereinkunft gemäß politische Unterhaltungen vermieden, so gut es nur ging, so lastete das gegenwärtige und das herandrohende Weltgeschehen doch schwer auf unseren Gemütern. (Franz Werfel: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd)

[11:48] Was ich dem Hause Argan verdankte, war mehr als unbeschränkte Freundschaft und Gastfreundschaft. In unserer kargen und barschen Krisenwelt des motorisierten Unbehagens und der rekordschlagenden Verdrießlichkeit stand es da wie eine unzeitgemäße Insel der Freude. (Franz Werfel: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd)

[11:47] Erst durch einen eben gehörte Radiobeitrag weiß ich, daß es neben dem THW (Technisches Hilfswerk) auch ein MHW (Medizinisches Katastrophen-Hilfswerk) gibt.

[11:11] Sie war keine gewöhnliche, sondern eine höchst bewährte Witwe, indem sie nämlich diese Eigenschaft dreimal durch das Ableben des jeweiligen Gatten erworben hatte. (Franz Werfel: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd)

[9:13] Weiter mit "Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd" von Franz Werfel.

[9:12] Buch beendet: "Das gabs früher nicht. Ein Auslaufmodell zieht Bilanz" (DNB) von Bernd-Lutz Lange, Aufbau, 349 Seiten.

[7:57] Ich weiß, die Rede ist noch nicht gehalten worden, aber die wichtigste Frage würde doch heutzutage lauten: "Wollt ihr den totalen Markt?" Und die Frage ist auch ohne diese Rede schon beantwortet worden. (Bernd-Lutz Lange: Das gabs früher nicht. Ein Auslaufmodell zieht Bilanz)

[7:50] Fakt ist jedenfalls, dass die Erde verglüht und dass sie in die ebenfalls sterbende Sonne stürzt. (...) Bevor das eintritt, leuchtet die Sonne erst mal 15 Prozent heller als heute. Dadurch werden auf der Erde Temperaturen von 60 bis 70 Grad herrschen. (...) Nach dem Beitrag in der Zeitschrift "Bild der Wissenschaft" beginnt die ungemütliche Phase etwa in 1,6 Milliarden Jahren. Das ist ja auch nicht mehr so lange hin! Überlegen Sie nur, wie schnell die Zeit seit der Friedlichen Revolution vergangen ist! (Bernd-Lutz Lange: Das gabs früher nicht. Ein Auslaufmodell zieht Bilanz)

[7:21] In dieser Zeit, wo ein Jahrzehnt wahrscheinlich dem Jahrhundert einer sanfteren Epoche in seiner Schrittweite entspricht. (Franz Werfel: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd)

[7:20] "Hätte" und "wäre" sind die grammatikalischen Formen unserer unfruchtbarsten Reue. (Franz Werfel: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd)

[7:19] [Neue Musik] ...flüchtige Missklangsgirlande eines unserer verwegensten Neuerer. (Franz Werfel: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd)

[7:16] Margriet de Moor: Latein // Balzac // Im Augenblick des Todes // Schwesternschülerin // Stilleben des menschlichen Daseins.

[7:15] Liebeskummer ist eine Krankheit, der Mensch des Mittelalters erkannte das an. Noch bis in unser aufgeklärtes siebzehntes Jahrhundert hinein lautete die medizinische Diagnose dieses Leidens: eine der schlimmsten Furien für Körper und Geist. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[7:14] ...kenne ich schon seit Jahren ein Kruzifix, das theologisch ziemlich explizit ist. Blaue Lippen, die Zähne leicht entblößt, Tränen. Die Frage: Gott oder Mensch? scheint mir seitdem überflüssig. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[7:12] Es heißt manchmal, dass man immer derjenige sei, der man mal werden wird. Woran er überhaupt nicht glaubt. Von allen Personen, die in einem Menschen wohnen, treten nur einige wenige ins Rampenlicht, schlicht und einfach aufgrund mangelnden Raums und mangelnder Zeit im Leben, und welche es sind, weiß man vorher nie. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[7:11] Mit der praktischen Ruhe, die Frauen noch unter den pikantesten Umständen bewahren können... (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[7:10] Jeder kennt seine Post so ungefähr. Die Post öffnen heißt, seine Selbsterkenntnis öffnen. Kontoauszüge, Steuerbescheide, Strafzettel, Rechnungen... (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[7:09] ... in einem ansonsten ordentlichen, standesgemäßen Raum, in dem es nach Tabakrauch und Hund stank, Typ Mülltonnenbouvier? (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[7:08] Der Fittich der Freundschaft sollte nie eine Feder verlieren, und der Fittich der Verwandtschaft sollte nie beschnitten werden, sondern immer heiter ausgespannt sein. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[7:07] Ein sehr gutes Rot, das beste, was es gab, hier hatte der Maler nicht gegeizt, es war Sinopia-Hämatit, um genau zu sein, nicht zu verwechseln mit Sinopia, der roten Erde, von der man ganze Schiffsbeladungen aus der gleichnamigen Stadt am Pontus Euxinus heranschaffte, wie das Schwarze Meer damals hieß. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[7:06] Bevor ich mich schlafen legte, trat ich nochmals ans Fenster. Und tatsächlich - der erste Herbsthauch lag in der Luft, ein Gefühl der Verschwendung, des Sehnens, Nehmens und des Bewahrenwollens, bevor es zu spät ist. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[7:05] ... die damals mickrigen Eier darin aufzuschlagen: Ich habe mir sagen lassen, daß sie nicht größer waren als die von Ringeltauben. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land) - Wieder etwas gelernt: Hühnereier waren früher nicht so groß wie heute.

[7:04] ...daß sie einer dieser schüchternen Menschen war, die, wenn sie vorbereitet waren, eine Sache tapfer meisterten, aber wenn sie kalt erwischt wurden, rasch die Nerven verloren. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[7:03] Wenn man dem Ofen gut zuredete, konnte man ihn unter der verständigen Mithilfe von Mossop (wer immer das war) womöglich dazu bringen, seine ganze zerstörerische Wirkkraft zu entfalten, um eine Predigt über die Flammen der Hölle perfekt zu machen. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[7:02] Doch so ging ich zu der kleinen Veranda zurück, deren steinerne Sitzbänke blank poliert waren von den Hinterteilen unzähliger Trauergäste, die dort in den letzten fünfhunderte Jahren Platz genommen hatte, schwindelig von Weihrauch oder Gewissenbissen. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[7:01] Manche Gegenstände sind doch imstande, trotz ihrer Banalität etwas Schweres, Verzweifeltes und Endgültiges auszudrücken. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[6:59] Ich konnte nicht dichthalten, war unzuverlässig und ungefähr so vertrauenswürdig wie ein behaarter, bockbeiniger Satyr bei einem Pfadfinderinnenpicknick. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[6:58] Über all dem lagen das unvermeidliche rhythmische Genöle elektrisch verstärkter Countrymusik. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[6:57] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 421. Lektürestatus: gestern 117 Seiten.

Dienstag, 7. Februar 2017

[20:25] ... wenn man feststellt, daß die anderen nicht mehr taugen als man selbst, daß sie genauso leichtfertig, gleichgültig, frivol und verdorben sind wie man selbst! Daß die Welt dann ein gastlicher Ort zu sein scheint, gleichsam ein warmer Stall, in dem sich die Tiere in einem weichen, sanften Pfuhl wälzen! (Irène Némirovsky: Feuer im Herbst)

[20:24] Vermutlich spinnt heute mein DSL. Der Stream ruckelte heute Vormittag derart, daß ich in der Mitte des Tatorts "Der scheidende Schupo" abbrach, mich ins Bett begab und erst gegen 17 Uhr der Welt wieder zur Verfügung stand, etwas las, dann einkaufen ging, wieder etwas las und jetzt, zur eigentlichen Tatortzeit, den Rest angucke.

[11:01] Eine geschlagene Stunde im Zahnarztstuhl verbracht. 4 Wurzelkanäle wurden gereinigt und gefüllt. Zuzahlung insgesamt 150.- Euro, weil die vom Zahnarzt als neu ausgewiesene Technik der Wurzelfüllung von der Kasse nicht getragen wird. Am Freitag und Samstag hatte ich an dem einen Zahn, der mir schon seit Monaten Schwierigkeiten bereitet, nochmals Schmerzen, was den ZA allerdings nicht in Unruhe versetzte. Ich hoffe nur, daß die heutige Sitzung kein Schuß in den Ofen war. Nicht auszudenken, wenn der Zahn noch nicht für die permanente Füllung bereit gewesen sein sollte. Nach der Sitzung muckerte so ziemlich der gesamte Bereich, wo behandelt worden ist. Eingedenk meiner hypochondrischen Disposition heißt es abwarten und über die momentane hypernervöse Stimmung hinwegkommen. Am besten mit einigen Serienfolgen. Der jüngste Tatort, den ich gerne sehen würde, ist wegen der Altersbegrenzung in der Mediathek erst ab 20 Uhr abrufbar und YouTube liefert Der scheidende Schupo (E1010) leider nicht. - ... - Und, zack, schon 'ne Lösung. Mit dem Tool MediaView hat man nicht nur eine tolle Oberfläche für Inhalte diverser öffentlich-rechtlicher Mediatheken (ARD, ZDF, MDR, WDR, ORF, SWR, PHOENIX, arte, BR u.a.m.), sondern umgeht auch die Zeitbegrenzungen beim Tatort, so daß es jetzt losgehen kann mit dem vorgestern gesendeten Erfurter Tatort.

[7:33] ...senkte sie die Stimme zu einem Flüstern und bedachte mich mit einem Blick, auf den nur Märtyrer am Kreuz hoffen dürfen. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[7:32] Mein Nervensystem war wie eine undichte Gasleitung, über der jemand mit Streichhölzern hantierte. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[7:31] Ich war elf und seit zwei Monaten bei den Pfadfindern (und trat kurz danach wieder aus – zu viele Märsche und Knoten)... (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[7:30] Übrigens schämte ich mich, aus der Freimütigkeit und dem dankbaren Gefühle des Kindes Vorteil zu ziehen, um meine Neugierde zu befriedigen. Ich liebe solch kleines Volk, und es ist nichts Geringes, wenn sie, die so frisch aus der Hand Gottes kommen, uns lieben. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[7:14] ...kaute mit der Hingabe eines Bibers auf einem Wurstbrot herum. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[7:13] Die Tür flog auf, und eine Frau trat heraus, in den Armen ein Bierfass aus Aluminium, als wäre es der abgetrennte Kopf eines Geliebten. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[7:12] Die Musik erstarb und setzte wieder ein: eine schräge Ziegenhirtenserenade für Trommeln und Tambourine, unterlegt mit schrillen Flötenklängen, ließ an einen krummbeinigen alten Fakir mit Turban denken, der im Begriff war, einem Emphysem zu erliegen. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[7:11] Meine Geschäftspartner saßen am Küchentisch um ein Monopolybrett, das von Kaffeebechern, einer leeren Rumflasche, leuchtend bunten Karten und talmihaften Spielgeldvermögen eingerahmt war. (...) Vogelsang (...) blieb stoisch und mit undurchdringlicher Miene sitzen und blätterte in seinem Spielgeld wie Josef Stalin in Fotos abweichlerischer Parteikader. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[7:09] Ich war in New York aufgewachsen und daher von Kindesbeinen an daran gewöhnt, alle Hilfegesuche von Fremden zu ignorieren. Ich gab Bettlern nichts, knallte Bibelverkäufern, Avon-Beraterinnen und Pfadfindern die Tür vor der Nase zu, legte den Telefonhörer beim ersten Anzeichen von Schnorrerei sofort auf und vermied jede Begegnung mit Elend und menschlicher Not. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[7:08] ...holperten wir auf den Parkplatz wie fahrende Tagelöhner und kamen unter der bedauernswerten, von Stoßstangen zerschrammten Eiche zum Stehen, die sich, Memento eines langen Martyriums, vor dem Haus erhob. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[7:07] Wir aßen schweigend, die chemischen Reaktionen des Körpers auf die Stillung des Hungers ließen den Blick sanft werden, Gesichtsmuskeln kontrahierten und relaxierten, Speichel floss, Schlünde schluckten, Mägen walkten und folgten in stumpfem Gehorsam dem alimentären Imperativ: kauen, schlucken, verdauen. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[7:06] Die Vögel saßen auf den Bäumen und krakeelten wie unzufriedene Revolutionäre. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[7:05] Zwei Monate später war Irmas Liebe zu Georg erloschen... "Ich weiß nicht", jammerte sie, "was der überhaupt wollte. Wenn schon alles Schöne weg war, so plötzlich und unerklärlicherweise, womöglich ja wenigstens mich, als Trophäe oder als Balsam auf seine Wunden?! Er hat mich zu sich ins Bett gelegt wie ein Kind seinen Teddy. Und zunächst lief es auch noch ganz gut, allerdings nur nachts, also sexuell. Das war quasi Plüschtiermissbrauch." (Katja Lange-Müller: Drehtür)

[6:48] Geshs Miene war so selbstgerecht wie die eines Fundamentalisten bei einer Bücherverbrennung. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[6:47] Dann wieder dauerte es viele Jahre, ehe ich begriff, daß der Anteil der Arschlöcher gleichmäßig verteilt ist in der Menschheit: Schwarze, Weiße, Gelbe, Arbeiter, Intellektuelle, Frauen, Männer, Alkoholiker, Vegetarier, Dandys und Gammler - die Arschlöcher sind ausgewogen verstreut. Nur bei den Faschisten beträgt die Quote hundert Prozent, bei der CSU ein bißchen weniger. (Michael Schulte: Ich freu mich schon auf die Hölle. Szenen aus meinem Leben)

[6:45] Ich hatte immer die falschen Kleider an, wenn ich im Garten half, ich wollte entweder heranwehen und in einem Korb Kirschkuchen bringen oder heranstapfen und Unkraut hacken, aber es fiel mir schwer, im Vorfeld die richtige Rolle zu wählen. (Annette Pehnt: Briefe an Charley)

[6:44] Ein Leben erzählen als Geschichte von Gärten. Friederike Mayröcker: für sie sei das Schreiben wie ein Pflücken von beinahe schon Anwesendem, sie müsse nur die Hand ausstrecken, und deswegen könne sie niemanden besuchen oder sonstige Ablenkungen zulassen, denn dann würde die Frucht vielleicht gerade verdorren. (Annette Pehnt: Briefe an Charley)

[6:44] Freier Tag 2/3. 60 Wochen ohne Alkohol. Lektürestatus: vorvorgestern 30, vorgestern 70 und gestern 62 Seiten.

Montag, 6. Februar 2017

[18:20] Hier unter Zivilisten durfte man den Krieg nicht schlechtmachen. Man mußte ihn schön finden, zwar roh, aber begeisternd. Mein Gott, sicher gab es auch das. Aber als Arzt sah er vor allem das andere Gesicht des Krieges, seine furchtbare Grimasse. (Irène Némirovsky: Feuer im Herbst)

[18:11] Eine allzu bittere Wirklichkeit akzeptiert man nicht; das Herz wehrt sich dagegen und sondert unablässig Träume ab. (Irène Némirovsky: Feuer im Herbst)

[18:01] Bernard, dem der Champagner eine eigenartige Hellsicht verlieh, die jedoch stoßweise auftrat und plötzlich Wände und Flächen in Nebel hüllte. (Irène Némirovsky: Feuer im Herbst)

[11:44] Die 37-Grad-Dokumentation über Sterbenskranke und was sie umtreibt sowie die ZDF-Reportage über Altersarmut habe ich nicht vergessen. Vergessen auch nicht das damit zusammenhängende memento mori und den Wunsch, das Bestreben, mich, meine Tätigkeiten und meinen Alltag mehr auf das zu zentrieren, was mir gut bekommt, woran mein Herz hängt, mich also weniger ablenken zu lassen von dem, was einem oft genug zuerst in den Weg springt und daher der Einfachkeit halber bevorzugt wird, so daß hinterher immer die Reue und das Bedauern lauert, nicht konsequent genug gewesen zu sein und das Ziel, die Ziele, mal wieder aus den Augen verloren zu haben.

[11:33] Madame Pain wischte sich die Augen. Sie erinnerte sich an ihre eigene Tochter. Aber das war nur eine Anwandlung von Melancholie. Sie war zu alt, um lange an die Toten zu denken. Im Alter sind einem die Toten so nahe, daß man sie vergißt. Im Geist kann man nur das gut ehen, was fern ist. (Irène Némirovsky: Feuer im Herbst)

[11:30] Anscheinend gab es da einen, dem eine Granate beide Beine weggerissen hatte. Er sagte: 'So ein Glück! Keine Fußbäder mehr nötig'... (Irène Némirovsky: Feuer im Herbst)

[9:55] Ein wunderbares Kalbsragout, jedes zarte Stück schamhaft unter der cremigen Soße versteckt... (Irène Némirovsky: Feuer im Herbst)

[9:30] Dass Freundschaft die verletzlichste Liebe ist, das ist bekannt. Weglaufen ist hier jederzeit möglich, es hat keine großen Konsequenzen, kein Umzug, keine Scheidungspapiere. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[9:24] ...Schnee, dieser zauberhaften Materie, die die ganze Welt in ein unbeschriebenes Blatt verwandelt, das leise um neue Buchstaben bittet. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[9:20] Gewisse Umstände können den Gastfreundschaft gewährenden Menschen zum Äußersten treiben. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[9:10] Es regnet. Wenn die Sonne Gold ist und der Mond Silber, dann ist der Regen das simple, handgefertigte Zinn. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[9:04] Stimmt es, dass man sich vor allem in dem sicher ist, was das Verständnis übersteigt? (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[9:03] Das ist sicher möglich, sein ganzes Leben Messgewändern, Altardecken und Prozessionen zu widmen und dabei das Gefühl zu haben, dass es schon seine Richtigkeit hat mit Gott, ob man nun an ihn glaubt oder nicht. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[9:00] Wie konnten die in meinem Herzen hausenden Löwen sich so zähmen lassen? (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[8:46] "Das kommt häufiger vor, dass das Unglück sich einen hübschen und glücklichen Moment sucht, um seinen Anfang zu nehmen." (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[8:44] Mein Bruder war betrunken. Betrunkenheit an sich ist kein Problem für mich, es kann einen unheimlich aufmöbeln. (...) So dass er sich, als er um meine Aufmerksamkeit bat, mit ziemlicher Sicherheit in jener Art schwerer Betrunkenheit befand, die die Russen zapoj nennen: eine Betäubung mit oft hartnäckigen, jedem Einwand trotzenden Wahnvorstellungen. Ein Russe benötigt für diesen Zustand mehrere Tage gewissenhaften Trinkens. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[8:43] Wir leben alle mit Dingen, die zu groß und zu stark für uns sind. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[8:42] Nach Nachtdienst 4/4 = Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 419.

Samstag, 4. Februar 2017

[18:42] Retweet: Wenn Trump in dem Tempo weiterhin alle Ergebnisse seiner Vorgänger rückgängig macht, ist Amerika in ca 3 Wochen wieder englische Kolonie.

[18:41] Retweet: Ich bin seit fast fünf Jahren Mutter. Ich kann schon gar nicht mehr auf Toilette gehen, wenn niemand an der Tür kratzt.

[18:40] Retweet: Seit ich weitestgehend auf Zucker verzichte, bin ich viel ruhiger und entspanKÖNNT IHR NICHT NOCH LAUTER ATMEN? HERRGOTT!

[18:39] Retweet: Vermutlich lasse ich mir die nächsten Tage die Backofen-Zeichen für Umluft und Ober-Unterhitze auf die Handflächen tätowieren.

[18:38] Retweet: "Muss dir was erzählen, aber irgendwo wo garantiert keine Kollegen sind". Ok. Dann treffen wir uns in der auszuräumenden Büro-Spülmaschine.

[18:37] Retweet: Wenn man den Erkältungsbalsam ganz dick aufträgt, haben alle im Bus was davon.

[18:36] Retweet: An dem Tag, an dem Gott die gute Laune verteilt hat, bin ich einem Bus hinterhergerannt. Mit reißenden Einkaufstüten. Im scheiß Regen!

[18:35] Retweet: Mein Mutterschiff hat bestimmt nur Verspätung. Die holen mich schon noch.

[18:34] Retweet: Der Mann schlug mir vor, ich solle mir eine Tafel Schokolade kaufen und jeden Tag nur ein kleines Stück davon essen. ER IST SO WITZIG!

[18:33] Retweet: "Heute ist Robinson-Crusoe-Tag." "Mach deswegen bloß keine nervigen Insel-Wortspiele!" "Es ist nicht Föhr, mich andauernd zu Rügen!"

[18:32] Retweet: "Ich bete täglich drei Mamma Mia." "Du meinst Ave Maria?" "Nein! Ich bin abbagläubisch!"

[18:31] Retweet: Beim Einkaufen schaue ich kurz auf den letzten Tweet von Trump und entscheide dann, ob ich noch ein paar Kerzen und Konserven mehr brauche.

[18:30] Retweet: "Getränke für Kids unter 4 sind frei." "Dann ein Bier für den Kleinen." Dem Blick der Bedienung nach zu urteilen werden wir keine Freunde.

[18:29] Retweet: "Ich brauche ein Lineal!" "Wie lang?" "Nur ein paar Minuten."

[18:28] Retweet: "Wie läuft das Krisengespräch?" "Ich habe alle Probleme aus dem Weg geräumt." "Wo sind die anderen Kollegen?" "Das sagte ich bereits."

[18:27] Retweet: Als ich das erste mal 'Filmtabletten' auf einer Packung gelesen habe, dachte ich, dass sind Requisiten und die wirken nicht.

[18:26] Retweet: "Sogar beim Kuscheln bist du dominant." "Halt's Maul und drück dich wieder an mich!"

[18:25] Retweet: Wenn ich eins in meinem heutigen Rhetorik-Seminar gelernt habe, dann hier Dingens.

[18:24] Retweet: Ich bräuchte so ein Schaf unter dem Schreibtisch, das immer, wenn ich mich aufrege, an meine Hand stupst und dann ein Möhrchen will.

[18:23] Retweet:Ich bin jetzt auch Organspender. Wenn ich sterbe, bekommt ein Porschefahrer meinen Penis, damit er auf Elektroauto umsteigen kann.

[18:22] Retweet: Ich habe mich gerade gewogen und laut der Wasserwaage liege ich perfekt auf der Couch.

[18:21] Retweet: Wie würden dich deine Freunde beschreiben? "Wer?"

[18:20] Retweet: Von Tetris haben wir gelernt: Egal wie du aussiehst, irgendwann passt du irgendwo rein! Und wenn nicht, legst du dich halt quer drüber!

[18:19] Retweet: Die Waage mag lügen, die Wippe lügt nie.

[18:18] Retweet: Tag der Regeländerung: Der Klügere gibt ab jetzt nicht mehr nach, sonder grätscht den sturen Blödmann fachgerecht um.

[18:17] Retweet: Eine Plastiktüte braucht 1000 Jahre bis sie abgebaut ist und der Henkel reißt nach 10 Sekunden.

[18:16] Retweet: "Wir sammeln Unterschriften für den Tierschutz." - "Da unterschreibe ich gern, halten Sie doch mal kurz mein Fischbrötchen!"

[18:15] Retweet: Ich habe beim Sex immer Licht an. Alleine im Dunkel, da bekomme ich Angst!

[18:14] Es gehörte zu den guten zwanglosen Bräuchen des Hauses Argan, dass die Getränke nicht erst zum zweiten Gang, sondern schon zur Suppe geschenkt wurden. Doris und Philipp standen vor zwei gewaltigen Terrinen mit Pfirsich- und Waldmeisterbowle und ließen unsere Gläser nicht leer werden. Als man dann endlich bei Mokka, Likör und Whisky hielt, war bereits jeder Einzelne des Entzückens voll und willens, das Leben als ein einwandfrei göttliches Geschenk gelten zu lassen. (Franz Werfel: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd)

[18:01] Es ist beinahe logisch, dass ein geheimnisvolles Weltschicksal, das überall die Freien, Überragenden und Unbekümmerten zur automatischen Masse einebnen will, gerade den wenigen Selbstherrlichen als seinen Todfeinden auflauert. (Franz Werfel: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd)

[17:33] Was Franz Werfel in "Der veruntreute Himmel" für 1936 schreibt, hört sich momentan gerade wieder hochaktuell an: "Der Mehltau der politischen Entwicklung hatte sich auf alle menschlichen Beziehungen gelegt." Literatur & Lesen ist eben doch nicht nur Eskapismus.

[17:22] "Gott ist genau der Raum in uns, den der Tod frei lässt." (Franz Werfel: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd)

[17:00] Vor Nachtdienst 3/4. Tage ohne Alkohol: 417. Lektürestatus: gestern 110 Seiten. Weiter mit "Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd" (DNB) von Franz Werfel.

Freitag, 3. Februar 2017

[16:48] Es gibt 3 Arten guter Bücher: die, in die man sich regelrecht hinein- und durchkämpfen muß. Ulysses läßt grüßen. Dann diejenigen, in die man sich hineinfinden muß, die uns mählich packen, die eine gewisse Anlauftemperatur brauchen. Zuletzt diejenigen, bei denen von der ersten Seite an klar ist: perfekt für einen. Inselbuch, Lesespaß, weil aus allen Ingredenzien gemixt, die die eigene Lesebiografie von einem perfekten Buch verlangt. So geht es mir gerade mit Franz Werfels "Der veruntreute Himmel".

[15:57] Buch begonnen: "Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd" von Franz Werfel.

[15:56] Als Parallellektüre gestern noch begonnen: "Das gabs früher nicht. Ein Auslaufmodell zieht Bilanz" von Bernd-Lutz Lange.

[15:55] Gelesen habe ich die satirische Erzählung "Der Besuch im Carcer" (DNB) von Ernst Eckstein, Salzwasser-Verlag, zirka 30 Seiten.

[15:54] Vor Nachtdienst 2/4. Tage ohne Alkohol: 416. Lektürestatus: gestern 149 Seiten.

Donnerstag, 2. Februar 2017

[17:30] Buch beendet: "Verfall und Untergang" (DNB) von Evelyn Waugh, Diogenes, 299 Seiten.

[13:28] Den größten Außenseiter mit zu quälen, war die einfachste Art, zu sein wie die anderen, und das war mein brennendster Wunsch. (Matthias Brandt: Raumpatrouille. Geschichten)

[13:27] Dein Garten, umrahmt von Nachbargärten, in denen Leute Büsche schnitten und Schneckenkorn streuten (Gärtner vernichten ständig alles, was die Ordnung ihres Gartens stören könnte). (Annette Pehnt: Briefe an Charley)

[3:42] Vor Nachtdienst 1/4. Tage ohne Alkohol: 415. Lektürestatus: gestern 100 Seiten. Weiter mit "Verfall und Untergang" von Evelyn Waugh.

Mittwoch, 1. Februar 2017

[18:23] Das Barockschloß in (Klein)Wölkau ist mir seit 50 Jahren wohlbekannt. Um so trauriger die Aussicht, daß es, so verfallen es ist, wahrscheinlich abgerissen werden wird. Als Kind spielten wir im Schloßpark und gingen sonntags in einem Seitenflügel des Schloßes ins Kino. Über meine Beziehung zu dem Dorf werde ich bei Gelegenheit schreiben. Die zum Schloß gehörende Barockkirche, so genannte Patronats- und Gellertkirche ist heute ohne Dach, welches 1969 eingestürzt war. Als Kinder sind wir oft auf den Turm geklettert, was reizvoll, weil verboten, und nicht ungefährlich war. Heute wird die sanierte Ruine kulturell genutzt, z.B. für regelmäßige Gellertabende und Konzerte. Einen tollen Eindruck vom heutigen Zustand bekommt man bei der 360-Grad-Ansicht und von der Draufsicht.

[18:22] Bezüglich der neuen 12-bändigen Robert-Musil-Gesamtausgabe im Verlag Jung und Jung, die Verleger Jochen Jung im April 2016 angekündigt hatte, informiert Christian Köllerer über den Editionsplan, der zudem die 2010 erschienene digitale Ausgabe ausgiebig besprochen hatte. Das Portal Musil Online wird die Musil-Texte peu a peu online verfügbar machen, versehen mit einem Kommentarapparat und Beigaben wie Faksimiles, wie in der NZZ zu lesen war.

[9:48] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 414. Lektürestatus: gestern 80 Seiten.

Dienstag, 31. Januar 2017

[16:33] Die 17. Staffel Inspector Barnaby ist wieder hervorragend und versöhnt langsam mit dem seit der 14. Staffel agierenden Ermittler John Barnaby. Die aktuelle Folge Ein letzter Tropfen (S17E04) spielt im Winzermilieu. Daß in den, zumindest was das Ambiente und die abstrusen Handlungen betrifft, scheinbar aus der Zeit gefallenen kuschelig-verträumten Midsomer-Morden neuerdings auch Farbige mitspielen, ist begrüßenswert. Nach zwei Schwarzen in den ersten drei Folgen nun eine Asiatin, die gleich mal den Kotzbrocken geben darf.

[15:11] Im Tatort Schock (E1008) spielt Robert Seethaler mit, von dem ich im letzten Jahr "Ein ganzes Leben" las; sein zuvor veröffentlichter Roman Der Trafikant steht noch auf meiner stets anwachsenden Leseliste.

[11:56] Ist es nicht so, dass jede eigene Tat, wenn sie, wie zaghaft auch immer, einmal in Gang gekommen ist, ihre weitere Entwicklung bereits in sich trägt? Instinktiv weiß man das. Lässt man ihr freien Lauf, dann geschieht etwas mit einem, was man noch nicht kannte, was aber doch zu einem gehört. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[11:55] ...hatte reichlich Zeit, mir die frische Grünanlage anzuschauen, in der sich, sobald der Wind ein wenig abgeflaut wäre, eine Gruppe schwerer Alkoholiker niederlassen würde. Ich weiß, es ist nicht möglich, dieser Typ Mensch wählt eine andere Verlockung als ein langes Leben. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[11:54] Mehr als drei komplette Wochen in meinem Leben, in denen ich wusste, was Glück ist! Es gibt Menschen, die da bis zu ihrem Tod nicht mitreden können. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[11:53] ...Blick gesenkt zu seinem Glas auf der Theke, im übrigen noch mehr als halbvoll, das er mit beiden Händen umfasste. Typisch arbeitslose Arbeitshände, sah ich, außer Betrieb gesetzte Dinger. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[11:52] Es gibt Situationen – vor allem wenn jemand gestorben ist –, die einem auf niederschmetternde Weise einbleuen, dass die einzige Wirklichkeit von Belang die hier und jetzt ist. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[11:51] Halbwahrheiten können sich im Laufe der Zeit so familiär aufführen, dass sie den Status reiner Wahrheit erlangen. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[11:27] ...dass hier in heiserem, ruhig-nachdrücklichem Ton der Mann zu mir sprach, von dem ich immer vermutet hatte, dass er irgendwo hier auf der Erde herumlief. Der eine also, bei dem man sicher weiß, hundertprozentig sicher, dass man ihn das ganze Leben lang nicht mehr gehen lassen wird, sollte man ihm – was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit natürlich nie geschehen würde – begegnen. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[11:18] Völlig gedankenverloren hatte er unverwandt auf eine Atie gestarrt, die er nicht kannte. Dass eine Verstorbene während der ersten vierundzwanzig Stunden ihres Todes alle Gesichter annehmen kann, die sie während ihres Lebens und direkt danach besessen hat, ist eine bekannte Tatsache, doch er weiß es nicht. Im Moment schaut sie lieb, heute nacht kann sie mit einem hässlichen Grinsen wütend daliegen. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[11:01] In der Sowjetunion war Yoga verboten. Jetzt steht in Rußland ein Yogi vor Gericht, dem vorgeworfen wird, zu missionieren.

[10:54] Bildung schützt vor Bosheit nicht. "Eine Bibliothek zu Hause verhindert nicht, dass man Massenmörder wird. Geige spielen [Eichmann] verhindert nicht, dass man ein böser Mensch wird." Das Bildungsniveau des IS wird unterschätzt. "Akademische Bildung immunisiert nicht gegen Gewalt und Vernichtungsideologien."

[10:25] Die mit und in den sozialen Netzwerken verbrachte=verplemperte Zeit würde für die Lektüre von jährlich 200 Büchern reichen. Die Devise wäre demnach, auf Schnickschnack zu verzichten und zu lesen. Klingt irgendwie einfach. Charles Chu macht die Rechnung auf, man benötige, um 200 Bücher zu lesen, 417 Stunden. Das wären täglich gerade mal 80 Minuten, die man investieren müßte. Und im Vergleich zu den 608 Stunden für soziale Medien und die 1642 Stunden, die der Durchschnittsamerikaner vor der Glotze verbringt, ein Klacks. Wenn man denn nur will. Und Chu gibt noch einen Tipp: "Willpower is not a good tool for lifestyle change. It always fails you when you need it most. Instead of relying on strength of mind, build a fortress of habits — these are what will keep you resilient in tough times." Gewohnheiten ändern, am besten durch Kleinigkeiten. Ehrlich? Ich bin ziemlich angefixt von der Idee. Meinem Leben etwas Drive zu verpassen, indem ich anfange, an kleinen Stellschrauben zu drehen, um am Ende die wirklich entscheidenden Dinge zu schaffen, worunter ich vielleicht keine 200 Bücher pro Jahr zähle; aber die alte Marke von 150, die ich zwischen 1997 und 2013 mühelos schaffte, wäre schon ein Ziel, auf das hin ich etwas verändern wollte. Letztlich geht es in dem Artikel von Chu nicht darum, das Quantum zu puschen, sondern denjenigen, die behaupten, keine Zeit für Bücher zu haben, zu zeigen, daß das Quatsch ist. Denn derjenige, dem sie etwas wert sind, braucht täglich gar nicht so viel Zeit. Er muß sie nur konsequent und unabgelenkt nutzen. - Eine Festung an (neuen) Gewohnheiten. Margriet de Moor schreibt: "Sich etwas anzugewöhnen ist meist ein schleichender Prozess." (Mélodie d'amour). Womit fängt man an? Womit fängt man an?

[9:18] Die Zuversicht der SPD mit dem neuen Kanzlerkandidaten Schulz verstehe ich nicht. Die politische Landschaft hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Die marginalisierte FDP spielt keine Rolle mehr. Zur Bundestagswahl 2013 erreichte die SPD 25,7%. 2009 waren es zwar nur 23%, 2005 dagegen noch 35,2%, 2002 noch 38,5%. Im Jahr 1998 hatte die SPD noch 40,9% der Wähler hinter sich. DAS sind Zahlen, die den Namen einer Volkspartei rechtfertigen. Das heißt, seit 2002 hat die SPD sukzessive verloren. Die aktuelle Wählergunst bescherte ihr knapp 22% - 15% weniger als zu ihren stabilen Zeiten bis zur Jahrtausendwende. Das politische Tagesgeschäft geht weiter. Ich habe den Eindruck, als verstünden die Politiker trotz ihrer Gewieftheit nicht, was in diesem Land, was in Europa, was in den USA wirklich vor sich geht, wir brandgefährlich die Veränderungen sind. Ich neige dazu, den Unkenrufen diesmal zu glauben; ich befürchte sogar, daß die Realität alle Ahnungen übertreffen wird. Die AfD wird, insofern Trump bis dahin nicht überhaupt ganz andere, eingreifendere Tatsachen geschaffen haben wird, unsere Situation gehörig durcheinanderwirbeln. Ich sehe jetzt schon die verständnislosen Gesichter aller Politiker außerhalb der AfD am Wahlabend. Wir schlittern offenen Auges in den Abgrund. Nie hätte ich gedacht, daß das so möglich wäre, daß das wie ein Automatismus vonstatten gehen würde. Eingedenk meiner Lektüre der Tagebücher von Victor Klemperer kann ich nun viel besser nachvollziehen, wie man da mitgetragen wird, ohne sich wehren zu können, wie man gezwungen ist, zuzusehen, wie all das, von dem man glaubte, es sei inzwischen gußeisern (Menschenrechte, Demokratie), in einen Malstrom gerät. Sibylle Berg rät dazu, sich zu bewegen.

[8:53] Man hielt die Demokratie für stabil, für gußeisern. Laut Paul Auster wäre sie in Zeiten Trumps aber eher wie aus Seife, wie Schaum, der zerplatzt. Auster will PEN-Präsident werden, um so laut wie nur möglich zu protestieren und sein Möglichstes zu tun gegen Trump.

[8:18] Freier Tag 2/3. 59 Wochen ohne Alkohol. Lektürestatus: gestern 124 Seiten.

Montag, 30. Januar 2017

[23:24] Retweet: "Dein Läufer ist nicht gedeckt." "Ich weiß. Schon eine ganze Weile nicht mehr." "Ähmmm … geht's noch um Schach?"

[23:23] Retweet: Diese Angst an der Supermarktkasse, dass man plötzlich die eigene Unterschrift verlernt hat und wegen Betruges ins Gefängnis kommt.

[23:22] Retweet: In der Psychologie gibt es den Begriff des Komplementärnarzissten. Leute, die Narzissten bewundern und lieben.

[23:21] Retweet: Man braucht im Umgang mit Menschen kein Empathie-Wunder zu sein. Die Antwort auf 'Wie würde ich mich dabei fühlen' hilft bei fast allem.

[23:20] Retweet: Das Geheimrezept für meine legendäre Schokotorte ist, sie beim Konditor zu kaufen und dann zu schütteln, bis sie wie selbstgemacht aussieht.

[23:18] Retweet: Der Mann hat Schnupfen. Gerade kam aus Richtung Bett: "Bach bal bitte ein' Zettel und schreib trauf: Patientenverfügunk bachen!"

[23:17] Retweet: "Kommst du heute Abend mit in den neuen Ryan Gosling Film?" "Ah,wie ärgerlich! Ich wollte heute Beipackzettel ins Klingonische übersetzen."

[23:16] Retweet: Auf meinem "DRINGEND ERLEDIGEN!"-Stapel hat jemand "Sau" in den Staub geschrieben.

[23:15] Retweet: "Ich schreibe an einem Buch über jemanden, der sieben Jahre keinen Sex hatte." "Toll, und wie weit bist du?" "Im dritten Jahr!"

[23:14] Retweet: Neue Wohnung mit dem Gedanken ausgesucht, welches der Zimmer als Bibliothek wohl den besten Eindruck auf Besucher machen würde ..

[23:13] Retweet: Wo ist eigentlich der Doktor, wenn ihn die Erde braucht? Hat einer die Durchwahl zur Tardis?

[23:13] Retweet: Ich bräuchte so ein Schaf unter dem Schreibtisch, das immer, wenn ich mich aufrege, an meine Hand stupst und dann ein Möhrchen will.

[23:12] Retweet: Ich gucke mir 2 Schmink-Tutorials an und kann das. Manche Männer schauen jahrelang Pornos...

[23:11] Retweet: "Wenn du eine Blume wärst, was wärst du?" "Verwelkt."

[23:10] Retweet: "Wie schaffst du es eigentlich jeden Tag so früh aufzustehen und gut gelaunt zur Arbeit zu fahren?" "Amnesie."

[23:08] Retweet: Kann sich bitte alles zum Guten wenden? Alles zum Guten, bitte.

[23:07] Retweet: Wenn ihr die Wahl hättet zwischen Wäsche zusammenlegen und Spielsachen aufräumen, welches Buch würdet ihr dann lesen?

[23:06] Retweet: “Wann ist es bei Ihnen soweit?“ “Nee, ich bin einfach nur sehr warm angezogen.“

[23:05] Retweet: Kennt ihr diese süßen Tiere an der Schnur, die Kinder hinter sich herziehen? Enten, Hasen, Hunde... Mein Sohn hat eine Mehrfachsteckdose.

[23:04] Retweet: Allen Gedankenlesern möchte ich noch folgendes sagen:

[23:03] Retweet: "Einen Geflügeldöner." "Das hier ist Starbucks." "Oh, sorry! Ein Spicy Oriental Flatbread Chicken mit Garlic Gravy. Und ich bin der Sören."

[23:02] Retweet: Ich benötige dringend eine aufziehbare Ente, die näknäknäk macht. Muss in die Jackentasche passen. Für Leute die dauernd nörgeln.

[23:01] Retweet: Smalltalk unter Hustenbazillen: "Und, in welcher Bronchie sind Sie tätig?"

[23:00] Retweet: Im Kindergarten: "Welches ist denn Ihr Kind?" "Geben Sie mir einfach irgend eines, ich bringe es ja morgen eh wieder."

[20:37] Nachdem ich heute Vormittag gegen 9 Uhr nach der vierten und letzten Nachtschicht und einem angeschlossenen Einkauf nachhause gekommen war, las ich den Roman von Edith Wharton zuende, guckte zwei Folgen "Die Simpsons" (befinde mich in der 21. Staffel) und schlief von 11.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Danach las ich in einem Ruck den Kurzroman von GGM zweit (Erstlektüre 7/2000). Als Kontrastprogramm werde ich mir nun den gestrigen Tatort Söhne und Väter (E1009) antun, der dank Mediathek für uns, die wir beispielsweise durch solche Nebensächlichkeiten wie Arbeit daran gehindert worden waren, ihn in Echtzeit angucken zu können und damit an einem verbreiteten Sonntagabendritual teilnehmen zu dürfen, für eine Woche aufbewahrt wird. Aber ich meide im Augenblick sowieso meine Facebook- und Twitter-Timelines, um Zeit zu sparen und meiner Konzentration dienlich zu sein.

[20:22] Buch begonnen und beendet: "Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt" (DNB) von Gabriel Garcia Marquez, Kiepenheuer & Witsch, 124 Seiten. Dieser Kurzroman war eine Zweitlektüre. Er gehört neben Garcia Marquez' Erstling Laubsturm und Die böse Stunde zum Macondozyklus.

[10:15] Buch beendet: "Der flüchtige Schimmer des Mondes" (DNB) von Edith Wharton, Serie Piper, 359 Seiten.

[10:14] Nach Nachtdienst 4/4 = Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 412. Lektürestatus: gestern 129 Seiten.

Sonntag, 29. Januar 2017

[14:00] Vor Nachtdienst 4/4. Tage ohne Alkohol: 411. Lektürestatus: vorgestern 50 und gestern 80 Seiten. Weiter mit "Der flüchtige Schimmer des Mondes" von Edith Wharton. - Aufgrund ausgedehnter Schlafperioden zurzeit an Arbeitstagen limitierte Leseausbeute.

Freitag, 27. Januar 2017

[15:35] Vor Nachtdienst 2/4. Tage ohne Alkohol: 409. Lektürestatus: gestern 100 Seiten. Weiter mit "Der flüchtige Schimmer des Mondes" von Edith Wharton.

Donnerstag, 26. Januar 2017

[20:41] Vormittags ein wenig gelesen, viel die Wand angestarrt; nachmittags geschlafen, so wie ich, wenn abends der erste Nachtdienst einer neuen Arbeitswoche ansteht, oft "vorschlafe". Gerade noch ein Stündchen gelesen. Edith Wharton hat einen Gesellschaftsroman geschrieben, der alles hat, was uns daran gefällt. Nicht umsonst hat Rolf Vollman sie auch gemocht. Ich entdeckte Wharton erst 2010 durch "Zeit der Unschuld" und war einige Jahre später bei "Ein altes Haus am Hudson River" geradezu hingerissen. Nun mein drittes und ganz gewiß nicht das letzte Buch von ihr.

[20:30] Manche Dinge bleiben einfach im Leben eines Menschen. (...) Noch einen Moment, dann stehst du auf, Zähne putzen, rasieren, Butterbrote und eine Tasse Kaffee: feste Stützpfeiler des Lebens. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[20:27] Wenn man schon so lange verheiratet ist, dann wird’s doch wohl eine Weile ohne eine Nummer nachts gehen? Oder ohne dieses herrliche halbe Stündchen Sex am Sonntagmorgen, wenn man mit einem schweren männlichen Arm auf sich erwacht? (...) Er und sie waren natürlich schon lange daran gewöhnt, ohne den anderen verführen zu müssen, zum häuslich- direkten, arglosen Beischlaf überzugehen. Und Zungenküsse geben sich die meisten nach dreißig Jahren doch auch nicht mehr, oder? (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[20:24] Bleibt ihm nur dieser Moment. Ein nach innen gekehrtes Stückchen Zeit, das, mag man es fassen können oder nicht, existiert. Ganz außer der Reihe, zeigt er nicht einmal die Neigung, normal, wie es sich für einen Moment gehört, zu verstreichen. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[10:11] Buch begonnen: "Der flüchtige Schimmer des Mondes" (DNB) von Edith Wharton. Der Roman erschien zuletzt 2013 unter dem Titel Traumtänzer (DNB) bei btb (Taschenbuch) und zwei Jahre zuvor (Hardcover) bei ebersbach & simon in Berlin (DNB).

[10:00] Buch beendet: "Düsterbusch City Lights" (DNB) von Alexander Kühne, Heyne-Verlag, 384 Seiten.

[8:53] Vor Nachtdienst 1/4. Tage ohne Alkohol: 408. Lektürestatus: gestern 116 Seiten.

Mittwoch, 25. Januar 2017

[18:49] Daß Musik eine, wenn nicht sogar DIE größte Kulturtechnik ist, beweist neuerdings dieses Video, das den Spaß zeigt, den Musik macht, die Verbindung, die sie zwischen Menschen demonstriert, die Emotionalität, die sie evoziert. Musik ist einfach eine geile Sache.

[16:13] Heute aber auch wirklich starker Tobak! In der 37-Grad-Dokumentation geht es um eine 37-jährige Brustkrebskranke, eine 58-Jährige Krebskranke, früher selbst Krankenhausseelsorgerin, und einen 76-jährigen ALS-Kranken, der seinen rechtzeitigen Suizid plant, bevor die verheerende Krankheit ihm buchstäblich die Luft zum Atmen nimmt. Seine Tochter konnte es ihm zumindest ausreden, auf das Erhängen zu verzichten. In dem Bericht zeigen Tochter und Vater den Baum, an dem das Seil baumelt. Gut, daß das angesprochen wird, womit ich als auf einer teilonkologischen Station Beschäftigter konfrontiert bin und was der Palliativmediziner als humanmedizinisches Setting bezeichnet, ein Räderwerk, welches von der Diagnosestellung an in Bewegung kommt und welches man nur mutwillig und gegen einige Hürden stoppen kann. Ehrlich? Wenn man das gesehen hat, wenn man um diese Krankheiten weiß, die die Existenz des Menschen radikal verändern und abkürzen, macht man sich um die Zukunft keine Sorgen mehr. Das, was ich mir als Vorsatz fasse, ist die Bewußtmachung, das tägliche memento mori und die Konsequenz, jedem Tag das nötige Quantum Humor zu verleihen und ihn dadurch lebenswert zu machen, daß ich das tue, was mir am meisten Spaß macht. Kurzum: zu lesen. - Aha, in der Doku sieht man auch den Palliativmediziner Matthias Thöns, dessen Buch "Patient ohne Verfügung. Das Geschäft mit dem Lebensende" ich im Oktober las und in dem er die medizinische Hochleistungsmaschinerie und die vielfach fehlgeleiteten Praktiken des Gesundheitssystems mit schwerkranken Patienten anprangert.

[15:02] Ich gucke eine ZDF-Reportage über Altersarmut. Gerne würde ich noch Näheres wissen. Die geschilderten Fälle haben abzüglich aller Fixkosten zirka EUR 150.- monatlich übrig, die für das Leben reichen müssen, was vor allem bedeutet: zu essen. Bei einer Rente von EUR 1100.-, wie in zwei Fällen, wären das EUR 950.- Fixkosten. So sehr einen der beschriebene Alltagskampf in der Dokumentation auch nahegeht und wütend macht über die Schere zwischen arm und reich, so genau muß man dann hingucken. Bei der bezifferten Höhe der Fixkosten läge in ihnen die Schraube, an der zu drehen wäre. Ich nehme an, daß der größte Posten durch die Miete bestimmt wird. Es nützt kein Drumherumreden. Wenn ich so wenig Rente bekäme, müßte ich mir eine Wohngegend und eine Wohnung in Deutschland suchen, die dem entgegen käme. Heimat und Familie hin und her, man müßte gegebenenfalls umziehen. Ich selbst habe Fixkosten von 517.- Euro. Mit einer Rente von 1100.- Euro wie bei den Rentnern käme ich also locker hin. Und ich könnte einsparen und nehme auch an, daß sich bei den Fixkosten der Rentner einiges tun ließe, damit der Rest für Nahrung etc. etwas größer ausfiele. Als Rentner bräuchte ich keine Monatskarte der LVB (Leipziger Verkehrbetriebe) = EUR 48,90 mehr; denn der Arbeitsweg fiele weg, für den das Abo hauptsächlich gedacht ist. Ich würde meine Handyflat kündigen = EUR 15.- An der Energiepauschale von EUR 39.- kann ich wenig ändern; allenfalls endlich den Schritt zu Energiesparlampen tun. Die Versicherungen von EUR 8,70 (Hausrat + Haftpflicht) sind so minimal kalkuliert, daß hier kein Potenzial zu sehen ist. Die EUR 25.- für den Internetzugang bei 1&1 sind ebenso diskussionswürdig. Aufs Netz würde ich nur im Fall drohenden Hungers verzichten, würde wohl aber einen kostengünstigeren Tarif finden, der für die wichtigen Aktivitäten im Netz reichen müßte. Die EUR 18.- für die GEZ, tja, was genau passiert, wenn man sie nicht zahlte? Und meine Miete von EUR 361,60 ist selbst für Leipziger Verhältnisse günstig. Bilanzierend gesagt, würde ich die Fixkosten um möglicherweise EUR 70.- auf EUR 450.- drücken können. So detailiert würde ich die Fixkosten der in der Reportage beschriebenen Rentner durchgehen, bei denen die Fixkosten fast doppelt so hoch aus=auffallen wie bei mir. Also, bei aller grundsätzlichen Tendenz in Deutschland, im Alter rechnen und sparen und seine Bedürfnisse einschränken zu müssen, man müßte genau hinschauen und käme um einschneidende Veränderungen nicht herum. Beispielsweis gestattet die Berliner Rentnerin einen Blick auf ihre Kosten. Zu sehen sind EUR 51.- BVG und EUR 24.- für die Bildzeitung. Müssen EUR 31.- für eine Sterbegeldversicherung sein, die doch den Hinterbliebenen nützten, die doch jetzt das Schicksal der Rentnerin beeinflussen könnten? Und EUR 29.- für Telefon ist quatsch. Mein Vater hat für EUR 10.- eine Flat bei Vodafone. Leider kann man eine Kreditabzahlung (hier: EUR 165.- ) nur vermeiden, wenn man vorher keinen aufnimmt. Klug sein demnach schon in jüngeren Jahren. Ich wollte keineswegs zynisch sein, sondern nur verdeutlichen, daß ich schon in einem der gezeigten Fälle deutliches Einsparpotenzial (zirka EUR 110.-) sehe, ohne daß hier sofort an Umzug in eine billigere Wohngegend in Deutschland gedacht werden muß.

[13:51] Retweet: Ich möchte mein Leben einmal so im Griff haben, wie die Babys, die am errechneten Geburtstermin zur Welt kommen.

[12:53] Retweet: "Ihr habt Euch 2 Liegesofas gekauft?" "Ja, wir wollten eigentlich ein normales, aber Divan so bequem."

[12:52] Retweet: Jeden Morgen beim Freikratzen der Autoscheiben denke ich: Wenn das jetzt Vanilleeis wäre, könnte ich das Auto einfach freilecken.

[12:51] Retweet: Das Schönste am Sport der Kinder ist der Kontakt zu anderen Eltern. *kauert hinter der Judohalle *bedeckt sich mit Laub *stellt Atmung ein.

[12:50] Retweet: Das Hotelzimmer ist so kalt, dass ich auf dem Weg zum Bad heute streuen musste.

[12:49] Retweet: Ich hatte diesen Zettel mit tollen Ausreden, warum ich nicht zur Arbeit kommen kann. Leider hat mein Hund ihn gefressen.

[12:48] Retweet: Auf einer Gala von 1 bis 10, wie wohltätig sind Sie wirklich?

[12:47] Retweet: Was passiert eigentlich, wenn eine Wunderlampe den Geist aufgibt?

[12:46] Retweet: Einer meiner besten Freunde aus Schulzeiten ist kürzlich Uni-Professor geworden. - Ich habe eben unabsichtlich einen Spülschwamm getoastet.

[12:45] Retweet: Bitte keine Penisbilder mehr; Suchbilder hab ich schon im Kindergarten gehasst.

[12:44] Retweet: Die Serie "USA" endet halt dann wohl nach dieser 45.Staffel. Aber wenigstens sicher nicht langweilig.

[12:43] Retweet: Buch & Badewanne. 1:0 für mich, dreckiger Januartag!

[12:42] Retweet: Bei seiner Inauguration war es so voll, sagt Trump, dass einige Besucher vom Rand der Erdscheibe fielen.

[12:41] Retweet: Es klingelt. Tür auf, Zeugen Jehovas. "Hiob 38,11" sag ich. Tür zu. Geraschel: "Bis hierhin sollst du kommen und nicht weiter".

[12:40] Retweet: Im nächsten Leben werde ich Röntgenassistent und sage bestimmten Personen nicht, dass sie weiter atmen können.

[12:39] Retweet: "Beschreiben Sie sich in 3 Worten." "Wortkarg."

[12:38] Retweet: Arbeite an einem Backhandbuch, in dem häufig die Formulierungen "Pi mal Daumen", "klebriger Batzen" und "mit etwas roher Gewalt" vorkommen.

[12:37] Retweet: "Sind Sie Teamfähig?" - "Alleine ja."

[12:36] Vorfreude ist ein ganz starkes Movens, das einen durch den Tag, die Woche, durch die Zeit bringt. Kann man gar nicht oft genug betonen und sich zunutze machen.

[7:55] Warum gibt es in TV-Krimis immer nur so Bilderbuchdemente, herzallerliebst vertrottelt, liebenswürdig und knuddelig? Die Episode "Der Betreuer" aus der Krimireihe Wilsberg (E53), welche ich gestern sah, unterstreicht dieses unausrottbare TV-Klischee, wie es eben eine Unmenge solcher immer wiederkehrender Verzerrungen oder gar Fehler gibt. Wenn Krankheiten im Fernsehen dargestellt werden, zucken die Fachleute meist zusammen. Wie oft habe ich mich bereits über Szenen mokiert, in denen Diabetiker vorkommen! Die Produzenten der Filme können gerne Nachhilfe bei uns in der Geriatrie erhalten. Dabei kann ich die Umsetzung in Honig im Kopf nicht beurteilen, weil ich den Film mit Dieter Hallervorden nicht sah. Demente - und gut, daß die die Pflegekassen das nun honorieren - sind auf eigene Weise pflegeaufwendig. Sie können aggressiv sein, penetrant. In ihren nie nachlassenden Nachfragen und stereotypen Bedürfnissen, vor allem aber wegen der Weg- oder Hinlauftendenz, beanspruchen sie wie Kleinkinder ständige Aufmerksamkeit und Zuwendung. Demente können nicht allein gelassen werden. Sie verräumen Dingen oder bauen sie auseinander. Sie verirren sich. Sie machen die merkwürdigsten Sachen, die wieder in Ordnung zu bringen dann entsprechend zeitaufwendig ist. Bei all dem werden die Nerven wie Keilriemen strapaziert und drohen zu versagen. Nicht jeder hat die nötige Gemütsruhe für den Umgang mit Dementen. Ein Pulverfaß, auf dem die Gesellschaft sitzt, weil der Anteil der älteren und alten Menschen mit solchen Hirnabbauprozessen exponentiell steigt.

[7:38] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 407. Lektürestatus: gestern 130 Seiten. Weiter mit "Düsterbusch City Lights" von Alexander Kühne.

Dienstag, 24. Januar 2017

[17:11] Super Schauspieler in "Wilsberg - Der Betreuer"! Der cholerische, versoffene Jürgen Tarrach & der verdächtige, aber harmlose Betreuer Stephan Grossmann. Ein Glanzlicht dieser Krimireihe.

[16:57] Nach dem Tod meiner Mutter im Oktober 2013 habe ich mehr als zwei Jahre lang fast nichts gelesen, sondern nur TV-Serien geguckt. Seit Januar 2016 bin ich den Büchern wieder zugetan und beschränke mich beim Seriengucken auf wenige Serien, meist deutsche Krimis wie sämtliche SOKO-Ableger (Wismar, München, Stuttgart, Köln, Wien und Kitzbühl), Wilsberg, Tatort, Polizeiruf 110, Morden im Norden und München Mord. Auch Inspector Barnaby gehört zum Mustbe. Davon abgesehen nur sehr sporadisch Neues, so die in der letzten Woche entdeckte Adaption der Lemony-Snicket-Bücher = Eine Reihe betrüblicher Ereignisse. Für Schräges bin ich immer zu haben. Deswegen mochte ich Serien wie Monk, Dexter, Dead like me.

[11:26] Retweet: Für alle die Berufliches und Privates nicht trennen können: Be-ruf-li-ches / Pri-va-tes.

[11:22] Alexander Kühne: Weltschmerz.

[11:17] "Du hast zu wenig bewegt" und "Du hast dich zu wenig bewegt" stimmt irgendwie beides.

[7:55] Der Bus fuhr an den Rieselfeldern vorbei, die sich schon mit amtlichem Gestank ankündigten. (..) Am Bahnhof gab es ein großes Ikarus-Stelldichein. (Alexander Kühne: Düsterbusch City Lights)

[7:49] Die schriftliche Matheprüfung hatte ich bereits versaut. Über mir schwebte das Damoklesschwert von "Achte raus". Mit "Achte raus" waren Karrieren als Halbkreisingenieur (Straßenfeger) oder Schotterknecht (Gleisbauarbeiter) programmiert. (Alexander Kühne: Düsterbusch City Lights)

[7:48] "Als Mensch zu doof, als Schwein zu kurze Ohren." (Alexander Kühne: Düsterbusch City Lights)

[7:47] Irgendwann packte uns wilde Unternehmungslust, und wir bekamen die Man-müsste-mal-Phase. (Alexander Kühne: Düsterbusch City Lights)

[7:43] "Sie hatte blonde schulterlange Haare, braune Haut und unglaublich schöne Füße. (...) Sie war ein echter Knall im All." (Alexander Kühne: Düsterbusch City Lights) - Den Ausdruck kannte ich nicht. DDR-gesamttypisch? Regional begrenzt? Oder gesamtdeutsch 70/80er?

[7:42] Socke trug einen großen Schlüsselring in der Mittelschlaufe seiner Jeans. Das hieß: Ich hab schon mal. Sollte er etwa mit Elke...? (Alexander Kühne: Düsterbusch City Lights)

[6:44] Wir klopften mit den Knöcheln unserer Fäuste auf den Tresen. "Zwei Schaumgebremste", rief ich Harry entgegen. (Alexander Kühne: Düsterbusch City Lights) - Ja, wir nannten die DDR-Plörre wie Cottbuser, Rostocker oder Dessauer Hell damals "edeltrüb und schaumgebremst".

[6:41] Freier Tag 2/3. 58 Wochen ohne Alkohol. Lektürestatus: gestern 138 Seiten. Weiter mit "Düsterbusch City Lights" von Alexander Kühne.

Montag, 23. Januar 2017

[18:40] Der Fittich der Freundschaft sollte nie eine Feder verlieren, und der Fittich der Verwandtschaft sollte nie beschnitten werden, sondern immer heiter ausgespannt sein. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[18:39] Die gute alte Dame beendigte ihren Satz nicht, sondern drehte einer Garnele mit einer Rachsucht den Kopf ab, die pantomimisch darstellen sollte, was sie mit dem unterdrückten Worte meinte. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[18:38] ... milderten sich seine Züge allmählich zu dem, was bei ihm ein heiteres Lächeln war, bei jedem andern aber ein gräßliches Schmerzensgrinsen hätte genannt werden können. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[18:37] Meine Mutter muß eine sehr neugierige Frau gewesen sein, und ohne Zweifel habe ich irgendwo ein Fragezeichen als Muttermal. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[18:36] Er hoffe nur, daß keine Milchkammer in der Nähe sei, da seine Stimmung leicht deren Inhalt gerinnen lassen könnte. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[18:35] Die alte Kirchturmglocke rief mit klagendem Tone die Stunde aus, als hätten der häufige Verkehr mit den Toten und die unbeachteten Warnrufe an die Lebenden sie wehmütig gestimmt. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[18:34] Obgleich die Not kein Gesetz kennt, so hat sie doch ihre Advokaten. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[18:28] Die Elenden waren ausschließlich damit beschäftigt, den Reisenden Adieu zu sagen, einander Kußhändchen zuzuwerfen, die Schnupftücher zu schwenken und was dergleichen geistlose und pöbelhafte Gebräuche sind. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[17:05] Retweet: Bibliotheken sind Wurmlöcher. Ich so „nur schnell was nachgucken“ und zack, zwei Stunden später.

[17:04] Retweet: Ich Schussel schreib immer noch 2016 auf meine Morddrohungen.

[17:03] Retweet: Da haben die anderen neidisch geguckt, als ich meinen Salat schon hatte, die aber noch auf ihre Burger warten mussten.

[17:02] Retweet: Ich bin so froh, dass wir unser Essen nicht mehr jagen müssen. Ich hätte keine Ahnung, welche Fußabdrücke Pizza und Nutella hinterlassen.

[17:01] Retweet: "Ihr Name bitte?" "Rybczynski-Blaszczykowski" "Wie schreibt man das?" "Mit Bindestrich."

[17:00] Retweet: Endlich im Bett. Körper so: Schnarch. Gehirn so: WASCHMASCHINEN LEBEN LÄNGER MIT CALGON!

[16:59] Retweet: Die Katze ist immer noch zu doof für die Katzenklappe. Heute morgen hat sie geklingelt.

[16:58] Retweet: Nach Hause kommen und im Flur schon von der Waschmaschine empfangen werden, die mir ihren tollen Schleudergang zeigen möchte.

[16:57] Retweet: Für meine Familie bin ich die IT Abteilung.

[16:56] Retweet: Das Problem beginnt ja schon dabei, dass ich schwitze, wenn ich meine Sportklamotten anziehe!

[16:55] Retweet: Vater: "Brauch man Facebook oder Twitter?" "Facebook ist über." "Und Twitter?" "Auch." "Bist Du bei Twitter?" "Quatsch!" ... "Schwitzt Du?"

[16:54] Retweet: "Ich rufe wegen des Verhalten Ihres Sohnes in der Schule an." "Mein Sohn ist 34 und Lehrer..." "Sie wissen also, um wen es geht."

[16:53] Retweet: Ich rufe weiter zur Besonderheit auf.

[16:52] Buch begonnen: "Düsterbusch City Lights" von Alexander Kühne.

[16:51] Buch beendet: "Über die Chirurgie" (DNB) von Paulus Hochgatterer, Deuticke-Verlag, 186 Seiten.

[16:50] Nach Nachtdienst 5/5 = Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 405. Lektürestatus: gestern 92 Seiten.

Sonntag, 22. Januar 2017

[17:55] Charles Dickens: AllgFab (4) // Niemand leistet Hilfe // Feiertage // Mimik // AllgFab (3) // AllgFab (2) // AllgFab (1) // Biegsames Gewissen.

[17:46] Ehezwistigkeiten werden von den beteiligten Parteien gewöhnlich in der Form eines Dialogs abgemacht, zu dem die Dame mindestens die wohlgemessene Hälfte beiträgt. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[17:41] Alles, was Lärm macht, ist dem Pöbel willkommen. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[17:40] Chirurgen trainieren vermutlich bereits in ihrer Kindheit, ohne Bücher auszukommen. (Paulus Hochgatterer: Über die Chirurgie)

[15:37] Wenn Leute, die geradeheraus sprechen, in diesem Teile der Welt schon selten sind, so dürften solche, die geradeheraus handeln, als noch größere Seltenheiten gelten. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[15:33] Zum Glück war jedoch Kit nicht gelehrt oder tiefsinnig genug, um sich durch die Vorboten eines weit entfernten Übels beunruhigen zu lassen, und da er keine geistige Brille trug, die in dieser Beziehung seiner Sehkraft nachhelfen konnte, so erblickte er weiter nichts als das öde Haus, das zu seinen früheren Gedanken in einem unbehaglichen Gegensatz stand. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[15:32] Da sie zu arm war, um sich vor Zigeunern fürchten zu müssen... (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[14:53] Vor Nachtdienst 5/5. Tage ohne Alkohol: 404. Lektürestatus: gestern 50 Seiten. Weiter mit "Über die Chirurgie" von Paulus Hochgatterer.

Samstag, 21. Januar 2017

[18:05] "Straßenbahngarnitur"; "Schnellzugsklosett" (Paulus Hochgatterer: Über die Chirurgie)

[17:55] Retweet: Bitte aus dem ersten Wagen nicht aussteigen! Der Bahnsteig ist etwas zu kurz gewesen für meine Geschwindigkeit. (Ansage der Deutschen Bahn)

[17:53] Retweet: Beziehungen heißt Kompromisse einzugehen und sich auf den Gegner einzustellen. Partner, ich meinte Partner!

[15:51] Die Oberstudienrätin drückt sich aus wie Johann Wolfgangs Gouvervante. (Paulus Hochgatterer: Über die Chirurgie)

[15:21] Retweet: 'Rügen' ist eine deutsche Insel. Wäre auch zu schön gewesen, hieße sie 'Loben' oder 'Wohlwollen'.

[15:20] Retweet: Die Sexstellungen ab 40: Französisch - Englisch - Griechisch - Italienisch - Orthopädisch.

[15:19] Retweet: Ein Buch ist mir runtergefallen und es funktioniert noch! Verrückt, ich weiß!

[15:18] Retweet: Ich hatte mal ne Band. "Die Brausetabletten". Aber wir haben uns aufgelöst.

[15:17] Retweet: Wie es wirklich ist, jeden Tag um 4.30 aufzustehen – wir haben mit acht ambitionierten Zweijährigen gesprochen.

[15:16] Retweet: Der neueste Schrei: veganer Tee. Kaum ein Händler hat noch den guten alten Schinken-Käse-Tee im Sortiment.

[15:15] Retweet: "Den nächsten Urlaub verbringe ich in der Schweiz." "Wo genau?" "Davos schön ist!"

[15:13] Retweet: Es wurden noch nie frauenlose Koffer gefunden. Denkt mal drüber nach.

[15:12] "Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen." (Konrad Adenauer)

[15:11] Retweet: Wenn mir fad ist, darf der Mann das TV-Programm aussuchen und ich nörgel dann den ganzen Abend rum. Oder ich nörgel einfach so rum.

[15:10] Retweet: Als Großstädter lebt man in der ständigen Angst, dass in der eigenen Wohnung in einem unbemerkten Moment ein Burger-Laden aufmacht.

[15:09] Retweet: Bei einigen Menschen wünsch ich mir Häkchen auf der Stirn, damit ich weiß, ob meine Worte angekommen sind und bestenfalls verstanden wurden.

[15:08] Retweet: "Kannst du bitte damit aufhören, andauernd von dir in der dritten Person zu reden?" "Er überlegt es sich."

[15:07] Retweet: Manche Frauen können sich bereits morgens Frisuren zaubern. Ich bin schon froh, dass der Mann nicht versehentlich mit mir die Küche fegt.

[15:06] Retweet: "Schaaaatz?" "Ja?" "Ach nichts." So, damit ist der jetzt auch erstmal beschäftigt.

[15:05] Retweet: Auf Pornhub schreibe ich unter den Filmen immer in die Kommentare "Warum tust du das? Mama und ich sind so traurig. Bitte komm nach Hause!"

[15:04] Retweet: Ich verstehe gar nicht, warum die Nachbarn morgens immer ihre Scheiben frei kratzen. Man wird doch irgendwann den Weg zur Arbeit kennen.

[15:03] An wen mag ich hier wohl gedacht haben? "Bei gewissen Frühgestörten wurde Angst ausschließlich durch Allmachtsphantasien abgewehrt." (Paulus Hochgatterer: Über die Chirurgie)

[14:44] Ein gewisses Maß an Distanzierung von den Mitmenschen war manchmal lebensnotwendig. (Paulus Hochgatterer: Über die Chirurgie)

[14:23] ... obwohl er in einer Bank als Wertpapierhändler arbeitet. Sozialleistungen. Pensionsberechtigt. Er ist die personifizierte Vorwegnahme der Katastrophe. (Paulus Hochgatterer: Über die Chirurgie)

[14:22] Vor Nachtdienst 4/5. Tage ohne Alkohol: 403. Lektürestatus: gestern 95 Seiten. - Weiter mit "Über die Chirurgie" von Paulus Hochgatterer.

Freitag, 20. Januar 2017

[18:26] Inauguration oder, wie wir Realisten sagen, das kann ins Auge gehen.

[18:25] Mit Trump an der Macht läßt sich die Lebenserwartung auch gleich viel besser einschätzen.

[18:24] Kann man mit knapp 51 eigentlich noch einberufen werden? - Frage für einen, ähm, älteren Freund.

[18:23] Momentan möchte ich Zukunftsforscher sein. Da kann man mit seinen Aussagen wenig falsch machen.

[18:22] Buch begonnen: "Über die Chirurgie" von Paulus Hochgatterer.

[16:24] Buch beendet: "Die beiden Dichter" (DNB) von Honore de Balzac, btb, 150 Seiten. - Lektürestatus: gestern infolge des 11-Stunden-Schlafes lediglich 30 Seiten; heute mit dem Abschluß des Balzac bislang 50 Seiten.

[14:33] Zahnarzt: Heute dann zwei Wurzelbehandlungen bitte? Ich: - Sehr gern! Der Arzt fühlte sich mit der Spülung des einen Minenfeldes im Oberkiefer unterfordert und öffnete eine Füllung, die seit 9 Jahren völlig unproblematisch ist, seiner Meinung nach jedoch unzureichend bestünde und einer Revision bedurfte. Also die sehr kompakte Plombe aufgebohrt und ebenso wie die zuvor gereinigte Wurzel (mit seit vorgestern drei statt zwei eröffneten Kanälen) mit allerlei sehr medizinisch riechenden Tinkturen gespült, so daß hernach die gesamte Straßenbahn mitriechen konnte, wie mein Terminplan zu so früher Morgenstunde ausgesehen hat. In knapp zwei Wochen die nächste Behandlung, wenn ich wegen der komplizierten Situation im Oberkiefer, die ich mehrfach ansprach, nicht vorher schon wieder einrücken muß.

[14:24] Vor Nachtdienst 3/5. Tage ohne Alkohol: 402. Da ich heute 7.30 Uhr gleich nach dem Nachtdienst schon wieder im Zahnarztstuhl sitzen mußte, war ich erst 8.30 zuhause, und bis ich einschlafen konnte... Bereits 13.30 Uhr wieder wach und nach einigen frustranen Wiedereinschlafversuchen aufgestanden, Tee gekocht, die vernachlässigten Twitter/Facebooktimelines der letzten beiden Tagen nachgegrast. Jetzt zurück zu Balzac.

Donnerstag, 19. Januar 2017

[19:06] Vor Nachtdienst 2/5. Tage ohne Alkohol: 401. Lektürestatus: gestern 70 Seiten. Weiter mit "Die beiden Dichter" von Honore de Balzac. Allerdings wird nur wenig gelingen. Ich habe reichlich 11 Stunden geschlafen und breche bald zur nächsten Schicht auf.

Mittwoch, 18. Januar 2017

[16:55] Eine knappe Stunde saß ich im Zahnarztstuhl unterm Bohrer. Ungeplant. Seit Tagen hatte ich zunehmende Schmerzen in einem Zahn, der mir seit Monaten Probleme bereitet. Die generelle Angst vorm Zahnarzt ließ mich wiederum zu lange warten. Ein Teufelskreis, weil die Behandlung um so diffiziler wird, was die Animosität erneut untermauert. Mit den Schmerzen während der letzten Tage will ich mich nicht herausreden und die schwächelnde Lektüre verteidigen. Allerdings war nach meiner Rückkehr vom Zahnarzt die letzte Stunde Balzac gerade ein Genuß.

[9:44] Lustig, wenn potenzielle Mörder, die im Krankenhaus einem Kranken etwas in die Infusion oder den Venenzugang spritzen wollen, um ihn auszuschalten, vorher gewissenhaft Restluft aus der Spritze drücken, um eine lebensgefährliche Luftembolie zu verhindern. Um das Leben des Kranken zu retten, der doch sterben soll?

[4:10] In Liisas Tagesgedanken kam die Rede auf Brillen. Wegen meiner zunehmenden Presbyopie (Alters[weit]sichtigkeit) wäre ich, weil ich zudem von Kindesbeinen an eine Brille wegen Myopie (Kurzsichtigkeit) trage, gezwungen, entweder zwei Brillen zu handhaben oder eine Gleitsichtbrille zu avisieren. Ich schrieb: "Ich vermute, daß Online-Optiker keine wirkliche Option sind. (?) Immer wieder taucht im Spam das Angebot auf: Gleitsichtbrille komplett für EUR 199.- Da die auch nur mit Wasser kochen (bzw. Glas blasen) können, muß es, vergleiche ich es mit dem Ladenpreis vor Ort von angenommenen EUR 1000.- einen Haken geben. Bisher behelfe ich mir so, daß ich für die Myopie wie eh und je weiterhin meine inzwischen betagte Brille trage und fürs Lesen seit kurzem eine Lesebrille aus dem Drogeriediscounter verwende, freilich ohne exaktes Wissen um meinen tatsächlichen Visus (Sehstärke). - Wir Geizhälse finden immer Mittel und Wege. Und dank E-Book-Reader kann man mit größer gestellter Schrift ganz ordentlich lesen, während es beim Papierbuch schon eher & öfter mal zum Rätselraten käme. Ich lese mittlerweile 9 von 10 Büchern per Kindle.

[3:50] Buch begonnen: "Die beiden Dichter" von Honore de Balzac.

[3:49] Buch beendet: "Feuer im Herbst" (DNB) von Irène Némirovsky, Knaus-Verlag, 270 Seiten.

[3:48] Vor Nachtdienst 1/5. Tage ohne Alkohol: 400. Lektürestatus: gestern 90 Seiten. - Normalerweise begrenzt sich meine Arbeitswoche, wie gestern beschrieben, seit September 2016 auf vier Arbeitstage. In dieser stehen allerdings fünf an, was an kleinen Verschiebungen im Dienstplan liegt, wenn in einer Woche wie der vergangenen mehr freie Tage lagen. Auch im Februar wird es eine 5-Tage-Arbeitswoche geben, die den Minusstand meines Arbeitszeitkontos reduzieren soll. Das heißt, ich hatte in letzter Zeit mehr freie Tage als die - im Schnitt - drei wöchentlich vorgesehenen.

Dienstag, 17. Januar 2017

[13:40] Eines Morgens saß Herr Sampson Braß auf seinem Stuhl und kopierte irgendeinen Prozeß, wobei er boshafterweise seine Feder tief in das Papier eindrückte, als schreibe er unmittelbar auf dem Herzen der Partei, gegen die der Prozeß gerichtet war. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[13:38] ...mochte sie nun ihr Herz gegen das ganze Geschlecht der Männer gestählt oder vielleicht diejenigen, die um sie gefreit und sie gewonnen hatten, durch die Furcht abgeschreckt haben, daß sie als Rechtskundige gar bald mit jenen besonderen Statuten zur Hand sein konnte, die man gewöhnlich Ehebruchsakte nennt, so viel ist gewiß, daß sie sich noch im Zustande des Zölibats befand. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[13:16] "Möge der gegenwärtige Augenblick der schlechteste in unserm Leben sein." (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[13:15] ...entfernte sich der Wirt, um das Bier zu holen, kam schnell mit dem Krug wieder zurück und schickte sich an, das Bier in einem kleinen verzinnten Gefäße zu wärmen, das trichterartig geformt war, um es an Stellen, an denen das Feuer am lebhaftesten brannte, recht tief in die Glut stecken zu können. Dies war bald geschehen, und er händigte Herrn Codlin das Getränk mit jenem rahmartigen Schaum auf der Oberfläche ein, der zu den beglückendsten Eigenschaften eines heißgemachten Malztrankes gehört. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[13:11] "Trotters", sagte Herr Codlin, der sehr langsam sprach und sehr gierig aß, eine bei Philosophen und Misanthropen nicht ungewöhnliche Erscheinung... (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[13:10] Die Frische des Tages, der Gesang der Vögel, die Schönheit des wallenden Grases, das tiefe Grün der Blätter, die wilden Blumen und die tausend herrlichen Düfte und Töne, die in der Luft schwammen – erhebende Genüsse für die meisten von uns, besonders aber für die Mehrzahl derer, welche im Strudel oder in der Einsamkeit großer Städte leben, wie in dem Eimer eines Menschenbrunnens –, senkten sich in ihre Herzen und machten ihre Seelen freudig. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[13:08] Die edleren Tiere, zur Gefangenschaft verurteilt, standen regungslos hinter den Eisenstäben und blickten mit Augen, in denen noch alte Wälder leuchteten, auf zitternde Zweige und auf vereinzelte Sonnenstrahlen, die durch ein kleines Fenster huschten – nahmen dann ungeduldig den kurz bemessenen Spazierweg auf, den ihre gefangenen Füße bereits abgetreten hatten – blieben wieder stehen, um trübselig hinauszustarren. (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[13:07] "Die Alpen auf der einen und der Kolibri auf der andern Seite sind, als Gebilde der Allmacht betrachtet, nichts gegen einen ehrlichen Mann – oder eine ehrliche Frau – ja, auch gegen eine ehrliche Frau." (Charles Dickens: Der Raritätenladen)

[11:31] Ich gucke Inspector Barnaby S17E02 - "Mord mit Magie". Auch wenn ich dem alten Tom Barnaby immer noch hinterher trauere, mag ich die Serie Midsomer Murders nicht missen, die auf mich einen ähnlichen Sog ausübt wie die Columbo-Filme u.ä., bei denen auch noch so öftere Wiederholungen den Reiz des Anguckens nicht zu schmälern vermögen. Bei Komödien sind Wiederholungen nicht verwunderlich. Louis-de-Funes-Filme kann ich mir immer angucken. Die beiden Loriot-Filme habe ich mehrere Dutzend Male gesehen.

[10:54] Vorgestern stellte der Deutschlandfunk im Büchermarkt als Buch des Woche den Roman Berlin (Audio / DNB) des mir bisher völlig unbekannten Schriftstellers Paul Gurk vor, dessen Titel wie bei Alfred Döblin als Inhaltsangabe gelesen werden kann. Im Mittelpunkt des sich expressionistisch gebärdenden Buches steht ein Buchtrödler, der mehr schlecht als recht von seinem ambulanten Buchhandel leben kann. Der Wuppertaler Arco-Verlag hat gar eine Werkausgabe des Schriftstellers konzipiert. Gurks Berlinroman erschien bereits einmal 1980 bei Agora.

[6:51] Retweet: "Ich kann nicht mit Euch schlafen, Ihr habt Eure ALDI-Kittel noch an." "Elke, wir haben hier `nen Storno."

[6:50] Retweet: Ich bin mittlerweile in einem Alter, in dem Eskapaden mit Doppel-S geschrieben werden.

[6:49] Retweet: "Ich bin eine Fee und du hast zwei Wünsche frei!" "Ich will aber drei!" "Ok. Dann bleiben noch zwei."

[6:48] Retweet: Manche Bücher muss man mehrmals lesen. Man redet ja auch oft mit denselben Leute.

[6:47] Retweet: Ich laufe mit der Tochter (4) durch den ganzen ICE. Ich: "Guck. Das ist die 1. Klasse." Sie: "Die können alle noch nicht lesen & schreiben?"

[6:46] Retweet: "Auf den Schreck erstmal nen Schnaps." "Auf welchen Schreck denn?" "BUH!"

[6:45] Retweet: Ich sollte eine Sonate für vier Hustende komponieren.

[6:44] Retweet: "Hatte Termin beim Chef, wegen meiner angeblichen Verweigerungshaltung." "Und, wie war's?" "Wer sagt, dass ich da war?"

[6:43] Retweet: "Du trinkst um diese Zeit Bier?" "Warmes Bier hilft bei Erkältung." "Aber das Bier ist kalt." "Ich bin ja auch nicht erkältet."

[6:42] Retweet: Im Wartezimmer beim Frauenarzt aus Versehen die eigene Frau angeflirtet. KONZENTRIER DICH!

[6:41] Retweet: Wenn man Rotwein aus einer Tasse trinkt, sieht es aus wie Früchtetee und man wird von anderen auch für seine gesunde Lebensweise bewundert.

[6:40] Retweet: Ich zahle nur mit Kleingeld, um den Schein zu wahren.

[6:39] Retweet: "Kirk, es regnet." "Auf den Schirm!"

[5:10] Seit September arbeite ich nur noch 32 Wochenstunden. Prinzipiell bekommt mir dieses Regelung gut. Über einen freien Tag mehr pro Woche verfügen zu können, entspannt und nimmt Druck aus der Situation, sich in einem Hamsterrad zu befinden, dessen Drehungen einem Übelkeit und Schwindel verursacht, vor allem aber das Gefühl bestärkt, allzu sehr eingebunden zu sein, allzu sehr verbraten, verheizt zu werden. Trotzdem ist nicht alles eitel Sonnenschein. Die Erwartung, mehr zu lesen, erfüllte sich bis dato nicht. Die überschüssige Freizeit wird verplempert, so wie ich sie immer schon verplempert habe, so wie ich von jeher Urlaube verbracht habe, indem ich in den Tag hinein lebte, gegessen, getrunken und Serien geguckt habe. Ein deprimierender Zustand, sich unfähig zu sehen, seine Gewohnheiten zu ändern.

[4:45] Vierzehn Stunden schlief ich, von gestern 13.30 Uhr bis vorhin 3.30 Uhr. Zwar hatte die letzte Arbeitswoche nur zwei Nachtdienste; diese waren aber anstrengend. Sowieso bin ich zuzeit derangiert, worunter zuallererst die Lektüre leidet; denn sie ist die mir Angetraute, der es die Treue zu halten gilt. Um so schlimmer, sie vernachlässigt zu sehen.

[4:11] Freier Tag 2/2. 57 Wochen ohne Alkohol. Lektürestatus: gestern 60 Seiten. Weiter mit "Feuer im Herbst" von Irène Némirovsky.

Sonntag, 15. Januar 2017

[15:44] Vor Nachtdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 397. Lektürestatus: gestern 60 Seiten. Weiter mit "Feuer im Herbst" von Irène Némirovsky.

Samstag, 14. Januar 2017

[10:16] Buch begonnen: "Feuer im Herbst" von Irène Némirovsky.

[5:53] Buch beendet: "Das Pfingstwunder" (DNB) von Sibylle Lewitscharoff, Suhrkamp, 350 Seiten.

[5:52] Vor Nachtdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 396. Lektürestatus: gestern 165 Seiten.

Freitag, 13. Januar 2017

[18:03] J.L. Carr: Der Pfarrer als Umzugshelfer // Den Schöpfer beim Angeln preisen // Im Mittelalter // An exponierter Stelle.

[7:00] Zu einem anderen Blogposting von Liisa, wo die Frage gestellt wurde, wie man mit der Twittertimeline umgeht, ob und wie weit zurück man verpaßte Tweets verfolgt, schrieb ich: "Die Befürchtung, etwas Wichtiges nicht mitzubekommen, habe ich weniger. Meine geht eher in die Richtung, etwas Lustiges zu verpassen. Die meisten sprachspielerischen, humorvollen oder albernen Einfälle, die später dann auf FB recycelt werden, stammen aus Tweets. Und ich bin zugestandenermaßen süchtig nach diesen Einfällen und Kuriosa. Deswegen scrolle ich, wo ich nur kann, zurück. Bedeutende Nachrichten erreichen mich per Deutschlandfunk, den ich entweder live oder per Audioarchiv höre, früher oder später.

[6:57] Mein Kommentar zu einem Blogbeitrag von Liisa: "Hut ab! Nochmals: Hut ab! - Wenn du Justierungen vornehmen, Gewohnheiten ab- oder umstellen bzw. neue Routinen etablieren kannst, zählst du für mich zu bewunderungswürdigen Personen und Ausnahmen. Denn gerade das halte ich für das Schwierigste, was es gibt und worum ich vergebens kämpfe. Etwas anders zu machen als bisher – das bleibt mein Traum. Wenn dies eine gängige Fähigkeit wäre, würden nicht all die immer wieder gefaßten Vorsätze der Menschen klammheimlich im Orkus der Vergeblichkeit landen."

[6:38] Bei Lewitscharoff gerade einer Redewendung begegnet, die ich nicht kannte: Matthäi am Letzten. Sie reklamiert den Spruch quasi fürs Schwabenland. In der Wikipedia steht kein spezifischer Ursprung.

[6:34] Freier Tag 5/5. Tage ohne Alkohol: 395. Lektürestatus: gestern 137 Seiten. Weiter mit "Das Pfingstwunder" (DNB) von Sibylle Lewitscharoff.

Donnerstag, 12. Januar 2017

[22:58] Jetzt wurde ein Roman erstmals in Deutschland verlegt, der vor 30 Jahren in Frankreich erschien, in dem eine Liebe geschildert wird, bei der das Geschlecht der Protagonisten unbekannt bleibt: Sphinx (PT), geschrieben von Anne F. Garréta. Der experimentelle Charakter erklärt sich daraus, daß die Autorin der Werkstatt für Potentielle Literatur (Oulipo) zuzuordnen ist.

[22:25] Das frische Kind hält er im Arm wie mundgeblasenes Glas. (Annette Pehnt: Briefe an Charley)

[22:24] Wenige geglückte Umarmungen in meinem Leben, eine schwierige Geste... (Annette Pehnt: Briefe an Charley)

[22:23] Obwohl schon eine Woche alt, ist er [Schnee] von reinem Weiß. Ein weggeworfenes Taschentuch kann es mit seinem Weiß nicht aufnehmen. Ich sehne mich nach mehr Schnee oder gar keinem, nach einem entschlossenen Zustand. (Annette Pehnt: Briefe an Charley)

[22:22] Kinder (...) schauen ihre Eltern ja kaum an, sie blicken, wenn alles gut gegangen ist, generell wohlwollend in deren Richtung, da irgendwo ist sie, die Mutter, so wie immer kann man mit ihr rechnen, genaues Hinschauen nicht vorgesehen. Die Mutter muss sich die lebensrettenden Blicke eben woanders organisieren. (Annette Pehnt: Briefe an Charley)

[22:21] ... ist Klage für Briefe gut geeignet, ja im Grunde nirgendwo sonst so gut aufgehoben wie in Briefen (wer will sie sonst schon hören). (Annette Pehnt: Briefe an Charley)

[19:52] Wenn man freudlos durch die Tage geht, ist es verblüffend, einen Menschen zu sehen, der beglückt vorüberläuft. (Annette Pehnt: Briefe an Charley)

[19:51] Doch das prächtigste Stück des Raums war die Petroleumlampe, die an vier Messingketten von der Deckenmitte hing. Widerstrebend mußte ich einräumen, daß sie in ihrer Pracht meinem Bankdam-Crowther Konkurrenz machte. Zu ihren Bestandteilen zählten zwei Drehknöpfe und eine Vorrichtung zum Abdrehen des Petroleumzuflusses, um augenblicklich die Flamme zu ersticken, sollte sie zu stark auflodern, ein hübscher Paraffinbehälter aus geschliffenem rosa Glas, ein gewöhnliches Laternenglas und ein es umgebender milchiger Globus, der dafür sorgte, daß das Ellerbeck'sche Heim in ein gütiges Licht getaucht wurde. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[19:48] Dann setzte Mr Ellerbeck zu einem Tischgebet von beeindruckender Länge an. Ich konnte mir nicht vorstellen, daß seine Tischgefährten es ihm unter normalen Umständen gestattet hätten, in derart ausgefeilten Einzelheiten die Freigebigkeit des Herrn darzulegen und wie dankbar er sich schätze, zu den Auserwählten zu gehören, die in deren Genuß kämen, und war mir daher sicher, daß er seinem Kollegen, Mr Jager, zeigen wollte, was er draufhatte. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[19:47] Margriet de Moor: Schwesterschülerin // Non-Hodgkin-Lymphom // Entschiedenheit // Der Tod ist so hoffnungslos.

[19:36] ...während ich mit einer Brotrinde herumspielte und mit jener Art tiefer Verzweiflung kämpfte, die einen überfällt, wenn man eine weite Reise macht und mitten in der Nacht feststellt, dass man seit drei Stunden in der falschen Richtung unterwegs ist, die Ölwarnlampe leuchtet, der Tank fast leer ist und der Hund nicht, wie man gedacht hat, auf dem Rücksitz liegt und schläft, sondern offenbar noch auf dem verschissenen Grünstreifen an der letzten Raststätte ist. (T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung)

[19:34] Als Profihelfer, etwa bei Ärzte ohne Grenzen oder CARE International, begegnen dir jene Kranken, mit denen andere, die Familie oder der Dorfälteste oder ein Wunderheiler, längst fertig sind, jene, denen die nicht mehr helfen konnten – oder wollten. Und falls diese aussichtslosen Fälle unsere Profihilfe dann überlebt haben, vorläufig zumindest, bleiben sie womöglich weiterhin, aber sicher weniger krank, bestenfalls bloß noch überlebenskrank. (Katja Lange-Müller: Drehtür)

[19:33] Michael Schulte: In den USA verboten // Altersgrenze für Alkohol // Ein schwaches Glied in der Kette // Eine glückliche Ehe // AllgFab (4) // Märchen vorgelesen bekommen // Warum ich schreibe // AllgFab (3) // Zwang zur Monogamie // AllgFab (2) // AllgFab (1).

[11:07] Annette Pehnt: Eine kaltblütige Zeitgenossin // Wenige geglückte Umarmungen // Einer alles forever // Alzheimer & Partnerschaft // Generationen neu sortieren // Das göttliche Ohr.

[5:45] NZZ: "Sie sind eher der animalische Typ?" - Reinhold Messner: "Natürlich habe ich auch einen Intellekt, den ich nutze, um Korrektive zu machen oder mich überlegt zu verhalten. Aber wenn es hart auf hart geht, ist der Intellekt viel zu langsam. Stellen Sie sich vor: Sie klettern in einer Felswand, und hoch über Ihnen bricht ein Stein raus. Wenn Sie jetzt anfangen zu rechnen, Masse mal Geschwindigkeit gleich Energie, dann sind Sie erschlagen, bevor Sie die Rechnung fertig haben."

[5:44] "das Schmuckgebilde Kosmos" (Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder)

[5:43] Freier Tag 4/5. Tage ohne Alkohol: 394. Lektürestatus: gestern 100 Seiten. Weiter mit "Das Pfingstwunder" von Sibylle Lewitscharoff.

Mittwoch, 11. Januar 2017

[14:40] Es war ein äußerst beklemmender Ort, und ich fragte mich, ob ein geschulter Romanleser es des Nachts wagen würde, einen Blick hinter diese Tür zu werfen. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[13:46] Der glücklichste Mensch wäre derjenige, welcher mit Kopf und Händen zugleich arbeitend, dieser Anspannung doppelter Kräfte seinen Wohlstand und seine Freiheit verdankend, doch noch Zeit genug übrig behielte, um mit Herz und Verstand das Leben zu genießen, sein eignes Schaffen zu verstehen, und Gott in seinem Werk zu lieben. (George Sand: Das Teufelsmoor)

[13:44] George Sand: Mäßige, nützliche Arbeit.

[13:38] Und warum wäre die Furche eines Landmannes nicht eben so gut der Erwähnung werth, als die eines Müßiggängers, welcher der Nachwelt einen Namen hinterläßt, weil es ihm durch irgend eine Sonderbarkeit oder Absurdität gelang, ein wenig Lärm in der Welt zu machen? (George Sand: Das Teufelsmoor)

[13:28] Sie drehte die Kurbel, und ein sonorer Alt begann knatternd zu singen: "Angels ever bright and fair / Take, O take me to your care..." Es war nicht schwer, mir den wogenden Busen der Sängerin und ihre erschrocken vortretenden Augen vorzustellen, während sie zu einer letzten konvulsivischen Wehklage ansetzte. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[13:20] "Freud würde sagen, daß dieser Mann sexuell besessen ist. Er würde von Komplexen sprechen und bis in seine Kindheit zurück gehen." "Na, zum Glück arbeitet Freud mit seinem Unsinn nicht auch noch an dem Fall." (Kommissar Maigret - Die Falle)

[12:48] Rowan Atkinson überrascht mich und bestimmt nicht nur mich. Stieß ich bei der Recherche nach der Neuverfilmung der Maigret-Romane doch auch auf ein Duett mit Kate Bush aus den 80ern. Die vor seinem Erfolg mir Mr. Bean ausgestrahlte BBC-Serie Blackadder kannte ich bereits. Atkinson nun also als Maigretdarsteller. Ich habe den Pilotfilm "Kommissar Maigret - Die Falle" gerade erst zu sehen begonnen und werde später meine Meinung kundtun. Dabei fällt mir ein, daß ich einen meiner absoluten Lieblingsfilme (Die Fantome des Hutmachers) seit langem nicht gesehen habe - eine filmische Adaption des gleichnamigen Simenon-Buches durch Claude Chabrol.

[10:20] Buch begonnen: "Das Pfingstwunder" von Sibylle Lewitscharoff.

[8:52] Wir sind ja quasi damit aufgewachsen, daß Fett böse ist, gesättigte Fettsäuren insbesondere, und daß ein guter Cholesterinwert schon die halbe Miete für ein gesundes Leben ist. Nun trifft uns die Bittere Erkenntnis, daß der Kampf damals aus Ränke zuungusten des Fettes entschieden wurde, nun jedoch weitergeführt wird und der Zucker als neuer, großer Bösewicht dasteht.

[8:51] Retweet: Berufsraten in der Steinzeit: "Bist du Jäger?" "Nein" "Sammler?" "...Verdammt!"

[8:50] Retweet: Das vorletzte Einhorn ist jedem scheißegal.

[8:49] Retweet: Ein Buch aufschlagen und Buchweiß und -schwarz trennen. Buchweiß steif schlagen.

[8:48] Retweet: "Was wollen Sie trinken: Wasser, Kaffee, Cola, Saf?" "Da fehlt ein t!" "Sorry, Tee haben wir nicht."

[8:47] Retweet: Ich war immer glücklich darüber, nicht im Mittelalter leben zu müssen. Hoffentlich habe ich mich nicht zu früh gefreut.

[8:46] Retweet: Im Gegensatz zum Klo piept der Drucker wenigstens, wenn er kein Papier mehr hat.

[8:45] Retweet: Meine Lieblings Yoga-Figur ist SCHEIßE, DA MUSS DOCH NOCH WAS RAUSKOMMEN AUS DEM NASENSPRAY!

[8:44] Retweet: Tote Zimmerpflanzen gieße ich immer noch wochenlang mit, damit die anderen Pflanzen denken, es sei alles in Ordnung.

[8:43] Retweet: So überfüllt wie der Bus war, kann ich eine Schwangerschaft nicht ausschließen.

[8:42] Retweet: "Und, hast Du Dich am Wochenende gut erholt?" "Ich wusste, dass ich irgendwas vergessen habe!"

[8:41] Retweet: Als Elternteil eines Kleinkindes lernt man, ganz schnell eine Tafel Schokolade unentdeckt zu verstecken. Im Mund. Quer. Ohne zu sabbern.

[8:40] Retweet: Was ist dein Lieblingsgrauton?

[8:39] Retweet: Bin nicht sicher, ob der Hauptbahnhof voll ist, aber ich bin eben 500m auf einem fremden Rollkoffer mitgefahren.

[8:38] Retweet: Für mich wäre ja eine Buchhandlung mit Couch das, was andere eine möblierte Ferienwohnung nennen.

[8:37] Retweet: Die 4 Liter Wasser soll ich ihr tragen, aber die Bettdecke könnte sie einem daraufliegenden Nashorn wegziehen.

[8:36] Retweet: Eine halbe Stunde bei Minus zehn Grad auf dem Fahrrad. Mein Gesicht jetzt eingefroren genug, dass ich Til-Schweiger doublen kann.

[8:35] Retweet: Ich bin jetzt übrigens in einem Alter, in dem ein Sekundenschlaf, auch mal sechs Stunden dauern kann.

[8:34] Retweet: Der Chef meinte, ich wüsste nicht, wo die Grenzen meiner Kompetenz liegen. Da habe ich ihn gefeuert.

[8:33] Retweet: "Habe ich dich gestört?" "Nein, ich war schon vorher so."

[8:32] Retweet: "morgen nach dem aufwachen werden sie.." "juhuuu!" (horoskop vorlesen im altenheim)

[8:31] Retweet: Wenn man eine Hochzeit rückwarts ansieht weinen erst alle,dann küsst sich das Brautpaar,nehmen sich die Ringe weg und gehen glücklich weg.

[8:30] Wohin der gestrige Tag verschwunden ist, vermag ich nicht klar zu sagen. Irgendwann am späten Nachmittag muß ich schlafen gegangen sein und habe schätzungsweise 12 Stunden im Bett gelegen, bin heute Morgen gegen 5 Uhr aufgestanden und habe seitdem gelesen und das Rosendorfer-Buch zueende gebracht. Irgendwie merkwürdig, so ohne Zeitgefühl bzw Zeitwissen, fast wie damals, wenn beim Saufen ein Filmriß die Struktur durcheinander brachte. Die Herzattacke scheint mich mehr mitgenommen zu haben, als ich für möglich hielt. Der Körper hat sich das genommen, was er offenbar braucht. Immerhin blieb ich während der vergangenen Tage am Buch dran, las, wo und wie es ging und habe mir diesbezüglich nichts vorzuwerfen, so daß auch der Zufriedenheitslevel nicht allzu arg nach unten schnippsten kann.

[8:14] Gerhard Schöne wird 65: Fürs Kinderland ist man nie zu alt. Der Liedermacher hat meine Jugend maßgebend geprägt. Ich weiß nicht, wie oft ich seine drei ersten LPs gehört habe: "Spar deinen Wein nicht auf für morgen", "Lieder aus dem Kinderland" und "Menschenskind". Das Zimmer unter dem Dach, der Hippie-Vater im Lupinenfeld, die Geburtstagsfeier, bei der sich jeder einbringt, die Flöte Spielende in der Straßenbahn... Wir katholische Jugendlichen hingen an den Lippen des protestantischen Liedermachers und wollte auch anders sein, gegen den Mainstream, wollten etwas aus unserem Leben machen, uns auf das Wichtige eichen, Mitmenschlichkeit leben. - Gerhard, nachträglich herzlichen Glückwunsch!

[8:07] Buch beendet: "...ich geh zu Fuss nach Bozen. Und andere persönliche Geschichten" (DNB) von Herbert Rosendorfer, Nymphenburger, 252 Seiten.

[8:06] Freier Tag 3/5. Tage ohne Alkohol: 393. Lektürestatus: gestern 144 Seiten.

Dienstag, 10. Januar 2017

[13:10] Die Liebe, das fühlte er wohl unbestimmt, würde ihn getröstet und beglückt haben, wenn sie ungesucht und unvermuthet über ihn gekommen wäre; denn nur so und nicht anders tröstet die Liebe. Man findet sie nicht, wenn man sie sucht; sie kommt über uns, wenn wir sie nicht erwarten. (George Sand: Das Teufelsmoor)

[13:09] Die Leute sind sich nicht im Klaren darüber, daß ein Stotterer mehr Zeit hat, auf unangenehme Angriffe zu reagieren. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[9:34] Der Restaurator, der in einem Raum der Kirche wohnen und einen Ofen in Betrieb nehmen wollte, bekommt zu hören: "Vergessen sie die Versicherung nicht. Die nennen so etwas 'widernatürlichen Gebrauch' eines Gebäudes. ... uraltes Holz ... zundertrocken ... todsichere Faktoren, die die Prämie ansteigen lassen. Ein Onkel von mir war Versicherungsvertreter..." Die Formulierung "widernatürlicher Gebrauch" klang für Londoner schon schlimm, aber wer weiß, was sie auf dem Land - insbesondere hier im Norden - darunter verstanden! Und bekanntlich bläht sich eine Sünde zur doppelten Größe auf, wenn sie gegenüber einem Kirchenmann geäußert wird. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[9:18] Alan Posener vergleicht die Sterbephasen von Elisabeth Kübler-Ross mit der Entwicklung der europäischen Welt, wie wie sie kennen und deren Untergang nicht wenig befürchten oder eben, wie Posener meint, momentan leugnen.

[9:11] "diese Mehr-tot-als-lebendig-Lebensphase" = Sterben, Dahinsiechen. (Margriet de Moor: Mélodie d'amour)

[9:10] ... ein einzelnes Gebäude; es entpuppte sich als heruntergekommenes Bauernhaus, dessen kleiner Vorgarten hinter einem verrosteten schmiedeeisernen Zaun schmollte. (J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land)

[6:34] Freier Tag 2/5. 56 Wochen ohne Alkohol. Lektürestatus: gestern 100 Seiten. Gestern begonnen hatte ich und weiterführen werde ich heute die Lektüre von "...ich geh zu Fuss nach Bozen. Und andere persönliche Geschichten" (DNB) von Herbert Rosendorfer.