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Bibliomanische Zitate I

A

Adair, Gilbert

  • Die Vorstellung, die sich das Publikum von der Geburt eines literarischen Werks macht, entspricht haargenau, haargenau jener, die sich kleine Kinder von der Geburt eines Babys machen. Die meisten glauben, Bücher bringe der Storch.

Addison, Joseph

  • Lesen ist für den Geist das, was Gymnastik für den Körper ist.

Adorno, Theodor

  • Gegen die Haltung des Sammlers mag eingewendet werden, im sei Bücher zu besitzen wichtiger als ihre Lektüre. Soviel indessen bekundet er, daß die Bücher etwas sagen, ohne daß man sie liest, und daß die es zuweilen nicht das Unwichtgste ist.

Aichinger, Ilse

  • Das Schreiben spielt die Rolle, dass es mir vielleicht vorkommt, als hätte alles einen gewissen Sinn. Wenn mir zwei oder drei Sätze gelingen, dann habe ich das Gefühl, meine Existenz wäre nicht völlig absurd, als bliebe noch ein Funken Sinn übrig.

Aitmatov, Tschingis

  • Die Literatur muss selbstlos ihr Kreuz tragen, sie muss in die Kompliziertheit des Lebens eindringen, damit der Mensch alles Gute und Würdige in sich selbst, den anderen und der Gesellschaft kennt, liebt und behütet. ... Denn der Mensch sucht in der Kunst die Bestätigung seiner besten Bestrebungen und die Ablehnung alles Bösen und Ungerechten, das seinen sozialen und sittlichen Idealen widerspricht.
  • Du öffnest die Bücher und sie öffnen dich.

Alafenisch, Salim

  • Wer liest, lebt zweimal – ohne zweimal zu sterben!

Albath, Maike

  • Da alles bereits geschrieben wurde, ist die Arbeit eines Schriftstellers überflüssig. Fast alle Bücher sind zu dicken Bänden aufgeblasene Fußnoten.

Allan, Woody

  • Ich habe einen Kurs im Schnellesen mitgemacht und bin nun in der Lage, "Krieg und Frieden" in zwanzig Minuten durchzulesen. Es handelt von Rußland.

Allende, Isabell

  • Wenn ich nicht schreibe, vergesse ich, und wenn ich vergesse, ist es, als wenn ich nicht gelebt hätte.

al-Mutanabbi

  • Der schönste Platz im Leben ist der Stutensattel, und der beste Tischgenosse ist das Buch.

Andersch, Alfred

  • Wer sich keine Geschichten anhören will, ist mir verdächtig.

Andersen, Hans Christian

  • Gedichte schreibt man, wenn man verliebt ist, aber besonnene Leute lassen sie nicht drucken.
  • Es ist mit den Büchern, die man in jungen Jahren gelesen hat und jetzt im Alter wieder vornimmt, wie mit den Menschen, mit denen man in früheren Perioden beisammen war und denen man jetzt wieder begegnet. Da sind einzelne Züge und Eigentümlichkeiten, die man jetzt besser versteht und schätzt, oder vieles, was einem nun ganz und gar nicht gefallen will.
  • Wer für Erwachsene schreibt, schreibt für die Zeit, wer für Kinder schreibt, für die Ewigkeit.

Anonym /Divers

  • Schäme dich, Mensch, der du in diesen Tagen nicht lesen kannst und die Seligkeit deiner Seele versäumst. (Lübecker Postille, 1493)

Antunes, Antonio Lobo

  • Eigentlich weiß man nicht, warum man schreibt, man weiß nur, dass man schreiben muss und dass das Leben sinnlos wird, wenn man es nicht tut. (...) Es gibt eben auch ein großes Glücksgefühl in diesem Schreiben (...) Zumindest hat man ein Gefühl, vielleicht auch Tränen, wenn die Hand glücklich ist.
  • Lesen ist ein genauso kreativer Prozess wie das Schreiben. Ein Buch existiert nur, wenn es gelesen wird, wenn der Leser den Roman geistig auch mitschreibt.
  • Ohne Geld fühlte ich mich sterbenselend, das ist mein Benzin.

Anzaldua, Gloria

  • Die Welt, die ich beim Schreiben erschaffe, entschädigt mich für all das, was die echte Welt mir nicht gibt.

Aquin, Thomas von

  • Gott bewahre mich vor jemand, der nur ein Büchlein gelesen hat.

Arjouni, Jakob

  • Nähme man Leuten wie Grünbein und Walser sämtliche Posen und Fremdwörter weg und gäbe ihnen statt dessen einen vernünftigen Satzbau, sähen vielleicht jene deutschen Literaturkritiker, deren Gehirne von Lachskanapees und Weißwein noch nicht vollständig zu Fettlebern umgebaut worden seien, was für ein gedanklicher Kitsch und Schund da produziert werde.

Arning, Ralf Heinrich

  • Wer schon Leser ist, braucht keinen Kanon.

Auden, Wystan Hugh

  • Es gibt Bücher, die unverdientermaßen in Vergessenheit geraten sind; es gibt jedoch keine, die unverdientermaßen wieder in Erinnerung kamen.

Augustinus, Aurelius

  • Häufig schlägt der Ratsuchende das Buch eines Dichters auf, der von ganz anderen Dingen schreibt, und es springt ihm doch eine Stelle ins Auge, die wunderbar auf sein Problem zutrifft.

Auster, Paul

  • Das Buch gehört nicht nur dem Autor, gehört auch dem Leser, erst zusammen machen sie daraus, es ist.

B

Babington Macaulay, Lord Thomas

  • Ich wäre lieber ein armer Mann in einer Dachkammer voller Bücher als ein König, der nicht lesen mag.

Bachelard, Gaston

  • Die Bücher sind dazu da, unserer Träumerei tausend Wohnungen zu schenken.

Bachmann, Ingeborg

  • Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht.
  • Poesie wie Brot? Dieses Brot müsste zwischen den Zähnen knirschen und den Hunger wiedererwecken, ehe es ihn stillt. Und diese Poesie wird scharf von Sehnsucht sein müssen, um an den Schlaf der Menschen rühren zu können. Wir schlafen ja, sind Schläfer, aus Furcht, uns und unsere Welt wahrnehmen zu müssen.

Bacon, Sir Francis

  • Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
  • Manche Bücher darf man nur kosten, andere muß man verschlingen und nur wenige kauen und verdauen.
  • Lesen bereichert den Menschen, mündlicher Gedankenaustausch macht ihn gewandt, Niederschriften verhelfen zu genauerem Wissen.

Baden, Hans-Joachim

  • Man kann vom Buche - dies ist keine Blasphemie - dasselbe sagen wie von Gott: Vor ihm gilt keine Ansehen der Person.
  • Das Glück der Bücher beruht also zunächst darin, daß es jedermann zugänglich ist. Ich muß auf dieses Glück nicht warten wie auf eine sagenhafte Geliebte oder wie auf außerordentliche Umstände, die meinem Einfluß entzogen sind. Ich bedarf keiner märchenhaften Reichtümer, um mir dieses Glück zu erschließen.
  • Das Buch kann den Gesunden, aber in gleicher oder noch stärkerer Weise den Kranken, Elenden, Leidenden beglücken. Es ist wichtig, daß die Wirkung des Buches oft erst in Lebenslagen einsetzt, die so dunkel und verworren erscheinen, daß sich jeder Gedanke an das Glück verbietet. Also beginnt das Glück der Bücher dort, wo das herkömmliche Glück gestorben ist: Erst daran werden Rang und Seriosität des Buch-Glücks erkannt.
  • Das Buch spricht zu den Mächtigen wie zu den Ohnmächtigen. Es ist in seiner Wirkung nicht abhängig von Alter, Titel, wirtschaftlicher und politischer Leistung.

Baier, Lothar

  • Bücherleser erleben Gegenwart und vergehende Zeit auf eine ganz bestimmte Weise, die ihnen erlaubt, etwas vom eigenartigen Wesen vergehender Zeit zu erfassen.
  • In dem Streit zwischen Anhängern der Beschleunigung und Freunden der Langsamkeit können Bücherleser und schreibende Bücherleser nicht unparteiisch sein. Denn Lesen und Schreiben verlangen und fressen sehr viel Zeit, daran vermögen ein paar technische Erleichterungen nicht viel zu ändern.

Baker, Nicholson

  • Der Zweck jeder großen Bibliothek besteht darin, obskure Bücher aufzubewahren ... solche, die wir nicht so stark begehren, daß wir sie selber besitzen möchten.

Baker, Nicholson

  • Die einzige Spannung, die ein Buch braucht (...) ist doch nicht: "Was passiert als nächstes?", sondern einfach: "Will ich denn jemals mit Lesen aufhören?"
  • Die meisten guten Romanciers sind seit jeher Frauen oder Homosexuelle.
  • Wir möchten nicht, daß die Summe allen Schmerzes oder aller Unzufriedenheit durch den gedruckten Weg eines Schriftstellers um die Welt gesteigert wird. Seine Aufgabe besteht einfach darin, zu erfreuen und zu belehren, so gut er kann.

Balzac, Honore de

  • Aber die Dichter sind ja nur deswegen groß, weil sie die Geschehnisse oder Gefühle mit ewig lebendigen Bildern zu umkleiden wissen.
  • Alle Schrecken, die Romandichter zu erfinden meinen, bleiben hinter der Wirklichkeit zurück.
  • Den Menschen geht es wie den Büchern; sie werden manchmal zu spät geschätzt.
  • Ich bin ein Gärtner, der Bücher züchtet.
  • Je besser das Buch ist, desto weniger Chancen hat es, verkauft zu werden.
  • Wir werden durch das Buch vielleicht sicherer und länger herrschen als durch das Schwert.

Banck, Otto

  • Geliehene Bücher wiedergeben wird oft versäumt von Jungen und Alten; denn leichter ist's, die Bücher selber als was drin steht zu behalten.

Bang, Herman

  • Was für ein seltsames Missverständnis ist es doch, einem Dichter vorzuwerfen, dass seine Bücher Bekenntnisse sind. Als könnten seine Werke etwas anderes sein, und als müsste nicht jede Zeile, die er schreibt, Teil von einem Geständnis, Fragment von einem Bekenntnis werden.

Banville, John

  • Man möchte, daß der Leser das gleiche Gefühl hat, ich wage einmal das vielleicht sentimentale Wort, das Gefühl der Verwunderung über die Mannigfaltigkeit in der Welt.

Barker, Pat

  • Wer Erkenntnis sucht, gehe zu einem Schriftsteller, nicht zu einem Psychiater.

Barnes, Julian

  • Prostituierte. Im neunzehnten Jahrhundert notwendig zur Erwerbung von Syphilis, ohne die kein Anspruch auf Genialität erhoben werden konnte. Träger der Roten Tapferkeitsmedaille waren u.a. Flaubert, Daudet, Maupassant, Jules de Goncourt, Baudelaire. Gab es irgendwelche Schriftsteller, die nicht damit behaftet waren? Wenn ja, waren diese vermutlich homosexuell.
  • Die Heilungsrate liege bei denen, die zum Seelenklempner gingen, nicht höher als bei denen, die ohne Beistand weiterhin verrückt blieben; hinsichtlich der Wissenschaft, die Menschen zu verstehen, seien die Methoden des Romanciers viel älter und ausgefeilter.
  • "Ich habe früher mal der Woolworth-Schule in der Literatur angehört", hatte er einmal erklärt. "Du weißt schon: hoch auftürmen, billig verkaufen."
  • In den Büchern werden einem die Dinge erklärt; im Leben nicht. Es überrascht micht nicht, daß manche Leute Bücher vorziehen. Bücher verleihen dem Leben einen Sinn. Das Problem dabei ist nur, daß die Leben, denen sie Sinn verleihen, die Leben anderer Leute sind, niemals das eigene.
  • Je bedeutender ein Schriftsteller ist, desto ausgeprägter diese Eitelkeit. Sie glauben, alle Welt müsse so schreiben wie sie: nicht so gut, natürlich, aber in der gleichen Art. So sehnen sich Gipfel nach Vorgebirgen.
  • Literatur ist kein Arzneimittelverzeichnis.
  • Ich wußte nicht, daß man Autoren verteidigen muß, weil sie Pessimisten sind.
  • Wenn ein Schriftsteller einem Leser ähnlicher wäre, dann wäre er ein Leser und kein Schriftsteller.
  • In seinen Sympathien muß der Schriftsteller universal, seinem Wesen nach aber ein Ausgestoßener sein. Nur dann kann er klar sehen.
  • Das beste Leben für einen Schriftsteller ist dasjenige, welches ihm hilft, die besten Bücher zu schreiben, deren er fähig ist.
  • Die Liebe zu einem Schriftsteller ist vielleicht die reinste, die beständigste Form der Liebe.
  • Es ist schließlich einfach, kein Schriftsteller zu sein. Die meisten Leute sind keine Schriftsteller, und das schadet ihnen herzlich wenig.
  • Doch solche Bücher, die ein Schriftsteller in seiner Jugend nicht schreiben konnte, sind anderer Art als die Bücher, die er nicht zu schreiben vermag, nachdem er seine Berufswahl verkündet hat. Das sind die Nicht-Bücher, für die er geradestehen muß.
  • Meine Lektüre mag sinnlos sein hinsichtlich der Geschichte der Literaturwissenschaft; aber hinsichtlich des Vergnügens ist sie nicht sinnlos. Ich kann nicht beweisen, daß laienhafte Leser Bücher mehr genießen als profesionelle Kritiker; aber ich kann Ihnen eines verraten, was wir denen voraushaben: die Bücher, über die sie dozieren und schreiben, können nie aus ihrem Gehirn verschwinden.
  • Der gewöhnliche, aber leidenschaftliche Leser hingegen darf vergessen, untreu sein mit anderen Schriftstellern, zurückkommen und von neuem entzückt sein.
  • Wenn der schönste Moment im Leben ein Bordellbesuch ist, der nicht zustandekommt, dann ist der schönste Moment beim Schreiben vielleicht das Auftauchen der Idee zu einem Buch, das nie geschrieben werden muß, das verschont bleibt vom Makel einer definitiven Form.
  • Stil ist Treue zum Gedanken. Das korrekte Wort, der treffende Ausdruck, der vollkommene Satz sind immer da draußen irgendwo; Aufgabe des Schriftstellers ist es, sie ausfindig zu machen, egal wie.

Barnsteiner, Catrin

  • Alles, was ich über Sütterlin zu sagen weiß, ist, dass ich die beneide, die in dieser Schrift Liebesbriefe bekommen haben.

Baron, Ulrich

  • Lesezeichen sind das Schlimmste, was man einem Krimi antun kann.

Barthes, Roland

  • Schreiben, das heißt den Sinn der Welt erschüttern, eine indirekte Frage stellen, auf die zu antworten der Schriftsteller sich in einer letzten Unentschiedenheit versagt. Die Antwort gibt jeder von uns und bringt dabei seine Geschichte, seine Sprache, seine Freiheit mit; da aber Geschichte, Sprache und Freiheit sich unendlich wandeln, ist die Antwort der Welt auf den Schriftsteller unendlich: man hört niemals auf, auf das zu antworten, was jenseits aller Antwort geschrieben wurde.

Basse, Michael

  • Aber so ist das halt mit Literatur, die den Namen verdient: Sie will gar nicht befriedigen, will eher Bedürfnisse, Sehnsüchte wecken - ein Brot, das zwischen den Zähnen knirscht.

Bataille, Georges

  • Schreiben heißt, das Glück zu suchen.

Baudelaire, Charles

  • Eine Sprache mit Geschick handhaben heißt, eine Art Beschwörungszauber treiben.
  • Jeder gesunde Mensch kann leicht zwei Tage ohne Nahrung leben - ohne Poesie niemals!
  • Was die Schriftsteller anlangt, so liegt ihre Preiskrönung in der Schätzung durch ihresgleichen und in der Kasse des Buchhändlers.

Bayard, Pierre

  • Die Bildung trägt die Bedrohung in sich, in den Büchern der anderen stecken zu bleiben.

Bauer, Wolfgang

  • Ein Schriftsteller dem nichts einfällt, kann immer noch über einen Schriftsteller schreiben, dem nichts einfällt.

Beauvoir, Simone de

  • Die Bücher gaben mir meine Sicherheit zurück. Sie sprachen zu mir und verheimlichten mir nichts.

Beaverbrook, William

  • Wenn ein Autor behauptet, sein Leserkreis habe sich verdoppelt, liegt der Verdacht nahe, daß der Mann geheiratet hat.

Becher, Johannes Robert

  • Wir wollen anders aus dem Buche heraustreten, als wir in das Buch eingekehrt sind. Wir wollen verwandelt sein, wir wollen bereichert sein, wir wollen das Gefühl haben, wir sind gewachsen, wir haben selber an Wert zugenommen, oder, wie es viel einfacher heißt, das Buch hat uns etwas gegeben. Ja, ein Buch muß etwas geben. Ein Buch kann auch etwas geben, indem es uns etwas nimmt.

Becker, Jurek

  • Er hatte eine Eigenart, die ich bei vielen Autoren beobachtet habe, auch bei mir selbst: Er hielt sich nicht für einen besonders guten Schriftsteller, ärgerte sich aber jedesmal, wenn andere eine solche Ansicht äußerten.

Becker, Peter von

  • Die wahren Leser, jene, die man früher mal Romanenköpfe nannte, sie hassen Literaturverfilmungen. Weil Bücher, weil Romanfiguren in der geisterhaften weiten Welt der Leserfantasien nun mal größer, schöner oder schrecklicher wirken als in der konkreten, verkürzten Allzumenschlichkeit von Schauspielern. Wahre Leser also hassen und verachten Literaturfilme - und rennen trotzdem immer wieder hinein.

Beer, Johann

  • Ich sitze auch deswegen nicht an meinem Schreibtisch, dass ich mit absonderlichen Red-Arten die Welt erfüllen sollte, sondern, was ich schreib, schreib ich zur Lust. Denn es juckt mich immerzu eine lustige Caprizzen zwischen den Ohren, dass ich also ohne Unterlaß mit diesen Frettereien zu tun kriege.

Beigbeder, Frederic

  • Alles, was schön ist, ist unvollkommen.
  • Durch bedeutende Bücher sehen wir, genau wie durch die Liebe, die Welt mit anderen Augen.
  • Was ist die Literatur anderes als eine elegante Art der Haarspalterei?

Beil, Ulrich Johannes

  • Der Bibliothekar muß sich jedenfalls auf eine gewandelte Situation einstellen. Es dürfte deutlich sein, daß er sein Berufsbild nicht bei Spitzweg holen kann, obwohl die Öffentlichkeit diese Assoziation gern an ihn heranträgt.
  • Gerade dort, wo man nicht einfach versteht, beginnt das Abenteuer. Es gibt deshalb immer noch Leser, die "schwierige" Lektüre - Poeten wie Hölderlin, Mallarme, Eich oder Celan - bevorzugen, weil dort das Wort nicht aufgeht in seiner repräsentierenden Funktion, sondern einen Rest Geheimnis behält, der nicht gelöst werden kann.

Bellow, Saul

  • Ich bin ein mit Nerv und Herz beteiligter Leser. Ich halte ein Buch dicht vor mein Gesicht, und es bedarf nur eines einzigen guten Satzes, um mein Gehirn in einen Vulkan zu verwandeln; ich fange sofort an, alles auszuspinnen, und an mir fließt eine regelrechte Gedankenlava herab.

Bender, Helmut

  • Bücher geben nur Antwort, wenn du sie fragst. Das bloße Zusammensein mit ihnen nutzt noch nicht. Sie sind stumm, wenn du nicht fragst.
  • Joseph Conrad: "Ein Dichter soll sich nicht zeigen." Mit jedem Leseabend verstoßen wir gegen sein Gebot und werden zu Recht dafür gedemütigt und bestraft.

Benedikt von Nursia (Ordensregel)

  • Während der Fastenzeit erhält jedes Klostermitglied ein Buch aus der Bibliothek, das es ganz lesen soll.

Benjamin, Walter

  • Die ehrenwerte Art des Bucherwerbs ist es, sie zu schreiben.
  • Es gibt Menschen, und darunter solche, die eine ganze Bücherei besitzen, die niemals recht an ein Buch herankommen, weil sie nichts zum zweiten Mal lesen. Und doch ist es nur dann, daß man wie klopfend ein Gemäuer absucht, und stellenweise auf einen hohlen Widerhall trifft, einhält und auf Schätze stößt, die der frühere Leser, der wir doch einst gewesen sind, in ihr vergraben hatte.
  • Nur der versteht ein Buch wirklich, der es einmal abgeschrieben hat.
  • Romane zum Beispiel sind dazu da, verschlungen zu werden. Sie lesen ist eine Wollust der Einverleibung.

Bennett, Alan

  • Ein Buch ist ein Sprengsatz, um die Phantasie freizusetzen.

Benz, Richard

  • Lesen ist wie Schlafen und Träumen - der Mensch ist in einer anderem Welt: man soll ihn nicht wecken.

Berg, Sibylle

  • Ein guter Schriftsteller lässt dich näher an seine Gedanken als jeder Geliebte, den du haben wirst.
  • Er sitzt auf einem unbequem wirkenden Holzstuhl und liest eine Zeitung mit der Anstrengung eines Menschen, der Worten mißtraut.

Bergsson, Gudbergur

  • Der Roman ist wie Gott. Mal lebt er, mal stirbt er. Aber er kommt immer wieder.

Bernhard, Thomas

  • Alle Verleger sind Verbrecher.
  • Bücher, die man schreibt, um es auszuhalten.
  • Das ist ja das Schöne an meinen Büchern: dass das Schöne überhaupt nicht beschrieben ist, dadurch entsteht es von selbst. Und die, die nur Schönes schreiben, da sind die Bücher alle schiach und grauslich.
  • Der Buchhändler, der sein Geschäft ernst nimmt, ist der Bedauernswerteste des ganzen Menschengeschlechts, weil er tagtäglich und ununterbrochen mit der absoluten Sinnlosigkeit des jemals Geschriebenen konfrontiert ist und wie kein zweiter die Welt als Hölle erlebt.
  • In meinen Büchern ist alles künstlich.
  • Man kann durchaus tagelang, wochenlang in Gesellschaft von Büchern, Atlanten, Präzisionskarten zubringen, auf dem Boden hockend über Ozeane und niegesehene Städte philosophieren, mit gehaßten Schriftstellern in seinem Zimmer allein sein, aber man muß dann aufeinmal wieder hinausgehen und darauf acht geben, nicht verrückt zu werden.
  • Nur die Bücher lieben wir in Wahrheit, die kein Ganzes, die chaotisch, die hilflos sind.
  • So eine Buchsaison ist ja auch nichts anderes als die Neuerröffnung eines Friedhofes. 100.000 Neuerscheinungen, die in Frankfurt vorgestellt werden, sind ja wie 100.000 neu eröffnete Gräber. Mit Papierkränzen. Da raschelt alles.

Berres, Anita

  • Lesen Sie schnell, denn nichts ist beständiger als der Wandel im Internet!

Betjeman, Sir John

  • Zu viele Menschen der modernen Welt betrachten Dichtung als Luxus, nicht annäherund so notwendig wie Benzin. Aber für mich ist sie der Treibstoff des Lebens.

Bibel

  • Und der Herr sprach zu Moses: Schreibe das zum Gedächtnis in ein Buch und ... (5. Mose 25,17-19)
  • Der Buchstabe tötet; der Geist ist es, der lebendig macht. (2. Kor. 3,6)
  • Siehe ich komme/ im Buch ist von mir geschrieben/ deinen Willen mein Gott tue ich gerne und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen.(Psalm 40,8)
  • Denn viel Büchermachens ist kein Ende, und viel Predigen macht den Leib müde. (Salomo)

Bichsel, Peter

  • Die Welt der Literatur ist die Welt der Sentimentalen.
  • Ein süchtiger Leser ist einer, der auf der linken Seite der Straße geht und auf der rechten Seiter der Straße einen kleinen Zettel sieht und der dann gezwungen ist, über die Straße zu gehen und jenen Zettel zu lesen - dass darauf nur steht "heute geschlossen", ist nicht einmal eine Enttäuschung - es entziffert zu haben, das ist Befreiung genug.
  • Es gibt auf dieser Welt bestimmt Wichtigeres zu tun, als über Literatur zu schwatzen. Man kann es höchstens trotzdem tun.
  • Ich glaube, der Sinn der Literatur liegt nicht darin, daß Inhalte vermittelt werden, sondern darin, daß das Erzählen aufrechterhalten wird.
  • Jean Paul zu lesen ist vielleicht schwer. Wenn auch im Grunde nicht schwerer als Lesen überhaupt. Man muss nur wirklich hören können, was man liest.
  • Leser sind nicht abschaffbar, die sind höchstens abschaffbar durch staatliche Massnahmen. Könnte ja mal sein, dass der Staat die einsperrt und ihnen alle Buchstaben wegnimmt, bis sie nicht mehr können. Könnte ja sein.
  • Während ich Geschichten erzähle, beschäftige ich mich nicht mit der Wahrheit, sondern mit den Möglichkeiten der Wahrheit.
  • Wenn ist sehe, wie sich zwei Menschen auf der Straße überschwenglich umarmen - dann habe ich immer das Gefühl, daß sie wohl dasselbe Buch gelesen haben.
  • Wer keine Neigung zur Traurigkeit hat, der ist für die Literatur verloren.

Biermann, Wolf

  • Schriftsteller sind Einzelathleten. Das ist fast sowas wie eine Berufskrankheit.

Bindmann, Dirk

  • Ein Leser, der ein Buch langweilig findet, lädt keine Schuld auf sich.

Birkerts, Sven

  • Auf jeden Fall täuscht die äußere Ruhe des Lesers über die Größenordnung der inneren Zustandsmodulation.
  • Bücher waren für mich nicht nur Ideenlieferanten, sondern haben mich auch gezwungen, dem Denken Raum zu schaffen; sie haben bestimmte Formen des Nachdenkens unabweislich gemacht.
  • Das ist für mich die wahre, die höchste Form lebendigen Lesens - dieses langsame, lustvolle Exhumieren des Ich mit Hilfe der Sätze eines anderen.
  • Das Thema Lesen fesselt mich zu stark und betrifft zu sehr den Kern meiner Persönlichkeit, als daß ich ihm gegenüber die Objektivität des unbeteiligten Beobachters wahren könnte.
  • Der Dauer verpflichtet, sperrt sich das Lesen gegen die Vorstellung von der Zeit als einem simplen Nacheinander.
  • Die Mega-Mischkonzerne der Kommunikationsindustrie haben aus dem berüchtigten "Bilanzergebnis" eine Nilpferdpeitsche gemacht, die über den Köpfen und gebeugten Rücken der Lektoren geschwungen wird.
  • Die Sprache ist die Ozonschicht der Seele, und wir bringen uns selbst in Gefahr, wenn wir sie durchlöchern.
  • Die Zeit des Lesens, die Zeit, die durch die Resonanz der Sprache des Buchautors im Ich definiert ist, ist nicht Weltzeit, sondern Seelenzeit.
  • Ich habe manchmal das Gefühl, daß ich in dem Moment, wo ich mich einem Buch überlasse, einem Orchester gleiche, daß sein infernalische Gedröhn einstellt, um sich dem Taktstock des Dirigenten zu unterwerfen.
  • Jedes Buch, das ich durchgelesen aus der Hand lege, erneuert in mir das Gefühl, etwas für mein inneres Wachstums getan, an Einsicht oder Weisheit - und sei's auch nur wenig - hinzugewonnen zu haben.
  • Niemals wirkt ein Buch verführerischer und unentbehrlicher als in dem Augenblick, wo es in einer Packkiste verschwinden soll.
  • Nur allzu oft lesen wir seriöse Literatur mit derselben Hast wie die Morgenzeitung, mit Augen, die einfach nur en ungefähren semantischen Gehalt aus den Sätzen klauben und die Formulierungen zusammenstauchen wie die Balgfalten eines Akkordeons.
  • Solange es im Menschen noch eine natürliche Tendenz zu eigenständigem Selbstsein gibt, so lange wird die Literatur in der Lage sein, die Berichte über ihr Ableben Lügen zu strafen.
  • Während die Welt weiterwirbelt, ihrem geheimnisvollen Stelldichein entgegen, wird der altbekannte Akt des langsamen Lesens eines seriösen Buches zu einem elegischen Unterfangen.
  • Wer freiwillig ein Buch aufschlägt, konstatiert damit auf einer bestimmten Ebene entweder die Unzulänglichkeit des eigenen Lebens oder seiner Haltung zum Leben.
  • Wie jedesmal beim Einstieg in ein neues Buch mußte ich ein ziemlich kompliziertes Programm von Annäherungsschritten hinter mich bringen. Es ist mir nicht gegeben, die erste Seite eines Buches aufzuschlagen und einfach loszulegen.
  • Wird man jemals erklären können, wie es geschieht, daß bestimmte Bücher daherkommen und die Seele eines Lesers in Brand setzen.
  • Wir werben für die Lust am Buch mit dem eigenen Beispiel, indem wir unentwegt lesen.
  • Wo bin ich, wenn ich lese? Ist das nicht ein anderer Ausdruck für die Frage: Was geschieht mit dem Hintergrundgemurmel des Bewußtseins, wenn die Sprache des Buchautors von uns Besitz ergreift?
  • Wo sehen Sie in unserer Gesellschaft auch nur das kleinste Anzeichen dafür, daß Schriftsteller etwas gelten? Oder daß ihre Bücher zählen? Ein Schriftsteller schafft es in die Schlagzeilen, wenn er steckbrieflich gesucht wird und eine Belohnung von drei Millionen Dollar für seine Ergreifung ausgesetzt ist, anders nicht.

Bismarck, Otto von

  • ... mit welch trostloser Stumpfheit ich früher nach einer Reise mein Haus betrat... Nie wurde mir die Öde meines Daseins deutlicher als in solchen Augenblicken, bis ich ein Buch ergriff.

Blackwell, Sir Basil

  • In Büchern haben wir die Zusammenfassung aller menschlichen Erfahrung. Wir können uns ihrer bedienen, oder sie vernachlässigen, das liegt in unserem Belieben. Wenn wir sie aber nutzen, dürfen wir zugleich Mut und Ausdauer von Abenteurern teilen, die Gedanken der Weisen, die Visionen von Dichtern und die Verzückung von Liebenden - und einige von uns, vielleicht, die Ekstase von Heiligen.

Blamberger, Günter

  • Der spielerische Umgang mit der Literatur ist das Gegenteil von hintersinnigem Verstehen, ästhetischer Klassifizierung oder moralischer Bildung, die Lehrer und Wissenschaftler als Lektürehaltung empfehlen. Die Leseratten sollen zu Spezialisten werden; das löst die Buchgemeinschaft der Kinder dann auf.

Blanc, Henri-Frederic

  • Die Literatur seit Voltaire hat große Fortschritte gemacht, heutzutage kann man sehr gute Bücher schreiben, ohne jemanden zu stören.
  • Ein gutes Buch ist wie ein Nachschlag Leben.
  • Ein schönes und gutes Buch hat mir schon immer durch seine bloße Anwesenheit wohlgetan.
  • In jeder Buchhandlung wüten Stammkunden, die das Unauffindbare suchen.
  • Wenn Sie ein ferngesteuerter Leser sind, ist da der Ausgang, aber wenn Sie ein bereitwilliger Leser sind, der noch Zeit hat, neugierig zu sein, stehe ich Ihnen zur Verfügung.
  • Die Literatur wird immer mehr in einem Korsett zusammengeschnürt, immer mehr so, wie es sich gehört, wir erleiden eine Sinflut von Büchern, die nach Vorsicht stinken, von Pseudo-Autoren für Pseudo-Leser fabriziert, unfreie Bücher, und die Literatur ohne Freiheit ist wie eine Taube ohne Federn.
  • Es ist besser, den Leser hart anzufassen, als ihn gar nicht zu berühren.
  • Eine schöne Operation ist wie ein guter Roman: Niemand geht unbeschädigt daraus hervor, weder der Autor noch der Patient.
  • Eure Bücher tragen Schlips und Pantoffeln!
  • Allein aus meinen Streichungen könntet ihr das Werke eures Lebens schreiben!
  • Wenn die Wörter nicht so eine furchteinflößende Waffe wären, warum gibt es dann diesen ganzen literaro-industriellen Komplex, um das Wort der richtigen Intellektuellen unter Lawinen von dämlichem Schund zu ersticken?
  • Nicht-Schriftsteller, die Glücklichen, die ein gutes Buch genießen können, ohne eifersüchtig zu sein.

Blanke, Eberhard

  • Man müßte sagen: Ein Buch will gegessen werden. Man muß ein Buch zu sich nehmen, damit es seinen Zweck erfüllt. Ein gutes Buch will verschlungen werden.

Bloom, Harald

  • Wer liest, muß wählen, weil es buchstäblich nicht genügend Zeit vorhanden ist, um alles zu lesen, selbst wenn man nichts anderes tut als lesen.

Blüm, Norbert

  • Bücher regen mich an, zuweilen auch auf. Manchmal so sehr, daß ich mich entschließe, selbst eines zu schreiben.
  • Zum Fernsehen brauche ich ein Gerät, ein passendes Programm. Fernsehen hat seinen Platz. Bei mir aber erst hinter den Büchern.
  • Das Buch ist der Klassiker unter den Medien. Keine Bildung und kein Wissen ohne Bücher. Vielleicht haben totalitäre Machthaber deshalb so viel Angst vor dem Buch. Zensur, Bücherverbrennungen, Verbote - das Buch war oft ein Opfer. Was könnte seinen Wert stärker unterstreichen?

Blume, Richard

  • Wenn ein Buch ein Freund ist, dann sollte es auch gedrückt und geherzt werden.

Blumenthal, Oskar

  • Das ist ein häßliches Gebrechen, wenn Menschen wie die Bücher sprechen. Doch reich und fruchtbar sind für jeden die Bücher, die wie Menschen reden.

Bode, Hellmut

  • Mit Büchern unter einem Dach zu leben, immer nach ihnen greifen zu können, ist ein Glück, das keiner wird missen wollen, der es jemals erfahren hat, - und dieses Glück ist für alle erreichbar.

Böll, Heinrich

  • ... da sie ohnehin in Büchern fast erstickt, ist sie innenarchitektonisch in jedem Fall gerettet. (Gruppenbild mit Dame)
  • Die Humanität eines Landes läßt sich daran erkennen, was in seinem Abfall landet, was an Alltäglichem, noch Brauchbarem, was an Poesie weggeworfen, der Vernichtung fuer wert erachtet wird.
  • Ein gutes Auge gehört zum Handwerkszeug des Schriftstellers.

Börne, Ludwig

  • Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern; der Name der älteren ist Inquisition.

Bolano, Roberto

  • Der kollektive Roman, der von uns allen geschrieben wird, ist in jedem Fall brutaler als die Romane, die zwischen den Seiten eines Buches leben. Ein Buch lässt sich berichtigen. Die Zeit korrigiert es. Die Leser korrigieren es. Aber das, was wir in Ermangelung eines besseren Wortes Wirklichkeit nennen, ist unabänderlich.
  • Zu lesen war, als sei man unermesslich reich und niemand wüsste davon.

Bolz, Norbert

  • Ein Roman - auch der postmodernste - garantiert ein Ende, einen Sinn und eine gewisse Verständlichkeit des Lebens. Das sind Illusionen, ohne die wir auf Dauer nicht leben können.

Bondy, Luc

  • Man muß die Bücher in sich eindringen lassen. Lesen und Leben ist das gleiche. Manche Texte produzieren Schocks, die so heftig sind wie die entscheidendsten Ereignisse in einem Leben. Was erlebt man denn schon? Im Vergleich zur Erfahrung, die Bücher einem guten Leser verschaffen, erlebt man sehr wenig.

Bonsels, Waldemar

  • Der höchste Genuß an Büchern ist die eigene Leistung des Lesers.

Borges, Jorge Luis

  • Andere mögen sich der Bücher rühmen, die sie geschrieben haben, mein Ruhm sind die Bücher, die ich gelesen habe.
  • Ich habe mir das Paradies immer nur als eine Art Bibliothek vorstellen können.
  • Ich glaube, daß das Buch eine der Möglichkeiten des Glücks ist, die die Menschen haben.
  • Manchmal neige ich zu der Überzeugung, dass die guten Leser noch geheimnisvollere und seltenere Vögel sind als die guten Autoren.
  • Mögen andere sich mit den Seiten brüsten, die sie schrieben; mich machen die stolz, die ich gelesen habe.
  • Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht. Und in Wahrheit stimmt es auch nicht: Wollen wir irgend sein - es liegt ganz an uns -, was wir als „Mensch“ bezeichnen, kommen wir nicht aus ohne die Bücher, wichtiger: ohne das Lesen.
  • Unsere Fahrlässigkeit spricht von ewigen Büchern, klassischen Büchern. Wenn es doch nur ein ewiges Buch gäbe, bereit für unseren Genuß und unsere Launen, nicht minder erfindungsreich im bevölkerten Morgen denn in der abgeschiedenen Nacht, allen Stunden der Welt zugewandt! Deine Lieblingsbücher, Leser, sind wie Entwürfe zu diesem Buch ohne endgültige Lesart.
  • Wir beurteilen Bücher nach der Bewegung, die sie in uns auslösen, nach ihrer Schönheit.

Botton, Alain de

  • Mein Bedürfnis zu schreiben, kam zum Teil daher, dass ich mit der Kommunikation im Alltag unzufrieden war, mit den Gesprächen, die ich mit Freunden und Liebhaberinnen hatte. Und auch daher, dass ich mich einsam fühlte - ich bin mir sicher, dass ich völlig unbewusst gehofft habe, über das Bücherschreiben anderen Leuten mitteilen zu können, was in mir ist. Ich bin mir sicher, dass ich schon immer von Philip Roths Antwort auf die Frage 'Warum schreiben Sie?' beeindruckt war. Er sagte: "Um Mädchen kennen zu lernen."
  • Es gibt Bücher, die so eloquent zu uns sprechen wie unsere Liebhaber und dabei viel verlässlicher sind.

Bovenschen, Silvia

  • Zum ersten Mal die Odysee in einer "für Jugendliche zugerichteten Fassung" lesen.

Bowles, Paul

  • Krankheit reduziert den Menschen auf seinen Urzustand: eine Kloake, in der die chemischen Prozesse weitergehen.

Boyle, Tom Coraghessan

  • Warum produziert man Kunst? Um Sinn zu ergeben. Darum tue ich es jedenfalls. Ich versuche, mit den Problemen klarzukommen, die man als Tier in einer mysteriösen Welt hat, die auf die letzten Fragen keine Antwort weiß.

Bradbury, Malcolm

  • Das, was man gewöhnlich ein tolles Leseerlebnis nennt, ist ein mieses Leseerlebnis, ein Entspannungsbad in dem, was wir sowieso schon kennen. Ein wirklich gutes Leseerlebnis ist ein Akt innovativen Schaffens, bei dem wir, die Leser, zu Komplizen werden.

Brandstetter, Alois

  • Ein mißratener Bau ist wie ein schlechtes Buch eine über den Tod des Autors hinaus wirkende Lieblosigkeit an den Menschen.
  • Selbst der heilige Franz Bernardone aus Assisi hatte bereits viel studiert, ja nicht nur Bücher gelesen, sondern sogar solche geschrieben, als er zu der Einsicht kam, das alles Geschriebene, die heiligen Schriften ausgenommen, nichts tauge. Die Bücher studieren und wegwerfen, das hat Methode. Diese Einsicht läßt sich aber nicht auf kurzem Weg erwerben. Man muß die Bücher vorm Wegwerfen doch lesen.
  • Windbeutel neben Windbeutel. Jedes Jahr füllen einige Autoren einen solchen Sack mit Luft und bringen ihn auf die Frankfurter Buchmesse.

Brecht, Bertold

  • Das Theater darf nicht danach beurteilt werden, ob es die Gewohnheiten seines Publikums befriedigt, sondern danach, ob es sie zu ändern vermag.
  • Geldleute lesen gründlicher als Bücherliebhaber - sie wissen besser, was für Nachteile aus flüchtiger Lektüre entstehen.

Brechbühl, Beat

  • Ein Mensch mit einem kleinen Buchverlag ist in seinem Wahnsinn einer der letzten freien Menschen. Als einer der letzten Menschen kennt er noch die Leidenschaft.

Brezan, Jurij

  • Heute steht mehr in "Krieg und Frieden", als vor zehn Jahren darin stand.

Brod, Max

  • Der Verleger steht heute an einem Punkt unserer Kultur, wo diese ihren ganzen Irrsinn offenbart. Er soll das gute Buch, das auf das große Publikum keine Rücksicht nimmt, unter eben dieses Publikum bringen, das nach dem guten Buch nicht verlangt.

Brodersen, Ingke

  • Bücher haben etwas Autoritäres: Sie machen ein Angebot und nehmen normative Setzungen vor. Sie können sich also nur entscheiden, ob Sie dieses Angebot annehmen wollen oder nicht: Take it or leave it.

Brodsky, Joseph

  • Allein die Tatsache, dass das tägliche Brot der Literatur die menschliche Mannigfaltigkeit und Nonkonformität ist, macht sie, die Literatur, zu einem wirksamen Gegengift bei allen schon bekannten und noch bevorstehenden Versuchen von totalitären Lösungen menschlicher Existenzfragen.
  • Der Dichter ist wie ein Vogel, er wird auf jedem Zweig singen, auf dem er sich niederläßt.
  • Die Aufgabe des Schriftstellers besteht darin, Bücher zu schreiben und nicht auf die Tribüne zu klettern.
  • Ich sitze da, schreibe Gedichte, dann geh ich hinaus und begegne Menschen, die meine potenziellen Leser sind - und gleich fühle ich mich als ein absoluter Fremdling.
  • Gedichte zu schreiben ist schlicht und einfach eine starke Beschleunigung der Denkprozesse.

Bronte, Charlotte

  • Mit dem Buch auf dem Schoß war ich glücklich. Ich fürchtete nichts mehr außer einer Unterbrechung.

Brown, Pamela

  • Es sollte möglich sein mit einem kleinen Bücherbord auszukommen, indem man die Bücher liest und sie dann weggibt, Schließlich schauen wir in ein gelesenes Buch oft zehn Jahre, oder länger, nicht mehr hinein. Aber der Vorgang des Lesens hat es zu einem Teil von uns gemacht - darauf zu verzichten würde bedeuten eine Bewußtseinserweiterung wieder zu verlieren.
  • Es wird viel und ernsthaft über den Roman als solchen diskutiert. Tatsache ist, daß jeder Roman eine Antwort auf die uralte Bitte: "erzähle uns eine Geschichte" ist.
  • Meine besten Freunde sind seit zweihundert und mehr Jahren tot. Jane, Sam Johnson und Sam Pepys, Bede und Julian von Norwich, Herodatus, Xenophon. - Liebe Freunde, ich kann es gar nicht glauben, euch nie begegnet zu sein.
  • Wir müssen für das geschriebene Wort kämpfen, wie wir für die Rettung der Wale kämpfen. Wir müssen für uns ein Plätzchen finden, einen heiligen Zufluchtsort, wo eine Lampe nur den Tisch beleuchtet an dem wir mit unserem Buch sitzen und wo die Vorhänge zugezogen sind, um die neuzeitlichen Einflüsse auszuschließen. Laßt uns beginnen.

Broyard, Anatole

  • Ein nicht mehr lieferbares Buch mit einem Preis auszuzeichnen, ist eine der schärfsten Formen der literarischen Kritik.
  • Lies die Naturdichter. Täglich eine Idylle ersetzt den Arzt.
  • Literaturkritik war 'en vogue'. Randall Jarrell erzählte, daß es Leute gab, die in Fragen der Lebensführung ihre Lieblingskritiker konsultierten, wie einst einen Pfarrer.
  • Selbst die Hölle kann nicht so wüten wie das Weib eines berühmten Dichters.

Brülls, Peter

  • Hohe Literatur an sich ist eben kein Genre, sondern die Summe der Bücher, die sich durch Besonderheit auszeichnen.

Brückner, Peter

  • Wer die Arbeit ebenso wie das Nichtstun scheut, findet leicht zum Buch.

Bruyère, Jean de la

  • Es gibt kein Werk, es mag noch so vollendet sein, das sich in den Händen der Kritik nicht völlig auflöste, wenn der Autor auf alle Beurteiler hören wollte, von denen jeder die Stelle streicht, die ihm am wenigsten gefällt.

Bruyn, Günter de

  • Die Buchmesse löst Freude bei den Beteiligten nur selten aus. Man geht gern hin, aber um zu klagen. Die Fülle des Angebotenen legt die Neugier lahm, man fühlt sich verwirrt und überfordert; statt Bewundersungsrufe hört man besorgte Fragen: Wer kauft das alles, wer liest das alles. Was bleibt?
  • Die Geschichte der Zensur in Deutschland ist eine ihrer Ohnmacht, die vom Negativen her die Macht des geschriebenen Wortes verdeutlicht. Der Nachwelt erscheint der Zensurbeamte immer als der Narr, der mit bloßen Händen Ströme aufhalten will, und ein Lexikon der Bücherverbote ist eins ihrere Kuriositäten. Was die Zeitgenossen zur Verzweiflung bringt, bringt die Nachgeborenen zum Lachen.
  • Ehrgeiz, der sich aufs Werk richtet, ist eine die Selbstsucht veredelnde Tugend.
  • Ein Ende der Bücherzensur wird es erst geben, wenn Bücher keine Rolle mehr spielen, weil andere medien an ihre Stelle Stelle getreten sind. Auf diese wird sich dann die Zensur konzentrieren, und zwar desto stärker, je populärer sie sind. Wie es scheint, ist das ein Vorgang, den wir noch erleben werden: das Bücherlesen wird freier, weil es elitärer, also seltener wird.
  • Ich war jung damals (...) und in diesem Alter ist man der Überzeugung, daß die besten Bücher von den besten Menschen geschrieben werden; man will Autor und Werk aus einem Guß.
  • ... könnte man die Beobachtung machen, daß Bücher, die für ein bestimmtes Lebensalter von Wichtigkeit waren, im nächsten verachtet oder vergessen werden, im übernächsten dann aber wieder von neuer, oft erhöhter Bedeutung sind.
  • Man lernt vom Leben, indem man lebt. Man lernt vom Lesen, indem man liest.
  • So wirksam wie ein Verbot ist keine andere Reklame; interessant gemacht werden kann damit auch das langweiligste Buch.
  • Wer Angst vor Umsturz hat, der verbiete nicht Bücher, sondern ändere die Zustände.

Büchner, Georg

  • Der Dichter ist kein Lehrer der Moral, er erfindet und schafft Gestalten, er macht vergangene Zeiten wieder aufleben, und die Leute mögen dann daraus lernen, so gut wie aus dem Studium der Geschichte und der Beobachtung dessen, was im menschlichen Leben um sie herum vorgeht.

Bukowski, Charles

  • Die Literatur hat sei jeher so eine würdevolle Aura, die ich ganz ekelhaft finde. Ich bin froh, daß wir den Teppich ein bißchen eingedreckt und vollgeblutet haben.

Bulmahn, Edelgard

  • Bibliotheken sind keine Rückzugsmöglichkeit in einen Elfenbeinturm, sondern Räume, in denen man beginnt zu verstehen, was man in der Welt gelernt hat.

Bunin, Iwan

  • Ich habe schon immer viele gelesen - und viel Tagebuch geführt, wie alle vom Leben unbefriedigten Menschen...

Burger, Hermann

  • Man muß im letzten Drittel eines Buches wissen, welcher Schriftsteller folgen werde, um nicht in ein Leseloch zu fallen.
  • Wer liest, kann schweigen. Lektüre hat vielleicht den wesentlichen Zweck, freundlich zu isolieren.

Burroughs, William Seward

  • Ein Schriftsteller sollte sich in seine Leser hineinfühlen und ihnen Beine machen.

Burton, Robert

  • Wer aber ist ein solcher literarischer Vielfraß, dass er alles, was auf den Markt kommt, zur Kenntnis nehmen könnte. Wie schon jetzt werden wir uns mit einem immensen Chaos von Büchern, einem solchen erstickenden Durcheinander herumschlagen müssen, dass uns die Augen vom Lesen und die Finger vom Umblättern schmerzen.

Bury, Richard de

  • Bücher sind Lehrmeister ohne Stock und Rute, ohne Schreien und Zorn, ohne Tracht und ohne Geld. Fragt man sie, verheimlichen sie nicht ihre Gedanken.
  • In den Büchern begegne ich den Toten, als wären sie lebendig, in den Büchern schaue ich die kommenden Dinge, in den Büchern werden Scharmützel ausgetragen, aus den Büchern entspringen die Gesetze des Friedens. Alle Dinge verderben und vergehen mit der Zeit; Saturn wird nicht davon ablassen, die eigenen Kinder zu verschlingen, aller Ruhm der Welt würde der Vergessenheit anheimfallen, wenn Gott den Sterblichen nicht das Buch gegeben hätte.

Busch, Wilhelm

  • Ein Buch, wenn es so zugeklappt daliegt, ist ein gebundenes, schlafendes, harmloses Tierchen, welches keinem etwas zuleider tut. Wer es nicht aufweckt, den gähnt es nicht an. Wer ihm die Nase nicht gerade zwischen die Kiefern steckt, den beißt es auch nicht.
  • Der Lyriker bringt seine Gefühle zum Markt wie der Bauer sein Ferkeln.

Busch, Wolf

  • Bücher sind zwar schwer, aber glücklicherweise keine Immobilien.

Butler der Jüngere, Samuel

  • Nicht Worte sollten wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen.

Byatt, Antonia S.

  • Alle Dichtung ist vielleicht nichts anderes als ein Ausdruck der Liebe zu diesem oder jenem, zum Universum - welches im einzelnen, nicht im allgemeinen geliebt werden muß, um seines universellen Lebens in jeder einzelnen Minute willen. Mir wollte sie immer als ein Ausdruck unerfüllter Liebe erscheinen - und so mag es wohl auch sein.
  • Jede Geschichte besteht aus Tatsachen - und aus Leidenschaft und Farben von der Menschen Hand.
  • Was macht, daß ich Dichter und kein Romancier bin, ist das Klingen der Sprache. Denn darin besteht der Unterschied zwischen Dichtern und Romanciers: daß erstere um des Lebensimpulses der Sprache willen schreiben und letztere, um die Welt zu bessern.

Bury, Richard de

  • Wer könnte gerechterweise einen Wert von anderer Art neben den unendlichen Schatz der Bücher stellen, durch welche die gelehrten Schreiber die Herrschaft des Altertums und der heutigen Zeiten vergrößern? Die Wahrheit ist immer siegreich über den König, Wein und Frauen. Nur wer sie verehrt und liebt ist wirklich fromm.

C

Calderon, Don Pedro

  • Weise Freunde bleiben stets das beste Buch des Lebens.

Callaghan, Morley

  • Eins darfst du nie vergessen - wenn du Erfolg hast, dann aus den falschen Gründen. Populär wird man immer wegen der schlechtesten Seiten seines Werkes. Sie loben immer die schlechtesten Seiten. Mit untrüglicher Sicherheit.

Calvino, Italo

  • Klassiker sind Bücher, die jedesmal um so neuer, unerwarteter, bahnbrechender wirken, wenn man sie wiederliest.
  • Ein Klassiker ist ein Buch, welches nie aufhören wird zu sagen, was es einem zu sagen hat.

Camartin, Iso

  • Es gibt Bücher, bei denen du es nicht verhindern kannst, mit in die Affäre hineingezogen zu werden. Sie setzen dich an einem Ort ab, wo du niemals ohne sie hingelangt wärst.

Campanton, Isaak

  • Des Menschen Weisheit reicht nur so weit, wie seine Bücher reichen.

Camus, Albert

  • Man sollte auch gute, ja ausgezeichnete Bücher verbieten, bloß daß sie mehr gelesen und beachtet werden.

Canetti, Elias

  • Das Vielsinnige des Lesens: Die Buchstaben sind wie Ameisen und haben ihren eigenen geheimen Staat.
  • Es ist das Gelesene, das zum Auffangen des Erlebten dient, und ohne Gelesenes hat man nichts erlebt.
  • Ich habe eine Bibliothek für gut 300 Jahre angelegt, und alles was ich jetzt noch brauche, sind diese Jahre.
  • Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist.

Canty, Kevin

  • Ein Autor ist eine Person, die die besten Stunden ihres Lebens eingeschlossen in einem Raum verbringt und mit Phantasiegestalten plaudert.

Capek, Karel

  • Die Erwerbung der Bücher geschieht gewöhnlich auf die Weise, daß man beim Buchhaendler ein Buch entdeckt, von dem man sagt: "Das muß ich haben!" Dann trägt man es siegesbewusst nach Hause, laesst es einen Monat lang auf dem Tisch herumliegen, um es zur Hand zu haben, und verborgt es dann meistens an irgend jemanden, womit das Büchlein spurlos verschwunden ist. Es ist offenbar irgendwo. Ich habe eine riesige Bibliothek, die irgendwo ist.

Carlyle, Thomas

  • Alles, was die Menschheit je tat, dachte, erlangte, oder gewesen ist: es liegt, wie verzaubert, zur Aufbewahrung zwischen den Seiten von Büchern. Sie stellen das ausgewählte Geistesgut der Menschen dar.
  • In Büchern liegt die Seele der gesamten Vergangenheit, die deutlich vernehmbare Stimme des Gewesenen, während sich Körper und Materie bereits aufgelöst haben wie ein Traum.
  • Ein Bücherschatz ist wie ein geistiger Baum, der Bestand hat und seine köstlichen Früchte spendet von Jahr zu Jahr, von Geschlecht zu Geschlecht.
  • Kein gutes Buch oder irgend etwas Gutes zeigt seine gute Seite zuerst.
  • My books are friends that never fail me.

Carrere, Emmanuel

  • Ich konnte aus meinem Unglück Bücher entwickeln statt Metastasen oder Lügen.

Castelli, Ignaz Franz

  • Des Menschen bester Freund, ganz ohne Trug und ohne Schmeicheleien, ist nur ein gutes Buch.

Cechov, Anton

  • Die ganze neue Literatur stöhnt und heult wie der Herbstwind im Schornstein: Ach, du Unglücklicher! Ach, dein Leben kann man mit einem Gefängnis vergleichen! Ach, wie ist dein Gefängnis dunkel und feucht! Ach, du gehst unbedingt zugrunde, und es gibt keine Rettung für dich! Das ist herrlich, aber ich würde eine Literatur vorziehen, die da lehrt, wie man aus dem Gefängnis herauskommt.
  • Lesen und Schreiben ganz und gar abzulehnen ist unmöglich. Eine Ablehnung dieser Art wäre unsinnig. Denn es ist nützlich, wenn der Mensch lesen kann: "Getränkeausschank".

Chamfort, Nicholas de

  • Die meisten Bücher von heute sehen so aus, als wenn sie an einem Tage verfasst worden wären, und zwar aus den Büchern, die am Tage zuvor gelesen worden sind.
  • Träge Menschen nehmen lesend eine Weisheit in Besitz, um sich die Erfahrung zu sparen, die den Autor zu seinem Ergebnis brachten.

Chamisso, Adelbert de

  • Ein Wort, ein Buch, ein Autor sind nichts als einzelne Wassertropfen. Alle zusammen ergeben den Strom, der alles hinwegreißt und den keine Kraft zurückfließen lassen kann.

Chesterfield, Earl of

  • Gebührende Aufmerksamkeit für das Innere der Bücher und gehörige Verachtung für ihr Äußeres ist das rechte Verhältnis eines verständigen Mannes zu seinen Büchern.

Chesteron, Gilbert Keith

  • Das Schlimme bei dieser Sache ist, daß viele Leute sich gar nicht klar darüber sind, daß es so etwas wie einen guten Kriminalroman gibt; es kommt ihnen vor, als ob man von einem guten Teufel spräche.
  • Ein aufrichtiger Roman zeigt, wie einfach dieser bestimmte Mensch ist; ein unaufrichtiger zeigt, wie einfach der Mensch schlechthin ist.
  • Ein guter Roman verrät uns die Wahrheit über den Romanhelden. Ein schlechter Roman verrät uns die Wahrheit über den Romanautor.
  • Junge Menschen lesen Chroniken, alte hingegen die Neuigkeiten in der Zeitung.
  • Klassiker sind Dichter, die man loben kann, ohne sie gelesen zu haben.

Chorherr, Thomas

  • Ich bin, auch wenn man als solcher hundertmal mit einem reaktionären Spießer verglichen wird - ich bin ein Bildungsbürger. Und ich bin ein Büchernarr. Für mich ist es eigentlich eine Tautologie, die kulturelle Institution Bibliothek als solche zu beschreiben. Und es ist fast so etwas wie ein Ausdruck menschlichen Irreseins, sie in Frage stellen zu wollen.

Chotjewitz, Peter O.

  • Entweder die Leute kommen von allein drauf, daß Bücher eine feine Sache sind, oder wir lassen sie blöd an sich selber zugrunde gehen.

Churchill, Winston

  • Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer wieder von der Bedeutung der Gefahr des Rauchens für seine Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf - zu lesen.
  • Man sollte bei der Lektüre so vorsichtig sein wie beim Essen: nicht zuviel - und sehr gut kauen.
  • Wenn du nicht all deine Bücher lesen kannst, dann nehme sie wenigstens zur Hand, streichle ein wenig über sie, schau' etwas hinein, lasse sie irgendwo auffallen und lese die ersten Sätze, auf die dein Auge fällt, stelle sie selbst auf's Bord zurück, ordne sie nach deinen Vorstellungen so, daß du wenigstens weißt, wo sie sind. Laß' sie deine Freunde sein; lasse sie auf alle Fälle deine Bekannten sein.

Cioran, Emil M.

  • Nicht um den anderen, sondern um sich selbst zu verstehen, soll man lesen.

Cicero, Marcus Tullius

  • Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele.

Cocteau, Jean

  • Das nenne ich ein schönes Buch, das verschwenderisch mit Fragezeichen umgeht.

Coelho, Paulo

  • Für mich gibt es keine E- und U-Literatur. Kritiker kritisieren, Leser lesen. So einfach ist das.

Coetzee, J.M.

  • Lesen heißt der Arm sein und das Beil und der Schädel; Lesen heißt sich dreingeben und nicht Distanz wahren und spötteln.

Colette

  • Bücher, Bücher, Bücher. Nicht daß ich derart viel gelesen hätte: ich las und las diesselben Bücher immer wieder. Aber alles an ihnen war mir wichtig, nicht nur ihre Präzens, auch ihr Geruch, die Buchstaben ihrer Titel, sogar die Struktur ihrer Ledereinbände.

Collins, George

  • Frauen, die ihren glatten Teint behalten wollen, sollten keine schwierigen Bücher lesen.

Commager, Henry Steele

  • Zensoren zerschlagen immer ihre eigene Absicht, denn sie züchten letztendlich eine Art von Gesellschaft, die zu eigenem Ermessen unfähig ist.

Conrad, Joseph

  • Man schreibt nur das halbe Buch, die andere Hälfte muß der Leser übernehmen.
  • Gott gebe uns allen, die wir schreiben, gute Leser!
  • Strenggenommen hat nur eine Sorte das Bücher Glück unserer Erde vermehrt: Die Kochbücher.

Cortazar, Julio

  • Ich weiß aus Erfahrung, daß die interessantesten Frauen immer diejenigen sind, die als Kind Jungenbücher verschlungen haben.
  • "Was soll ich über Don Galo erzählen?" (So beginnen gewisse Schriftsteller, die sehr gut wissen, was sie sagen werden.)

Coudenhove-Kalergi, Barbara

  • Als Erwachsener liest man anders als in der Jugend. Lesen ist immer noch wichtig, aber nicht mehr ganz so wichtig wie früher, und man erwartet und erhofft nicht von jedem neuen Buch, das man aufschlägt, gleich den Weg in eine neue Welt.
  • Man soll den literarischen Kitsch nicht verdammen, er gehört, so meine ich, zur Entwicklung dazu. Wer über 'Vom Winde verweht' nicht Tränen vergossen hat, war nie jung.

Cousins, Norman

  • Die Art, wie ein Buch gelesen wird - genauer gesagt, das Einfühlungsvermögen, welches der Lesende dem Buch entgegenbringt, kann mit dem Wert des Buches ebensoviel so tun haben, wie das, was der Autor in seinen Text hineinlegt... Jeder, der lesen kann, kann lernen, sein Lesen zu vertiefen und somit auch intensiver zu empfinden.

Crabbe, Richard

  • Wenn Bildung der Weg heraus aus der Armut ist, sind Bücher die Fortbewegungsmittel, die man für diese Reise benötigt.

Csikszentmihalyi, Mihaly

  • Ich mag keine hoffnungslosen Bücher. Bücher, die dich denken lassen: 'Ach, das Leben ist nicht lebenswert'. Ich will, daß man denkt: 'Puh, das Lebene ist ein verzwickte Angelegenheit, aber es lohnt sich, und alles in allem macht es Spaß.'
  • Unter den zur Verfügung stehenden intellektuellen Tätigkeiten ist das Lesen vermutlich zur Zeit die am meisten erwählte Flow-Tätigkeit der Welt.

Cunnigham, Michael

  • Man hat immer ein bessere Buch im Sinn, als man zu Papier bringen kann.

D

Dahl, Roald

  • Lehn dich einfach zurück und lass dich von den Wörtern umspielen wie von Musik.

Damerau, Burghard

  • Lektüre ist ausgewählte Aufmerksamkeit.

Darnton, Robert

  • So wie unsere Vorfahren in anderen mentalen Welten lebten, so müssen sie auch anders gelesen haben, und die Geschichte des Lesens dürfte mithin ebenso komplex sein wie die Geschichte des Denkens.

Darwish, Mahmoud

  • Gedichte gründen keinen Staat. Aber sie können eine metaphorische Heimat gründen in den Köpfen der Menschen.

Dawson, George

  • Die Bibliothek ist das Tagebuch der menschlichen Rasse, das Beratungszimmer der Weisen.

Decker, Gunnar

  • Kein Event bringt Bücher dem Leser näher, Events erzeugen Events - und keine Leser.

Deicke, Günther

  • Ich zum Beispiel habe Bücher immer gebraucht, um begreifen zu können. Und begreifen ist letztlich dann auch gestalten, gestalten aber ist Leben.

deLillo, Don

  • Wenn ein Schriftsteller sein Gesicht nicht zeigt, wird er zur irdischen Manifestation der Weigerung Gottes, in Erscheinung zu treten.

Descartes, René

  • Beim Lesen aller guten Bücher hat man das Gefühl, man würde mit den edelsten Menschen vergangener Jahrhunderte Konversation pflegen.
  • Ein kultivierter Mensch muß nicht alle Bücher durchsehen haben.

Deschner, Karlheinz

  • Lesen hat nie meinen Schmerz erleichtert. Las ich, litt ich nie sehr, und litt ich, konnte ich nie lesen. Literatur gab mir Trost nur, solang ich keinen brauchte.

Dieckmann, Dorothea

  • Die Trennlinie aber zwischen Kunstwerk und Trivialliteratur ist aus dem Diskurs getilgt worden; Buchläden werden unter der Hand zusehends zu Discountern, Zeitungen zu Werbeflyern, Rezensionen zu Anzeigentexten oder bestenfalls Infomaterial der Stiftung Warentest.

Diderot, Denis

  • Ein guter Erzähler ist ein kostbarer Mensch.

Diekholtz, Christian

  • Bücher, ach Gott: es läßt sich davon ganz gut leben, wenn man nicht gerade der Autor ist.

Diener, Andrea

  • Wenn es immer heißt, die Leute brauchen Orientierung bei den vielen Büchern, dann frag ich mich: Haben die keine Freunde?

Dijan, Philippe

  • Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler.

Dinter, Regina

  • Eine Version der Hölle: Regale voller Bücher, Tausende Bände in allen Formen und Farben und alles - Reiseführer.
  • Was machen Bibliophile eigentlich mit Kleinkindern?

Disney, Walt

  • Bücher bergen mehr Schätze als jede Piratenbeute auf einer Schatzinsel... und das Beste daran ist, daß man diese Reichtümer an jedem Tag im Leben aufs neue genießen kann.

Disraeli, Benjamin

  • Ein Autor, der über seine Bücher spricht, ist fast so schlimm wie eine Mutter, die über ihre Kinder spricht.

Divers

  • Ein schlechter Schreiber verdirbt viel gutes Papier.

Doderer, Heimito von

  • Baudelaire bemerkt einmal, daß auf einer gewissen Höhe des Geistes das Lesen idiotischer Bücher einen sublimen Genuß bedeuten kann.
  • Die Anwesenheit von Büchern ist sonst einer Versammlung vieler schweigender Personen, die uns den Rücken kehren, nicht unverwandt.
  • Ich halte dafür, dass der Schriftsteller nicht die Aufgabe hat, uns in eine utopische Zukunft oder in ein romantisches Land zu entführen, das niemand kennt und lebt. Sondern die Aufgabe des Schriftstellers liegt gerade darin, den Alltag, der uns umgibt, durchsichtig und schwebend zu machen und den Erweis seiner transzendenten Natur zu erbringen.

Döblin, Alfred

  • Der Verleger schielt mit dem einen Auge nach dem Schriftsteller, mit dem andern nach dem Publikum. Aber das dritte Auge, das Auge der Weisheit blickt unbeirrt in Portemonnaie. Geldmangel allein macht den Verleger nicht. Hinzukommen muß die Arroganz.

Döring, Karl August

  • Die meisten der Leser ersticken den Geist noch, Statt aus dem Grabe des Buchs lebendig hervor íhn zu zaubern!
  • Wer dem Publicum fröhnt, ist ein Sclav, der Unseligste Aller!

Dominguez, Carlos Maria

  • Wer sich eine Bibliothek aufbaut, der baut sich ein ganzes Leben auf.

Dorfner, Otto

  • Bucheinbandkunst ist Architektur in kleinstem Maßstab.

Dostoevskij, F.M.

  • Da liest man Bücher und ist ganz berauscht. Man will auch so leben und das Herz, das in heißester Hoffnung brennt, will mit einem Male gleichsam die Zukunft herausfordern, die Zukunft mit ihrer ganzen geheimnisvollen Unbekanntheit, ihren Stürmen und Ungewittern, die doch wenigstens Leben sind, wirkliches Leben.
  • Lassen Sie uns einmal allein sein, ohne Bücher, und wir werden sofort in Verwirrung geraten und ratlos sein und nicht wissen, wo wir uns anschließen und was wir festhalten sollen, was wir lieben und hassen, verheren und verachten sollen.

Downs, Robert B.

  • Gewisse Bücher haben in allerkürzester Zeit einen profunden Einfluß auf die Geschichte, die Kultur, die Zivilisation und das wissenschaftliche Denken ausgeübt... In jedem historischen Zeitabschnitt sind überwältigende Beweise von der Macht des geschriebenen Wortes zu finden, ohne das ein gehobener Stand der Zivilisation und Kultur nicht vorstellbar ist - zu keiner Zeit und an keinem Ort.

Drawert, Kurt

  • Es gibt Container voller schlechter Bücher und sie verstopfen regelmäßig die Zu- und Abflüsse des Literaturbetriebes.

Droste, Wiglaf

  • Komischerweise wollen ausgerechnet Schriftsteller umarmt und abgeküsst werden. Mir war das nie wichtig, ich habe mir den Beruf ausgewählt, weil man da so schön seine Ruhe hat. Und natürlich, weil man da so schön ausschlafen kann.

Dschami, Nureddin Abderrahman

  • Siehe, die Paläste sind Ruinen. Der Zorn der Herrscher hat sich in Luft aufgelöst. Keine Spur von Pomp und Glorienschein blieb, aber die Dichter leben in ihren Werken durch die Zeiten.

Dürrenmatt, Friedrich

  • Aber gerade weil Ihr Lyriker seid, kann ich erfreulicherweise politisch werden. Der Lyriker kann heute die Politik nicht mehr übersehen, darf sie nicht mehr übersehen; dichten heißt heute mit jeder Art von Politik in Konflikt kommen.
  • Ein Schriftsteller kann die Welt im besten Fall beunruhigen, im seltensten Fall beeinflussen - verändern nie.
  • Es gibt kein Wahlrecht im Reiche eines Rezensenten, das den Rezensenten absetzen könnte.
  • Der Schriftsteller kann seiner moralischen Aufgabe nur dann nachkommen, wenn er Anarchist ist. Er muß angreifen, aber nicht engagiert sein.
  • Ich könnte als Schriftsteller gar nicht schreiben, wenn ich dabei die Pose eines Weltlehrers annehmen müßte, schon das Wort Dichter bringt mich in Rage, das Wort Sendung kann ich überhaupt nicht hören.

Duras, Marguerite

  • Lesen, ein Buch lesen - für mich ist das das Erforschen eines Universums.

Durrell, Lawrence

  • Die Welt, die wir immer als die Welt "da draußen" anvisieren, gibt sich nur der Selbsterforschung zu erkennen! Angesichts dieses grausamen, aber notwendigen Paradoxons wachsen dem Dichter unversehens Kiemen und ein Schwanz, damit er besser gegen den Strom der Unaufgeklärtheit schwimmen kann.

Duve, Karen

  • Das Schöne an Büchern, daß man mit einem Buch manchmal fünf Bücher hat, die man in verschiedenen Lebensalter lesen kann.