BibZit

[A]    [B]    [C]    [D]    [E]    [F]    [G]    [H]    [I]    [J]    [K]    [L]    [M]    [N]    [O]    [P]    [Q]    [R]    [S]    [T]    [U]    [V]    [W]    [X]    [Y]    [Z]   

AllgZit

[A]    [B]    [C]    [D]    [E]    [F]    [G]    [H]    [I]    [J]    [K]    [L]    [M]    [N]    [O]    [P]    [Q]    [R]    [S]    [T]    [U]    [V]    [W]    [X]    [Y]    [Z]   

Bibliomanische Zitate III

R

Raabe, Tom

  • Die unleugbare Wahrheit [...], daß jemand, der seit einem Jahr kein neues Kleid oder ein Paar neue Schuhe gekauft hat, der aber jede jemals veröffentlichete Ausgabe und Auflage von Mrs. Dalloway besitzt, die Normalität verlassen hat.
  • Nichts befriedigt einen Biblioholiker mehr, als nach einer Liste mit Büchern, die man lesen soll, gefragt zu werden.
  • Biblioholiker sind sehr vielseitig. Kein Name ist zu obskur, kein Thema erscheint zu abwegig.

Raabe, Wilhelm

  • Ein wirkliches Buch muß so geschrieben sein, daß ihm weder eine Handvoll Druckfehler, noch eine schlechte Ausstattung, noch alberne Reklamen und dumme Kritiken im Laufe der Zeiten etwas anhaben. Es muß aus allem Wust und Unsinn auftauchen können – und es wird’s.
  • Erst durch Lesen lernt man, wieviel man ungelesen lassen kann.
  • Es ist eine böse Zeit! - Mißmutig habe ich die Zeitung weggeworfen, mir eine frische Pfeife gestopft, ein Buch herabgenommen und aufgeschlagen.
  • Es kann nicht jeder die Welt mit den Augen eines belesenen Buchbinders ansehen.
  • Es kommt für den wirklichen Menschen die Zeit, wo er in den Werken der Autoren nicht mehr die Kunst, das Ästhetische sucht, um sich selber Ruhe zu schaffen im Sturm des Lebens, sondern die Fingerzeige, wie jene sich in dem großen Kampfe zurechtgefunden haben.
  • Meine Tante teilt die Bücher in zwei Arten: gute, über welchen sie nach Tisch einschlafen kann, und schlechte, bei denen es nicht geht.

Radecki, Sigismund von

  • Bedenkt man die ungeheure Arbeit, die dazu gehört, ein Buch zu diktieren, abzuschreiben, anzubringen; bedenkt man, daß Wälder gefällt werden müssen, um Papier, und Felsen gesprengt, um Metall für Maschinen und Lettern zu liefern; bedenkt man dazu die mühevolle Tätigkeit des Setzens, Druckens, Einbindens, Verpackens, Versendens und Kalkulierens - so verliert der Anspruch, nun auch gelesen zu werden, wahrlich viel von dem Absurden, das er gewöhnlich an sich hat.

Radisch, Iris

  • Wer im gemachten Netz sitzt, ist für die Literatur verloren. Der betreibt, recht unromantisch, Inzest auf Papier. Soll vor Alter und Einsamkeit schützen. Wird gern mit Literatur verwechselt. Erscheint sogar als Hardcover.

Rampling, Charlotte

  • Literaturpreise sind wie Hämorriden. Jeder bekommt sie mal.

Rathenow, Lutz

  • Es gibt geniale Erfindungen, die nur um den Preis deutlich erhöhter Aufwendungen überbietbar sind. Das Rad gehört dazu und das Buch als eine Möglichkeit des geistigen Fortbewegens.
  • Lesen ist Sozialisierung, damit eine Resozialisierung gar nicht erst nötig wird.

Redslob, Edwin

  • Der Buchbinder als der Architekt des Buches baut eine Fassade seiner Zeit.

Reemtsma, Jan Philipp

  • Wer nicht lesen will, der liest nicht. Wer den Schritt nicht macht, um einen Weltzugang zu bekommen, den er anders nicht bekommt, da kann man nichts tun. Aber das habe ich festgestellt: Vorlesen wirkt. [...] Man erschließt doch sehr viel mehr Leuten die Literatur. Dann sagen sie, och, das ist ja gar nicht so schwierig, sondern temporeich und witzig, nicht so verbaut und verstellt. Das ist vielleicht eine Dimension, die man erst jetzt richtig begriffen hat.

Reet, Jojen

  • Ein Leser durchlebt tausend Leben, ehe er stirbt. Der Mann, der nie liest, lebt nur sein eigenes.

Reich-Ranicki, Marcel

  • Der Verzicht auf einen Literaturkanon ist in einer zivilisierten Gesellschaft unvorstellbar, er wäre ein Rückfall in Beliebigkeit und Willkür und schließlich in Barbarei.
  • Die engagierte Literatur ist bisweilen sehr schön, aber sie kann in dieser Welt nichts erreichen. Die Entscheidung des Wählers hängt nicht von einem Gedicht ab oder von einer Novelle, sondern von der Inflationsrate, der wirtschaftlichen Situation, der Arbeitslosigkeit.
  • Die meisten Dichter verstehen von Literatur nicht mehr als Vögel von Ornithologie.
  • Es ist besser, die Leute lesen so einen Harry Potter als überhaupt nichts. Da können sich die Leute wenigstens üben in der Kunst, Buchstaben zu lesen, und wenden sich danach vielleicht anspruchsvolleren Werken zu.
  • Es ist immer noch besser, ein gutes Buch wird gekauft und nicht gelesen, als wenn es gar nicht erst gekauft wird.
  • Lesen ist nicht nur die Erfüllung einer Erwartung, sondern auch Protest.
  • Mich interessiert die Literatur, nicht das Buch.
  • Wenn ich mich für ein Buch entscheide, dann mit Volldampf voraus und nicht mit allerlei Bedenken.

Reiners, Ludwig

  • Jedes Buch ist ein Zwiegespräch zwischen Autor und Leser. Wer etwas schreibt, muß sich einen Zuhörer vorstellen, und die Art, wie er diese Figur vor sich sieht, der Blick, den er über seinen Schreibtisch zu ihr hinüberschweifen läßt, ist entscheidend für den Stil, fùr den Rang des Buches.
  • Mit dem Zauberstab des Wortes bildet der Mensch aus der Formlosigkeit und Bewegtheit der Welt die ordnenden Gestalten der Begriffe.

Renard, Jules

  • Der Kritiker ist Botaniker. Ich bin Gärtner.

Rilke, Rainer Maria

  • Ach, wie gut ist es doch, unter lesenden Menschen zu sein. Warum sind sie nicht immer so?
  • Es ist nicht unmöglich, daß wir anders geworden sind durch die Macht eines einsamen Dichters, der vor Hunderten von Jahren gelebt hat und von dem wir nichts wissen.
  • Mit der Zeit steht in einem Buch das Zehnfache von dem, was es wirklich gedruckt enthält; ich lese meine eigenen Erinnerungen und Gedanken immer wieder mit.

Rinser, Luise

  • In einem Staat, der nicht revolutionsreif ist, kann man nur auf die Zeit bauen, die das überlebte Alte zerstören wird. Hätte ich als Bundespräsidentin etwas ändern können? Nein. Als Schriftstellerin ist etwas mehr zu machen, nämlich Bewußtseinsveränderung. Und das ist unendlich viel wichtiger, als in Bonn zu präsidieren.
  • Man kann nicht wenig genug sagen. Dichten ist Weglassen.

Rivarol, Antoine de

  • Die Buchdruckerkunst ist die Artillerie des Denkens.

Robinson, Edwin Arlington

  • Freunde sind Leute, die meine Bücher entleihen und nasse Gläser draufstellen.

Rochefoucauld, Francois de la

  • Die Menschen zu studieren ist notwendiger als die Bücher.
  • Der Mensch sollte lesen, wozu es ihn gerade treibt; was er nur aus Pflichtgefühl liest, wird ihm wenig nützen.

Roda Roda, Alexander

  • Man kauft ein Buch zuerst und liest es dann. Auf dieser zeitlichen Anordnung beruht das Auflagenglück so vieler Autoren.
  • Man muß an Napoleon mit Sympathie denken: Er hat einen deutschen Verleger erschießen lassen.

Rohlfs, Gerhard

  • Die besten Freunde im Unglück, die, obgleich stumm, zu trösten und zu erfreuen verstehen, sind Bücher.

Roosevelt, Franklin D.

  • Wir wissen alle, daß Bücher brennen - wir wissen aber auch, daß Bücher durch Feuer nicht getötet werden können. Leute sterben, Bücher niemals. Weder Mensch noch Gewalt können die Erinnerungen vertilgen. In diesem Krieg, das wissen wir, sind Bücher Waffen!

Rosendorfer, Herbert

  • Ich soll 4 Minuten reden. Ein guter Schriftsteller ist ein Schriftsteller, der, wenn er einen Text für 4 Minuten schreiben soll, einen Text für 4 Minuten schreibt.

Roßbacher, Verena

  • Das mit den richtigen Büchern, das wird überschätzt. Man kann einfach nur lesen und hoffen, dass es was nützt.
  • Wozu umständlich Bücher schreiben, wenn man die Fakten auch in zwei lapidare Sätze packen könnte?

Roterdam, Erasmus von

  • Es gehört sich, dass der Leser an ein zu lesendes Buch so herangeht, wie der wohlerzogene Gast zu einem Gastmahl zu gehen pflegt.

Roth, Eugen

  • Doch, wo die Liebe so erloschen, daß man zu Opfern nicht mehr willig, hat's Buch verspielt, auch wenn es billig.
  • Wer nie der Bücher Trotst begehrt, ist nicht des Menschensnamens wert.

Roth, Gerhard

  • Erst die Leidenschaft für Bücher und Landkarten hatte ihm seine Existenz erträglich gemacht.
  • Er war davon überzeugt, daß niemand sonst Bücher so inspiriert las wie er - aber gleichzeitig würde er niemals mit irgend jemandem darüber sprechen, da er dachte, daß jeder ernsthafte Leser dieser Überzeugung war. (in: Der Plan)
  • Es gab Werke, die er nie gelesen hatte und trotzdem verehrte. (in: Der Plan)

Roth, Josef

  • Beim Schriftsteller beginnt schon dort, wo er schweigt, die Lüge.
  • Sie glauben gar nicht, welch ein elender Abklatsch schlechter Romane das Leben ist.

Roth, Petra

  • Wer nicht liest, ist weitgehend von der konstruktiven Teilhabe an der Tradition, von der Gestaltung unserer Gegenwart und Zukunft ausgeschlossen.

Roth, Philip

  • Vielleicht ist Bücherlesen das Opium für die Gebildeten.

Rothmann, Ralf

  • Das war vielleicht der Trick in der ganzen Literatur! Du kannst etwas nicht ausdrücken - aber das sagst du so umwerfend, dass es keine Rolle mehr spielt.
  • Er verdankt ihm einiges, trotz aller Vorbehalte: den Mut zu eigenen Sprache etwa und daß er einen Satz zu bauen vermag, der nicht schon beim ersten Stirnrunzeln zerfällt.

Rowohlt, Harry

  • Der normale Literaturkritiker reagiert stinkig, wenn er sich unterhalten fühlt. Wenn er nicht nach Strich und Faden dumm- und krummgelangweilt wird, kann er Texte nicht ernst nehmen.
  • Es ist ja selten, dass ein Bestseller auch ein gutes Buch ist. Die meisten Bücher in den Bestsellerlisten seien ja nur, wie mein Vater (der Verleger Ernst Rowohlt) zu sagen pflegte, rot glühende Kosakenscheiße.

Rowohlt, Ernst

  • Wer die Versuchung nicht kennt, ein Buch zu klauen, der verdient auch keine Freiexemplare.

Rühmkorf, Peter

  • Wer Lyrik schreibt, ist verrückt", sagte Rühmkorf, "wer sie ernst nimmt, wird es.

Rushdie, Salman

  • Wenn du dich wirklich in ein Buch verliebst, dann verändert es dich vielleicht ein wenig in einer Weise, dass du am Ende des Buches nicht mehr genau derselbe bist wie am Anfang.

Ruskin, John

  • Man kann alle Bücher in zwei Rubriken aufteilen: Bücher für die Stunde und Bücher für allezeit.
  • Ohne eigene Bücher zu sein, ist der Abgrund der Armut, verweile nicht darin.

S

Safranski, Rüdiger

  • E.T.A. Hoffmann hat gesagt, dass wir von Büchern, die uns am Herzen liegen, gerne glauben, "dass der liebe Gott sie wachsen lässt wie die Pilze". Das sind dann die Bücher, die einen so in sich hineinziehen, dass man gerne annimmt, auch der Autor sei in ihnen verschwunden.

Sales, Franz von

  • Ich habe Ruhe gesucht überall und habe sie am Ende gefunden in einem engen Winkel bei einem kleinen Buche.

Salter, James

  • Nur in Büchern findet man Vollkommenheit, nur in Büchern kann sie nie verdorben werden. Die Kunst ist gewissermaßen das zum Stillstand gebrachte Leben, der Zeit entrissen. Das Geheimnis des Schreibens ist einfach: Man muss alles wegwerfen, was gut genug ist.

Saphir, Moritz Gottlieb

  • Der Titel ist bloß die Harpune, mit welcher der Autor und der Verleger den Walfisch "Publikum" heranziehen, um ihm sein bißchen Geldtran abzuzapfen.

Salzinger, Helmut

  • Früher habe ich Bücher (um sie zu kennen) bloß studiert; jetzt (da ich sie zum Leben brauche) genügt es mir, sie zu besitzen. Es ist ganz ähnlich wie mit Menschen; zuerst, wenn man jung ist, sucht man sie auszuplündern, später gibt man sich damit zufrieden, daß es sie gibt und daß sie da sind.

Sancta Clara, Abraham a

  • Bücherlesen ist eine schöne, ehrliche, nützliche Lustbarkeit: durch dieses wird manches sonst vernebelte Hirn ausgeheitert und aus manchem Narrennetz herausgezogen, in welches er sonst sich unausläßlich verwickelt hätte.

Saramago, Jose

  • Geschichten gäbe es nicht, hätten sie nicht ihre Erzähler.

Sarte, Jean-Paul

  • Ich habe mein Leben begonnen, wie ich es zweifellos beenden werde: inmitten von Büchern.
  • Man ließ mich in der Bibliothek vagabundieren, und ich stürmte los auf die menschliche Weisheit. So bin ich geworden.

Schalamow, Warlam

  • Bücher sind unser größter Besitz im Leben, sie sind unsere Unsterblichkeit. ich bedaure zutiefst, daß ich nie eine eigene Bibliothek besessen habe.

Scheck, Denis

  • "Warum, Bruder Baum, musstest Du für dieses Buch sterben?"

Schifferli, Peter

  • Die Verlegerei hat gegenüber anderen Lotteriespielen den Nachteil, daß das Los zwei Jahre vor der Ziehung gekauft werden muß, weil es meist so lange dauert, bis ein Buch alle Stadien seines Entstehens durchlaufen hat.
  • Nicht jedes Buch ist seinem Klappentext gewachsen.

Schiller, Friedrich

  • Die Zerstreuung eines Buches durch die Welt ist ein fast ebenso schwieriges und wichtiges Unterfangen als die Verfertigung desselben.
  • Das Publikum hat nicht mehr die Einheit des Kindergschmacks und noch weniger die Einmheit einer vollendeten Bildung. Das ist für schlechte Autoren die herrlichste Zeit, aber für solche, die nicht bloß Geld verdienen wollen, desto schlechter.
  • Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk, Mach es wenigen recht; vielen gefallen ist schlimm.
  • Ich muss ganz andre Anstalten treffen mit Lesen. Ich fühle es schmerzlich, daß ich noch so erstaunlich viel lernen muß, säen muß um zu Aerndten. Im besten Erdreich wird der Dornstrauch keine Pfirsiche tragen, aber eben sowenig kann der Pfirsichbaum in einer leeren Erde gedeihen. Unsre Seelen sind Destillationsgefäße, aber Elemente müssen ihnen Stoff zutragen, um in vollen saftigen Blättern ihn auszuschwellen.

Schipperges, Heinrich

  • Am Ende eines jeden Tages aber sollte die simple Frage stehen: Was hast Du heute gelesen? Wer von uns könnte heute noch ohne Umschweife darauf antworten?
  • Es gibt beim Lesen Erfahrungen, die man nicht publik machen sollte.

Schlaffer, Heinz

  • Wer heute einen Kanon aufstellt, tut so, als fehle den Lesern nur die Kenntnis der richtigen Lektüre. Es fehlt ihnen etwas anderes: die Lust und die Fähigkeit, alte Bücher zu lesen.

Schlegel, August Wilhelm

  • Die Schriftstellerei ist, je nachdem man sie treibt, eine Infamie, eine Ausschweifung, eine Tagelöhnerei, ein Handwerk, eine Kunst, eine Tugend.
  • Man bemerke zuvörderst, wie völlig getrennt die berühmten und verehrten Schriftsteller bei uns von den beliebten sind... Man stellt sie in Bibliotheken auf, aber lieset sie wenig, geschweige, daß man sie sich zu beständigen Begleitern und vertrauten Freunden erwählen sollte.

Schlesinger, Klaus

  • Neben der Magie des ersten Satzes gibt es natürlich auch eine Magie des letzten Satzes, aber um dahin zu kommen, müßten wir tun, was im Zeitalter der An-Alphabetisierung durch das Fernsehen immer weniger Menschen können: ein gutes Buch bis zum Ende lesen.

Schmidt, Arno

Schnabel, Franz

  • Es ist eine alte und doch oft vergessene Wahrheit, daß ein Buch, daß wir nicht für wert halten, zweimal gelesen zu werden, auch die erste Lektüre nicht gelohnt hat. Warum sollen wir nicht wählerisch sein?
  • Der Zugang zum guten Buche will erkämpft werden.

Schnitzler, Arthur

  • Autoren stellen bekanntlich eine höchst empfindliche Menschensorte vor. Wer möchte dem widersprechen? Ich kenne tatsächlich nur eine, die empfindlicher wäre – die der Kritiker.

Schipperges, Heinrich

  • Am Ende eines jeden Tages aber sollte die simple Frage stehen: Was hast Du heute gelesen? Wer von uns könnte heute noch ohne Umschweife darauf antworten?

Scholochow, Michail A.

  • Schnelligkeit ist notwendig, um Flöhe zu fangen, aber nicht, um Bücher zu schreiben.

Schopenhauer, Arthur

  • Bibliotheken sind allein das sichere und bleibende Gedächtnis des menschlichen Geschlechts.
  • Bücher sind das papierene Gedächtnis der Menschheit.
  • Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.
  • Der bis zur Vorrede, die ihn abweist, gelangte Leser hat das Buch für bares Geld gekauft und fragt, was ihn schadlos hält? - Meine letzte Zuflucht ist jetzt, ihn zu erinnern, daß er ein Buch, auch ohne es gerade zu lesen, doch auf mancherlei Art zu benutzen weiß. Es kann, so gut wie viele andere, eine Lücke seiner Bibliothek ausfüllen, wo es sich, sauber gebunden, gewiß gut ausnehmen wird. Oder auch er kann es seiner gelehrten Freundin auf die Toilette, oder den Teetisch legen.
  • Es wäre gut Bücher kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher mit dem Aneignen ihres Inhalts.
  • Lesen ist ein bloßes Surrogat des eigenen Denkens. Man läßt dabei seine eigenen Gedanken von einem anderen am Gängelband führen.
  • Lesen heißt, mit einem fremden Kopf statt dem eigenen zu denken.
  • Lesen soll man nur dann, wenn die Quelle der eigenen Gedanken stockt; was auch beim besten Kopfe oft genug der Fall sein wird. Hingegen die eigenen, urkräftigen Gedanken verscheuchen, um ein Buch zur Hand zu nehmen, ist Sünde wieder den heiligen Geist.
  • Schlechte Bücher sind geistiges Gift. Viele Bücher taugen bloß zu zeigen, wie viele Irrwege es gibt.
  • Schreibt ihr Plattheiten und Unsinn in die Welt, so viel es euch beliebt, das schadet nicht, denn es wird mit euch zu Grabe getragen; ja, schon vorher. Aber die Sprache laßt ungehudelt und unbesudelt: denn die bleibt.
  • Um das Gute zu lesen, ist eine Bedingung, daß man das Schlechte nicht lese: denn das Leben ist kurz, Zeit und Kräfte beschränkt.
  • Vom Schlechte kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen: schlechte Bücher sind intellektuelles Gift; sie verderben den Geist. Um das Gute zu lesen, ist eine Bedingung, das man das Schlechte nicht lese: denn das Leben ist kurz, Zeit und Kräfte beschränkt.
  • Was mir allein schwerfällt zuverlassen, ist meine eigene oder die öffentliche Bibliothek. Ohne Bücher auf der Welt wäre ich längst verzweifelt.
  • Wie die Schichten der Erde die lebenden Wesen vergangener Epochen reihenweise aufbewahren; so bewahren die Bretter der Bibliotheken reihenweise die vergangenen Irrtümer und deren Darlegungen.
  • Xerxes hat, nach Herodot, beim Anblick seines unübersehbaren Heeres geweint, indem er bedachte, daß von diesen Allen, nach hundert Jahren, keiner am Leben sein würde: wer möchte da nicht weinen, beim Anblick des dicken Meßkatalogs, wenn er bedenkt, daß von allen diesen Büchern, schon nach zehn Jahren, keines mehr am Leben sein wird.
  • Zu diesem Allen kommt, daß zu Papier gebrachte Gedanken überhaupt nichts weiter sind als die Spur eines Fußgängers im Sande: man sieht wohl den Weg, welchen er genommen hat; aber um zu wissen, was er auf dem Wege gesehn, muß man seine eigenen Augen gebrauchen.

Schorlemmer, Friedrich

  • Literatur erfuhr ich als Nothelferin; aller Schmerz des Realen wurde auf eine Weise hinnehmbar, die Traurigsein nicht beendete, aber ihm die Ausschließlichkeit nahm, es beträfe nur mich.

Schröder, Christian

  • Der leidenschaftliche Leser leidet permanent unter einem schlechten Gewissen: weil er gar nicht so viel lesen kann, wie er eigentlich möchte.

Schröder, Dirk

  • Wenn wir gerade nicht traurig sind, nicht deprimiert, melancholisch, tuberkulös, dann gelingt uns Deutschen selten ein hübscher Text.

Schröder, Gerhard

  • Bücher sind nicht die einzigen, wohl aber die dauerhaftesten Stützen für die Brücken zu den Menschen.

Schulte, Michael

  • Ein ordentlicher Autor beschreibt das Äußere seiner Personen, damit sich der Leser ein Bild machen kann. Faule Autoren drücken sich vor solchen Beschreibungen unter dem Vorwand, die Fanatsie des Lesers aktivieren zu wollen.
  • Es ist zum Verrücktwerden, ich kann mich abhampeln, wie ich will, nichts reimt sich. Kanzler reimt sich nicht auf Arschloch, Umweltverschmutzung reimt sich nicht auf Ozonschicht, Waffenschmuggel nicht auf Profitsucht. Nach einer Stunde weiß ich, daß ich der geborene Prosautor bin.
  • Wäre das Telephon zweihundertfünfzig Jahre früher erfunden worden, hätten wir nicht den wunderbaren Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller.
  • Warum gibt es keine Entziehungskuren für Büchersüchtige?

Schulz, Max Walter

  • Wer zur Literatur kommt, steigt von einem hohen Roß.

Schulze, Ingo

  • Würde ich nicht lesen, würde ich auch nicht schreiben. Könnte ich mir ein Leben ohne Bücher vorstellen, würde ich keine schreiben. Ich werde unleidlich, wenn ich lange nicht zum Lesen komme oder nichts finde, was mich in seinen Bann zieht.

Schumacher, Peter E.

  • Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen etwas Gutes zu lesen zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.

Schwab, Gustav

  • Nichts stumpft den Dichtergeist mehr ab, als die stete Beschäftigung mit dem mechanischen Teil der Literatur.

Schwanitz, Dieter

  • So verschieden, wie Menschen schreiben, können sie gar nicht aussehen. Und ein guter Schriftsteller kann nie so gut aussehen, wie er schreibt. Tatsächlich sieht er meist sehr viel schlechter aus.

Schwarz, Stefan

  • Im Fach daneben ein paar Bücher. Das Guinness Buch der Rekorde. Ein Kreuzworträtsellexikon. Das Buch der Tausend Witze. Nichtlesers Standardbibliothek.

Sechelles, Herault de

  • Ein Beweis dafür, daß man ein Buch lange im Auge behalten muß, um mit Recht behaupten zu können: ich habe es gelesen, ist die Tatsache, daß einem regsamen Gebildeten von den zwei- bis dreitausend Bänden, die er gelesen haben kann, kaum mehr bleibt, als einem französischen Marquis von den Ländern, über die er mit der Postkutsche hinweggeglitten ist.

Secondat, Charles-Louis

  • Die Natur scheint es weise eingerichtet zu haben, dass die Torheiten der Menschen schnell vorübergehen; doch Bücher verewigen diese.

Seferis, Giorgos

  • Die Bücher, die wir lesen, verwirren sich in unserm Innern. Manchmal denke ich daran, aus allen Büchern, die ich gelesen habe, ein einziges zu machen. Ich würde ihre Seiten zerreißen; würde sie mit einer Schere in kleine Schnipsel schneiden, diese dann in einen Korb werfen, gut mischen, und zum Schluß nähme ich sie einzeln heraus und schriebe sie ab.

Seghers, Anna

  • Der Schriftsteller wird die Menschen nach und nach in tiefere, unbekanntere Schichten der Wirklichkeit ziehen.

Sellschopp, Meno

  • Literatur schafft neue Wirklichkeit in dem Doppelsinn, daß im Kopf des Lesers aus dem Text eine imaginäre Welt entsteht, die alle Zuege einer Wirklichkeit außer der Realität hat und daß diese imaginierte Welt Wirkung auf den Leser ausübt - ihn erheitert, erschreckt, erbaut, so als wäre sie wirklich vorhanden.

Semprun, Jorge

  • Wozu Bücher schreiben, wenn man die Wahrheit nicht erfindet? Oder, noch besser, die Wahrscheinlichkeit?

Seneca, Lucius Annaeus

  • Das Lesen führt dem Geist neue Nahrung zu und erfrischt uns, wenn wir von wissenschaftlicher Arbeit erschöpft sind.
  • Die Lektüre ist aber für mich, wie ich glaube, unbedingt notwendig: erstens, um mich nicht mit mir allein begnügen zu müssen, zweitens, um mit den Erkenntnissen anderer bekannt zu werden, drittens, damit ich mir über das, was sie herausgefunden haben, ein Urteil bilden und über die noch zu lösenden Fragen nachdenken kann.
  • Eine Menge von Büchern wirkt zerstreuend. Da du doch nicht alles lesen kannst, was du besitzen möchtest, so genügt es, so viel zu haben, wie du lesen kannst.
  • Man schaffe sich daher so viele Bücher an, als genug ist, aber keine des bloßen Prunks wegen.
  • Mit meinen Büchern führe ich die meisten Gespräche.
  • Muße ohne Bücher ist der Tod und des lebenden Menschen Grab.
  • Wozu dienen die zahllosen Bücher und ganze Buchsammlungen, wenn im Laufe eines Lebens ihr Besitzer Mühe haben wird, allein deren Titel zu lesen?

Seume, Johann Gottfried

  • Die meisten Bücherschreiber verschwenden eine ungeheure Gelehrsamkeit, um nichts zu sagen.
  • Wer sich beständig ausschließlich mit Büchern beschäftigt, ist für das praktische Leben schon halb verloren.

Shalev, Meir

  • Auch Lügner wissen sehr wohl, daß Dichtung und Wahrheit einander nicht entgegenstehen. Gute Nachbarinnen sind sie, die sich gegenseitig nach dem Wohl erkundigen und einander benötigte Dingeausleihen.

Shaw, George Bernard

  • Der Vorteil der meisten Bücher liegt darin, daß man ohne sie auskommen kann.

Shelley, Percy Bysshe

  • Schriftsteller sind die nicht anerkannten Gesetzegeber der Welt.

Shonagon, Sei

  • Ein Buch sogleich nach dem Erwachen: eine aufregende Sache.

Shute, Nevil

  • Meiner Ansicht nach sind Romanleser wesentlich intelligenter, als erfolglose Schriftsteller glauben. Sie sind Experten im Entlarven und gnadenlos gegenüber eitlen Autoren, unaufrichtigen Autoren und solchen, denen alle Werkzeuge eines Literaten zur Verfügung stehen, die aber nichts zu sagen haben, was wert wäre, gelesen zu werden.

Silesius, Angelus

  • Das Buch ist der bequemste Freund, man kann sich mit ihm unterhalten, so lange und so oft man will, man ist ganz ein Empfangender, kann in jeder Stimmung die rechte Kost wählen und ist nie enttäuscht.

Simic, Charles

  • Ich stimme zu. Gott, in seiner unendlichen Gnade, hat die Gedichte schlauer gemacht als die Dichter.
  • In einer guten Bibliothek könnte ich leben und sterben, aber ich habe keine besonders Achtung vor großer Gelehrsamkeit. Mir ist die Silbenstecherei, zu der Gelehrsamkeit neigt, verdächtig. Und doch scheint es mir unmöglich, es könnte jemand nicht wissen wollen, was in Büchern steht.

Sieverding, Katharina

  • Das Lesen ist Reisen durch das Fremde hindurch ins Eigene und Wesentliche, Erkenntnis und Selbsterkenntnis im Denken.

Singer, Isaac B.

  • Ich bin nach wie vor ein Leser. Wenn man richtigen Hunger hat, interessiert man sich ja auch nicht für die Biographie des Bäckers.
  • Ich denke mir keine Figuren aus, weil sich der Allmächtige bereits Millionen und Milliarden von ihnen ausgedacht hat.
  • Ich glaubte, daß Gott ein Romancier sei, der schreibe, was er wolle, und daß die ganze Welt ihn lesen müsse, um dahinterzukommen.
  • So sollte Literatur sein - so vollgepackt mit Ereignissen, daß kein Raum für Klischees oder sentimentale Grübeleien bleibt.
  • Was sind Schriftsteller denn? Die gleiche Art von Unterhaltungskünstlern wie Zauberer.
  • Wenn alle Menschen gleich wären, dann gäbe es keinen Platz für die Literatur.
  • Wenn ich einen Roman lese, der mich langweilt, dann spielt es für mich keine Rolle, ob er irgendwelche anderen Qualitäten besitzt.
  • Wir genießen literarische Werke ebendeshalb, weil sie uns kein Verantwortungsgefühl abverlangen. Wir können ein Buch aufschlagen und zuklappen, wann immer wir wollen.

Smith, Logan Pearsall

  • Man sagt zwar, das Leben sei das Richtige, aber ich lese lieber.

Solschenyzin, Alexander

  • Ein großer Schriftsteller ist sozusagen ein zweiter Regent in seinem Land. Und aus diesem Grund sind die großen Schriftsteller bei keinem Regime beliebt - nur die kleinen.
  • Es ist unumstritten, daß Literatur kondensierte Erfahrung von Generation zu Generation übermittelt. Auf diese Weise wird sie zum lebendigen Gedächtnis einer Nation.
  • Wehe der Nation, deren Literatur durch den Eingriff der Macht unterbrochen wird.

Sombart, Nicolaus

  • Das Buch war der Fetisch, der es mir erlaubte, mit der allmächtigen Gottheit, in deren Reich ich mich befand, in direkten Kontakt zu treten.

Sommer, A.U.

  • Bücherhöhlenmenschendasein: Man kann es den letzten atavistischen Vertretern der Spezies "Abendländer" nicht verdenken, wenn sie sich auf diese Existenzform zurückziehen. Ihr Fell, ihre Haut ist zu dünn geworden, als daß ein Dasein im Freien noch ernstlich verantwortbar wäre. Der Rückzug ins Bücherhöhlenmenschendasein ist probates Mittel, Fortuna die Stirn zu bieten.

Somuncu, Serdar

  • Man kann "Mein Kampf" auch ins Klo legen, aber so lange scheißen, wie das Buch dauert, geht nicht".

Sontag, Susan

  • Wenn der unterm Satur Geborene sich beobachtet fühlt, schlägt er die Augen nieder ... oder er verbirgt seinen Kopf hinter einem Bücherberg.
  • Das Buch ist die verkleinerte Welt, die der Leser bewohnt.

Spark, Muriel

  • Ein Schriftsteller mag die wundersamste Botschaft unter der Sonne zu verkünden haben, das nützt absolut nichts, wenn er nicht auch die Gabe zu unterhalten und zu vergnügen besitzt.
  • Sie gehörte zu jenem Schlag Menschen - es müssen keineswegs immer die ganz Ungebildeten sein -, die immer fragen, wie sie zu dem oder jenem Buch kommen können; sie wissen sehr gut, daß man Schuhe im Schuhgeschäft und Lebensmittel im Lebensmittelgeschäft kauft, aber ein Buchgeschäft ausfindig zu machen und zu betreten liegt irgendwie nicht im Bereich ihrer Vorstellungen.

Sparschuh, Jens

  • Abends im Hotel notierte ich mir: Endlich mal ein paar überzeugende Antwortssätze zur Frage "Warum schreiben Sie" formulieren und diese gegebenefalls auswendig lernen.

Spemann, Adolf

  • Wer sich viel mit Menschen herumärgern muß, erholt sich am besten davon in Büchern.

Spengler, Tilman

  • Ist Schreiben ein Handwerk? Wenn ja, dann ein ziemlich unordentliches. Oder eines, das aus vielen, einander widersprechenden Ordnungen besteht. Eine Ordnung des Erinnerns und eine des Vergessens, eine des Größenwahns und eine der Demut, des methodischen Aufbaus und seiner mutwilligen Zerstörung.

Spinnen, Burkhard

  • Denn Lesen ist die einzige Möglichkeit, einen Zustand der Harmonie herzustellen. Nicht weil das, was in den Büchern passiert, die reinste Harmonie ist! Aber es gibt doch keine größere Harmonie als die zwischen einem Menschen und dem Buch, das er gerade liest.

Spinner, Kaspar

  • Literatur kann als das vielleicht wichtigste Medium betrachtet werden, das sich die Menschheit zur Ausbildung der Fähigkeit der Perspektivenübernahme geschaffen hat.

Spital, Hermann Josef

  • Selbst die flächendeckende Lektüre der Klassiker mit ihrem Bekenntnis zum Guten, Wahren und Schönen hat uns nicht davor bewahrt, in Bestialität zu versinken.

Sprichworte

  • Bücher fressen und nicht käuen macht ungesund. (Deutsche)
  • Bücher und Freunde soll man wenige, aber gute haben. (Spanisch)
  • Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz. (Persisch)
  • Der Anblick von Büchern nimmt die Sorge vom Herzen. (Maurisch)
  • Ein Buch ist wie eine Garten, den man in der Tasche trägt. (Arabisch)
  • Ein Buch ist ein Freund, der nie verreist. (Jüdisch)
  • Ein dickes Buch ist nicht ein großes Übel. (Chinesisch)
  • Ein ungeöffnetes Buch ist ein Stück Holz. (Chinesisch)
  • Es gibt keinen schlimmeren Dieb als ein schlechtes Buch. (Italienisch)
  • Ein schöner Bücherrücken kann entzücken. Doch von der allerbesten Seite zeigt sich das Buch erst, wenn ich's auseinanderbreite.
  • Felder müssem gepflügt und Bücher gelesen werden. (Chinesisch)
  • Hast Du drei Tage kein Buch gelesen, werden Deine Worte seicht (Chinesisch).
  • Jeder Greis ist eine lebende Bibliothek (afrikanisch)
  • Jedesmal, wenn man ein Buch öffnet, lernt man etwas. (Chinesich)
  • Kein schlimmerer Räuber als ein schlechtes Buch. (Italienisch)
  • Lieber barfuß als ohne Buch (Isländisch)
  • Liest du ein Buch zum ersten Mal, lernst du einen Freund kennen. Liest du es ein zweites Mal, so begegnet dir ein alter.
  • Selbst ein Haufen guter Bücher ersetzt nicht einen guten Lehrer. (Chinesisch)
  • Sieben Bücher hecken leicht ein neues aus. (Deutsch)
  • Wer lesen und schreiben kann, hat vier Augen. (Albanisch)
  • Wer liest und nicht wach ist, gleicht dem Blinden, der in den Spiegel schaut. Die Schriften schenken die Erkenntnis der Wahrheit nur dem, in dem schon Weisheit ist.
  • Wer Bücher kauft und nicht liest, bei Tisch sitzt und nicht ißt, auf die Jagd geht und nicht schießt, ist ein Narr, daß ihr's nur wißt. (Unbekannt)
  • Wenn eine Geschichte nichts taugt, gehört sie dem, der sie erzählt. Wenn sie aber von Wert ist, dann gehört sie allen. (Afrikanisch)
  • Wollen Sie Ihre Bücher und Ihre Freunde nicht verlieren? Dann leihen Sie jene nicht diesen. (Italienisch)

Stadler, Arnold

  • Beim Lesen kann man, anders als im Leben, noch einmal von vorne beginnen.
  • Bücher stiften (...) fruchtbare Irritationen. Sie bringen die Terminkalenderexistenz des Menschen durcheinander.
  • Das Unglück ist ein Grundkapitel der Schriftsteller und der Literatur.
  • Das Unglück war das Kapital aller, die schrieben.
  • Ein Buch kommt erst zur Vollendung, wenn es den kundigen Leser gefunden hat, sonst ist es tot.
  • Ich rate immer, langsam zu lesen, um hineingezogen zu werden in ein Buch, das eine Welt ist, statt den Zeitvertreib zu suchen oder die schnelle Nutzanwendung.
  • Was ist denn der Leser? Dieses in einem anderen Leben wildernde Ich.

Staiger, Emil

  • Normalerweise ist das Lesen literaturwissenschaftlicher Aufsätze eine zwar bereichernde, aber nicht sonderlich berauschende Sache. Ihre Verfasser haben die gleichen Bücher gelesen wie man selber, nur viel gründlicher und mit sehr viel mehr Umsicht. Entsprechend vollzieht sich die Lektüre eines solchen Aufsatzes: Was man als Normalleser nur geahnt hat, verwandelt sich in Wissen, was dumpf war, wird hell etc. Es ist, als ob man einen Spaziergang, den man bei nebliger Witterung unternommen hat, nun bei strahlendem Wetter und bester Sicht unter kundiger, aufmerksamer und angenehmer Begleitung noch einmal unternähme. Am Ende hat man begriffen, was einen vorher bloss ergriffen hat.

Stamm, Peter

  • Als Schriftsteller hat man im Leben nur selten Gelegenheit, einen Dichter kennenzulernen. Die beiden Berufe haben zu wenig miteinandere zu tun. Nur drei Dinge sind ihnen gemeinsam - das Papier, die Tinte und die Verleger.
  • Poesie hat die Fähigkeit, die Unendlichkeit dem Gefühl zugänglich zu machen.
  • Wenn man aus drei Büchern abschreibt, ist man ein Plagiator. Wenn man aus hundert Büchern abschreibt, ist man ein gebildeter Autor. Natürlich empfiehlt es sich dann, unbekannte oder verschollene Schriftsteller zu benützen. Nur von Kant kann man immer ruhig abschreiben. Kein Kritiker hat ihn je gelesen.

St. Aubyn, Edward

  • Ich habe schon Bücher verfaßt, die ich schreiben mußte, aber noch keines, das andere lesen mußten.

Steinbeck, John

  • Die Kultur eines Volkes ist messbar. Man erkennt sie an der Dicke des Staubes auf den Bücherrücken in den öffentlichen Bibliotheken.

Steiner, Georg

  • Jedes Buch tritt zu einem Hasardspiel gegen das Vergessen an, schließt eine Wette gegen das Verstummen ab, die es nur gewissen kann, wenn es wieder geöffnet wird.
  • Wenn wir Romane lesen sind wir nicht mehr nur wir selbst, wir sind auch verzauberte Wesen, zwischen die der Romancier uns versetzt. Dieser Vorgang kommt einer Metamorphose gleich.

Steinfest, Heinrich

  • Die Bücherwand als humanistische Tapezierung eines Raums.
  • Im Wust der Neuveröffentlichung besaßen Mortensens Bücher den Charakter von Elementarteilchen, deren Existenz bloß von ein paar schrägen Vögeln behauptet wurde.

Stendhal

  • Ein Roman ist ein Spiegel, der sich auf einer großen Straße fortbewegt.

Sterne, Laurence

  • Abschweifungen sind zweifellos der Sonnenschein - sie sind das Leben, die Seele des Lesens - streichen Sie das beispielsweise aus diesem Buch, können Sie gleich das ganze Buch hinterherwerfen. (in: Tristram Shandy)
  • Es gibt Leser auf der Welt und ebenso auch viele andere gute Leute, die keine Leser sind, - die fühlen sich durchaus nicht wohl in ihrer Haut, solange sie nicht von A bis Z in alles eingeweiht worden sind, was des Autors Person anbelangt.

Stevens, Wallace

  • Die Autoren sind die Akteure, die Bücher sind das Theater.

Stoll, Clifford

  • Es wird eine Generation gut funktionierender Legastheniker kommen, für die ein Buch nichts anderes ist als Druckerschwärze auf eingetrocknetem Holzbrei.

Stone, Irving

  • Keine Freundschaft kommt so rasch zustande und hält so gut, wie die zwischen Menschen, die dieselben Bücher lieben.

Storm, Theodor

  • Schreiben ist eine böse körperliche Arbeit.

Strauch, Thea

  • Ich mag ja keine eBooks. Anders sehen das meine Umzugshelfer.

Strittmatter, Erwin

  • Lesen erfreut, Durchnehmen verekelt. Durchnehmen ist - eine Geschichte zerhacken, bis sie aus vielen Wunden blutet.

Suhrkamp, Peter

  • Lesen ist Gewohnheit. Und diese Gewohnheit kann, wie das Rauchen, zur Süchtigkeit anwachsen. Der so Geplagte muß in jedem unbeschäftigten Augenblick, wo er auch immer sein mag, lesen.

Svevo, Italo

  • Kurzum, ausserhalb der Feder gibt es kein Heil.

T

Tagore

  • Der Wurm findet es merkwürdig und töricht, daß der Mensch seine Bücher nicht frißt.

Taschitzki, Paul von

  • Drei Meister hat das Buch gefunden: Der's schrieb, der's druckte, der's gebunden.

Tellkamp, Uwe

  • Ein Rausch aus Bruchstücken erschlichener Lektüren.
  • Empfindlichkeit ist, neben der Herkunft, das größte Kapital eines Schriftstellers. Lassen Sie sich nicht korrumpieren.
  • Ich mag Fußball nicht, und ich lese keine Unterhaltungsromane. Ich will nicht unterhalten, sondern herausgefordert werden; ich will kämpfen gegen ein Buch, und es muß gut kämpfen, hart, präzise, intelligent. Ich will von der Welt nicht abgelenkt werden, ich will ihr ins Auge sehen, sie erkennen und ... sie besiegen.
  • Romanschreiben ist für mich Diagnostizieren, ganz vorsichtig herantasten, abwägen, den Figuren beim Leben zusehen.

Terentiarus, Maurus

  • Bücher haben ihre Schicksale.

Terenz

  • Die Bücher haben ihre Schicksale danach, wie sie vom Leser verstanden werden.

t'Hart, Maarten

  • An einem sonnigen, aber windigen Sommertag las ich einen Roman, der mich, als ich ihn im Laufe des Nachmittags ausgelesen hatte, nicht dazu überwinden konnte, ein anderes Buch anzufangen.

Theewen, Gerhard

  • Ein Büchermuffel ist einer, der mit dem Telefonbuch und als Pendant mit der Bibel zufrieden ist. Ein Narr jemand, der Bücher um sich häuft, um sich darin zu verlieren.

Thelen, Albert Vigoleis

  • Ein guter Vortragskünstler kann die kitschigsten Verse zu Perlen der Lyrik umsprechen und ewige Dichtung auf den Schindanger rezititeren.
  • Es gibt Autoren, die mit vielen Worten wenig, andere, die mit wenigen viel, und wieder andere, die seltenen, die mit einem Wort alles sagen.
  • Mein Gedächtnis ist mangelhaft. Gedrucktes bleibt nicht lange darin haften. Ein Gedicht, das mich trifft, einen Roman, der mich anspricht, kann ich nach einem Monat wieder lesen, und ich erlebe alles aufs neue.

Thomas, Dylan Marlais

  • Meine Erziehung bestand aus der Freiheit, jederzeit wahllos und uneingeschränkt lesen zu dürfen, bis mir die Augen heraushingen.

Thoreau, Henry

  • Bücher müssen mit ebensoviel Überlegung und Zurückhaltung gelesen werden, wie sie geschrieben wurden.

Tibbon, Judah Ibn

  • Bücher sollen deine Gefährten sein und deine Bücherschränke und Regale deine Vergnügungsplätze und Obstgärten.

Tisma, Aleksandar

  • Die Literatur bietet die Möglichkeit der Auswahl, also die Freiheit, und zwar in einem viel größeren Ausmaß als das Leben selbst.

Timm, Uwe

  • Die witzigsten Autoren erzeugen das kaum bemerkbarste Lächeln.

Ting-Tschien, Huang

  • Drei Tage ohne Buch - und deine Sprache verliert an Geist, dein Gesicht an Glanz.

Tolstaja, Tatjana

  • In dem Moment, wo man keine neuen Bücher mehr schreiben kann, gehört Literatur der Vergangenheit an und wird unverständlich. Das ist die eigentliche Katastrophe. Wenn die Menschen verstünden, was ihnen die Erfahrungen, die Bücher der Vergangenheit sagen können, dann würden sie wohl nicht so handeln, wie sie es tun, sich umbringen etwa.

Tolstoj, Lew

  • Wenn man in einer Sprache, die man schlecht versteht, Gedichte liest, dann kommen sie einem schöner vor, als sie in Wirklichkeit sind..."

Trevelyan, George Macaulay

  • Erziehung hat eine unermeßlich große Bevölkerungsschicht hervorgebracht, die des Lesens mächtig ist, die aber unfähig ist zu unterscheiden, was wert ist gelesen zu werden.

Trinder, Tommy

  • Kein Schotte wird ein Buch verschenken, bevor er es nicht selbst gelesen hat.

Trollope, Anthony

  • Am Ende eines Romans gehören wie ans Ende eines Kindergeburtstages Bonbons und Süßigkeiten.

Tuchmann, Barbara

  • Bücher sind die Träger der Zivilisation.
  • Ohne Bücher bleibt die Geschichte stumm, die Literatur sprachlos, die Wissenschaft verkrüppelt, das Denken kommt zum Stillstand, Bücher sind Zeugen des Wandels, Fenster zur Welt, sie sind Banken des Geistes, Bücher sind gedruckte Humanität.

Tucholsky, Kurt

  • Das Richtige ist das intensive Buch. Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt und nicht mehr losläßt - bis zum Ende nicht, lies oder stirb! Dann liest man lieber.
  • Ein Leser hat's gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.
  • Es gibt nur sehr wenige Situationen jedes menschlichen Lebens, in denen man keine Bücher lesen kann, könnte, sollte...
  • Lesen ist die Schwierigkeit, ein Land fremder Phantasie mit eigenen Gedanken zu bevölkern.
  • Literarische Erfolge beweisen zunächst nicht viel für den Wert eines Werkes. Überschreiten sie aber ein gewisses Maß, so zeigen sie etwas an : nämlich nicht so sehr die Qualität des Buches als den Geisteszustand der Masse.
  • Macht die Bücher billiger!
  • Manchmal, o glücklicher Augenblick, bist du in ein Buch so vertieft, daß du in ihm versinkst - du bist gar nicht mehr da. [...] dein Körper verrichtet gleichmäßig seine innere Fabrikarbeit - du fühlst ihn nicht. Du fühlst dich nicht. Nichts weißt du von der Welt um dich herum, du hörst nichts, du siehst nichts, du liest.
  • Man muß nicht alles so genau verstehen, lesen genügt auch.
  • Wer wird denn Kokain schnupfen, dieses Stimulans unserer Großmütter aus der Infaltion! Bücher sind auch sehr schön.
  • Was mich angeht, so interessieren mich die kümmerlichen Visionen braver Schriftstellerknaben viel weniger als die Wirklichkeit, die einer so beschreibt, daß sie zum Greifen nahe gerückt ist.

Tutu, Bischof Desmond

  • "Ich bin nicht ganz sicher, ob Sie alle wissen, was ein Buch mit einem Kind anrichten kann. Bücher befreien aus dem Gefängnis der Ignoranz." (Auf der Buchmesse in Kapstadt 2010)

Twain, Mark

  • Es ist idiotisch, sieben oder acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann.
  • Mancher schreibt gleich zwei Bücher auf einmal: das erste und das letzte.
  • Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.
  • Vorsicht beim Lesen von Gesundheitsbüchern, du könntest an einem Druckfehler sterben.

U

Ugresic, Dubravka

  • Ein wirklicher Schriftsteller leidet immer unter dem niedrigen Blutdruck seiner Selbstachtung, immer zerfressen ihn Zweifel, selbst wenn er öffentliche Bestätigung erhält.

Umminger, Johannes

  • Was mich aber noch mehr davon abhält, mich (...) auf den Literaturteil der Tageszeitung zu verlassen, war der seit langem angewachsene Verdacht gegen die "Urteile", die da oft mit höchstrichterlicher Kompetenz gefällt werden, manchmal in einer so bösartigen Manier, daß mir der verrissene Autor schon deshalb sympathisch werden könnte.

Unbekannt

  • Bibliotheken sollen nicht neben Theatern stehen - die brennen leicht.
  • Die Pfade der Phantasie beginnen mit dem aufgeschlagenen Buch. Danach beginnt der Aufstieg.
  • Die, die ihre Augen nicht zum Lesen nutzen, sind zu den schlimmsten Fehlern verdammt. (White Collar S03E04)
  • So wie es Workaholiker gibt, Arbeitswütige, gibt es auch Bookaholiker, Buchsüchtige. Ob Buchsüchtige in einem Antiquariat stöbern, ein historisches Werk lesen oder eine Buchhandlung in Padua oder Oxford besuchen - sie machen immer Entdeckungen, und der Entdeckung folgt meist der Wunsch, auch andere sollten, müßten dieses Buch kennenlernen.
  • Ja, lesen! Denn allen Unkenrufen zum Trotz gibt es nach wie vor nichts, was uns verläßlicher und vielfältiger den Blick freigibt auf die Welt, in der wir leben, fühlen und denken, als Bücher. Und allen Unkenrufen zum Trotz gibt es auch nach wie vor Bücher, die das vermögen, die die Fenster aufstoßen und uns die Augen öffnen, die frischen Wind hereinlassen und uns den Blick schärfen, die uns gefangennehmen und frei machen zugleich. Es ist tatsächlich ein altes untrennbares Begriffspaar: das Buch und die Freiheit. Ja, lesen Sie!
  • Lesen ist keine Flucht, wie es kein Entkommen, sondern ein Hinkommen ist.
  • Entweder du umarmst ein Buch, oder du liest eine Frau.
  • Mancher studiert lieber im Becher als in Büchern (Studentenspruch)
  • Fürchtet keine Fachbücher! Ungelesen sind sie harmlos.
  • Fußnoten sind langweilige Informationen, die beiseite gesetzt werden, damit sie leicht übersehen werden können.
  • Hast du Sorgen, lies ein Buch, und pfeif auf morgen.
  • Was das Buch spricht! Ich gehen als guter Freund des Menschen von Hand zu Hand; darum behandle mich gut, schone mich, schlage mich sorgfältig ein und behalte mich nicht länger, als du mich brauchst!
  • Gehen Sie mit einem guten Buch ins Bett - oder wenigstens mit jemandem, der kürzlich eines gelesen hat. (Werbespruch)
  • Gelehrte haben nur Bücher und Kinder.
  • Drei Dinge hab' ich gern: Alte Bücher zum Lesen - Altes Holz zum Brennen - Alten Wein zum Trinken.
  • Kein Buch ist so böse, daß es nicht einigen Nutzen schaffen könnte.
  • Viel Bücher, viel Irrtum.
  • Bücher machen Narren und Weise.
  • Jahren lehren mehr als Bücher.
  • Lesen? Das geht ein, zwei Jahre gut, dann bist du süchtig.
  • Lesen ist mit das Schönste, was man allein machen kann.
  • Jeder Schreiber lobt seine Feder.
  • Bücher sind wie Türen in neue Räume.
  • Es gibt Menschen, die Bücher nach Umschlag und Umfang kaufen. Wahrscheinlich heiraten sie auch nach Gewicht.
  • Lesen ist Sehen mit anderen Augen.
  • Die Jungfern sind erschaffen für Buchbinder und nicht für Pfaffen. Drum lieb ich diesen Orden und bin Buchbinder geworden. (Gesellenspruch)
  • Wer die Buchstaben nicht kennt, kann auch durch die Brille nicht lesen.
  • Wenn du ins Bett gehst, nimmt ein gutes Buch mit - oder wenigstens jemand, der kürzlich eins gelesen hat.
  • Feste feiern ist gut. Feste lesen besser.
  • Wer lesen kann, hat ein zweite Paar Augen.
  • Bücher unterhalten oder belehren uns, sie machen uns lachen oder weinen; sie gefallen oder mißfallen uns; sie haben die Kraft, dem Leben des Einzelnen neue Richtung zu weisen, ja sogar das Denken aller zu verändern. Bücher begleiten uns durchs Leben.
  • Leseratten sind die Versuchsratten der Buchindustrie.
  • Der beste Freund, den ich gefunden habe, das ist ein Buch, schön eingebunden.
  • Freut euch des Lesens!
  • Um für ein Buch zu werben, ist das beste Werkezug immer das Buch selbst.
  • Schützt den Bücherwurm!
  • Hurra, wir lesen noch!
  • Sieben alte Bücher hecken leicht ein neues aus.
  • Lesen macht durstig.
  • Wer ein gutes Buch verliert, verliert ein Schatz.
  • Außer lesen nichts gewesen.
  • Wer ein Buch verleiht, ist dumm. Wer ein Buch zurückgibt, noch dümmer. Wer aber ein ausgeliehenes Buch zurückfordert, der ist frech.

Ung, Yi Ki

  • In jedem Buch wohnt eine Seele, denn ein Buch ist wie eine Schüssel, in die man die wichtigen Dinge des Lebens hineinpackt. Mit der Architektur ist es genauso: Wer ein Haus baut, muss daran denken, was das beste und nützlichste für den Menschen ist, der darin lebt.

Unseld, Siegfried

  • Lesen ist immer auch ein intellektuelles Erlebnis; man hat das Gefühl, dass man sich umgräbt beim Lesen. Es ist ein besonderer Weg zu sich selbst.

Unterrieder, Klaus

  • "Wirf die Bücher weg und blättere in den Bäumen. Erst wenn du das imstande bist, wirst du fühlen was es bedeutet, ein Buch zu sein." - Wem nützt ein Buch, hinter dem sich ein kleiner Geist versteckt? Wir lieben Bücher. Und etwas zu lieben bedeutet auch, seinen Mißbrauch zu verhindern. Oder?

Updike, John

  • Das Buch auf dem Nachttisch oder neben dem Liegestuhl verheißt einen gemütlichen, geschwinden, stillen Ausflug aus dieser Welt in eine andere – und als Energiequelle genügt das unentgeltliche, kaum wahrnehmbare Knistern der kleinen grauen Gehirnzellen.
  • Eine Zeitung, die 'Alton Sun', die auf den Boden gefallen war, hielt einen Zipfel im Luftzug hoch, als bitte sie darum, gelesen zu werden.
  • Mit Schreiben rechtfertige ich den Raum, den ich auf dem Planeten Erde einnehme.

Ustinov, Peter

  • Als zwölfjähriger Junge sah ich mit eigenen Augen, wie verhetzte Menschen 1933 in Berlin Bücher verbrannten. Seit diesem Tag ist es mir unmöglich, mich von einem Buch zu trennen.

V

Valentin, Karl

  • Leider habe ich keine Zeit, Ihr Buch zu lesen, schicken Sie mir bitte ein bereits gelesenes.

Valery, Paul

  • Das Ziel eines - ehrenhaften - Werkes ist einfach und klar: zum Denken bringen. Den Leser gegen seinen Willen zum Denken bringen. Akte im Inneren zu provozieren.
  • Die Bücher haben die gleichen Feinde wie der Mensch: das Feuer, die Nässe, die Zeit und ihr eigener Inhalt.
  • Ein Mann von Wert (in geistiger Hinsicht) ist nach meiner Meinung einer, der unter sich tausend Bücher begraben hat, der in zwei Stunden Lesen das Wenige an Kraft aufgesogen hat, das auf so vielen Seiter herumirrt. Lesen ist eine militärische Operation.
  • Glücklich die Schriftsteller, die die Last des Denkzwanges von uns nehmen und mit leichter Hand ein reizvolles Trugbild um die komplizierte Gestalt aller Dinge weben!

Vanderbeke, Birgit

  • Wohnungen mit Büchern sind in der Regel ohne die Verlegenheit betretbar, die Wohnungen ohne Bücher bereiten.

van der Heijden, A.F.Th.

  • Ich wage die Behauptung: Schreiben ist ein derart anstrengender Beruf, daß Sport, Wandern oder ein freies Wochenende keine Entspannung bringen können. Entspannung läßt sich auf die Dauer nur noch (vorübergehend) künstlich herbeiführen - durch Alkohol oder andere "Mittel". So bleibt es auch nach getaner Arbeit ein äußerst ungesunder Beruf. Ein umständlicher Selbstmord - aber zugegebenermaßen einer, der etwas bringt.
  • In der Mittagszeit widmete sie sich zum überwiegenden Teil des großen Laster ihrer Mädchenjahre: dem Lesen. (Der Gerichtshof der Barmherzigkeit)

Vargas Llosa, Mario

  • Ein Film und ein Buch haben die Pflicht, mich zu unterhalten. Wenn ich beim Zuschauen oder beim Lesen an etwas anderes denke, einnicke oder einschlafe, haben sie ihre Pflicht nicht erfüllt und sind ein schlechtes Buch, ein schlechter Film.

Vauvenargues, Marquis de

  • Es gibt Menschen, die nur lesen, um dem Schriftsteller Fehler nachzuweisen... Wer ohne Vorurteile liest, wird das Richtige lesen.
  • Mich wundert immer, daß Herrscher nie probieren, ob ein Autor, der große Ideen präsentierte, fähig ist, diese in die Tat umzusetzen. Das kommt vermutlich daher, daß Herrscher keine Zeit haben, etwas zu lesen.
  • Was einer auch schreibt: für das breite Publikum sagt er nie genug und für die klugen Leser immer zuviel.

Velikic, Dragan

  • Bücher sind wie Städte. Einige sehen wir nur einmal, und wir verspüren nicht den Wunsch, erneut dorthin zu kommen. Und in andere Städte kehren wir immerfort zurück. Nicht nur, daß wir zurückkehren, wir würden uns gerne in diesen Städten ansiedeln, unseren Alltag gerade hier erleben.

Vizinczey, Stephen

  • ... ich auch ein angeborenes Mißtrauen gegenüber allem besitze, was sich leicht ausdrücken läßt...

Vierordt, Heinrich

  • Bücher, von denen man spricht, Die lies um Gottes Willen nicht! Das Publikum will gestern wie heut! Daß man ihm Sand in die Augen streut.

Vogt, Walter

  • Ich möchte einmal ein Buch schreiben, das so gut wäre, daß es mir gleichgültig sein kann, ob es gelesen wird oder nicht.
  • Karl May las ich nie, weil er mir zu klein gedruckt war. An seiner Stelle las ich 'Lederstrumpf', Schiller, später Cervantes. Als meine Kollegen Karl May verließen, hatte ich Dostoevskij zum Teil bereits hinter mir.

Vollmann, Rolf

  • Der Roman hat eine andre Art der Zeit als die andern Künste, und unsre Seele verwickelt sich tiefer als wir denken in diese fremden Geschicke.
  • Für viele Romane muß man schon ein guter Leser sein, wenn man von ihnen haben will, was sie geben können.
  • Gegenden werden ja reicher, wenn Romanfiguren sie einmal belebt haben.
  • Herbert George Wells war keiner der großen Romanciers; aber auch ein minor novelist kommt in den Himmel, wenn er den Mythos findet, der dem Leser zeigt, wohin die Welt treibt. Die Zeitmaschine ist so ein Mythos.
  • Ich glaube, wir wissen inzwischen, daß der Roman grundsätzlich postmodern ist.
  • Ich glaube, daß jeder Leser solche Leidenschaften kennt: Leidenschaften, von denen sich oder anderen eine kritische Rechenschaft geben zu wollen einem gar nicht in den Sinn kommt, entweder begreift der andere diese Liebe und teilt sie, oder er hat eben eine andere.
  • Interpreten mögen immer jene Romane am meisten, denen sie die Mühe ansehen, die es sie selber gekostet hätte, so was zu schreiben.
  • Man fragt sich, ob nicht wir Leser die eigentlich verständigen Bewohner der Welt sind, gleich nach den Romanciers.
  • Romane leben ja auch davon, daß sie uns fremdes Leben nahebringen (denn was ist schon das eine, das wir zu leben haben - es sei denn eben, wir lesen).
  • Romane sind aber immer doch noch einmal etwas ganz andres als die Filme nach ihnen, schon, weil sie so wunderbar viel länger sind als jeder Film: und es ist ja immer auch die Ewigkeit des Lesens, die uns so ganz in die Welten bringt, aus denen wir selbst nicht sind.
  • Was das Lesen nicht bringt, bringt eine Auslegung nun gar nicht.

Voltaire, Francois-Marie

  • Alle Gattungen sind gut, ausgenommen die langweilige.
  • Beim Lesen guter Bücher wächst die Seele empor.
  • Der Beifall, der schlechten Büchern gezollt wird, ist den Fortschritten des menschlichen Geistes ebenso hinderlich wie das Toben gegen die guten.
  • Ein Leser geht mit Büchern um wie ein Bürger mit Menschen. Man lebt ja nicht mit allen Zeitgenossen.
  • Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige.
  • Lektüre stärkt die Seele und ein weiser Freund ist ein Trost für sie.
  • Verwendet nie ein neues Wort, sofern es nicht drei Eigenschaften besitzt: Es muß notwendig, es muß verständlich und es muß wohlklingend sein.
  • Wenn auch Bücher nicht gut oder schlecht machen, besser oder schlechter machen sie doch.
  • Wollen Sie ein Autor sein, wollen Sie ein Buch schreiben, dann denken Sie daran, daß es neu und nützlich oder zumindest sehr vergnüglich sein muß!

Vries, Jenny de

  • Wenn wir uns zurechtsetzen, um zu beginnen, einen Roman zu lesen, sind wir von derselben kribbeligen Erwartung erfüllt wie seinerzeit die einfachen Menschen, als sie am Feuer zusammenrückten, wenn der Geschichtenerzähler mit seiner Fabel begann.

W

Wagenbach, Klaus

  • Bücher sind ja etwas, was das Tempo senkt.
  • Literatur dient der Verlangsamung, nicht der Beschleunigung der Zeit.
  • Nur wenn den Lesern die Wahl unter vielen eigensinnigen Büchern frei steht, können wir uns bei der Arbeit an unseren Büchern (aus Überzeugung) wirklich frei fühlen.
  • Wenn ich ein Buch lese, will ich etwas anderes erfahren als das, was ich schon weiß.
  • (Verleger) - Ein schöner Beruf, so aufregende Inhalte so listig zu demokratisieren.

Wagner, Franz Josef

  • Bücher haben mir buchstäblich das Herz verdreht.

Walpole, Horace

  • Auf dem Sofa zu liegen und einen guten Roman zu lesen ist ein Vorgeschmack der ewigen Seligkeit.

Walser, Martin

  • Und alle Männer um mich herum machen Gedichte. Jedem, der dichtet, sind seine Gedichte das Höchstheilige, alles andere ist disponibel. (Martin Walser: Ein liebender Mann)
  • Aphorismen sind Sätze, die nur geschrieben sind, um auf sich selber stolz zu sein.
  • Bei jeder Lektüre antwortet der Lesende mit seiner bewußten oder unbewußten Biographie auf das, was er liest.
  • Es gibt Bücher, die sinken allmählich in uns hinein und hören und hören nicht auf, in uns hineinzusinken, und wir hören nicht auf, uns darüber zu wundern, dass Bücher ein so unendliches und sanftes Gewicht haben können und dass in uns solche Tiefen zu wecken sind. Was man dabei empfindet, grenzt an Glück.
  • Es ist von Anfang an die wichtigste und schönste Wirkung eines Buches, daß wir beim Lesen empfinden, wie läsen gar nicht mehr in einem anderen Leben, sondern im eigenen.

Walser, Robert

  • Auf Grund dieser unalltäglichen und doch auch wieder alltäglichen Existenz baue ich hier ein besonnenes Buch auf, aus dem absolut nichts gelernt werden kann. Es gibt nämlich Leute, die aus Büchern Anhaltspunkte fürs Leben herausholen wollen. Für diese Sorte sehr ehrenwerter Leute schreibe ich demnach zu meinem riesiggroßen Bedauern nicht.
  • Das Glück ist kein guter Stoff für Dichter. Es ist zu selbstgenügsam. Es braucht keinen Kommentar. Es kann in sich selbst zusammengerollt schlafen wie ein Igel. Dagegen das Leid, die Tragödie und die Komödie: Sie stecken voll von Explosionskräften.
  • Das schlechteste Buch ist nicht so schlecht wie die völlige Gleichgültigkeit, die überhaupt kein Buch in die Hand nimmt.
  • Die Dichter haben oft unheimlich lange Rüssel, mit denen sie die Zukunft vorausfühlen. Sie riechen die kommenden Ereignisse wie Schweine die Champignons.
  • Die meisten Menschen sind bequem und bleiben es, und die Kunst bleibt im großen und ganzen ein Mittel der Zerstreuung. Weil der Einfluß der Poesie eigen[t]lich nur ein geringer ist, bedarf man ihrer immer wieder.
  • Was soll ich mit den Gefühlen anfangen, als sie wie Fische im Sande der Sprache zappeln und sterben zu lassen? Ich werde mit mir am Ende sein, sobald ich mit Dichten fertig bin, und das freut mich. Gute Nacht!
  • Wer liest, ist weit davon entfernt, böse Pläne zu schmieden.

Walther, Klaus

  • Der einzige Rat nämlich, den ein Mensch einem anderen in puncto Lesen geben kann, ist der auf keinen Rat zu hören, dem eigenen Instinkt zu folgen, den eigenen Verstand zu gebrauchen, eigene Schlüsse zu ziehen.
  • Sehnsucht nach besonnter Vergangenheit, man nennt das Nostalgie, nistet in den Nestern der Literatur.

Wang Chin-Kung

  • Was man für's Lesen ausgibt, ist niemals verloren, zehntausendfach Gewinn ist vielmehr Bücherlesen!

Wassermann, Jakob

  • Wenn ein Buch die Kraft besitzt, daß ich mich in seiner Gesellschaft vergessen kann, dann werde ich zum Leser.

Waugh, Evelyn

  • Abgesehen von der politischen Phrasendrescherei gibt es nur wenige Schreibreformen, die so kurzlebig sind wie die der Komik.

Weber, Albrecht

  • Der Lesende ist immer er selbst und doch zugleich, selbstvergessen, ein anderer; er geht über in den anderen Horizont, doch nur vorübergehend in ihm auf.

Weber, Karl Julius

  • Die Bücher entzünden uns, wenn das Glück uns lacht, sie trösten uns, wenn das Ungemach uns zu quälen beginnt.
  • Die Bücher sind für uns Abendländer, was den Morgenländern das Opium oder den wiederkäuenden Tieren der dritte Magen.
  • Eine ausgewählte Büchersammlung ist und bleibt der Brautschatz des Geistes und des Gemüts.

Weibezahl, Karola

  • Wenn ich schreibe, habe ich das Gefühl, mein Chaos ordnen und beherrschen zu können. Das ist für mich der eigentliche Suchtfaktor beim Schreiben.

Weidner, Wolfram

  • Fußnoten sind die Hühneraugen der Literatur.

Weigoni, Andrascz Jaromir

  • Bücher; natürlich immer wieder Bücher. Was wäre das Leben ohne diese Konserven, die Ge- und Erlebtes nach weit über zweitausend Jahren auch ungekühlt frisch halten? Die Hingabe und das Hineingleiten in eine andere Gedankenwelt, eine Parallelwelt, der eigenen Innenwelt als Tür dienend, schlechtestenfalls als Fenster, immer aber als Raum im Raum. Geheimgänge in den Gehörwindungen, Tapetentüren zur Seele. Bücher, eine lebenslängliche Liebesgeschichte. Selbstverständlich rein platonisch! Oder haben Sie schon mit einem Buch kopuliert?
  • Das Betriebssystem für die elektronischen Medien ist das Lesen. Das Betriebssystem für das Lesen ist die Sprachkompetenz. Das Betriebssystem für das Hören ist Aufmerksamkeit:­ eine knappe Ressource.

Weiß, Peter

  • In den Büchern zeigte sich mir eine andere Realität des Lebens als die, in die meine Eltern und Lehrer mich pressen wollten.

Wendell Holmes, Oliver

  • Jede Bibliothek sollte versuchen, auf einem Gebiet Vollständigkeit zu erlangen, und sei es nur die Geschichte der Stecknadel.

Werner, Markus

  • Rezensionen las ich immer gern. Daß es in einer Zeit der allgemeinen Relativität noch Leute gibt, die sagen, was gut ist und was schlecht, das fasziniert mich.
  • Zweitens aber würde ich ganz gern einen kleinen Roman schreiben, nur verriete ich mich gerade dadurch wieder als Wichtigtuer, der - wie jeder Schreibende - auch in der bizzarsten Verkleidung sich und nur sich meint.

Westphalen, Joseph von

  • Denn Schreiben ist ein Krampf, und ich lebe davon. Wenn ich mich entspanne, fällt mir nichts mehr ein.
  • Der Witz des wirklich guten Buches ist seine Haltbarkeit.
  • Die gefährlichen Konkurrenten des altmodischen Buches aber sind nicht die neumodischen Nedien, sondern die vielen anderen Bücher.
  • Fernsehen, Kino, Zeitungen, Zeitschriften und Computergefummel mit neuerdings Internet nehmen dem Buch viel Zeit weg. Nichts zu ändern. Andererseits schafft das viele flüchtige Glotzen, Zappen, Surfen und Blättern einen Überdruß, der dann wieder Lust zum Lesen eines Buches, zum Eintauchen in die Welt des Romans macht.
  • Je totalitärer und vernagelter ein Staat, je mehr er sich verschanzt, desto verlockender sind die Bücher, die er verschweigt, behindert und verbietet.
  • Je mehr man liest, je besser an über das Buchangebot informiert ist, desto klarer wird einem, wie wenige der vielen Bücher man in den verbleibenden zwanzig, dreißig, vierzig, fündzig, sechzig, siebzig Lebensjahren noch lesen kann. Das drückt aufs Gemüt. Da vergeht selbst dem willigsten Buchleser der Appetit.
  • Lesen erweitert das Bewußtseins, sagen seine Befürworter. Glühende Befürworter des zwischen zwei Deckel gepreßten Stoffs behaupten sogar, es mache süchtig. An diesem Stoff kann man ablesen, was mit Drogen passiert, wenn man sie freigibt: Sie werden nicht mehr massenhaft und gierig, sondern zurückhaltend und nur noch glegentlich konsumiert. Das Interesse läßt rapide nach. Die Dealer klagen, sie bleiben immer häufiger auf ihrer exquisiten Ware sitzen.
  • Nur ein toll getimter Tod des Autors kann dem Flop später einmal eine Chance geben.
  • Ohne Bücher ginge die Welt leider nicht unter.
  • Um wieviel sinnlicher als Schmelzkäse und Autoploitur ist ein vernünftiger Roman.

Westwood, Vivien

  • Was die Jugend braucht, ist Disziplin und ein voller Bücherschrank.

Wetekam, Burkhard

  • Wenn es gerade mal wieder brenzlig aussieht für das gute alte Buch, hilft ein Blick zurück auf jene Propheten, die mit jedem neu aufkommenden Medium regelmäßig den Tod des Buches vorausgesagt haben. Bisher, so Unseld, seien immer nur die Propheten selbst gestorben.

Widmer, Urs

  • Bei uns scheint jeder, der schreibt, dazu verurteilt zu sein, sich immer erneut als Genie zu erweisen; sonst ist er nichts.
  • Daß jemand ein Buch von mir versteht, zeigt mir, daß er auch seine dunklen Seiten hat. Und wenn uns diese dunklen Seiten auch gegenseitig nichts angehen: Sie verbinden uns doch miteinander.
  • Der junge Dichter ein Nestor, der alte verschwunden, und die Leser, die wir erobert zu haben glaubten, sind einem jüngeren schöneren in die Arme getaumelt.
  • Ich habe schon lange den Plan, ein Buch zu schreiben (etwas wie Krieg und Frieden), es dann wegzuwerfen und die Erinnerung an dieses Buch niederzuschreiben: sie wäre dann das eigentliche Buch.
  • Man erkennt sie übrigens daran, jene Autoren, die einen gewählt haben oder man sie, daß man ganz wirklich und ohne jedes Gefühl einer Pflicht alles von ihnen zu lesen versucht, auch das Nebensächliche und das Nebensächlichste. Wir lieben ihre Stimme, egal beinah, was diese sagt.
  • Ohne Leser kein Schreiber. Jeder Leser versammelt mit der Zeit ein paar Autoren um sich, die ihm das sagen, was sonst wörterlos in ihm drin bliebe, und umgekehrt schreibt kein Autor auch nur eine Silbe, wenn niemand von ihm etwas erwartet.

Wieland, Christoph Martin

  • Beschäftigte Leser sind selten gute Leser. Bald gefällt ihnen alles, bald nichts; bald verstehn sie uns halb, bald gar nicht, bald (was das schlimmste ist) unrecht. Wer mit Vergnügen, mit Nutzen lesen will, muß gerade sonst nichts anders zu tun noch zu denken haben.

Wiesner, Heinrich

  • Bücher werden geschrieben und - verlegt.

Wilde, Oscar

  • Der Unterschied zwischen Literatur und Journalismus besteht darin, daß der Journalismus unlesbar ist und die Literatur nicht gelesen wird.
  • Die Bücher, die von der Welt unmoralisch genannt werden, sind Bücher, die der Welt ihre eigene Schande zeigen.
  • Ein Buch, das es nicht erträgt, wieder und wieder gelesen zu werden, ist schon des ersten Lesens nicht wert.
  • Eine strenge und unumstößliche Regel, was man lesen sollte und was nicht, ist albern. Man sollte alles lesen. Mehr als die Hälfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten.
  • Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.
  • Es gibt keine moralischen oder unmoralischen Bücher. Bücher sind gut geschrieben oder schlecht geschrieben.
  • Es ist absurd, eherne Regeln aufstellen zu wollen, was man lesen sollte und was nicht. Mehr als die Hälfte der modernen Kultur hängt von dem ab, was man nicht lesen sollte.
  • Man sollte im Zug immer etwas Sensationelles zu lesen haben.
  • Oscar Wilde auf eine Umfrage, welche zehn Bücher er für die wichtigsten halte: "Wieso zehn? Ich habe doch erst vier geschrieben."
  • Von einem Buch vergiftet zu werden, so etwas gibt es nicht. Bücher, die die Welt unmoralisch nennt, sind Bücher, die der Welt ihre eigene Schande vor Augen halten.

Wildenbruch, Ernst von

  • Wer dem Buche dient, der dient dem Geiste, wer dem Geiste dient, der dient der Welt.

Willemsen, Roger

  • Das härteste Argument gegen Lyrik ist die Art ihres Vortrags.
  • Die Verzweiflung hat viele Gesichter. Ist der Mensch erst einmal bei der Lektüre von Hotel-Zeitschriften abgekommen, kommt Hilfe meist zu spät.
  • Literatur ist eine der letzten Möglichkeiten, etwas grundsätzlich anderes zu denken.
  • Meine Zeit ist zu kurz für einen Unterhaltungsroman.
  • Wer aus der Unterhaltsamkeit von Prosa ein Argument dafür macht, daß sie gut sei, der muß sich weit weg von Kafka, Proust und Joyce bewegen.
  • Wir Leser, wir wissen, was wir voneinander zu halten haben.

Wilson, Thomas Woodrow

  • Ich würde nie ein Buch lesen, wenn ich die Gelegenheit hätte, mich eine halbe Stunde mit dem Mann zu unterhalten, der es geschrieben hat.

Winkels, Hubert

  • Es dauert nicht mehr lange, und die Büchernarren gewinnen die religiöse Dignität von religiösen Schwärmern, die in Stimmen reden. Sie reden dann in Büchern.

Winkler, Josef

  • Dieses poetische Chaos ordnen hieße, meine Welt in Unordnung bringen.

Winter, Leon de

  • Dafür waren Romane da, für die Illusion, dass man seine Bestimmung finden konnte.

Wittstock, Uwe

  • Das Beste, was einem Schriftsteller passieren kann, ist nicht das hymnische Lob des gerade amtierenden Kritikerpapstes. Sicher, auch so etwas ist nicht zu verachten. Aber welcher Leser richtet sich schon nach Kritikern? Nein, das Beste, was einem Schriftsteller passieren kann, ist der Skandal.
  • Das Interesse für die Literatur ist keine Bringschuld der Leser - mit dem Faktum muß rechnen, wer Bücher schreibt.
  • Die Literatur hat Anziehungskräfte, die ihr niemand nehmen kann und die durch nichts zu ersetzen sind.
  • Niemand kann heute zur Lektüre verpflichtet, aber jeder darf zu ihr verführt werden.
  • Nur wer noch nie Schriftsteller traf, kann auf den Gedanken verfallen, Literatur sei eine durch und durch seriöse Angelegenheit. Literatur gehört, wie alle Künste, zur Welt des schönen Scheins. Dem kulturstaatsmännischen Auftreten mancher Schriftsteller zum Trotz, sind sie doch nur Magier im Reich der Illusionen, Fürsten des Vortäuschens. Literatur ist und bleibt Show-Business.
  • Wem man ein ernstzunehmendes Buch in die Hand zu legen beabsichtigt, den sollte man auch ansonsten ernst nehmen als urteilsfähigen Erwachsenen, der auf sich aufpassen kann und genau weiß, wann er trotz der Mühen seiner anspruchsvollen Arbeit einen anspruchsvollen Roman lesen möchte und wann er bloße Zerstreuung vorzieht.

Woelk, Ulrich

  • Geschriebenes ist die ungeeignetste aller Formen, sich mitzuteilen; man überlegt zu lange an jedem Wort herum, als lügt man.

Wolf, Christa

  • ... daß Schreiben nun mal aus irgendeiner Form von Unbefriedigtsein kommt. Gesättigte, zufriedene Menschen schreiben und lesen nicht.
  • Die "Hölle" ist ein Thema, weil der "Himmel" literarisch langweilig ist, ein Thema zum Gähnen.
  • Die Zudringlichkeit der anderen ist der Ursprung für das Geheimnis, das sich zum Bedürfnis, schließlich zur Gewohnheit entwickeln, üble Laster und große Gedichte erzeugen kann.
  • Ein Autor, der einem anderen rät, rät im Grunde immer sich selbst.
  • Ein großes Talent zeichnet sich nicht dadurch aus, daß ihm zufällt, was anderen Mühe macht. Viel eherkennzeichnet es die Fähigkeit, sich aller Mittel zu seiner Verwirklichung, die seine Zeit ihm in die Hand gibt, auf ertragreichste Weise zu bedienen.
  • Gedichte sind Balsam auf Unstillbares im Leben.
  • Gedichte sind ein Luxus der Glücklichen.
  • Ich glaube nicht, daß ein Autor oder Literatur in dieser Gesellschaft etwas bewirken kann im Sinne einer Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse.
  • In unsern Tagen kann man nicht dichten. Man kann nur für die Poesie etwas tun. Der Dichter lebt wie in einer Wüste, die wilden Tiere fallen ihn an, denn alle kann man sie nicht zahm singen, und die Affen tanzen ihm nach.
  • ... ist Selbstüberhebung, sich wichtig nehmen, nicht die Wurzeln allen Schreibens?
  • Mir scheint, daß der anstrengende, schmerzhafte Versuch, nicht zu Vereinbarendes miteinander zu vereinbaren, seit langem schon, und bis heute, eine Wurzel für den Zwang zum Schreiben ist.
  • Nichts anderes ist schreiben als: Beispiele anbieten.
  • Seit längerem ist mir bewußt, daß ich immer größere Teile meiner Arbeitszeit auf Auskünfte über frühere Arbeiten und Erlebnisse verwenden muß. Anscheinend bin ich aus dem Status der Zeitgenossin in den der Zeitzeugin gerutscht.
  • Wenn zwei DDR-Schriftsteller zusammenstehn, denke ich unbehaglich, reden sie zuerst über Westreisen.
  • Zu schreiben kann erst beginnen, wem die Realität nicht mehr selbstverständlich ist.

Wolff, Kurt

  • Man verlegt entweder Bücher, von denen man meint, die Leute sollen sie lesen, oder Bücher, von denen man meint, die Leute wollen sie lesen.

Wolf, Uljana

  • Der Dichtertrick, von dem ich denke, dass er der wichtigste ist, ist: Kürzen, Kürzen, Kürzen.
  • Gedichte lesen ist natürlich ein beglückender, aber auch ein schwieriger Vorgang, weil er einfach Arbeit vom Leser erfordert. Also man muss das Gedicht auch immer wieder selbst vervollständigen, wenn man es liest. Und das ist ja auch das Abenteuer daran. Und insofern würde ich schon sagen, dass es auch schwer fällt.

Wollschläger, Hans

  • Die gedruckte Literatur bietet Lesern die Möglichkeit, am Denken und Fühlen fremder Individuen teilzunehmen, und es gibt keine Forderungen, sondern, im Fall der Antipathie, nur den stillen Verzicht: - nichts ist auf Erden so freiwilllig wie das Lesen.

Wondratschek, Wolf

  • Lesen ist Geduld.

Woolf, Virginia

  • Aus bloßen, hier und da fallen gelassenen Andeutungen den ganzen Umriß und Umfang einer lebendigen Person zusammenzufinden... Es sind solche Leser, für die wir schreiben.
  • Der einzige Rat nämlich, den ein Mensch einem anderen in puncto Lesen geben kann, ist der, auf keinen Rat zu hören.
  • Der gewöhnliche Leser unterscheidet sich von Kritikern und Gelehrten. Er ist weniger gebildet, und die Natur hat ihn weniger freigebig begabt. Er liest zu seinem eigenen Vergnügen und nicht unbedingt, um Wissen zu vermitteln oder die Meinung anderer zu korrigieren. Vor allem aber leitet ihn das instinktive Bestreben, eigenhändig aus allem, was ihm zufällig in die Finger gerät, etwas Ganzes zu gestalten.

Wüstenfeld, M.

  • Bücher sind Relikte einer untergehenden Kultur des Wortes. Sie sind die unverzichtbare Währung der Demokratie und das bröckelnde Bollwerk gegen die neue Welt der Bilder, die mit einer Geschwindigkeit über die Mattscheibe rasen, die jedem Nachdenken spottet.

Y

Yacine, Kateb

  • Zensur hat auch ihre gute Seite: zahllosen Büchern hat sie wenigstens einen Leser beschert.

Yourcenar, Marguerite

  • Unser wahrer Geburtsort ist dort, wo wir zum ersten Mal einen intelligenten Blick auf uns selbst werfen. Meine ersten Heimstätten waren Bücher.

Yutang, Lin

  • Bücher, die Dir nicht gefallen, laß ruhig liegen - die sollen andere lesen.

Z

Zaid, Gabriel

  • Buchmenschen haben traditionell einen ausgeprägten Hang zum Selbstmitleid und stimmen selbst dann Klagelieder an, wenn alles zum Besten steht.

Zaimoglu, Feridun

  • Krimis - das ist für mich Erzählen ohne ein Gramm Fett.

Zimmer, Dieter E.

  • Das Internet macht den Autor keineswegs überflüssig. Je mehr heiße Luft es enthält, desto größer wird der Hunger nach originalen Inhalten.
  • Wenn wir das Gehörte oder Gelesene wiedergeben, so formulieren wir eigene Sätze aufgrund der erinnerten Bedeutungen. Die Sprachform der Gedanken zerfällt in unserm Gehirn wie ein Kondenstreifen hinter dem Flugzeug.

Zola, Emile

  • Durch das Buch, nicht durch das Schwert, kann der endgültige Bruderfrieden unter den Völkern erobert werden.

Zschokke, Matthias

  • Ich wünsche mir nichts mehr als ein Lieblingsbuch, das mein Liebslingsbuch bleibt.

Zweig, Arnhold

  • Hamsun und Wassermann, Feuchtwanger, Leonhard Frank und ich, Thomas Mann und die Undset sind beliebig gewählte Beispiele dafür, daß, anders als vor dem Krieg, die lesende Masse sich von Fall zu Fall auch recht gute Bücher zu bemächtigen weiß.
  • Ich habe Erfolg nicht, obwohl ich mich um meine Leser nicht kümmere, sondern weil ich mich um sie nicht kümmere.

Zweig, Stefan

  • Überall, nicht nur in unserem eigenen Leben, ist das Buch Alpha und Omega alles Wissens und jeder Wissenschaft Anfang. Und je inniger man mit Büchern lebt, desto tiefer erlebt man die Gesamtheit des Lebens.