BibZit

[A]    [B]    [C]    [D]    [E]    [F]    [G]    [H]    [I]    [J]    [K]    [L]    [M]    [N]    [O]    [P]    [Q]    [R]    [S]    [T]    [U]    [V]    [W]    [X]    [Y]    [Z]   

AllgZit

[A]    [B]    [C]    [D]    [E]    [F]    [G]    [H]    [I]    [J]    [K]    [L]    [M]    [N]    [O]    [P]    [Q]    [R]    [S]    [T]    [U]    [V]    [W]    [X]    [Y]    [Z]   

Allgemeine Zitate 6

L

Labiche, Eugene

+
  • Ein Egoist ist ein Mensch, der nicht an mich denkt.

Lacombe, Georges

  • Das Fernsehen rettet weit mehr Ehen, als es zerstört, schon allein dadurch, dass die Partner interessiert schweigen, statt sich gegenseitig durch langweilige Konversation anzuöden.

Lacour, Gaston

  • Für das Fernsehen ist der Zug, der entgleist, wichtiger als einer, der ankommt.

Lagercrantz, Olof

  • Es gehört zur Existenz der Menschheit wie des Einzelnen, am Rande der Katastrophe zu leben.

Lampedusa, Guiseppe Tomasi di

  • Wichtige Worte darf man nicht schreien.

Lange, Hartmut

  • Aber wo die Wahrheit nackt erscheint, muß sie wieder eingekleidet werden. Die Sehnsucht nach neuen Mythen ist unübersehbar.
  • Das Leben ist viel wert, wenn mans verachtet.
  • Die Ausrichtung menschlicher Bedürfnisse nach den Maximen einer öden, moralisierenden Vernünftelei verantwortet nicht das Christentum, sondern die Massenemanzipation.
  • Es gibt eine Höflichkeit, die nur entsteht, wenn man in Gedanken besonders abwesend ist.
  • Es ist barbarisch anzunehmen, daß sich der Mensch durch Wissen humanisiert.
  • Es ist kein Unglück, das Glück verloren zu haben, das erst ist ein Unglück, sich seiner nicht mehr zu erinnern.
  • Ideen entstehen aus Abenteuerlust am Denken. Ideologien sind fixe Ideen.
  • Jede Absicht, auch die beste, grenzt ihr Objekt ein.
  • Leute von Kultur werfen ihr Leben, Barbaren werfen das Leben anderer Leute fort.
  • Man muß schon tief in den Abgrund geblickt haben, um zu wissen, daß uns nur die Liebe zum Allernächsten einigermaßen trösten kann.
  • Melancholie ist ein Ausruhen zwischen zwei Hoffnungen, Depression Hoffnungslosigkeit.
  • Trachten Sie bloß nicht nach Ruhm. Ruhm ist eine nicht zu verhindernde Nebenwirkung des Erfolgs, Ruhm ist eine Seuche, eine Form der brutalsten Unfreiheit und Vereinnahmung.
  • Versuche, die Unvereinbarkeit unserer bewußten Existenz durch rigorose Sittlichkeit zu mildern, wie dies Franz von Assisi getan hat, sind bewunderswert. Sie schaffen ein Höchstmaß an Ruhe dort, wo die Unruhe unser Verhängnis ist.
  • Wo der einzelne arm ist, arm an Verinnerlichung, und sein Außengeleitetsein, wodurch er sich definiert, noch ärmer ausfällt, entsteht jene öde Gleichgültigkeit, in der alles zu laut und zu aufgeregt ist.

Lange-Müller, Katja

  • Gesundheit, vollkommene, gänzlich beschwerdefreie Gesundheit, die gibt es nicht, schon gar nicht im Gesundheitswesen.

Laotse

  • Nichtstun ist besser, als mit viel Mühe nichts schaffen.
  • Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man unterläßt.
  • Dinge warzunehmen ist der Keim der Intelligenz.

La Rochefoucauld, Francois de

  • Alle Fehler, die man macht, sind eher zu verzeihen als die Mittel, die man anwendet, um sie zu verbergen.
  • Ein geistreicher Mensch wäre oft recht in Verlegenheit ohne die Gesellschaft der Dummköpfe.
  • Wer ohne jede Narrheit lebt, ist weniger weise als er glaubt.
  • Meister der Beredsamkeit ist der, der alles Nötige sagt und nur dies.
  • Mittelmäßige Geister verurteilen gewöhnlich alles, was über ihren Horizont geht.
  • Schmeichelei ist eine falsche Münze, die ihren Kurswert nur durch unsere Eitelkeit erhält.
  • So viele klagen über ihr Gedächtnis und sollten lieber über ihren Verstand klagen.
  • Wer ohne die Welt auszukommen glaubt, irrt sich. Wer aber glaubt, daß die Welt nicht ohne ihn auskommen könne, irrt sich noch viel mehr.

Laub, Gabriel

  • Das Fernsehen wurde erfunden, um den Analphabeten einen guten Grund zum Brilletragen zu geben.
  • Ein Faulpelz ist ein Mensch, der sich nicht die Arbeit macht, sein Nichtstun zu begründen.

Lawson, Neill

  • Wer sich nur seiner Vorfahren rühmt, bekennt damit, daß er einer Familie angehört, die tot mehr Wert ist als lebendig.

Léautaud, Paul

  • Wie alle stehe ich morgens auf, werde aber erst abends wach.

Lec, Stanislaw Jerzy

  • Autovertreter verkaufen Autos, Versicherungsvertreter Versicherungen. Und Volksvertreter?
  • Die Dicken leben zwar kürzer, aber sie essen länger.
  • Die Art der Beleuchtung einer Sache ändert nichts an ihrem Wesen.
  • Die Verfassung eines Staates solle so sein, daß sie die Verfassung des Bürgers nicht ruiniere.
  • Die Uhr schlägt. Alle.
  • Das Paragraphenzeichen allein sieht aus wie ein Folterwerkzeug.
  • Immer wird es Eskimos geben, die den Eingeborenen von Belgisch-Kongo Verhaltensregeln für die Zeit der großen Hitze geben werden.
  • Ist es ein Fortschritt, wenn ein Kannibale Messer und Gabel benutzt?
  • Keine Schneeflocke in der Lawine wird sich je verantwortlich fühlen.
  • Marionetten lassen sich leicht in Gehenkte verwandeln. Die Stricke sind schon dran.
  • Manche leben mit einer so erstaunlichen Routine, dass es schwerfällt zu glauben, sie lebten zum ersten Mal.

Ledda, Gavino

  • Manchmal ist einer nicht mal imstande, sich den eigenen Hintern abzuputzen, muß aber nach rechts und links sein Urteil über andere herausfurzen.
  • Unter der Erde brauche ich nicht mehr, was über den Erde wächst.

Le Fort, Gertrud von

  • Sehnsucht ist kein Schicksal, Sehnsucht ist vielmehr, wenn man sich dem Schicksal verweigert, Sehnsucht ist, wenn man das Schicksal nicht annimmt.

Lehmann, Christoph

  • Wer Singen und Lachen kann, der erschreckt sein Unglück.

Leitinger, Hans

  • Wenn ich gestern abend so müde gewesen wäre, wie ich heute morgen bin, dann wäre ich heute morgen so munter, wie ich gestern abend war

Leixner, Otto von

  • Das Lachen einer warmherzigen Mutter ist ein Klang, der durch ein langes Menschenleben forttönen kann.

Lelow, David von

  • Das Gewebe gerechter Taten hält die Welt zusammen und verwandelt sie in Gold.

Lem, Stanislaw

  • Der Mensch ist eine unangenehme Gattung, sehr peinlich, ja. Die Hoffnung, dass es auch andere Wesen gibt, und zwar nicht nur Humanoide, ist ein kleiner Trost. Ein Trost könnte auch sein, dass es noch ekelhaftere Kreaturen gibt als den Menschen. Es wäre peinlich zu denken, dass wir die einzigen sind, die das Weltall bewohnen und ständig schrecklichen Dinge tun.
  • Der Mensch ist undemokratisch konstruiert, Stimmen von links, von rechts - das ist nur ein vorgetäuschtes Parlament, denn es gibt die Katakomben, die ihn schütteln. Das Evangelium nach Freud.
  • Die Steigerung der technischen Leistung geht paradoxerweise mit einem Verfall der Fantasie und Intelligenz der Menschen einher.
  • Jeder von uns ist ein Los, das den Hauptgewinn gezogen hat. Ein paar Jahrzehnte Leben, ein großartiges Vergnügen.
  • McLuhans Prophezeihungen erfüllen sich, aber umgekehrt, wie das mit Prophezeihungen zu sein pflegt. Es entsteht sein globales Dorf, aber halbiert. Die ärmere Hälfte leidet, die reichere aber importiert diese Leiden durch das Fernsehen und bemitleidet die andere von ferne.

Lembke, Robert

  • Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.
  • Ein Fernsehredakteur ist ein Mann, der die Befähigung hat, die Spreu vom Weizen zu trennen, und dann die Spreu sendet.
  • Ein Psychologe ist ein Mann, der alle anderen beobachtet, wenn ein hübsches Mädchen den Raum betritt.
  • Es gibt hohe Stellungen, die man am leichtesten in gebückter Haltung erreicht.
  • Es stimmt nicht, daß alles teurer wird; man muß nur einmal versuchen, etwas zu verkaufen.
  • Kein Mensch ist so beschäftigt, daß er nicht die Zeit hat, überall zu erzählen, wie beschäftigt er ist.
  • Wenn die Menschen nur über Dinge reden würden, von denen sie etwas verstehen - das Schweigen wäre bedrückend.
  • Wer spät zu Bett ging und früh heraus muß, weiß woher das Wort Morgengrauen kommt.
  • Wir haben die Tendenz, einen Baum zu fällen, wenn wir einen Zahnstocher brauchen.
  • Wir alle wissen, was wir unserem Vaterland schulden. Das Finanzamt teilt es uns mit.

Lemmon, Jack

  • Am besten verstehen sich zwei Menschen, wenn sie über die gleichen Dinge lachen.

Lennon, John

  • Leben ist das, was dir passiert, wenn du eifrig dabei bist andere Pläne zu machen.

Leo, Per

  • Kann das Scheitern in einer verdorbenen Gesellschaft nicht Hinweis auf eine höhere Berufung sein?
  • Sinneseindrücke, die etwas im Innern so hauchzart berühren, dass der Geist Fernweh bekommt - die haben viele Menschen ihr ganzes Leben nicht.
  • Was wäre denn selbst das Größte ohne ein Auge, das es der Betrachtung würdigt?

Leon, Donna

  • Man muss schon ein ziemlicher Idiot sein, um Optimist zu bleiben.

Leopardi

  • Ich habe geweint, weil ich keine Schuhe hatte, bis ich einen traf, der keine Füße hatte.

Lermontow, Michail

  • Mir ist die Leidenschaft des Widerspruchs angeboren; mein ganzes Leben war nur eine Kette trauriger und verfehlter Widersprüche gegen Herz oder Verstand. Die Gegenwart eines Enthusiasten erfüllt mich mit eisiger Januarkälte und ich glaube, der häufige Verkehr mit einem schlaffen Phlegmatiker würde mich zum leidenschaftlichen Phantasten machen.

Leroux, Pierre

  • Leben ist das Einatmen der Zukunft.

Leskov, Nikolaj S.

  • Ein Weise hat einmal gesagt, die Gewohnheit kommt als Wanderer, bleibt als Gast und macht sich dann selbst zum Herrn.

Lessing, Gotthold Ephraim

  • Kann man denn nicht auch lachend ernsthaft sein? Das Lachen erhält uns vernünftiger als der Verdruß.
  • Ob ich morgen leben werde, Weiß ich freilich nicht; Aber wenn ich morgen lebe, Daß ich morgen trinken werde, Weiß ich ganz gewiß.
  • Wer über gewisse Dinge nicht den Verstand verliert, hat keinen zu verlieren.
  • Wie es selten Komplimente gibt ohne Lüge, so finden sich auch selten Grobheiten ohne alle Wahrheit.

Lettau, Reinhard

  • Jeder Mensch hat das Recht, seine eigene Biographie zu erfinden.

Levine, Robert

  • Die Qualität eines Tages zu beeinflussen, ist die höchste aller Künste.
  • "Slow" wird mit vier Buchstaben geschrieben, wie "life". "Speed" wird mit fünf Buchstaben geschrieben, wie "death".

Levi-Strauss, Claude

  • Im Vergleich zur demographischen Katastrophe ist der Zusammenbruch des Kommunismus unwichtig.

Lewis, Jerry

  • Festredner sprechen im Schlaf - anderer Menschen.
  • Mit Humor kann man Frauen am leichtesten verführen, denn die meisten Frauen lachen gerne, bevor sie anfangen zu küssen.

Lewis, Wyndham

  • Alles ist Wasser auf die Mühlen der Sinne, von einem leeren Geist wird nichts verschmäht.

Lewitscharoff, Sibylle

  • Denken Sie an den Zeithaushalt des Menschen, die verwundbarste Stelle seiner Existenz.
  • Schönheit entzieht sich der Beschreibung, sie lebt im Zusammenhang.
  • Vielleicht zieht mich das Häßliche an, weil ich unaufhörlich nach Beweisen suche, wie verrottet und verderbt die Welt ist.
  • Wenn man ihn nicht jeden Tag genießt, hat Luxus etwas ungemein Beruhigendes.

Lichtenberg, Georg Christoph

  • Es ist unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch das Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.
  • Jeder Mensch hat auch seine moralische backside, die er nicht ohne Not zeigt, und die er so lange als möglich mit den Hosen des guten Anstandes zudeckt.
  • Man muß etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.
  • Wir verbrennen zwar keine Hexen mehr, aber dafür jeden Brief, worin eine derbe Wahrheit gesagt ist.

Ligné, Christian Josef Fürst von

  • Zerstreutheit ist ein Zeichen von Klugheit und Güte, dumme und boshafte Menschen sind immer geistesgegenwärtig.

Lincoln, Abraham

  • Besser schweigen und als Narr scheinen, als sprechen und jeden Zweifel beseitigen.
  • Die Henne ist das klügste Geschöpf im Tierreich. Sie gackert erst, nachdem das Ei gelegt ist.
  • Es ist besser zu schweigen und als Idiot verdächtigt zu werden, als zu reden und dadurch alle Zweifel zu beseitigen.
  • Hat man einen Elefanten am Hinterbein erwischt, und er will sich losreißen, dann lässt man ihn am besten laufen.
  • Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.
  • Man hilft den Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können.
  • Mit einem Tropfen Honig fängt man mehr Fliegen als mit einer Gallone Gallensaft.
  • Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

Lindgren, Astrid

  • Das grenzenloseste aller Abenteuer der Kindheit, das war das Leseabenteuer und ein besseres Geschenk hat das Leben mir nicht beschert.

Link, Heiner

  • Zum Glück strotzt diese Welt nur so von Idioten. Das mache es für den Rest der Menschheit spannend.

Llamazares, Julio

  • Und wenn es einem gelänge, den Tod zu akzeptieren? Es wäre eine Öffnung auf eine unvorstellbare Leere hin.

Lodge, David

  • Die Geschichte wiederholt sich das erste Mal als Tragödie und das zweite Mal als Farce, aber Weihnachten wiederholt sich als Übersättigung.
  • Man könnte sagen, daß schon die Geburt ein Todesurteil ist - vermutlich hat irgendein wortgewandter Philosoph das irgendwo schon gesagt -, aber das ist ein abartiger und zweckloser Gedanke. Besser, sich an das Leben zu halten und den Wert der verrinnenden Zeit zu würdigen.

Lodoli, Marco

  • Es wird der Sport oder die Dummheit sein, was jung erhält.

Loest, Erich

  • Heute als alter Mann kenne ich nichts Schöneres in der deutschen Sprache als: nach Hause.
  • Ist Erinnerung etwas anderes als ständig neu produzierte Vorstellung?
  • Nicht verloren ist, wer unwandelbar auf seine Erettung hinarbeitet.
  • Vielleicht kann niemand anderen Glück wünschen, ohne daß sich sein eigenes Glück darin spiegelt.

Löffler, Sigrid

  • Das Hörbuch hat sich erstaunlich gut entwickelt und ist sozusagen die technische Neufassung des arabischen Märchenerzählers.

Lorenz, Konrad

  • Die Gefährdung der heutigen Menschheit entspringt nicht so sehr ihrer Macht, physikalische Vorgänge zu beherrschen, als ihrer Ohnmacht, das soziale Geschehen vernünftig zu lenken.

Loriot

  • Ich liebe Politiker auf Wahlplakaten. Sie sind tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.
  • Jeder Säugling sollte sich so früh und so gründlich wie möglich mit einem Fernsehgerät beschäftigen, denn später hat er ja auch nichts anderes.

Ludwig, Otto

  • Der Mensch gibt ebenso schwer eine Furcht auf als eine Hoffnung.

Lösch, Michael

  • Goethe hatte mit seinem Werther nicht den Nagel auf den Kopf, sondern den Zünder an der Bombe getroffen.

Luczak, Jeannine

  • Sardinen wissen, daß Gleichmachen mit Kopfabschneiden beginnt.

Luhmann, Niklas

  • Die Komponenten eines Lebenslaufes bestehen aus Wendepunkten, an denen etwas geschehen ist, das nicht hätte geschehen müssen.
  • Wer in einer komplexen Welt leben will, strapaziert sein Zeitbudget.

Lukács, Georg

  • Die Zukunft kommt von selbst, der Fortschritt nicht.

Luther, Martin

  • Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto grösser wird er.
  • Iss, was gar ist. Trink, was klar ist. Red, was wahr ist.

Luxenburg, Rosa

  • Der Charakter einer Frau zeigt sich nicht, wo die Liebe beginnt, sondern wo sie endet.

M

Macauly, Thomas Babington

  • Ohne ein bißchen Bosheit kann man unmöglich witzig sein.

Machado de Assis, Joaquim Maria

  • Erinnerung ist noch das Beste. Einem gegenwärtigen Glück darf man nicht trauen; es gibt darin immer einen Tropfen von dem Geifer Kains. Wenn die Zeit verflossen und der Kampf vorbei ist, schön, dann kommt man vielleicht zu wahrem Genuß, denn von den beiden Illusionen ist die noch die bessere, die man ohne Schmerzen auskosten kann.

Machfus, Nagib

  • Aber immer sind es kleine Würmer, die den Leichnam eines großen Mannes fressen.
  • Das Herz ruft verzweifelt nach beständigem Glück. (...) Was sonst ist das Leben als ein großer Betrug, und will man diesen Schwindel einigermaßen überstehen, muß man sich mit verborgenen Weisheiten zufriedengeben. Wir gleichen Schauspielern, die auf der Bühne von der Täuschung leben und trotzdem ihre Kunst anbeten.
  • Das Leben reicht viel zu tief, ist viel zu gewaltig, als daß es sich auf eine Sache, und wäre es selbst das Glück, beschränken ließe.
  • Das Schweigen, das einen umgibt, ist eine der schlimmsten Qualen des Alters.
  • Das wahre Alter wird nicht nach Jahren gezählt, sondern nach der Häufigkeit des Rauschs.
  • Der kluge Mann weiß, noch bevor er den Fuß aufsetzt, an welcher Stelle er seinen Abdruck hinterläßt.
  • Die Ehe bdeutet die letzte Kapitulation in der verlorenen Schlacht mit dem Leben.
  • Die Zeit ist der Feind aller freundschaftlichen Begegnungen.
  • Eine der vielen Gemeinheiten des Lebens ist, daß es uns nicht erlaubt, so lange betrunken zu sein, wie wir möchten.
  • Empfinden wir Liebe, sagte er sich, macht sie uns zu schaffen, ist sie aber fort, leiden wir unendlich.
  • Es gehört zur Erfahrung vieler Menschen, daß ein in bester Absicht gesprochenes Wort des Trostes die Trauer doppelt spüren läßt.
  • Es sind immer die schlimmen Dinge, über die man lachen muß.
  • Frauen haben einen Instinkt, der, wenn's um persönliche Dinge geht, ihnen glatt den Verstand erspart. Gingen alle Menschen mit dieser Gabe an die Erkundung des Unbekannten, wäre es nicht bis jetzt unbekannt geblieben.
  • Frauen fragen immer nach Dingen, die sie schon wissen.
  • Herzen werden durch Dinge verletzt, die nichts mit dem Herzen zu tun haben.
  • Ist es nicht kindisch und sentimental, das Leben als Tragödie zu sehen? Die Würde verlangt, sich dem Leben mutig zu stellen. Bejahe es, nimm es als Drama mit glücklichem Ausgang - dem Tod. Prüfe, ob du es nicht sinnlos vertust.
  • Je mehr man von der Liebe ausgeschlossen ist, desto stärker ist man in sie verliebt.
  • Schlag dir alles Grübeln aus dem Kopf, vertreibe alle Leidenschaft aus deiner Seele, und lebe statt dessen mit ganzem Bewußtsein dem Augenblick. Bedeutet er nicht das ganze Leben, die, die Ewigkeit?
  • Was aber die Frau betrifft, so setzt bei ihnen der Wahnsinn gleich nach der Hochzeit ein, denn von Stund an begnügen sie sich mit nichts Geringerem, als ihre Männer zu verschlingen.
  • Welchen Sinn hat es, sich nach der Vergangenheit zu sehnen? Wahrscheinlich wird die Vergangenheit immer das Opium der Gefühlsdusler sein. (Nagib Machfus: Zuckergäßchen)
  • Wir alle suchen ja hin und wieder Zuflucht zur Logik, um Sicherheit über Dinge wie Gesundheit, Krankheit, Glück, Liebe, Haß zu erlangen - alles Probleme, die mit Logik nichts zu tun haben.
  • Wo keine Klarheit ist, macht sich Schmerz breit.

Macintosh, Alexander

  • Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.

Maeterlinck, Maurice

  • Glücklichsein: das heißt die Ungeduld nach dem Glück hinter sich haben.

Magnani, Anna

  • Wenn Männer sich mit ihren Kopf beschäftigen, nennt man das denken. Wenn Frauen das gleiche tuen, heißt das frisieren.

Mahjoub, Jamal

  • Manchmal muß man sich dem Wahnsinn hingeben, um seine eigene Poesie zu finden.

Mahler, Gustav

  • Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.

Mailer, Norman

  • Die meisten Frauen, die auf den richtigen Mann warten, amüsieren sich inzwischen ganz gut mit dem falschen.
  • Du hast die Wahl. Du kannst dir Sorgen machen, bis du davon tot umfällst. Oder du kannst es vorziehen, das bißchen Ungewißheit zu genießen.

Maillart, Ella

  • Diejenigen, die mit großer Intensität leben, sind mit dem Leben so stark beschäftigt, daß sie keine Muße für das Heilmittel des Humors besitzen.

Malmsheimer, Jochen

  • Amerika und Vakuum - zwei Dinge, die über eine große Schnittmenge verfügen.
  • Ich bin ja überzeugt, daß Weihnachtsplätzchen die Bombe des Pazifisten sind.
  • Ich habe durchaus Verständnis für Senioren. Aber nicht lange.
  • Gewichtheben - Man muß Sachen heben, für die sich Gesunde einen Lieferwagen kommen lassen.
  • Was kommt eigentlich zwischen Bescherung und Zerwürfnis auf den Tisch? [Heilig Abend]

Manguel, Alberto

  • Außer den Theologen und den Vertretern der phantastischen Literatur werden nur wenige daran zweifeln, daß die Hauptzüge unseres Universums ein tiefer Mangel an Sinn und das Fehlen jeden erkennbaren Zwecks sind.
  • Eine Liste von Dingen, die "völlig unwichtig" sind, könnte von Nutzen sein. Sie würde mein tägliches Sorgenpensum beträchtlich verringern.
  • Zufriedenheit erfordert einen gewissen Mangel an Neugier.

Mann, Heinrich

  • Der Sprung in die Ehe, den tut kein junger Mann, besonders heute, ohne erst mal zu scheuen.

Mann, Thomas

  • Am Vollkommenen zu ruhen, ist die Sehnsucht dessen, der sich um das Vortreffliche müht; und ist nicht das Nichts eine Form des Vollkommenen?
  • Arbeit ist schwer, ist oft genug ein freudloses und mühseliges Stochern; aber nicht arbeiten - das ist die Hölle.
  • Das Wort ist der Feind des Geheimnisvollen und ein grausamer Verräter der Gewöhnlichkeit.
  • Denn in dem Wahn und der Sonderung dieses Lebens ist es das Los dieser Wesen, einander im lichte zu stehen, und vergebens sehnen sich die Besseren nach einem Dasein, in dem nicht das Lachen des anderen Weinen wäre.
  • Der Geist ist etwas sehr Reines, und wer eine Lebensform im Geistigen hält, der hält sie rein, der schützt sie vor jeder Entartung und Verhärtung, die sie in der Wirklichkeit erleiden mag.
  • Ehrerbietung zu erweisen gehört zu den größten Genugtuungen des Herzens. Ohne Heuchlei: es macht viel glücklicher, als Ehre zu empfangen. Das beschämt, bedrückt, überlastet das Selbstgefühl, und man denkt nur abwehrend: "Kinder, Kinder!"
  • Eine Aristokratie des Geldes ist ein vertauschbare Zufallsaristokratie.
  • Einen Künstler, einen wirklichen, nicht einen, dessen bürgerlicher Beruf die Kunst ist, sondern einen vorbestimmten und verdammten, ersehen Sie mit geringem Scharfblick aus einer Menschenmasse. Das Gefühl der Separation und Unzugehörigkeit, des Erkannt- und Beobachtetwerdens, etwas zugleich Königliches und Verlegenes ist in seinem Gesicht.
  • Es gibt ein oberflächliches Alleinsein wie es einen oberflächlichen Schlaf gibt.
  • Manche finden alles selbstverständlich. Tut man das aber nicht, so ist das Leben sehr aufregend.
  • Mein Verstand steht still (...) vor der absurden Tatsache, daß ein Mensch durch die dumme und zuversichtliche Entfaltung seiner tierischen Triebe auf Erden zu höchstem Ruhme gelangen kann.
  • Nichts ist für unsere Lebensform charakteristischer als unser Verhältnis zur Natur, genauer, da ja auch der Mensch Natur ist, zur außermenschlichen Natur.
  • Wäre es nicht das Beste und Einfachste, den Humanismus als das Gegenteil des Fanatismus zu bestimmen.
  • Wenn eine despotische Regierung den Geist zu unterjochen trachtet, dann treibt man Politik, wenn man seinen Geist nicht beugen läßt.
  • Wer am meisten liebt, ist der Unterlegene und muß leiden.
  • Wer um das Vollkommene wirbt, der fördert das Gute.
  • Wie geringfügig ist, verglichen mit der Zeitentiefe der Welt, der Vergangenheitsdurchblick unseres eigenen Lebens!
  • Wie seltsam mischt die Vorsehung uns Sterblichen Freude und Leid in einem Becher!
  • Wir gehen alle dahin als hoffnungsloser Schuldner des Unendlichen.
  • Wir sind vom ewigen Rätsel so dicht umdrängt, daß man ein Tier sein müßte, um es sich nur einen Tag lang aus dem Sinn zu schlagen.

Manzoni, Alessandro

  • Die meisten Helfer findet man, wenn man keine mehr braucht.
  • Es sind nur immer diese verflixten Interessen, die unsere natürliche Zuneigung füreinander verwirren.

Marai, Sandor

  • Aus der institutionalisierten Religion verdampft genau das, was die Religion ist. Wie aus der Literatur und der Kunst der Inhalt verdampft, sobald sie institutionell sind.
  • Es liegt etwas Taktloses darin, länger zu leben, als es sich gehört. Wie wenn die Gastgeber über den Kopf des Gastes hinweg Blicke wechseln, wann geht er endlich?
  • Gemeinsames Schicksal aller Denkmäler: daß die Hunde den Sockel anpinkeln.
  • In den "unerwarteten" Todesfällen steckt für die Überlebenden stets etwas Beleidigendes. Sie schreien auf, entrüstet, als wollten sie fragen: Was ist das für eine Taktlosigkeit?!
  • Jeder Terror frißt sich selbst auf. Dann beginnt er von vorn. Es stimmt nicht, daß es früher anders war. Nur waren die Menschen weniger und die Statistik bescheidener, aber es ist immer so gewesen. Der Mensch ist hoffnungslos grausam. Grausam, weil ohne Hoffnung.
  • Jede schlechte Absicht wirkt eher beruhigend als furchteinflößend: Man weiß wenigstens, daß der Mensch jederzeit zu jeder Schandtat fähig ist. Überraschungen ausgeschlossen!
  • "Meinen täglichen Gleichmut gib mir..."
  • Mir sind nicht nur meine unmittelbaren Angehörigen, Berufsgefährten und Altersgenossen weggestorben, sondern auch meine Gegner. Würde ich nach Budapest zurückgehen, fände ich keinen mehr, mit dem ich hadern könnte.

Marias, Javier

  • Der Umgang mit einem Ehepaar ist wie der Umgang mit einer einzigen widersprüchlichen und vergeßlichen Person.
  • Die Menschen bemühen sich bisweilen, einander zu verstehen, obwohl in Wirklichkeit niemand befähigt ist, etwas von dem zu verstehen - das heißt, das Ganze zu sehen.
  • Man kann auf so viele Arten betrunken sein, wie man nüchtern sein kann.
  • Über etwas nachdenken zu können, was nicht Pflicht ist, ist im Leben jedes Menschen, egal, wer er ist, von entscheidender Bedeutung, ich zumindest halte es für entscheidend, über Dinge nachdenken zu können, die nichts zur Sache tun, die Gedanken schweifen zu lassen.

Maron, Monika

  • Armut ist ein so relativer Begriff wie Krankheit; wer nicht daran gestorben ist, kann sich damit trösten, daß es ihm besser ergangen ist als den Toten.
  • Das Alter und der Tod machen uns den Tieren gleicher; unbarmherzig ziehen sie uns auf die andere Seite, in das Reich der Natur.
  • Der familienlose Mann verbringt zwei Drittel seiner Zeit unbeaufsichtigt und ist darum als Risikofaktor einzustufen.
  • Der schöne Gedanke, daß die Frauen die Männer nur noch brauchen, um sie zu lieben, sollte sie entzücken, statt sie zu ängstigen.
  • Der Stolz auf die Mutation, die uns hervorgebracht hat, liegt mir fern.
  • Die Kenntnis der eigenen Abgründe fördert das Weltverständnis.
  • Die Welt hat noch keinen glücklichen Menschen gesehen, es sei denn, er wäre betrunken.
  • Enkelkinder sind wohl die einzige natürliche Leidenschaft, die das Alter uns zugesteht.
  • Es ist schon seltsam, sagt er, wie das Leben uns täuscht, indem es uns in die Gespinste unseres Ehrgeizes verstrickt und uns erst, wenn das Spiel vorbei ist, erkennen läßt, daß es darum gar nicht ging.
  • Es müssen nicht ganze Imperien zerbrechen, um in unserem Leben ungeahnte Dinge geschehen zu lassen.
  • Für den Mann ist das Verhältnis zur Ehe ein Verwesensprozeß. Je verwester er ist, um so leichter erträgt er die Ehe. In der Agonie gibt er den letzten Widerstand auf.
  • Halb gewagt, ist ganz verloren.
  • In der Regel sind die Frauen weniger dogmatisch als die Männer, da sie schwerer den Sinn für Realitäten verlieren.
  • Man kann im Leben nichts versäumen als die Liebe.
  • Man müsse im eigenen Leben nur dafür sorgen, daß es zu jeder Zeit Anfänge gibt, glückliche Anfänge.
  • Straßen ergeht es mit ihren Namen ähnlich wie den Frauen, sie sind geborene, verheiratete, geschiedene, wieder geborene, je nachdem, welchen Männern oder Regierungen sie gerade angehörten.
  • Über die männliche Körperkraft lachen Frauen erst, seit sie ihrer nicht mehr bedürfen.
  • Wenn du nicht nach den Sternen greifst, schaffst du es nicht mal bis zur Dachrinne.
  • Wer gibt heute noch etwas für einen gut ausgearbeiteten Tod...; der Wunsch, einen eigenen Tod zu haben, wird immer seltener. Eine Weile noch, und er wird ebenso selten sein wie ein eigenes Leben.
  • Wo immer ich höre, daß einer weiß, was der anderen Menschen Glück ist; wo immer ich lese, daß jemand im Namen einer Idee über Millionen Menschen verfügt, und sei es nur in Gedanken; wo immer ich sehe, daß einer alten Ideologie frische Schminke aufgelegt wird, um ihren Tod zu maskieren, packt mich das Entsetzen. Und ine jahrzehntealte Wut.

Martel, Yann

  • Wenn wir unsere Künstler nicht unterstützen, dann opfern wir die Phantasie unseres Landes auf dem Altar der Alltäglichkeit, und am Ende werden wir an nichts mehr glauben können und keiner unserer Träume wird mehr etwas wert sein.

Martynova, Olga

  • Merkwürdig, wie wenig Möglichkeiten du hast, etwas zu machen, was nicht zum Ablauf deines Lebens gehört, ohne das, was zum Ablauf deines Lebens gehört, zum Entgleisen zu bringen.

Marx, Groucho

  • Von einem Prominenten will man Dinge erfahren, die man nicht einmal von sich selbst wissen will.
  • Weisst du woher ich weiss wie alt ich bin? Niemand gebraucht mehr das Wort -Tod- in meiner Gegenwart. Man koennte meinen, niemand stirbt mehr. Der Tod hat Urlaub. Seitdem weiss ich, wie alt ich bin.
  • Was man im Bett nicht tun kann, ist eben nicht wert, getan zu werden.

Maugham, William Sommerset

  • Auch Frauen können Geheimnisse verschweigen. Aber sie können nicht verschweigen, daß sie Geheimnisse verschweigen.
  • Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit.
  • Die meisten Menschen geben ihre Laster erst dann auf, wenn sie ihnen Beschwerden bereiten.
  • Die Zeit ist ein guter Arzt, aber ein schlechter Kosmetiker.
  • Es ist ein großer Trost, andere dort scheitern zu sehen, wo man selbst gescheitert ist.
  • Es ist erstaunlich, was für ganz und gar unvereinbare Wesenszüge man in ein und demselben Menschen vereint und obendrein noch halbwegs harmonisch aufeinander abgestimmt finden kann.
  • Es ist seltsam bestellt um den Geist; nie erhebt er sich höher, als wenn der Leib eine Weile durch die Gosse gewatet ist.
  • Gelegentliche Ausschweifungen wirken anregend. Sie verhindern, daß Mäßigkeit zur Gewohnheit abstumpft.
  • Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat. Auch Frauen können Geheimnisse verschweigen. Aber sie können nicht verschweigen, daß sie Geheimnisse verschweigen.
  • Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit.
  • Die meisten Menschen geben ihre Laster erst dann auf, wenn sie ihnen Beschwerden bereiten.
  • Die Unwissenden und Gewöhnlichen hassen und verachten diejenigen, die sich mit Dingen beschäftigen, die sie selbst nicht verstehen.
  • Die Zeit ist ein guter Arzt, aber ein schlechter Kosmetiker.
  • Es ist ein großer Trost, andere dort scheitern zu sehen, wo man selbst gescheitert ist.
  • Es ist erstaunlich, was für ganz und gar unvereinbare Wesenszüge man in ein und demselben Menschen vereint und obendrein noch halbwegs harmonisch aufeinander abgestimmt finden kann.
  • Es ist schon komisch, daß ein Mann, der sich um nichts auf der Welt Sorgen machen muß, hingeht und eine Frau heiratet.
  • Es ist sehr gefährlich, in das Leben anderer Leute einzugreifen, und ich habe mich immer über das Selbstvertrauen gewundert, mit dem Politiker, Reformer und sonstige Wohltäter ihre Mitmenschen zwingen, liebgewordene Gewohnheiten und Lebenshaltungen aufzugeben.
  • Frauen haben ein besonderes Empfinden für die Schönheit der Selbstaufopferung bei anderen.
  • Gelegentliche Ausschweifungen wirken anregend. Sie verhindern, daß Mäßigkeit zur Gewohnheit abstumpft.
  • Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat.
  • In jeder Minute, die man mit Ärger verbringt, versäumt man sechzig glückliche Sekunden.
  • Humor ist die Fähigkeit, an den Auswüchsen der menschlichen Natur Gefallen zu finden.
  • Jede Generation lächelt über die Väter, lacht über die Großväter und bewundert die Urgroßväter.
  • Männer sind Gewohnheitstiere; das war es, was den Frauen eine solche Macht über sie gab.
  • Mein Geist sollte eine Tafel sein und jede Stunde, die hinging, ein Schwamm, der das Gekritzel auslöschte, das die Welt hineingeritzt hatte. Die Zeit, weil sie so flüchtig, weil sie so unwiederbringlich ist, ist das kostbarste aller menschlichen Güter, und sie zu vergeuden, ist die raffinierteste Art von Verschwendung.
  • Nach den Vorstellungen einer amerikanischen Frau ist der ideale Ehemann ein Butler mit dem Einkommen eines Generaldirektors.
  • Niemand kann fünfundzwanzig Jahre lang ein Schwindler sein. Heuchelei ist das schwierigste und für die Nerven aufreibendste Laster, dem ein Mensch sich hingeben kann; sie erfordert eine unausgesetzte Wachsamkeit und eine seltene Seelenstärke. Sie kann nicht, wie Ehebruch oder Völlerei, in einzelnen Momenten betätigt werden, sondern ist eine Vollzeitbeschäftigung.
  • Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform.
  • Schöne Dinge werden angefüllt mit den Gefühlen, die sie in nachfolgenden Generationen wecken. Darum sind alte Sachen schöner als moderne.
  • Schönheit empfinden ist ein Außer-sich-Geraten, eine Empfindung, so einfach wie der Hunger. Es läßt sich schlechthin nichts über die Schönheit sagen. Sie ist wie der Duft einer Rose; man kann an ihr riechen - das ist alles.
  • Viele erkennen zu spät, daß man auf der Leiter des Erfolgs einige Stufen überspringen kann. Aber immer nur beim Hinuntersteigen.
  • Von einer Frau kann man alles erfahren, wenn man keine Fragen stellt.
  • Wenn alle Leute nur dann redeten, wenn sie etwas zu sagen haben, würden die Menschen sehr bald den Gebrauch der Sprache verlieren.
  • Wenn man genug Erfahrung gesammelt hat, ist man zu alt, um sie auszunutzen.
  • Wenn man jeden Augenblick leben will, wie er sich darbietet, muß man jeden andern Augenblick absterben.
  • Wie hartnäckig manche Leute sind, vom Unglück heimgesuchten Menschen ihre Güte aufzudrängen.
  • Zukunft ist etwas, das die Menschen erst lieben, wenn es Vergangenheit geworden ist.

Maupassant, Guy de

  • Unser Gedächtnis ist ein vollkommeneres Universum als die Welt: es gibt dem, was nicht mehr ist, Leben!
  • Wir sind das ewige Spielzeug immer sich erneuernder stupider und bezaubender Illusionen.

Mauriac, Francois

  • Brüder können ihre jeweiligen Gedanken erraten, einander bis zu einem Gewissen Grad verstehen, aber sie machen einander keine Geständnisse.
  • Der Bau von Luftschlössern kostet nichts, aber ihre Zerstörung ist sehr teuer.
  • Die Menschen, die nicht lieben können, trifft nichts wirklich schwer.
  • Die seltsamsten Empfindungen setzen nicht Erstaunen, sobald sie zur Gewohnheit geworden sind.
  • Die Zeit ist immer reif, fragt sich nur wofür.
  • Ein alter Mann ist immer ein Crusoe.
  • Meist genügt es Brüdern, wie zwei Schößlinge aus dem gleichen Stamm durch ihre Wurzeln verbunden zu sein. Sie haben keineswegs die Gewohnheit, sich auszusprechen - ihre Liebe ist die schweigsamste, die es gibt.

Maurier, Daphne du

  • Frauen möchten in der Liebe Romane erleben, Männer Kurzgeschichten.

Maurois, Andre

  • Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen.

Mayer, Johann Friedrich

  • Wer in die Geheimnisse, die sich zwischen Eltern und Kindern ereignen, hineinsieht, der muß sich entsetzen, schwindeln und zurückfallen; denn es sind Geheimnisse schwärzester Bosheit, welche die Kinder begehen und so im Finstern, in die Pest hineinschleichen.

McEwan, Ian

  • Arbeit, das ultimative Gütesiegel der Gesundheit.
  • Kommerzieller Wohlstand ist robust und wird niemals klein beigeben. Nicht der Rationalismus besiegt die religiösen Fanatiker, sondern der gewöhnliche Einkauf mit allem, was dazugehört - Jobs unter anderem, aber auch Frieden und erfüllbare Wünsche, Verheißungen, die in dieser Welt wahr werden und nicht erst in der nächsten. Lieber Einkaufen als Beten.
  • Wie wissenschaftlich unterrichtet wir uns auch wähnen, in der Gegenwart von Toten werden wir immer noch von Furcht und Ehrfurcht überwältigt. Vielleicht ist es recht eigentlich das Leben, über dsas wir uns verwundern.

Meinrad, Josef

  • Fortschritt bedeutet, daß wir immer mehr wissen und immer weniger davon haben.

Meister Ekkehart

  • Das schnellste Tier, das dich trägt zur Vollkommenheit, ist Leiden.
  • Daß ein Mensch ein ruhiges Leben hat, das ist gut; daß ein Mensch ein mühevolles Leben mit Geduld erträgt das ist besser; -aber daß man Ruhe hat - in einem mühevollen Leben, das ist das allerbeste.

Menasse, Eva

  • Das Verrückte am Sterben war ja, dass man es bis zum letzten Moment für ausgeschlossen hielt, jedenfalls für sich selbst.
  • Es gab ja Frauen, die in jeder Lebenslage Kurs auf den Leitwolf hielten.
  • Wenn du verstanden und gehört werden willst, kommst du mit dem taktvoll Ausbalancierten nicht weiter!

Menasse, Robert

  • Das Leben ist ein noch größerer Irrtum als der Tod.
  • Daß es für alles einen Grund geben müsse, war ein Irrglaube, wenn nicht überhaupt der Grund für alles Leid. Die Kausalitäten werden fürchterlich überschätzt. Die Suche nach den Kausalitäten geht immer über Leichen, zuletzt über die eigene.
  • Ein Maler, der keiner Macht mehr dienstbar sein will, müßte heute eine weiße Leinwand ausstellen, sonst nichts.
  • In der Kunst hat ein Werk nur Sinn, wenn es im Bewußtsein dessen, der es betrachtet, zum sehenden, hörenden, empfindenen Organon der Menschheit wird - der Menschheit in jedem einzelnen Menschen.

Mencken, Henry Louis

  • Puritanismus ist der quälende Verdacht, daß irgendwer sich irgendwo amüsiert.

Mensching, Steffen

  • Im atomaren Zeitalter hat der Begriff der Ewigkeit seine Autorität eingebüßt. Die bürgerliche Gesellschaft besitzt kein Erlösungspotential, erstrebt keinen Zustand. Seit dem Untergang des Kommunismus, den zu Fall zu bringen zumindest ein Ziel war, verwaltet sie nur noch ihre Deformation. Gerontologie.
  • Echte Leidenschaft in eine Recherche zu investieren ist riskant, man läuft Gefahr, zu emotional auf verweigerte oder erteilte Auskünfte zu reagieren. Deshalb favorisieren Journalisten die scheinheilige Maske unbeteiligter Sachlichkeit.
  • Es ist, nimmt sich ein junges Weib ein alter Mann, als spannte man ein feurig Ross an morschen Karren an.
  • In der Schule des Lebens gibt es keine Ferien.
  • Klischees sind nur abgeschliffene Wahrheiten.
  • Liebesbriefe brennen genau wie jedes andere Papier.
  • Über das Wetter regt sich niemand mehr auf, da könnte man sich gleich über die Schwerkraft beschweren.

Menuhin, Yehudi

  • Wir können anscheinend kaum noch einen leeren Fleck, ein bißchen Zeit sehen, ohne daran zu denken, wie man das eiligst füllt.

Merz, Klaus

  • Schlagfertige Antworten geben jeder Ehe das gewisse Etwas, besonders wenn man darauf verzichtet.

Meurer, Willy

  • Schlechte Politiker kommen ins Amt, weil gute Bürger nicht zur Wahl gehen.

Meyer, Conrad Ferdinand

  • Das deutsche Gemüt erträgt eine grobe, redliche Schelte besser als eine lahme Predigt oder einen feinen schneidenden Hohn.
  • Ich wünsche mir alle Strahlen meines Lebens in ein Flammenbündel und in den Raum einer Stunde vereinigt, daß statt einer blöden Dämmerung ein kurzes, aber blendend helles Licht von Glück entstünde, um dann zu löschen wie ein zuckender Blitz.
  • Wären die Bösen in der Mehrzahl, so frügen wir: wie kam das Gute in die Welt?
  • Wer mit freiem Anlaufe springt, springt gut; wer gestoßen wird, springt schlecht.
  • Wer widersteht dem Anblick des Schönen, wenn es ungerecht leidet?

Meyrink, Gustav

  • Der Mensch verwest in dem unsichtbaren Grabe der Zeit, noch während er lebt.
  • Die körperliche Hygiene hat große Fortschritte gemacht, - man desinfiziert sogar schon die Türklinken, um sich nicht irgendeine Krankheit zu holen, - ich sage dir, es gibt gewisse Schlagworte, die weit schlimmere Krankheiten, zum Beispiel: Rassen- und Völkerhaß, Pathos und dergleichen, übertragen und mit viel schärferer Lauge keimfrei gemacht werden müßten als Türklinken.
  • Die Schatten der Myriaden gemordeter und gefolteter Tiere haben uns verflucht und ihr Blut brüllt nach Rache. (...) Wehe uns Menschen, wenn beim Jüngsten Gericht die Seele auch nur eines einzigen Pferdes im Rate der Ankläger sitzt.
  • Freude, die einen Anlaß braucht, ist nicht Freude, sondern Vergnügen.
  • Ich habe mir schon oft gesagt, daß etwas Unnatürliches darin liegen muß, wenn ein Mann sich an eine Frau kettet. Es kommt mir so vor, als brächen ihm dadurch die Flügel.
  • Manchem Menschen ist die eigene Seele so fremd geworden, daß er tot zusammenbricht, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, daß er sie erblickt.
  • Sogar die unreine Freude steht näher dem Licht als der finstere, trübselige Ernst.
  • Wer nach dem Gefühl handelt, dem wird viel vergeben, weil er viel geliebt hat.
  • Wer richtig sucht, der kann nicht angelogen werden.

Meysel, Inge

  • Hinter jeder Frau im Nerz steht eine andere, die darüber witzelt, wo sie ihn her hat.

Mikes, Kelemen

  • Glücklich zu nennen seelisch wie körperlich ist, wer Weniges begehrt und mit Wenigem sich begnügt.
  • Was ist das für eine Welt. Und warum sind wir doch so versessen auf sie.
  • Welch ein Gut ist doch die Gesundheit! Und meistens sind wir selbst deren Verderber!

Milosz, Czeslaw

  • In jeder Wiedergabe von Tatsachen, selbst wenn sie äußerlich miteinander logisch verbunden scheinen, verbergen sich Lücken, die, wenn man sie ausfüllen würde, alles in anderem Licht würde erscheinen lassen. Jedoch dies zu tun vesucht keiner, denn das müßte das Vergnügen über einen sofort ermittelten Tatbestand mindern.
  • Vielleicht trägt Böse eine verborgene Hilflosigkeit in sich.
  • Wie schlimm ist es, daß die Menschen einander erst nach dem Tod lieben.

Milton, John

  • Die Frau ist der annehmbarste Naturfehler.

Minis, Cola

  • Sprachgeschichte ist im Grunde die schwärzeste aller schwarzen Künste, das einzige Mittel, die Geister vergangener Jahrhunderte zu beschwören. Mit der Sprachgeschichte reicht man am weitesten zurück in das Geheimnis Mensch.

Mirbeau, Octave

  • Dem Tod ist es egal, welcher Arzt ihn herbeiführt.

Mitsch, Werner

  • Dummheit ist keine Schande. Hauptsache man hält den Mund dabei.
  • Es kommt nicht drauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.
  • Mode ist die Uniform der Zivilisten.
  • Denken ist oft schwerer, als man denkt.
  • Die schlechte Laune ist eine Ohrfeige ins eigene Gesicht.
  • Wer abnehmen will, sollte die Vorspeise weglassen und statt des Hauptgerichts kein Dessert nehmen.

Möring, Marcel

  • Banalität ist das Rückgrat der Geschichte.
  • Das ist wahrscheinlich der Unterschied zwischen Amerika und Europa. Wir sind an das Ringen gewöhnt, in die Tiefe vorzustoßen und dort die Dinge zu suchen, nach denen wir auf der Suche sind. Die Amerikaner haben die Tiefe heraufgeholt und eine Oberfläche geschaffen, die dadurch viel komplizierter und voller ist als unsere.

Moliére

  • Je mehr wir einen Menschen lieben, desto weniger sollten wir ihm schmeicheln.

Molnar, Franz

  • Manch einer verdankt seinen Erfolg den Ratschlägen, die er von andern nicht angenommen hat.

Moltmann, Jürgen

  • Wer einen Menschen wieder zum Lachen bringt, der schließt ihm das Himmelreich auf.

Mon, Henry

  • Alkohol ist keine Antwort, aber man vergisst beim Trinken die Frage.

Monaco, Mario del

  • Singen ist gefährlicher als Malen. Ein paar falsche Töne, und man wird von der Kritik zerrissen - ein paar falsche Farben, und man bekommt vielleicht einen Preis.

Monikova, Libuse

  • Endlos-Lieder sind die harte Droge aller kollektiven Ausflüge.

Montaigne, Michel Wyquem de

  • Das deutlichste Anzeichen der Weisheit ist eine immer gleichbleibende Heiterkeit.
  • Auch der ehrlichste Mensch, wenn er alle seine Handlungen und Gedanken nach den Gesetzen genau untersucht, wird finden, daß er in seinem Leben wenigstens zehnmal den Galgen verdient hat.
  • Jedem kann es mal passieren, daß er Unsinn redet, schlimm wird es erst, wenn er es feierlich tut.
  • Um seine Kinder braucht sich heutzutage niemand zu sorgen. Wenn sie zu nichts taugen, können sie noch immer in die Politik gehen.

Montesquieu, Charles-Lois Baron de

  • Glücklich das Volk, dessen Geschichte sich langweilig liest.
  • In den nördlichen Zonen übt nicht einmal das Körperliche der Liebe genügend starken Reiz aus. In den heißeren Zonen liebt man die Liebe als solche. Sie ist die Wurzel allen Glücks, sie bedeutet das Leben.
  • Wenn Dreiecke einen Gott hätten, würden sie ihn mit drei Ecken ausstatten.
  • Wer wünscht, dass man ihn fürchtet, erreicht nur, dass man ihn hasst.

Moor, Magriet de

  • Ein Blinder erlebt die totale Wirklichkeit... Träge und schleppend, aber frei von der Illusion eines Horizonts, steuert der Blinde durch einen unbegrenzten Raum.
  • Es ist bekannt, daß immer, wenn ein frischverheiratetes Paar zum erstenmal sein Hochzeitsporträt zu Gesicht bekommt, die Braut nur auf die Braut schaut und der Bräutigam ebenfalls. Bräutigame könnte man spaßeshalber in der Dunkelkammer sofort austauschen, Bräute nie.
  • Halbwahrheiten können sich im Laufe der Zeit so familiär aufführen, dass sie den Status reiner Wahrheit erlangen.
  • Im übrigen braucht man nach einem ungewöhnlich intensiven Leben für seine Wahrnehmungen die Augen wirklich nicht mehr.
  • Ist Genuß kein Beweis dafür, daß es einen Schöpfer gibt, der so, durch unsere Seligkeit, geliebt werden will?
  • Kunst ist Verbindung. Form bindet sich an Inhalt.
  • Optimismus ist eine Nebenwirkung der Arglosigkeit.
  • Vorankommen bedeutet für einen Reisenden Lebensmut in seiner unbekümmertsten Form.
  • Was könnte die Liebe heftiger brennen lassen als das Bewußtsein, daß man etwas hat, eine Kraft, eine einzigartige Fähigkeit, mit der man einen anderen so in Verzückung bringen kann?
  • Wer kennt nicht dann und wann die Raserei, das, milde ausgedrückt, tödliche Selbstmitleid, weil unter das Allerwichtigste in deinem Leben rechtkräftig und auf Dauer ein Strich gezogen wurde? Wer ist sich insgeheim nicht absolut sicher, daß die wahre Begegnung noch kommt?
  • Wer täglich auf ernsthafte und intelligente Weise mit seinem Wahnsinn umgeht, findet irgendwann nichts Besonderes mehr dabei.
  • Zwischen dem Glück des einen und dem verlorenen Glück des anderen liegt, wie auch immer, etwas Skandalöses!

Morante, Elsa

  • Das Geld (...) war der erste üble Trick der Geschichte!
  • Die Macht hat den Schandpfahl nötig: 'Dieser ist Jude, der ist Neger, der ist Arbeiter, der ist Sklave... Der dort ist anders... Jener ist der Feind!' Das alles sind Täuschungen, um den wahren Feind zu verbergen: die Macht! Sie ist die 'Pestilenz', die die Welt in den Wahnsinn stürzt...
  • Die schlimmste Gewalttätigkeit gegen den Menschen ist die Erniedrigung des Geistes.

Mora, Terezia

  • Bevor sie aus den Fugen geraten, sind die Dinge meist unspektakulär.
  • Das Leben ist so leicht ruiniert.
  • Die Zeichen der Zeit sind Kommunikation.
  • Gute Musik erzieht gute Menschen.
  • Zuerst ringt man mit der eigenen Idiotie, dann mit der der anderen, das ist nicht einfach.

Moravia, Alberto

  • Dummheiten können reizend sein, Dummheit nicht.

Mordillo, Guillermo

  • Nachdem Gott die Welt erschaffen hatte, schuf er Mann und Frau. Um das Ganze vor dem Untergang zu bewahren, erfand er den Humor.

Morgenstern, Christian

  • Das Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.
  • Den Charakter eines Menschen erkennt man an den Scherzen, die er übelnimmt.
  • Die Natur ist die große Ruhe gegenüber unserer Beweglichkeit. Darum wird sie der Mensch immer mehr lieben, je feiner und beweglicher er werden wird. Sie gibt ihm die großen Züge, die weiten Perspektiven und zugleich das Bild einer bei aller unermüdlichen Entwickelung erhabenen Gelassenheit.
  • Es gibt kaum eine größere Enttäuschung, als wenn Du mit einer recht großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen kommst.
  • Ein wirklich eigener Gedanke ist immer noch so selten wie ein Goldstück im Rinnstein.
  • Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in einen Menschen hineinhuschen kann.
  • Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.
  • Nur durch Schaden werden wir klug - Leitmotiv der gesamten Evolution. Erst durch unzählige, bis ins Unendliche wiederholte leidvolle Erfahrungen lernt sich das Individuum zum Meister über sein Leben empor. Alles ist Schule.

Morgner, Irmtraud

  • Altersheim, Niederlassung des Jenseits.
  • Der Mensch kann das Chaos nicht ertragen. Er bekämpft es entweder mit Religion oder mit Wissenschaft.
  • Der schlimmste weibliche Fehler wäre der Mangel an Größenwahn. Um etwas Größeres zu tun, brauchte man erst mal Mut, etwas Größeres zu wollen.
  • Die Gefahr einer Selbstvernichtung der Menschheit durch Krieg läßt mir jedes friedenserpresserische Mittel als recht erscheinen.
  • Die Wahrheit sei selten brillant, weil sie zu oft wiederholt werden müßte.
  • Eltern sind den Kindern näher als Kinder den Eltern.
  • Ich glaub, daß man nur leben kann in der leiblichen Überzeugung, die Ausnahme zu sein. Die irgendwie durchkommt.
  • Ich muß mir täglich den Sinn und den Mut aus den Rippen schneiden.
  • Jede große Liebe ist eine Art Religion.
  • Mensch sein ist kein Zustand, dem man ausgesetzt ist, es ist eine Würde, die man erringen muß.
  • Moral kann nebensächliche Veränderungen auslösen, keine grundlegenden.
  • Wahrscheinlich kannte man sich um so schlechter, je besser man sich kannte.
  • Vielleicht war die Welt nur deshalb so schön, weil sie so verwirrend vielfältig war.
  • Wer lang im Fleische tätig ist, dem ist jäh nach Geist und großen Taten.
  • Wer nicht liebt, lebt ein Leben weniger.

Morsbach, Petra

  • Die Leidenschaft eines kranken Egos ist brachial.
  • Mag sein, daß der Mangel an Freiheit eine Zumutung ist, aber auch die Freiheit selbst ist eine.
  • Manche Dinge begreift man erst, wenn es soweit ist.
  • Wir sind nämlich eine verblüffende Gattung: Wir lügen viel und gern, aber wir entlarven uns auch, ungern, aber unentwegt.

Mortier, Erwin

  • Ein gutes Kleid weiß, wo es anliegen muß und wo nicht.

Mrozek, Slawomir

  • Es fällt auf, daß es vor allem Querulanten sind, die sich über das Fehlen einer allgemeinen, allumfassenden Gerechtigkeit beklagen.

Mulisch, Harry

  • Der Mensch gehört eigentlich nicht ins All, aber jetzt, da er nun einmal da ist, ist in verschiedener Hinsicht alles möglich.
  • Ein Dirigent ist das Musterbeispiel eines Diktators.
  • Erst wenn es wieder Adolfs gibt, haben wir den Zweiten Weltkrieg wirklich hinter uns.
  • Jedes Leben hat seine Geheimnisse, und die müssen gewahrt werden. Doch je älter man wird und je weniger man zu verlieren hat, desto uneinsehbarer wird es, warum man sie eigentlich wahrt, so daß man sie genauso gut erzählen kann.
  • Manche meinen, der Holocaust gerät, wenn in fünf oder zehn Jahren alle Täter und Überlebende tot sind, allmählich in Vergessenheit. Aber man wird davon noch in tausend Jahren sprechen - das ist das wahre tausendjährige Reich Hitlers.
  • Man sollte sich immer die Mütter einer Frau ansehen, wenn man wissen will, wie sie selbst werden würde.
  • Neugeborene sehen meist so aus wie Boxer in der letzten Runde.
  • Weil sich alles immer wiederholt, wäre die Politik ohne das schlechte Gedächtnis der Menschheit gar nicht möglich.
  • Wer nie Hunger gehabt hat, ist bei Tisch der bessere Genießer, aber was essen wirklich heißt, weiß er nicht.
  • Zumindest weiß ich, wo man überall nachschlagen kann. Und das ist eine brauchbare Alternative zur Allwissenheit.

Mulot, Sibylle

  • Auf der Welt gibt es nichts Schlimmeres als unerwiderte Gefühle.
  • Es gibt eine Enttäuschung des Findens.

Mumford, Lewis

  • Die Uhr ist nicht einfach ein Mittel, um zu wissen, was die Stunde geschlagen hat, sondern sie dient dazu, die Tätigkeiten der Menschen zu synchronisieren. Die Uhr, nicht die Dampfmaschine, ist die wichtigste Maschine des Industriezeitalters.

Murrow, Edward R.

  • Das Verborgene entdecken wir irgendwann. Das vollkommen Selbstverständliche zu entdecken dauert länger.

Musil, Robert

  • Das gewöhnliche Leben ist ein Mittelzustand aus allen uns möglichen Verbrechen.
  • Der Erfolg ist sozusagen, daß man alles, was man an Ordnung im einzelnen gewinnt, am Ganzen wieder verliert, so daß wir immer mehr Ordnungen und immer weniger Ordnung haben.
  • Der Erfolg kann alles vergessen machen.
  • Der Gang der Dinge ist dort, wo sie wichtig sind, nicht logisch.
  • Die Gestalt der Wirklichkeit ist immer reicher als die Linienführung der Grundsätze.
  • Die große Gelegenheit, die Gott der Wissenschaft bereitet, besteht darin, daß er nur ein einzigesmal gesehen worden ist, und das war bei der Erschaffung der Welt, ehe noch geschulte Beobachter da waren.
  • Die Menschen sind unendlich froh, wenn man sie so läßt, daß sie ihre Ideen nicht verwirklichen können.
  • Die Schönheit des Mannes ist nur ein sekundäres Geschlechtsmerkmal.
  • Die Überschätzung der Frage, wo man sich befindet, stammt aus der Hordenzeit, wo man sich die Futterplätze merken mußte.
  • Es hat keinen Sinn, Sorgen in Alkohol ertränken zu wollen, denn Sorgen sind gute Schwimmer.
  • Ich glaube vielleicht, daß die Menschen in einiger Zeit einesteils sehr intelligent, andernteils Mystiker sein werden.
  • In Zeiten der Pleite bevorzugt die Seele das Jenseits.
  • Keine Grenze verlockt mehr zum Schmuggeln als die Altersgrenze.
  • Man kann vom Leben, wenn es gewaltig ist, nicht auch noch fordern, daß es gut sein soll.
  • Man glaubt, daß die Mystik ein Geheimnis sei, durch das wir in eine andere Welt eintreten; sie ist aber nur, oder sogar das Geheimnis in unserer Welt anders zu leben.
  • Sobald jemand im Ruf steht, ein Napoleon zu sein, gewinnt er auch seine verlorenen Schlachten.
  • Sollte man einen großen Geist und einen Boxmeister psychotechnisch analysieren, so würden ihre Klugheit, ihr Mut, ihre Genauigkeit und Kombinatorik sowie die Geschwindigkeit der Reaktionen auf dem Gebiet, das ihnen wichtig ist, die gleichen sein.
  • Unser Zeitalter trieft ohnehin von Tatkraft. Es will nicht mehr Gedanken, sondern nur noch Taten sehen. Diese furchtbare Tatkraft rührt nur davon her, daß man nichts zu tun hat. Innerlich meine ich.
  • Von den Unglücksvögeln und Glückspilzen abgesehen, leben alle Menschen gleich schlecht, aber sie leben es in verschiedenen Etagen.

Mutter Theresa

  • Lasse nie zu, daß du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.

N

Nabokov, Vladimir

  • Aus optischen und animalischen Gründen ist die sexuelle Liebe weniger durchsichtig als viele andere sehr viel kompliziertere Dinge.
  • Das Gefühl, etwas stimme grundsätzlich nicht mit der Liebe, will mich nicht loslassen.
  • Der Tod ist oft die Pointe im Witz des Lebens.
  • Diebstahl ist das beste Kompliment, das man einer Sache überhaupt machen kann.
  • Eine jede Zukunft ist unbekannt - manchmal aber hüllt sie sich in besonders dichten Nebel, als wäre der natürlichen Zurückhaltung des Schicksals noch eine andere Macht zu Hilfe gekommen und hätte diesen elastischen Nebel ausgebreitet, an dem jedes Denken abprallt.
  • Exzentrizität ist des größten Kummers größtes Heilmittel.
  • Stets habe ich dehnbare Hoffnungen.
  • Verehrt wird, was vergangen ist.
  • Wehe der Phantasie, die nicht von Witz begleitet ist.
  • Wenn sich junge Leute an Traditionen klammern, tun sie es mit der gleichen Leidenschaft, die der reifere Menschn entwickelt, wenn er die Traditionen in Scherben schlägt.

Nadolny, Sten

  • Dummheit ist von allen nachwachsenden Energien die zuverlässigste.

Napoleon Bonaparte

  • Die Deutschen haben sechs Monate Winter und sechs Monate keinen Sommer; und daß nennen sie Vaterland.
  • Nicht diejenigen sind zu fürchten, die anderer Meinung sind, sondern diejenigen, die anderer Meinung sind, aber zu feige, es zu sagen.
  • Es gibt Diebe, die von den Gesetzen nicht bestraft werden und dem Menschen doch das Kostbarste stehlen: die Zeit.
  • Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen.
  • Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist es nur ein Schritt.

Nazianz, Gregor von

  • Des Menschen Leben, meine Brüder, ist der vorbeihuschende Augenblick des Lebendigen, ist unser Kinderspiel auf Erden, ein Lichtschatten, ein fliegender Vogel, Spur eines fahrenden Schiffes, Staub, Nebelhauch, Morgentau und flüchtig aufbrechend Blume.

Nemeth, Laszlo

  • Das Verhältnis der Menschen zueinander wird nicht davon bestimmt, was sie wert sind, sondern davon, was die voneinander wollen.
  • Der wahre Gauner tut alles hinter dem Schild der Korrektheit.
  • Gewissensbisse sind oft nichts anderes als seelisches Tabakschnupfen.
  • Gewöhnlich stellen sich die Menschen das Seelenleben ihrer Mitmenschen so vor, als ob sie selber gar keine Seele hätten.
  • In der Liebe und im Krieg und wenn man einen Koch einstellt, ist alles erlaubt.
  • In Zeiten der Prüfung werden die Gebete einfach.
  • Niemand versteht sich so auf Blasphemie wie ein schlechter Katholik.
  • Wie aufrichtig doch die Wölfe sind! Sie zerreißen einen wenigstens nicht im Namen Jesu Christi.
  • Wir lieben diejenigen, die das Schlimmste von uns wissen und das Gesicht nicht abwenden.

Nemirovsky, Irene

  • Das Unveränderlichste an einem Menschen ist die Art, wie er seinem Zorn Ausdruck verleiht.

Neruda, Pablo

  • Wer die Sentimenalität fürchtet, den holt der Frost.

Nestroy, Johann Nepomuk

  • Die Phönizier haben das Geld erfunden - aber warum so wenig?
  • Die Zensur ist das lebendige Geständnis der Großen, dass sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.
  • Über die Armut braucht man sich nicht zu schämen, es gibt mehr Leute, die sich über ihren Reichtum schämen sollten.
  • Überhaupt hat der Fortschritt das an sich, daß er viel größer ausschaut, als er wirklich ist.
  • Zuviel Vertrauen ist häufig eine Dummheit, zuviel Mißtrauen ist immer ein Unglück.

Nick, Desiree

  • Auf der Bühne darf man alles, wenn man zwei Dinge vermeidet: zu belehren oder zu langweilen.

Nietzsche, Friedrich

  • Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus.
  • Den Stil verbessern - das heißt den Gedanken verbessern und nichts weiter.
  • Der Fanatismus ist die einzige 'Willensstärke', zu der auch die Schwachen gebracht werden können.
  • Der Philosoph sucht nicht die Wahrheit, sondern die Metamorphose der Welt in den Menschen: er ringt nach einem Verstehen der Welt mit Selbstbewußtsein.
  • Die Menschen drängen sich zum Lichte, nicht um besser zu sehen, sondern um besser zu glänzen.
  • Die Moral ist die Wichtigtuerei des Menschen vor der Natur.
  • Ein Deutscher ist großer Dinge fähig, aber es ist unwahrscheinlich, daß er sie tut.
  • Ich habe keinen Menschen mit Überzeugungen kennen gelernt, der mir nicht, wegen dieser Überzeugungen, bald Ironie erregt hätte.
  • Schön ist´s miteinander schweigen, schöner miteinander lachen.
  • Suchen wir denn bei unserem Forschen Ruhe, Friede, Glück? Nein, nur die Wahrheit, und wäre sie höchst abschreckend und häßlich.
  • Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.
  • Was tun, wenn Heiratspläne und befallen? Sich die Qualen ausmalen, die jedem bevorstehen, der sich an unpassende Geschöpfe bindet.
  • Zehnmal mußt du lachen am Tag und heiter sein! Lernen wir uns zu freuen, so verlernen wir am besten, anderen wehe zu tun.

Nizer, Luis

  • Wer mit dem Finger auf einen anderen zeigt, sollte bedenken, daß gleichzeitig vier Finger auf ihn selbst zeigen.

Nöstlinger, Christine

  • Von der Geburt bis zum Tod ist der Mensch sichtlich in einem schwierigen Alter!

Nothomb, Amelie

  • Die unverständlichsten Haltungen eines Menschen sind oftmals durch die Nachwirkungen eines starken Sinneseindrucks aus seiner Jugend bedingt.
  • Ein echter Blick hat kein vorgefaßtes Bild.
  • Es gibt wohl im Leben jedes Menschen ein Trauma, von dem aus sich alles in ein Davor und ein Danach entscheidet.
  • Körper haben drei Möglichkeiten schön zu sein: durch Kraft, Anmut oder die Vollkommenheit der Formen.
  • Ohne den Pomp der Riten hätten wir die Kraft zu nichts.
  • Seit ewigen Zeiten haben die kleinen Leute ihr Leben in den Dienst von Realitäten gestellt, die über sie hinweggingen, doch konnten sie früher wenigstens annehmen, daß dieser Schlamassel irgendeine mystische Ursache habe. Jetzt konnten sie sich keine Illusionen mehr machen. Sie gaben ihr Leben für nichts hin.
  • Sie haben also ein beschissenes Leben und gehen einem beschissenen Beruf nach, wohnen an abscheulichen Orten mit entsetzlichen Personen zusammen und treiben die Niedertracht dann auch noch so weit, das Ganze ihr Lebensglück zu nennen.

Novalis

  • Ein Charakter ist ein vollkommen gebildeter Wille.

Nuhr, Dieter

  • Der öffentliche Nahverkehr hat eine starke existentielle Komponente.
  • Der positive Mensch ist nämlich im Rahmen der Evolution ausgestorben. Er saß vor seiner Höhle, glaubte an das Gute im Säbelzahntiger und wurde gefressen. Nur die Misanthropen und Paranoiker überlebten. Heute arbeiten sie als Journalisten.
  • Ich bin mit Alkohol und Religionen vorsichtig. Menschen neigen sowohl in gottesseliger Verwirrtheit als auch in alkoholisiertem Zustand dazu, sich um Kopf und Kragen zu reden.
  • Es ist die große Kunst des Trinkens, Zeitpunkt und Menge so zu bestimmen, dass der Zustand des Großhirns in der Schwebe zwischen Euphorie und Gelassenheit verweilt.
  • Früher dachten wir noch: Ich denke, also bin ich. Heute wissen wir: Komm, es geht auch so.
  • Gott ist ein Mann. Sonst würde er ab und zu vorbeischauen und seine Sozialkontakte besser pflegen.
  • Morgens im Bad zu stehen hat etwas Desillusionierendes. Wenn etwas schlechte Laune in das Leben der Menschheit gebracht hat, dann war es die Erfindung des Spiegels.
  • Psychologen leben davon, den Menschen glaubhaft machen zu können, dass man einen Vorteil davon hat, wenn man sein Unterbewusstes kennenlernt. Ich bin da nicht sicher. Ich kenne viele Menschen, die mit psychologischer Hilfe zu sich selbst gefunden haben, aber was sie da sahen, war so deprimierend, dass sie nun psychologische Hilfe brauchen, um zu ertragen, was sie entdeckt haben.
  • Statistisch gesehen besteht das Leben zu 98 Prozent aus Ungewissheit. Der Rest ist Stoffwechsel.
  • Wer mit über 30 gut gelaunt in den Tag startet, ist entweder blind oder noch betrunken.
  • Wer mit dem Zollstock Mikrometer messen möchte, sollte mit Schwankungen rechnen.
  • Wer sich heute künstlerisch durchs Leben bewegt, sollte auf die Unterstützung eines Rechtsanwaltes bauen.
  • Wenn eine Sache ideologisch entschieden ist, kann man schließlich nicht jeden Einzelfall prüfen.

Nutt, Harry

  • Das Schnäppchen, das im Kern noch zum Ideal eines vernunftorientierten Konsums gehört, ist Konsumismus als Perversion.
  • Die Frage, wie es nur so weit kommen konnte, ist stets eine rhetorische.
  • Wer legt einem all die Steinchen in den Weg, über die man, falls nicht darüber stolpert, auf wundersame Weise die Zeit und den Zweck seiner guten Absichten vergisst?