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Allgemeine Zitate 2

C

Calbraith, John Kenneth

  • Wenn wir gezwungen sind, entweder unsere Ansichten zu ändern oder zu beweisen, dass dies nicht nötig ist, machen sich die meisten sofort mit Feuereifer an den Beweis.

Calvino, Italo

  • Nicht daß ich an Vorzeichen glaubte, aber für einen nervösen Menschen ist an neuen Orten jedes Ding, das er sieht, immer ein Vorzeichen.

Campert, Remco

  • Man braucht seine Mutter nur für einen bestimmten Teil seines Lebens, danach wird es ein unnötiges In-die-Länge-Ziehen eines schwindendes Gefühls.
  • Träume kennen kein Lebensalter.
  • Warum muß eigentlich immer alles mit aller Gewalt gesund sein im Leben?

Camus, Albert

  • Das Gefühl der Absurdität kann einen beliebigen Menschen an einer beliebigen Straßenecke anspringen.
  • Das menschliche Herz hat eine fatale Neigung, nur etwas Niederschmetterndes Schicksal zu nennen.
  • Charme ist die Art, wie ein Mensch 'ja' sagt, ohne daß ihm eine bestimmte Frage gestellt worden war.

Canetti, Elias

  • Auf Reisen nimmt man alles hin, die Empörung bleibt zu Haus. Man schaut, man hört, man ist über das Furchtbarste begeistert, weil es neu ist. Gute Reisende sind herzlos.
  • Ganz unmöglich ist es, über die Ungerechtigkeit der Lebensalter hinwegzukommen.
  • Im Regen sehen die Menschen aus, als hätten sie viel vor. In der Sonne sehen die Menschen aus, als verdienten sie es, zu leben.
  • Wie gerne würde ich mir als Fremder einmal zuhören, ohne mich zu erkennen, und später erst erfahren, dass ich es war.

Canning, Georg

  • Die ganze Kunst des Redens besteht darin, zu wissen, was man nicht sagen darf.

Capote, Truman

  • Alle Menschen haben die Anlage, schöpferisch tätig zu sein. Nur merken es die meisten nie.
  • Der Jammer mit der Menschheit ist, daß die Klugen feige, die Tapferen dumm und die Fähigen ungeduldig sind. Das Ideal wäre der tapfere Kluge mit der nötigen Geduld.
  • Ehe man den Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen hat.
  • Erfolg ist so ziemlich das letzte, was einem vergeben wird.
  • Slang ist der durchgescheuerte Hosenboden der Sprache.

Capus, Alex

  • Das Schöne entsteht nicht aus Notwendigkeit, sondern ihr zum Trotz.

Card, Orson Scott

  • Manchmal geschehen Dinge, die für den jeweiligen Tag gar nicht im Drehbuch stehen.

Carlyle, Thomas

  • Im Lachen liegt der Schlüssel, mit dem wir den ganzen Menschen entziffern.
  • Konformismus: die kollektive Weisheit individuellen Unwissens.
  • Mache einen anständigen Menschen aus dir selbst - und du kannst sicher sein, daß ein Schuft weniger auf der Welt ist.

Carnegie, Dale

  • Sich körperlich auszuarbeiten, ist meiner Meinung nach der beste Sorgenbrecher. (Dale Carnegie)
  • Wenn eine Frau über ihre Probleme scherzen kann, statt hysterische Anfälle zu bekommen, kann sie nicht nicht mehr viel umwerfen.

Carter, Jimmy

  • Die Theorie ist eine Vermutung mit Hochschulbildung.

Cather, Willa

  • Was die Menschen glücklich macht: an das Geheimnis und die Wichtigkeit ihres eigenen kleinen individuellen Daseins zu glauben. Es macht uns glücklich, unsere kreatürlichen Bedürfnisse und körperlichen Triebe mit soviel Pomp und Gepränge wie nur möglich zu umgeben. Die Kunst und die Religion (sie sind letzten Endes natürlich das gleiche), haben dem Menschen das einzige Glück gegeben, das ihm je widerfahren ist.

Carr, J.L.

  • Die Leute sind sich nicht im Klaren darüber, daß ein Stotterer mehr Zeit hat, auf unangenehme Angriffe zu reagieren.
  • Wir sind von Natur aus hoffnungsvolle Geschöpfe, stets bereit, von Neuem betrogen zu werden.

Carrell, Rudi

  • Nachrichtensprecher fangen stets mit 'Guten Abend' an und brauchen dann 15 Minuten, um zu erklären, daß es kein guter Abend ist.
  • Der größte Aberglaube unserer Zeit ist der Glaube an die Vorfahrt.

Castaldo, Enriyeu

  • Wenn eine Frau nicht spricht, soll man sie um Himmels willen nicht unterbrechen.

Cechov, Anton

  • Am liebsten erinnern sich die Frauen an die Männer, mit denen sie lachen konnten.
  • Die Masse, die in Religion und Moral immer zum Anthropomorphismus neigt, schätzt am meisten jene Götzen, die die gleichen Schwächen haben wie sie selbst.
  • Ehe ich liebte, wußte ich auch sehr gut, was Liebe ist.
  • Eine Krise kann jeder Idiot haben, was uns zu schaffen macht, ist der Alltag.
  • Ein Spiegel ist ein Gerät, an dem die Frau zehmmal am Tag ihre Waffen prüft.
  • Ein wahrhaft glücklicher Mensch ist derjenige, der nicht nur an das denkt, was ist, sondern auch an das, was nicht ist.
  • Es gibt Menschen, von deren Stimme und Lachen man auf ihren Verstand schließen kann.
  • Fürchte den Bock von vorn, das Pferd von hinten und das Weib von allen Seiten.
  • Geographie ist die Wissenschaft der Postbeamten.
  • Glückliche Menschen sind die aufdringlichsten und die langweiligsten.
  • Kein Zynismus kann das Leben übertreffen.
  • Menschen, die zu fremdem Leid nur eine dienstliche oder geschäftliche Beziehung haben, zum Beispiele Richter, Polizisten und Ärzte, stumpfen mit der Zeit kraft der Gewohnheit so ab, daß sie sich zu ihren Klienten nur noch formal verhalten können, selbst wenn sie anders wollten.
  • Mutter Natur ist das Buch, das man lesen und sehen muß.
  • Über unsere Zeiten kann man ohne weiteres mit den Worten Shakespeares sagen: In unserer bösen, verderbten Zeit muß sogar die Tugend das Laster im Verzeihung bitten.
  • Wahres Glück ist ohne Einsamkeit nicht möglich!
  • Wenn ein Mensch unbefriedigt ist und sich unglücklich fühlt, wie banal erscheinen ihm dann diese Linden, diese Schatten, diese Wolken, all diese selbstzufriedenen und gleichgültigen Schönheiten der Natur.
  • Willst du gesund und normal sein, dann geh in die Herde.
  • Wir alle sind Meister, in betrunkenem Zustand das Maul aufzureißen, und kaum ist was, klemmen wir schon den Schwanz ein...
  • Wir sprechen und lesen nur von der Liebe, selbst aber lieben wir wenig, und das ist wahrhaftig nicht gut.

Cela, Camilio Jose

  • Die Menschen sind Schmeichler aus Dummheit und lächeln manchmal, obwohl sie im Grunde ihrer Seele einen ungeheuren Ekel empfinden, einen Abscheu, den sie kaum unterdrücken können.
  • Wenn du nur willst, so weißt du ganz genau, was dir am besten nutzt.

Celine, Louis-Ferdinand

  • Der Mensch ist nur dazu auf der Welt, um eine Grimasse zu schneiden, die er sich sein ganzes Leben hat zurechtlegen müssen, und manchmal bringt er sie nicht einmal zustande.
  • Dem amerikanischen Geschäftsgeist entgeht man nicht.
  • Vielleicht sucht man nichts anderes im Leben als den größten Schmerz, der m,öglich ist, um einmal man selbst zu sein, bevor man stirbt.
  • Wahrscheinlich sieht man immer alles falsch, wenn man sich in die Gefühle anderer hineindenken will.
  • Wenn man keine Phantasie hat, dann ist Sterben eine Kleinigkeit, wenn man welche hat, ist Sterben zuviel.

Cervantes, Miguel de

  • Ein Sprichwort ist ein kurzer Satz, der sich auf lange Erfahrung gründet.

Chabrol, Claude

  • Verrücktheit ist unendlich faszinierender als Intelligenz, unendlich tiefgründiger. Intelligenz hat Grenzen, Verrücktheit nicht.

Calet de Chamblain de Marivaux, Pierre

  • Die Liebe läßt uns an Dinge glauben, denen wir sonst mit höchstem Mißtrauen begegnen würden.

Chamfort, Nicholas de

  • Durch die Leidenschaften lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloß.
  • Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.

Chamfort, Sebastien

  • Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.
  • Man beherrscht die Menschen mit dem Kopf. Man kann nicht mit dem Herzen Schach spielen.
  • Wer sich in der eigenen Gesellschaft nicht wohl fühlt, hat gewöhnlich ganz recht.

Chandler, Raymond

  • Die meisten Leute laufen durchs Leben und wenden ihre halbe Energie an den Versuch, eine Würde zu wahren, die sie nie besessen haben.
  • Die Tragödie des Lebens besteht nicht darin, daß die schönen Dinge jung sterben, sondern daß sie alt werden und gemein.
  • Ein Bursche wie ich hat im Leben nur einen einzigen großen Moment, wo er Schwung genug kriegt, um am Hochtrapez die perfekte Welle zu schaffen. Den Rest seiner Zeit verbringt er dann mit dem Versuch, nicht vom Gehsteig in die Gossen zu rutschen.
  • Erfolgreiche Leute sind ja meist alles andere als Geistesriesen.
  • Hat der Mensch überhaupt je genug Geld, wenn er glaubt, er kann noch mehr kriegen.
  • Ich habe ja so ein schönes Liebesverhältnis mit mir - und das Schönste daran: keine Nebenbuhler.
  • Mit dem Alkohol ist es wie mit der Liebe. Der erste Kuß ist magisch, der zweite vertraut, der dritte schon Routine. Danach dann zieht man das Mädchen aus.

Canetti, Elias

  • Zur Verödung unseres modernen Lebens gehört es, daß wir alles fix und fertig ins Haus und zum Gebrauch bekommen, wie aus häßlichen Zauberapparaten.

Chagall, Marc

  • Die Leute, die nicht zu altern verstehen, sind die gleichen, die nicht verstanden haben, jung zu sein...

Chaplin, Charlie

  • Die Jugend wäre eine viel schönere Zeit, wenn sie erst später im Leben käme.
  • Der Gipfel der Faulheit ist, wenn jemand mit dem Cocktail-Shaker in der Hand auf ein Erdbeben wartet.
  • Lachen sorgt dafür, daß die Bösartigkeit des Lebens uns nicht ganz und gar überwältigt.

Chateaubriand, François-René Vicomte de

  • Besser, man ist so wie die andern, als man zeichnet sich durch sein Unglück vor ihnen aus.
  • Mord wird in meinen Augen nie ein Gegenstand der Bewunderung und ein Argument der Freiheit sein; ich kenne kein Wesen, das knechtiger, verächtlicher, niederträchtiger, beschränkter wäre als ein Terrorist.

Chaucer, Geoffrey

  • Eine unbeherrschte Zunge tötet den Geist dessen, der schimpft, wie auch desjenigen, der beschimpft wird.
  • So geht es mit den Frauen allerwärts, / Wo der Erfolg ist, da ist auch ihr Herz!
  • Wahr ist es, daß die Herrschaft wie die Liebe / Am liebsten ohne Mitbewerber bliebe.

Cheever, John

  • Der Mensch ist so sicher fürs Unglück geboren, wie Funken nach oben fliegen.
  • Die Erinnerung macht oft mehr her als die Wirklichkeit selbst.

Chesterfield, Philip

  • Ein schwacher Verstand ist wie ein Mikroskop, das Kleinigkeiten vergrößert und große Dinge nicht erfaßt.
  • Sprich über das Moderne ohne Verachtung und über das Alte ohne Vergötterung.

Chesterton, Gilbert Keith

  • Abenteuer sind für diejenigen bestimmt, die am wenigsten mit ihnen rechnen - die sie, mit anderen Worten, am meisten als Abenteuer erleben. Abenteuer sind für die Schüchternen, sind, so gesehen, für die Abenteuerunlustigen da.
  • Alles, was mit Gewalt und Unterjochung beginnt, endet auf diese Weise.
  • Daß wir kein von Grund auf demokratischer Staat sind, erweist sich allein schon an unserer beständigen Frage, was wir mit den Armen machen sollen.
  • Definieren ließe sich Bigotterie grosso modo als die Wut von Menschen, die keine Meinung haben. Sie ist der Widerstand, den die große Mehrheit mit ihren unendlich haltlosen Ideen gegen feste Ideen leistet. Definieren ließe sie sich als die schreckliche Manie der Gleichgültigen.
  • Deftiger und zum Brüllen komischer Humor kam schon immer von Menschen, die nicht nur zu Sentimentalität, sondern zu überaus törichter Sentimentalität fähig sind.
  • Der Mensch ist bereit, für jede Idee zu sterben, vorausgesetzt, daß ihm die Idee nicht ganz klar ist.
  • Der neue neunmalverfluchte Unfug vom Richtigmachen lehrt die Menschen, Gutsein mit Geldmachen zu identifizieren.
  • ...die Bürde des Dilettanten: das maßlose Zuviel an Ästhetizismus.
  • Die Landkarte rot auszumalen, daran ist nichts Großes; es ist ein harmloses Kinderspiel. In Kontinenten zu denken ist genauso leicht wie das Denken in Kopfsteinen. Schwierig wird die Sache erst, wenn es darum geht, die jeweilige Substanz zu erkennen.
  • Die Menschheit besteht tatsächlich aus ganz verschiedenen Tiergattungen, die alle als Mensch verkleidet sind.
  • Die modernen Gesetze hingegen sind fast immer so angelegt, daß sie zwar für die Beherrschten, nicht aber für die Herrschenden gelten.
  • Die Religion ist genau das, was nicht weggelassen werden kann - denn in ihr ist alles enthalten. Noch der zerstreuteste Mensch kann nicht seine Reisetasche packen und dabei die Tasche weglassen.
  • Einer Frau stehe ihre Kleidung nie so gut, als wenn sie den Eindruck macht, ihr nur durch einen Zufall gut zu stehen.
  • Es gibt kein klareres Zeichen für strotzende Gesundheit als die Orientierung an hochgesteckten, phantastischen Idealen; die Sterne vom Himmel holen wollen wie im ersten Überschwang der Jugend.
  • Golf ist nur eine teure Variante des Murmelspiels.
  • Häresien verändern immer die Moralität, wenn sie nur häretisch genug sind.
  • Ich glaube nicht an ein Schicksal, das einem Menschen zuteil wird, was immer er auch tut. Aber ich glaube an ein Schicksal, das ihm zuteil wird, wenn er nichts tut.
  • Ich will eine Revolution haben, keine französische, sondern eine englische. Gott hat jeder Rasse ihre eigene Art zu meutern gegeben.
  • Irrlehren sind wild gewordene Teilwahrheiten.
  • Kurz vor dem Vergehen sieht alles immer am schönsten aus.
  • Leute, die klagen, sind liebenswerte schwache menschliche Wesen, die man bedauern kann. Aber Leute, die klagen, das sie niemals klagen, sind es Teufels.
  • Nicht die ungezähmten, sondern die gezähmten Ideale sind der Ruin der praktischen Welt.
  • Sie werden das Gute in den Menschen niemals erreichen, solange Sie nicht durch das Böse hindurch sind.
  • So fängt auch ein Mensch zum ersten Mal an, sich mit seiner Gesundheit zu beschäftigen, wenn sein Körper kaputt ist. Lebenskräftige Organismen reden nicht über ihren Stoffwechsel, sondern über das, was sie vorhaben. Es gibt keinen besseren Beweis dafür, daß ein Mensch im Vollbesitz seiner Kräfte ist, als wenn er frohen Mutes on einer Reise ans anderen Ende der Welt spricht.
  • Wahrheiten werden zu Dogmen, sobald über sie gestritten wird. Wer immer einen Zweifel ausspricht, umreißt eine Religion.
  • Was dem Leben die Romantik und die Fülle hinreißender Möglichkeiten bewahrt, sind jene großen einfachen Grenzen, die uns allesamt zwingen, mit Dingen fertig zu werden, die wir nicht mögen oder mit denen wir nicht rechnen.
  • ... weil alle Unwiderruflichkeit notwendig tragisch ist.
  • Wenn ein Volk dabei ist, in allen Dingen schwach und untüchtig zu werden, dann fängt es an, von Effizienz zu reden.
  • Wer mißverstanden wird, genießt gegenüber seinen Feinden stets den Vorteil, daß sie seinen Schwachpunkt oder seine Strategie nicht kennen.
  • Wer über eine lebendige Kenntnis des menschlichen Seelenlebens verfügt, sollte allen, die Künstler zu sein beanspruchen und viel über Kunst reden, zutiefst mißtrauen. Kunst ist etwas Richtiges und Menschliches, wie Gehen oder Beten; aber sobald jemand anfängt, in gewichtigem Ton über sie zu reden, kann man ziemlich sicher sein, daß sie ins Stocken und irgendwie in Schwierigkeiten geraten ist.

Chevalier, Maurice

  • Die Liebe ist ein Feuer, das im Laufe der Jahre mehr Rauch entwickelt als Hitze.

Chirbes, Rafael

  • Erinnerungen sollten wie Gebrauchsanweisungen sein, die nur dazu dienen, die alltäglichen Dinge zu verrichten: etwas Technisches ohne innere Dichte, ohne Gefühle. Was bewirken die Erinnerungen denn anderes als Schmerz, da nichts von dem, was sie uns bringen, wiederkehren wird?

Christie, Agatha

  • Heirate doch einen Archäologen. Je älter du wirst, desto interessanter findet er dich.

Churchill, Winston

  • Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat.
  • Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler aus denen man lernen kann, möglichst frühzeitig zu machen.
  • Eine gute Rede ist eine Ansprache, die das Thema erschöpft, aber keineswegs die Zuhörer.
  • Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf - zu lesen.
  • Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie kann deine Chance sein.
  • Mit bösen Worten, die man ungesagt herunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben.
  • Uns Menschen ist es zwar gelungen, das Raubtier in uns auszuschalten - nicht jedoch den Esel.
  • Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich sicher sein kann, daß es der Milchmann ist, dann weiß ich, daß ich in einer Demokratie lebe.
  • Wir sind noch nicht am Anfang, wir sind auch noch nicht am Ende, aber wir sind am Anfang vom Ende.

Cicero, Marcus Tullius

  • Anteilnehmende Freundschaft macht das Glück strahlender und erleichtert das Unglück.
  • Dum spiro, spero. (Solange ich atme, hoffe ich.)

Cioran, E. M.

  • Die Verneinung genießt in meinen Augen ein derartiges Prestige, daß sie mich vom Rest der Dinge abgeschnitten und in ein borniertes, eigensinniges, krankhaftes Wesen verwandelt hat. So wie einige im Zauber des "Fortschritts" leben, lebe ich in dem des Nein.
  • Je älter ich werde, umso mehr verblüfft mich die Tatsache des Todes. Stets habe ich gedacht, das Gegenteil würde eintreten. Aber je mehr ich darüber sinne, umso mehr finde ich den Tod unvorstellbar, unannehmbar und peinlich banal.
  • Man möchte zuweilen ein Kannibale sein, nicht um den oder jenen aufzufressen sondern um ihn auszukotzen.

Clair, Rene

  • Weniges auf dieser Welt verbindet so stark wie eine gemeinsame Abneigung gegen einen Dritten.

Clarin, Hans

  • Ein Snob ist jemand, für den Hummer nur die Vorspeise zu einer Pellkartoffel ist.

Clarke, James Freeman

  • Ein Politiker denkt an die nächste Wahl; ein Staatsmann an die nächste Generation.

Claudel, Paul

  • Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht doch wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten.
  • Rede nur, wenn du gefragt wirst, aber lebe so, dass man dich fragt.
  • Ordnung ist die Lust der Vernunft, aber Unordnung ist die Wonne der Phantasie.

Claudius, Matthias

  • Beurteile einen Menschen lieber nach seinen Handlungen als nach seinen Worten; denn viele handeln schlecht und sprechen vortrefflich.
  • Die Freiheit besteht darin, daß man alles tun kann, was einem anderen nicht schadet.
  • Es gibt einige Freundschaften, die im Himmel beschlossen und auf Erden vollzogen werden.
  • Sage nicht immer, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.

Cocteau, Jean

  • Gute Erziehung besteht darin, daß man verbirgt, wieviel man von sich selber hält und wie wenig von den anderen.

Cogan, Alma

  • Liebe ist wie Pilzgericht: erst hinterher kann man mit Bestimmtheit sagen, ob es unschädlich war.

Colbert, Jean-Baptiste

  • Steuern zu erheben heißt, die Gans so zu rupfen, daß man möglichst viele Federn mit möglichst wenig Gezische bekommt.

Coleridge, Samuel Taylor

  • Kein Geist ist in Ordnung, dem der Sinn für Humor fehlt.

Colette

  • Ein schönes Päckchen Schwächen und die Angst vor Spinnen sind unser unentbehrliches Requisit im Verkehr mit den Männern.
  • Sobald ein Mann anfängt, sich lächerlich zu benehmen, weiß man daß er es ernst meint.

Collins, Wilkie

  • Die Macht des Reichtums darf ungestraft vieles tun, aber sie darf nicht eines Mannes gute Meinung von sich selbst beleidigen.
  • Liebe ist ein Privileg, für das jeder irgendwann seinen Tribut an Schmerzen zahlen muß.
  • So seltsam eingeengt ist eines Menschen Wahrnehmungsvermögen, wenn er auf seiner eigenen Bedeutung besteht.
  • Wenn man andere Leute um Rat fragt, kriegt man nie den Rat, den man möchte.

Compton-Burnett, Ivy

  • Anscheinend braucht etwas nur zu passieren, und schon ist es an allen vier Weltecken bekannt. Gute Nachrichten reisen nicht so schnell.
  • Auf mich paßt jedes einschlägige warnende Sprichwort.
  • Die Menschen gewinnen ungemein, wenn sie erst einmal tot sind.
  • Es gibt den Verlust, den keiner kennt, der ihn nicht erlitten hat.
  • Gerade die Komplimente, die wir theoretisch gar nicht verdienen, gehen uns um so lieblicher ein.

Conrad, Joseph

  • Die Wahrheit ... ist nicht ein wunderschönes Wesen, das in einer Quelle wohnt, sondern ein scheuer Vogel, den man am besten mit List fängt.
  • Nichts wird so leicht für Übertreibung gehalten wie die Schilderung der reinen Wahrheit.
  • Komische Sache, dieses Leben - diese geheimnisvolle, gnadenlos logische Ordnung zu einem sinnlosen Zweck. Das Äußerste was man davon erwarten kann, ist ein bischen Wissen über das eigene Ich.
  • Schutz ist das dringlichste Verlangen von Reichtum und Überfluß.

Corbusier, Le

  • Jeder hat seinen Lieblingsgegner. Ohne ihn wäre unser Glück nicht vollkommen.

Cortazar, Julio

  • Das Leben ist nichts wert, aber nichts ist das Leben wert.
  • Die Pazifisten müssen ihr ganzes Leben lang Krieg führen.
  • Eine meiner Schwächen ist der Klatsch, obwohl ich zu meiner Verteidigung anführen muß, daß mich nur bestimmte, gehobene Formen von Klatsch interessieren, wie zum Beispiel die Geschichte.
  • Mir gefallen die Frauen, die vor kein Problem stellen als das ihrer eigenen Person, was schon genug ist.
  • Neben dem Schachbrett häufen sich geschlagene Bauern und Springer, aber leben heißt, den Blick fest auf die Figuren konzentrieren, die noch im Spiel sind.
  • Vielleicht liegt der Fehler genau darin, daß wir unsere Grenzen nicht überschreiten wollen. Vielleicht ist das der sicherste Weg, um zu scheitern, auch im alltäglichen und gesellschaftlichen Bereich.

Crouch, Stanley

  • Wahre Kultur kann man mit einem Wort beschreiben: "Willkommen"

Csikszentmihalyi, Mihaly

  • Die Kontrolle über das Bewußtsein kann nicht institutionalisiert werden.
  • Diese einfach Wahrheit - daß die Kontrolle des Bewußtseins die Lebensqualität bestimmt - ist schon lange bekannt.
  • Ein wirklich ganz erfülltes Leben werden wir nur dann führen, wenn wir fühlen, daß wir Teil von etwas sind, das unser Selbst an Größe und Dauer übersteigt.
  • Glück ist unter anderem so schwer zu erreichen, weil das Universum nicht erschaffen wurde, damit die Menschen sich wohlfühlen. Es ist fast unermeßlich groß, vorwiegend feindselig, leer und kalt.
  • Langfristig gesehen ist es jedoch immer einschränkend, wenn man die Welt nur aus dem kleinen Fenster des eigenen Selbst betrachtet.
  • Um Freude an komplexen Tätigkeiten zu haben, bedarf es einer Aktivierungsenergie.

Cunnigham, Michael

  • Lieben wir Kinder zum Teil nicht deswegen, weil sie in einer Welt ohne Ironie und Zynismus leben?

D

Dahlmann, Ron

  • Wenn man den Leuten ihre Gesundheit nimmt, ist das eine Sache. Aber wenn man den Leuten die Möglichkeit des Konsums entzieht, dann werden sie zu sabbernden, zombiehaften, durchdrehenden Monstern, die auch Politiker weit rechts von Stoiber wählen würden, nur um mal wieder was kaufen zu können.

Dali, Salvador

  • Wer interessieren will, muß provozieren.
  • Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.
  • Ohne Schnurrbart ist ein Mann nicht richtig angezogen.
  • Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin, daß man nicht mehr dazugehört.

Dall, Karl

  • Man wird alt, wenn die Leute anfangen zu sagen, daß man jung aussieht.

Damerau, Burghard

  • Bei Menschen kann man nie wissen.

D'Annunzio, Gabriele

  • Eine Liebe neu zu entfachen ist wie eine Zigarette ein zweites Mal anzuzünden. Der Tabak wird giftig, die Liebe auch.
  • Ein Künstler, der in seiner Geisteskraft getroffen ist, muß seine eigene Beschränktheit nicht erkennen, wie sich auch der Verrückte der eigenen Verwirrung nicht bewußt ist.
  • Männer von Geist, erzogen im Kult der Schönheit, bewahren immer, auch in der schlimmsten Verderbtheit, eine bestimmte Ordnung. Der Gedanke der Schönheit ist sozusagen die Achse ihres inneren Seins, um die alle ihre Leidenschaften kreisen.

d'Arc, Jeanne

  • Wenn ich es nicht tue, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann dann?

Dekkers, Midas

  • Was ist Trost? Daß es immer noch schlimmer kommen kann.

Delius, Friedrich Christian

  • Die Technik ist gerade erst am Anfang, wir brauchen neuen Lebensraum, was sag ich, Räume... Da oben, im Unendlichen, schauen Sie nach oben! (...) Der Sprung von unsrer Erde zu den Himmelskörpern ist so entscheidend wie der Übergang des Lebens vom Wasser auf festen Boden...
  • Je kunstvoller ein Foto, desto näher sei es der Lüge.
  • Politik ist eben nicht einfach das Gerangel der politischen Parteien, sondern die tief besorgte Betrachtung des Schicksals der Polis, der Stadt, des Staates, der Gesellschaft, der Völker unserer Erde.
  • Was vergangen ist, wirkt so oder so wie ein Filmstreifen: Bekannte Bilder mit neuen Bildern geschnitten, die auch nur eine neue geschnittene Mischung aus alten Bildern sind.
  • Wer sich nicht ab und zu mal selbst widerspricht, der landet sowieso im Irrenhaus der Normalität.

Dement, William C.

  • Irgendwo auf dem Weg der Evolution zwischen Hefepilz und Hirschkuh entstand der Schlaf.

Demosthenes

  • Jeder glaubt gern, was er wünscht, die Dinge sind aber oft anders beschaffen.

Desartes, Rene

  • Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jederman ist überzeugt, daß er genug davon habe.

Deschner, Karl-Heinz

  • Zur Liebe braucht man mehr Phantasie als Verstand, mehr Sinn fürs Ganze als für Details und alle Leidenschaften zusammen.

Dickens, Charles

  • Aber Jugend bringt es nicht zuwege, sich dauernd mit dunkeln Bildern zu quälen, solange noch nicht alles verloren ist.
  • Alles müsse in der Welt schiefgehen, weil sie wahrscheinlich schlampigerweise dazu bestimmt sei.
  • Alles, was Lärm macht, ist dem Pöbel willkommen.
  • Es ist eine traurige, aber wahre Tatsache, daß selbst große Männer arme Verwandte haben.
  • Man soll nur an die Vergangenheit denken, wenn man daraus Nutzen für die Gegenwart ziehen kann.
  • Obgleich die Not kein Gesetz kennt, so hat sie doch ihre Advokaten.
  • Wahre Zuneigung, selbst wenn sie von einem Tiere dem Menschen gegenüber ausgeht, besitzt eine Feinheit der Beobachtung, hinter der der schärfste Verstand zurückbleibt.

Diderot, Denis

  • Der einzelne kann sich vervollkommnen. Aber die Menschheit als ganzes wird weder besser noch schlechter.

Diogenes

  • An seinen Feinden rächt man sich am besten dadurch, daß man besser wird als sie.

Dische, Irene

  • In den ersten fünfundzwanzig Jahren sieht man ohne Kleider besser aus. Dann sieht man zehn Jahre lang mit oder ohne Kleider gut aus. Und für den Rest des Lebens sieht man dann mit Kleidern besser aus.

Dobrovolny, Herbert

  • Manche Leute, die Karriere machen wollen, sind wie Efeu - kriechend wachsen sie über sich selbst hinaus.

Doderer, Heimito von

  • Allem Familiärem eignet Dämonie und nirgends schlottern die Lemuren offenkundiger als im liebtrauten Heime.
  • Bedankt wird nur was geschieht, nicht was unterbleibt.
  • Bedeutenderes kann niemand leisten als sich selbst zu verändern.
  • Bei dem ganzen Geschäft zwischen den Geschlechtern sind es immer zuerst die Mannsbilder, welche ihre Unbefangenheit verlieren, weil's ihnen nicht erste Natur ist, dies Geschäft, sondern zweite, und also eine Sache, von der man einen unglücklich bemessenenen Abstand hat: zu weit, um mit ihr eins zu werden, jedoch auch zu nah, als daß es einen nicht trillte.
  • Bei manchem Fachgelehrten sind drei Viertel seines Auffassungsvermögens und Verstandes wissenschaftlich erschlagen, und mit dem vierten Viertel wird's dann meistens auch nicht weit her sein.
  • Der Schaden, den ein Freund uns bringt, ist manchmal fast so groß wie der Nutzen, den ein Feind uns bringt; aber das unmündige Volk der Gefühle, der Sympathien und Antipathien, hat indessen, überall herumtollend, die Namensschildchen an den richtig zugewiesenen Örtern vertauscht.
  • Der Sommer ist eine Jahreszeit, die dem Menschen verhältnismäßig wenig Geistesfreiheit gewährt.
  • Der süßeste Schlummer ist der unfreiwillige.
  • Der Weg ist immer mehr als das Ziel.
  • Die Einsamkeit einer wirklichen Persönlichkeit ist zentripetal, ihr Sturz nach innen wird zu rasch, als daß die Freunde - von der Welt ganz zu schweigen - noch folgen könnten.
  • Die Jugend begeht mitunter den Fehler, in den glatten, geölten Ablauf der Phrasen störend einzugreifen, weil sie es noch immer für wichtiger hält zu widersprechen, als darauf zu sehen, daß äußerlich alles hübsch klappe, damit man innerlich ungestört bleibe, was das eigentlich Wichtige ist.
  • Die Kindheit kriegt man übergestülpt wie einen Kübel Wasser, auf dass es an einem herunterrinnt ein Leben lang, mag man die Kleider wechseln so oft man will.
  • Die Psychologie ist nicht dazu da, Beruhigungspillen in Form von Fachausdrücken auszuteilen, durch die jedermann dann glaubt, der Sachen mächtig zu werden.
  • Die Statistik als Methode kann, infolge einer dabei immer bestehenden Gefahr der Haarspaltung, sehr leicht zur Geisteskrankheit führen, ja manchen behaupten, sie sei überhaupt schon das Symptom einer solchen.
  • Die Urteilsweise der meisten Menschen besteht einfach darin, daß sie ihre eigenen Ausdünstungen generalisieren.
  • Eigentlich ist immer Winter, nur mit Sommerpausen.
  • Ein ordinärer Kerl ist immer ein vortrefflicher Menschenkenner.
  • Es gibt in unserem Vergangenheits-Geflecht immer wieder eine unbegreifliche Strähne; wo wir die antreffen, wo sie hervorkommt, gerade dort ist unsere wahre Vergangenheit.
  • Es gibt selbst bei der Eitelkeit endlich eine Art Ermüdung, die mit vorschreitendem Leben eintritt, und man erspart sich dann mancherlei Anstrengung.
  • Es ist kaum zu glauben, wie wenig unter gewissen Umständen auch Tatsachen überzeugend wirken.
  • Für ein gutes Gespräch sind die Pausen genauso wichtig wie die Worte.
  • Gründlichsten Unterricht im Nil admirari nimmt man immer bei sich selbst.
  • Ich denke gering von der Beseelung der Welt durch die Glücklichen.
  • Ich hatte es mir längst abgewöhnt, in den Liebessachen meiner Mitmenschen irgendwelche Äußerungen - die ja oft sehr entschieden getan werden - für bare Münze zu nehmen.
  • Immer ist doch die Möglichkeit zum Außerordentlichen auf stets neue Weise vorhanden, die Pforte dazu offen.
  • Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer, ein ganzes Leben lang rinnt das an uns herunter, da mag einer die Kleider und Kostüme wechseln, wie er will.
  • Jedermann, der einer Sache wirklich nützen will und nicht nur irgendwas nachplappert, wird früher oder später von den durchschnittlichen Anhängern der Richtung für zweideutig gehalten werden: und das nur, weil er kein Simpel ist.
  • Jedermann ist übrigens auch die Tugenden seiner Feinde zu sehen, wenn diese Tugenden ausnahmsweise einmal ihm selbst zustatten kommen.
  • Jedes wirkliche Gespräch bricht Tore in's Hier und Jetzt, in's So und So, ein Vorgang, der zur größten Unhöflichkeit, ja, Lieblosigkeit ausartet, gegenüber jedem, der nun einmal entschlosssen ist, alles andere eher zu tun als durch ein solches Tor zu gehen.
  • Jedes wirklich tiefe Denken sucht die Ferne, die der Zeit, die des Raums.
  • Jedes gezwungenermaßen lange bewahrte Geheimnis wuchert schließlich über alle objektiven Maßstäbe hinaus.
  • Jedes Zeitalter öffnet eben einen Spezial-Rachen ad hoc, um seine Zeitgenossen zu verschlingen.
  • Jedes Zu-Ende-Denken ohne Verluste des Fadens befriedigt. Diese Befriedigung ist eine lächerliche, denn beim tieferen Denken geht der Faden immer verloren.
  • Jung bleiben ist im Kerne eine geistige Leistung. (Heimito von Doderer: Die Dämonen)
  • Liebe und Schmerz treiben das Beste, was einer hat, auf die Spitze.
  • Lügen, die eingealtet sind und im Haushalt der Seele ihre notwendige Rolle spielen, können nicht plötzlich durch die Wahrheit ersetzt werden. Jede zweite Wirklichkewit, von der ersten schlagartig verdrängt, führt nicht in diese, sondern in den Tod.
  • Man soll niemand so weit weg stellen, daß man ihn nicht gelegentlich wieder heranholen könnte.
  • Niemand wird gewährt, den Taktstock über das eigene Leben zu schwingen, und wie lange eine Sequenz dauert, bestimmt nicht solch ein kleiner Dirigent, sondern nur ein großer Kompositeur.
  • Schlüsselfiguren stehen nie im Rampenlicht.
  • Reife besteht darin, daß einer nicht mehr auf sich selbst hereinfällt.
  • Übrigens neigen alle Menschen mit Weltanschauungen zum Export.
  • Was einer für möglich oder unmöglich hält, ortet ihn nicht nur gesellschaftlich, es ordnet ihn auch seinem Zeitalter zu.
  • Was sind schon Intentionen? Wir bewirken ja doch nie das von uns Gemeinte.
  • Wenn man irgendwo nicht wirklich anpacken will, dann sieht man auch die Stelle nie, wo es wirksam getan werden könnte.
  • Wir alle sind vielseitige Prismen: so viele Menschen uns kennen, so vielmal verschieden existieren wir.
  • Wo man was erlebt, dort ist man bald daheim.

Döblin, Alfred

  • Dem Menschen ist gegeben die Vernunft, die Ochsen statt dessen bilden eine Zunft.

Dorn, Thea

    Ausdauer war Zorn in Zeitlupe.

Dowlatow, Sergej

  • Die meisten Menschen halten Probleme, deren Lösung ihnen nicht paßt, für unlösbar.

Dostoevskij, Fedor M.

Dreiser, Theodore

  • Wenn der Mensch der kurzen Spanne seines Lebens auch nur ein wenig mehr Freude entlocken soll, muß er in Gedanken und Plänen die Dinge nicht nur für sich alleinbesser machen, sondern auch für seinen Nächsten, denn die Freude an ihm selbst hängt von seiner Freude an andern ab und von ihrer an ihm.

Düffel, John von

  • Je näher man sich stehe, desto verstellter die Sicht auf die Person.

Dürrenmatt, Friedrich

  • Der Geschlechtsakt ist daher ein Doppeltes. Von innen ganz Lust, ein bis aufs letzte gespürtes Leben, von außen anatomische Groteske.
  • Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das weiß, dass es sterben wird. Die Verdrängung dieses Wissens ist das einzige Drama des Menschen.
  • Doch ist jede Flucht aus der Zeit illusorisch: die Zeit hat uns, nicht wir haben die Zeit. Was wir auch unternehmen, die Zeit handelt durch uns, drückt sich durch uns aus.
  • Es ist nicht Erfolg, was wir brauchen, denn Sie wissen ja, daß auch die Besten nur von wenigen verstanden werden.
  • Je planmäßiger Menschen vorgehen, deso wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen.
  • Jede Zeit ist paradox, bringt ihre Ungeheuer und Heiligen hervor, treibt wilde Schößlinge und verborgene Blüten, schwemmt Unsinniges ans Licht und Gnädiges.
  • Keucht unser krankes Christentum nicht auch unter dem Joche der unnatürlichen Einehe?
  • Wir lernen nicht die Vernunft kennen, studieren wir die Götter, unser Unterbewußtsein fletscht unds entgegen.
  • Wenn man einmal ins Heldentum geraten ist, gibt es keine Weigerung mehr.
  • Ob du jemanden verhaftest oder heiratest, ist schließlich dasselbe.
  • Teuflische Idee: Einer schreibt ein Tagebuch, alles erlogen, die unanständigsten Sachen, was er alles getrieben, mit Frauen usw. nach seinem Tod wird alles geglaubt.
  • Wir können uns unmöglich empören, wo wir schmunzeln müssen.

DuGard, Roger Martin

  • Die erste Wirkung der Beschäftigung mit der Wissenschaft auf eine neugierige und leidenschaftliche Intelligenz bedeutet immer eine Steigerung des Hochmuts und eine Schwächung des Glaubens. Ein wenig Wissen entfernt von Gott, viel Wissen führt zu ihm zurück.

Durrell, Lawrence

  • Das beste, was man mit einer großen Wahrheit machen kann, ist, wie schon Rabelais entdeckt hat, sie unter einem Gebirge von Narretei vergraben, wo sie in aller Ruhe auf die Spitzhacke und Schaufeln der Erwählten warten kann.
  • Das Glück beruht oft nur auf dem Entschluss, glücklich zu sein.
  • Das Leben ist komplizierter, als wir glauben, aber sehr viel simpler, als man es sich vorzustellen wagt.
  • Die größten Gedanken sind den wenigsten Menschen zu gänglich. Warum müssen wir uns so quälen? Weil das Verstehen keine Funktion der Ratio, sondern des psychischen Wachstums ist.
  • Es ist die Pflicht jedes Patrioten, sein Land schöpferisch zu hassen.
  • Gute Kunst zeigt nur, wie ein Kranker, der zum Reden zu schwach ist.
  • Ist nicht das Leben selbst ein Märchen, für das uns mit zunehmendem Alter das Verständnis abhanden kommt?
  • Jede Psyche ist ein Ameisenhaufen einander widerstrebender Veranlagungen. Eine mit festen Eigenschaften ausgestattete Persönlichkeit ist eine Illusion, aber eine notwendige, wenn wir lieben sollen!
  • Kein Mensch kann lange ein Rebell sein, ohne sich in einen Autokraten zu verwandeln.
  • Leben heißt wählen. Ständiges vorsichtiges Beurteilen und ständiges Wählen.
  • Liebende sind wie Ärzte; sie färben eine ungenießbare Medizin, damit der Ahnungslose sie leichter schluckt.
  • Man kann nicht mehr als ein Dutzend Liebesbriefe schreiben, ohne in die Verlegenheit zu geraten, daß einem nichts Neues mehr einfällt. Die reichste der menschlichen Erfahrungen ist auch die begrenzteste in ihren Ausdrucksmöglichkeiten.
  • Nur die Tapferen können im Unglück leichten Herzens sein.
  • Schon die Perfektion des Universums gibt einem die Gewißheit, daß es einmal enden wird.
  • Vermutlich ist es gesünder, ganz ohne Hirn zu sein.
  • Warum soll der Künstler ewig versuchen, die Welt mit seinem eigenen Kummer zu übersättigen?
  • Wenn die Dinge immer das wären, was sie scheinen, wie verarmt wäre die Phantasie der Menschen.
  • Wie kann ein ernsthaft denkender Mensch sich in der sogenannten realen Welt wohlfühlen, wenn er sich nicht ständig mit Zweideutigkeiten gegen die Dummheit verteidigt.
  • Wir sind so töricht und ungewitzt, wenn es darauf ankommt, zu leben, aber Riesen sind wir, wenn wir uns über das Universum äußern sollen.

Duve, Karen

  • Demokratie ist eine Schönwetter-Regierungsform. Sie verträgt es nicht, auf den Prüfstand gestellt zu werden.
  • Um eine hoffnungslose Situation richtig einzuschätzen, darf man nicht allzu glücklich sein. Dafür braucht es offenbar eine solide Depression.

Dylan, Bob

  • Was bedeutet schon Geld? Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafengehen das tut, was ihm gefällt.