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Allgemeine Zitate I

A

Achard, Marcel

  • Man braucht nicht geistreich zu sein, um zu beweisen, daß man begabt ist. Aber man braucht viel Geist, um zu verbergen, daß man keine Begabung hat.

Adair, Gilbert

  • Für manche Leute ist das Blut des Feindes wie ein feiner Qualitätswein.
  • Ich halte nichts von Ideen. (...) Für die Hälfte alle Probleme in der Welt sind Ideen verantwortlich.

Adamic, Louis

  • Leben ist, als müsse man Honig von Dornen lecken.

Adenauer, Konrad

  • Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.

Adorf, Mario

  • Es ist doch immer dasselbe: Zuerst hat man eine Frau im Herzen, dann auf den Knien, dann im Arm und dann am Hals.
  • Unter Verzicht verstehen Frauen die kurze Pause zwischen zwei Wünschen.

Adorno, Theodor

  • Glück ist ein Zustand, den man sich erst vergegenwärtigt, wenn man ihn verlassen hat.
  • Leben, das Sinn hätte, fragte nicht danach.

Albahari, David

  • Wüßten wir, was uns im Leben erwartet, kämen wir vermutlich überhaupt nicht auf die Welt.

Allen, Woody

  • Das Schwierige im Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen zusammenzuarbeiten - in meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis.
  • Es gibt da (...) eine etwas lächerliche Tendenz, die eigenen Neurosen zu glorifizieren, indem man sie an etwas Großes hängt. Narzisstische, von sich selbst besessene Menschen reden gern vom Schicksal der Menschheit, von der Welt als einem bedauerlichen, verworfenen, schrecklichen Ort. Dabei geht es in Wahrheit nur um ihr eigenes blödes kleines Problem.
  • Manche Menschen gehen so lange zur Psychoanalyse, bis sie sich an ihre eigene Zeugung erinnern können.
  • Meine Beziehung zum Tod hat sich über die Jahre nicht verändert. Ich bin total dagegen.
  • Geld ist besser als Armut - wenn auch nur aus finanziellen Gründen.

Altemöller, Eva-Maria

  • Ab einem bestimmten Grad von Selbstbewußtsein hält man seine Mitmenschen für zoll- und tributpflichtig.
  • Das Ideal unserer Trenddesigner ist eine leicht manipulierbare Biomasse aus einsamen, selbstverliebten, emotionalen Legasthenikern, die schon mit der Paarung Probleme haben, die aber nach dem Motto: "Man gönnt sich ja sonst nixchts" die Tröstungen der Heiligen Mutter Marktwirtschaft genießen.

Altenberg, Peter

  • Hüte dich vor dem Imposanten! Aus der Länge des Stiels kann man nicht auf die Schönheit der Blüte schließen.

Amanshauser, Gerhard

  • Selten sind die Kühnsten diejenigen, die auch das Wissen besitzen.

Anderson, Sherwood

  • Wir leben nur in seltenen Augenblicken.

Andersch, Alfred

  • Die Wissenschaft kann Versuchsreihen veröffentlichen, der Künstler niemals.

Anonymus

  • Altenpflege, gerade im Heim, gehört zu den härtesten, anstrengendsten Jobs, die unsere Gesellschaft zu vergeben hat.
  • Erwachsenwerden von den Eltern, aus deren Obhut, aus deren Fürsorge, aus deren Wohnung, aus deren finanzieler Unterstützung. Sich immer weiter entfernen, das ist Erwachsensein.

Anouilh, Jean

  • Die wahren Lebenskünstler sind bereits glücklich, wenn sie nicht unglücklich sind.
  • Geistreich sein heißt, sich leicht verständlich machen ohne deutlich zu werden.

Antunes, Antonio Lobo

  • Beerdigungen sind der beständige Kitt der Familie.
  • Ein paar Ohrfeigen zur rechten Zeit lösen jede Art von Geweihproblemen.
  • Ich habe mich nie ans Erwachsenensein gewöhnt.
  • Ich will gleichzeitig in Ruhe gelassen werden und doch nicht, geliebt werden und nicht geliebt werden, gerufen, aber auch vergessen werden.
  • In dieser merkwürdigen Zeit erscheint Intelligenz dumm und Dummheit intelligent, und es ist ratsam, aus Gründen der Klugheit, beiden zu mißtrauen.
  • Die Frauen verabscheuen Männer, die zu berechenbar sind, sie finden einen gewissen Grad an Überraschung wunderbar.
  • Hin und wieder haben wir das Glück, auf einen Menschen wie sie zu stoßen, der uns nicht trotz unserer Fehler mag, sondern mit ihnen, in einer zugleich mitleidslosen und brüderlichen Liebe, Reinheit von Bergkristall, Morgenröte im Mai, Velasquezrot.
  • Was würde ich tun, wenn ich an meiner Stelle wäre?
  • Zu dumm, daß es keine Pillen gegen das Sodbrennen der Seele gibt.

Arendt, Hannah

  • Ich muß gestehen, daß mir dieser Entlaubungs- und Abholzungsprozess sehr nahe geht. Altwerden bedeutet die allmähliche Umwandlung einer vertrauten Welt mit vertrauten Gesichtern in eine Wüste, die von fremden Gesichtern bewohnt wird.

Armstrong, Louis

  • Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.

Arnim, Achim von

  • Die Launen sind des Teufels Gewalt auf Erden.
  • Ein kleiner tückischer Geist spielt zuweilen mit den menschlichen Worten und macht oft gerade die zuschanden, die ihr Leben mit Wortabwägen und Wortverdrehen zugebracht haben.
  • Starkes Gefühl bricht die Bande des Zeremoniells und wählt die ungebildete Sprache der Natur.

Arnim, Elizabeth von

  • Unter keinen Umständen erfährt der Einmischer je Dankbarkeit.
  • Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will. Es ist der Weg in die Freiheit.
  • Wer eine Aufgabe zu erfüllen hat, verbringt seine meiste Zeit damit, die besten Dinge zu versäumen.

Asimov, Isaac

  • Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen.

Asmussen, Fips

  • Die wenigsten Raucher sterben heute an Lungenkrebs. Die meisten erfrieren auf dem Balkon.

Astaire, Fred

  • Tanz ist ein Telegramm an die Erde mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft.

Atkinson, Rowan (Mr. Bean)

  • Bigamie bedeutet, eine Frau zu viel zu haben. Monogamie ist dasselbe.

Atwood, Margret

  • Auge um Auge führt nur zu noch mehr Blindheit.
  • Frauen sammeln Ressentiments, hegen Mißgunst und verändern ständig ihre Form. Sie fällen harte, legitime Urteile, im Unterschied zu den kurzsichtigen Mutmaßungen der Männer, die von Romantik und Ignoranz und Zuneigung und Vorurteil umnebelt sind. Frauen wissen zuviel, man kann sie weder täuschen, noch kann man ihnen trauen. Ich verstehe, warum Männer sie fürchten, was ihnen ja häufig nachgesagt wird.
  • Füllfederhalter kommen wieder. Irgendwo in der Vergessenheit stehen all die alten Dinge und Apparaturen und Kostüme Schlange und warten darauf, daß sie an der Reihe sind, zurückzukehren.
  • Liebhaber gehen denselben Weg wie alte Fotografien, sie bleichen allmählich aus, wie in einem langsamen Säurebad.

Aubyn, Edward St.

  • Das ist das Wesen des Charmes: über alle Bösartiges zu sagen, abgesehen von dem Menschen, mit dem man zusammen ist, so daß dieser sich im Privileg der Ausnahme sonnen kann.
  • Von seiner Erziehung sollte ein Kind später sagen können: Wenn ich das überlebt habe, kann ich alles überstehen.

Augustinus

  • Was also ist die Zeit? Wenn mich niemand fragt, weiß ich es. Wenn ich es jemandem erklären will, der fragt, weiß ich es nicht.

Aurel, Marc

  • Das Leben eines Menschen ist gefärbt von der Farbe seiner Vorstellungskraft.
  • Wenn dich äußere Dinge quälen, so sind nicht diese es, die dich stören, sondern dein eigenes Urteil über sie. Und es steht in deiner eigenen Macht, dieses Urteil auszulöschen.

Austen, Jane

  • Ich möchte nicht, daß die Leute sehr freundlich sind, so erspare ich mir die Mühe, sie allzu sehr zu mögen.

Auster, Paul

  • Die wunderbare Seltsamkeit des Lebendigseins...
  • Es geht doch nichts über ein kleines Techtelmechtel mit dem Tod, um die Dinge in die richtige Perspektive zu rücken.
  • Ich weiß auch, wie schnell es geht, dass eine Generation vergisst, worunter die vorherige noch zu leiden hatte.
  • Jemanden um Verzeihung bitten ist eine komplizierte Angelegenheit, ein heikler Balanceakt zwischen halsstarrigem Stolz und tränenreicher Reue.
  • Lieber Schnaps aus braunen Tüten, als einsam in der Klapse brüten.

B

Babel, Isaak

  • Jeder Dummkopf ist dumm genug, um sentimental zu werden, und nur der Weise zerreißt mit seinem Lachen den Schleier des Seins.

Bacon, Sir Francis

  • Bedenke, daß die Jahre vergehen, und achte darauf, nicht immerfort das Gleiche zu tun.
  • Der Ruhm ist wie ein Fluß, der leichte und aufgedunsene Dinge hochspült und schwere und feste Dinge untergehen läßt.
  • Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendbrot.
  • Manche Bücher darf man nur kosten, andere muss man verschlingen und nur wenige kauen und verdauen.
  • Reichtum ist wie Stallmist: Er nützt nur, wenn man ihn ausstreut.
  • Wohlergehen in Verbindung mit Reichtum ist erwünscht, aber das Wohlbefinden in Verbindung mit Pech wird bewundert.
  • Zorn macht langweilige Menschen geistreich.
  • Zweifelt irgendjemand daran, daß vom Geist vieler Menschen - befreite man ihn von törichten Überzeugungen, eitlen Hoffnungen, falschen Werturteilen, allerlei Einbildungen und dergleichen - nur ein armseliges verschrumpeltes Etwas voller Trübsinn und Unlust übrig bliebe, das sich selbst zuwider ist?

Badde, Paul

  • Auch wer sich vom biblischen Gott und seinen Geboten abwendet, hat es danach also nie weit zu allen anderen Göttern.

Baeriswyl, Michael

  • Da gelingt es der Menschheit, auf den Mond zu fliegen, Marssonden auszusenden und künstliche Biosphären zu schaffen, der natürlichen Evolution mit dem Klonen von Schafen nachzuhelfen, die Reifungs- und Zerfallszeiten von Lebensmitteln beinahe beliebig zu verändern, altersschwache Organe bei Bedarf auszuwechseln und möglicherweise gar den Schlüssel zu ewigem Leben zu entdecken - sozial verträgliche Wirtschafsstrukturen zu schaffen scheint jedoch ein Ding der Unmöglichkeit.
  • In der Küche ist die Globalisierung längst Wirklichkeit.
  • Nicht die Geburtsurkunde, sondern der Führerschein ist das eigentliche Dokument der amerikanischen Staatsbürgerschaft.
  • Viele wirtschaftspolitische Publikationen beziehen ihre Anregungen aus der Militärwissenschaft und liefern so den schlagenden Beweis dafür, daß die moderne Wirtschaft bloß die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln ist.
  • Wer den Tanz ums goldene Blechkalb als Fetischierung kritisiert, rührt an ein Sakrileg der Moderne.
  • Wirtschaftlicher Erfolg rechtfertigt bekanntlich jeden Schwachsinn.

Bagehot, Walter

  • Das große Vergnügen im Leben besteht darin, Dinge zu tun, die einem die anderen nicht zutrauen.

Bahr, Hermann

  • Ein charmantes Kompliment ist ein geglückter Seiltanz zwischen Wahrheit und Übertreibung.

Bahr, Iris

  • Liebe ist selten etwas anderes als eine Einbahnstraße.

Baier, Lothar

  • Die Hauptbeschäftigung der liberalen Wissensgesellschaft scheint derzeit die Erforschung von Sparmöglichkeiten zu sein, was unvermeidlich zu allererst auf Kosten eines Wissens geht, das nicht vorwiegend der Verwertung, Kommunikation und farbenfrohen Unterhaltung dient.
  • "Ihr Geld interessiert uns", dieser Werbespruch einer französischen Bank ist in dieser Hinsicht veraltet. Ihre Zeit interessiert, lautet die allerdings nicht laut ausgesprochene Parole der vereinigten Kommunikationsindustrien.
  • Ohne mitgelieferte Zeit bedeutet mehr Möglichkeiten der Information keineswegs mehr Information.

Baker, Josephine

  • Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschließen, einmal daraus zu erwachen.

Baker, Nicholson

  • Bevor man etwas als wahr akzeptieren kann, braucht man die Empfindung, die Illusion, daß es direkt zu einem gesagt wird oder daß der Gedanke jemandem gekommen ist, der einem selbst so ähnelt, daß er einem als emotionaler Mandatar dienen kann.
  • Man sollte den Tag immer mit einem Schluck Wasser beginnen.
  • Natürlich sind Ärzte in vieler Hinsicht klug, aber eine ganze Menge sind meiner Erfahrung nach auch dümmliche, leichtgläubige Leute, denen man mit einem Fachbuch sagen muß, was sie denken sollen, bis ein anderes Fachbuch ihnen sagt, daß sie etwas anderes denken sollen.
  • Wenn man sich einmal für einen Beruf entschiede hat, blättert man durch die Vergangenheit zurück, um frühe willkürliche Anzeichen einer Neigung zu dem gewählten Interessengebiet zu suchen, und man bläht sie zu einer falschen Bedeutsamkeit auf.
  • Such dir ein Leben, bei dem du im Freien bist.

Bakker, Gerbrand

  • Nach Hause zu kommen, wenn man an einem ganz anderen Ort gewesen ist, hat immer etwas Seltsames. Liegt das daran, daß zu Hause alles noch genauso ist, wie man es zurückgelassen hat? Während man selbst ja etwas erlebt hat, so unbedeutend es auch gewesen sein mag, und älter geworden ist, wenn auch vielleicht nur um ein paar Stunden?

Ballard, James Graham

  • Zivilisiertes Leben basiert auf einer großen Zahl von Illusionen, zu denen wir alle bereitwillig beitragen. Das Problem ist, nach einer Weile vergessen wir, dass es Illusionen sind, und sind zutiefst schockiert, wenn um uns herum die Wirklichkeit durchbricht.

Baltsar, Judith

  • Zum Fernsehglotzen habe wir unser aufwendiges Hirn sicher nicht, dafür würde auch das Rückenmark reichen.

Balzac, Honore de

Bamm, Peter

  • Angeln ist die einzige Philosophie, von der man satt wird.
  • Ein Wunsch kann durch nichts mehr verlieren als dadurch, daß er in Erfüllung geht.
  • Optimisten haben gar keine Ahnung von den freudigen Überraschungen, die Pessimisten erleben.
  • Tätig ist man immer mit einen gewissen Lärm. Wirken geht in der Stille vor sich.
  • Was der liebe Gott vom Gelde hält, kann man an den Leuten sehen, denen er es gibt.

Banville, John

  • Es gibt nichts Langweiligeres als die Träume anderer.
  • Trotz allem, was ich weiß, trotz all der Dinge, die ich gesehen und getan habe, halte ich hartnäckig die Welt für grundsätzlich gut. Ich kann diese Überzeugung nicht begründen - ich meine, sieh dir die Welt doch an -, und dennoch kann ich mich nicht von ihr trennen.

Barbery, Muriel

  • Auf eine neue Weise hineinzubeißen, das ist wie ein neues Gericht zu kosten.
  • Außer der Liebe, der Freundschaft und der Schönheit der Kunst sehe ich nicht viel anderes, was das menschliche Leben nähren könnte.
  • Das Elend ist ein Schnitter: Er mäht alles, was wir an Fähigkeit zum Umgang mit dem anderen besitzen, in uns nieder und hinterläßt uns leer, gefühllos, um uns die ganze Trostlosigkeit der Gegenwart erträglich zu machen.
  • Der Schönheit verzeiht man alles, sogar die Vulgarität.
  • Gewisse Leute sind unfähig zu erfassen, was das wahre Leben und der eigentliche Odem dessen ist, was sie betrachten, und verbringen eine ganze Existenz damit, über die Menschen zu harangieren, als wären es Automaten, und über die Dinge, als hätten sie keine Seele und ließen sich zusammenfassen in dem, was im Laufe von subjektiven Einfällen über sie gesagt werden kann. (Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels, S. 29)
  • Im Grunde sind wir programmiert, an das zu glauben, was nicht existiert, weil wir Lebewesen sind, die nicht leiden wollen. So wenden wir unsere ganze Kraft auf, uns zu überzeugen, daß es Dinge gibt, die es wert sind, und daß das Leben daher einen Sinn hat.
  • Man kann sagen, was man will, man kann große Reden schwingen über die Evolution, die Zivilisation und jede Menge anderer Wörter mit "tion", der Mensch ist seit seinen Anfängen nicht weit gekommen. Er glaubt immer noch, daß er nicht zufällig hier ist und daß mehrheitliche wohlwollende Götter über sein Schicksal wachen.
  • Niemand scheint an die Tatsache gedacht zu haben, daß, wenn die Existenz absurd ist, darin zu glänzen und Erfolg zu haben keinen höheren Wert hat, als darin zu scheitern . Es ist nur angenehmer. Wenn überhaupt: ich glaube, der Scharfblick macht den Erfolg bitter, während die Mittelmäßigkeit immer noch auf etwas hoffen läßt.
  • Wenn ich etwas hasse, dann sind es die Leute, die ihre Ohnmacht oder ihre Psychoknackse in eine Credo umwandeln.
  • Unsere Fähigkeit, uns selbst zu manipulieren, damit der Sockel unserer Überzeugung nicht ins Wanken gerät, stellt ein faszinierendes Phänomen dar.

Barker, Pat

  • Väter sind für ihre immer undurchschaubar, dachte er, vor allem, weil die Söhne sich nicht vorstellen können, daß es irgend etwas an ihrem Vater gibt, das zu sehen sich lohnt. Bis er stirbt, und dann ist es zu spät.

Barnes, Julian

  • Ab dem Alter von vierzig Jahren läßt sich das Grundprinzip des Lebens mit einem einzigen Begriff zusammenfassen: Entsagung.
  • Am patriotischsten verhält sich, wer seinem Land Bescheid sagt, wenn es sich ehrlos, dumm und böse verhält.
  • Beim Leben ist das Problem, so kommt es mir vor, daß sich da herausstellen kann, daß es zu spät ist, und man hat es immer noch nicht verstanden.
  • Das Kunstwerk ist eine Pyramide, die einfach so nutzlos in der Wüste steht: Schakale pissen unten dran, und Spießbürger kraxeln darauf herum.
  • Die Lust erwächst zuerst aus der Vorfreude, danach aus der Erinnerung.
  • Die Ehe ist das einzige Abenteuer, das auch dem Feigling offen steht.
  • Ein Urteil über andere Länder ist selten fair oder präzise: Die Magnetkraft wirkt in Richtung Verachtung oder aber Sentimentalität.
  • Es ist so eine Art primitive Überlebensregel - such dir jemand, der noch schlechter dran ist als du, und neben denen blühst du auf.
  • Es heißt, je älter man wird, desto besser erinnert man sich an seine ersten Jahre. Eine der vielen Panzerfallen, die da vor uns liegen: die Rache der Senilität.
  • Für den religiösen Menschen zerstört der Tod den Körper und befreit den Geist; für den Künstler zerstört der Tod die Persönlichkeit und befreit das Werk.
  • Geteiltes Leid ist, meiner Erfahrung nach, nicht halbes Leid, sondern über die gewaltige Lautsprecheranlage des Klatsches in die Welt hinausposauntes Leid.
  • Hatten Sie noch nie das Gefühl, daß die Welt sich mittlerweile 'allzusehr' fürs Essen interessiert? Ich meine, es kommt ja ziemlich bald danach am anderen Ende raus.
  • Man hat nur in den Augen anderer Leute die Pflicht, optimistisch zu sein, nicht vor sich selbst.
  • Man kann anderer Leute Schmerzen nicht fühlen, das ist das Problem. Das ist immer das Problem, das Problem der ganzen Welt. Wenn wir nur lernen könnten, anderer Leute Schmerzen zu fühlen.
  • Niemals durcheinandertrinken, willst du nicht vornübersinken.
  • Warum sind eigentlich alle immer auf der Seite der verfickten Schildkröte? Feuern wir doch zur Abwechslung mal den Hasen an.
  • Wenn Geld sich mit Liebe vergleichen läßt, dann ist die Ehe die Quittung.
  • Wenn man mit einem Menschen über längere Zeit zusammenlebt, verliert man allmählich die Kraft, ihn glücklich zu machen, während das Vermögen, ihn zu verletzten, nicht nachläßt. Und vice versa, natürlich.
  • Wir können jahrzehntelang Akten wälzen, doch immer wieder sind wir versucht, verzweifelt die Arme hochzuwerfen und zu erklären, daß Geschichte auch nur ein weiteres literarisches Genre ist: Die Vergangenheit ist eine autobiografische Erzählung, die sich als Palamentsprotokoll ausgibt.

Barnes, Simon

  • Es gibt etwas an Hitler, an den Nazis und an allen Formen von Diktaturen, das in britischen Augen ebenso komisch ist wie lüsterne Pfarrer, Bananenschalen, Schwiegermütter oder Schotten.

Barnum, P.T.

  • Geld ist ein fürchterlicher Herr, aber ein ausgezeichneter Diener.

Baron, Ulrich

  • Angesichts der Dämonen unseres Alltags, angesichts der Unwirtlichkeit unserer Städte haben die alten und neuen Schauergeschichten und Gespensterhäuser den Vorzug, dass man sich ihnen freiwillig aussetzt.

Barres, Maurice

  • Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt.

Bartoszewicz, Kazimierz

  • Dummheit ist ansteckend, Verstand wächst sich kaum zur Epidemie aus.

Baudelaire, Charles

  • Am besten mit Frauen kommen diejenigen Männer aus, die ebenso gut ohne die Frauen auskommen.
  • Bei den Frauen gibt es zwei Möglichkeiten: entweder sind sie Engel - oder sie leben noch.
  • Das Leben ist ein Hospital, in dem jeder sein Bett wechseln möchte.
  • Es gibt kein größeres Vergnügen, als dass man einem Menschen mehr gibt, als er erwartet hatte.
  • Liebe ist so ungefährlich wie ein Löffel Salzsäure auf nüchternen Magen.
  • Man muss arbeiten, wenn nicht aus Lust an der Arbeit, dann aus Verzweiflung, denn, wenn man es recht bedenkt, ist die Arbeit doch schließlich weniger langweilig als das Vergnügen.

Baum, Vicki

  • Auf dem Erfolg sitzt man so eiskalt, so einsam wie auf dem Nordpol.
  • Disziplin ist, immer das tun, was man nicht zu tun wünscht.
  • Eigentlich kann man das, was einem hier auf der Welt zugemutet wird, doch nur aushalten, wenn man weiß, daß man in jedem Augenblick Schluß machen kann, wie? Das Leben ist eine miserable Sorte von Dasein.

Baumgarten, Hermann

  • Ein Volk, das täglich reicher wird, macht keine Revolution.

Bausch, Pina

  • Komisch, daß die schönen Dinge was mit Bewegung zu tun haben.

Beaumarchais, Pierre Augustin Caron de

  • Wenn eine Medizin nicht schadet, soll man froh sein und nicht obendrein noch verlangen, daß sie etwas nütze.
  • Ich beeile mich, über alles zu lachen, um nicht gezwungen zu sein, darüber zu weinen.

Beauvoir, Simone de

  • Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch wie kein anderer zu sein.

Becker, Jurek

  • Als junger Mann verübelte ich es jeder Frau, wenn ich ihr nicht gefiel, als handle es sich um ein Fehlverhalten; ich will nicht behaupten, ich sei heute darüber erhaben, doch ist mir das Lächerliche einer solchen Position bewußt: Ich sehe es mittlerweile als erlaubt an, mich nicht zu mögen.
  • Der Unterschied zwischen Sozialismus und real existierendem Sozialismus sei derselbe wie zwischen Firmengründung und Bankrott.
  • Ein weites Herz ist Sache der Sieger, Nachsicht üben meist die Erfolgreichen, nirgendwo gedeiht Großmut besser als im Sonnenschein des Gelingenes.
  • Gewohnheiten sind wie ein Geländer, an dem man sich in Notlagen festhalten kann.
  • Ich sehe es als eine der größten Torturen an, sich gegen ungerechtfertigte Vorwürfe nicht wehren zu dürfen.
  • Wer ist man denn, daß man seine privaten, oft störrischen Bedenken für die Hürde hält, über die alle anderen zu springen haben?

Beckett, Samuel

  • Moralisten sind Menschen, die sich dort kratzen, wo es andere juckt.
  • Wenn Frauen nicht mehr wissen, was sie tun sollen, ziehen sie sich aus, und das ist wahrscheinlich das Beste, was Frauen tun können.

Bedford, Sybille

  • ... daß man womöglich mehr geben kann, wenn man sich selber klein macht.
  • Was man geliebt hat, besitzt man. Eine Rückkehr ist nicht sinnvoll. Ja, sogar unnötig.
  • Wenn man die richtige Miene aufsetzt, kommt man mit allem durch.

Beethoven, Ludwig van

  • Sich selbst darf man nicht für so göttlich halten, daß man seine eigenen Werke nicht gelegentlich verbessern könnte.

Begley, Louis

  • Ich bin zwar immer sehr gespannt auf andere Menschen, aber das bedeutet nicht, dass ich auch gleich mit ihnen sprechen muss.

Beigbeder, Frederic

  • Die Werbung sorgt dafür, daß wir unser Gefängnis lieben.
  • Wenn Kunstwerke schwer zugänglich sind, wird man in der Regel für seine Mühe belohnt; das Gehirn vergißt die Schwierigkeit, nicht aber die Bilder. Was natürlich nicht immer der Fall ist, ein Buch kann nämlich durchaus kompliziert und inhaltsleer zugleich sein.

Bellow, Saul

  • Als ich aus dem Krieg zurückkehrte, hatte ich vor, Schweinzüchter zu werden, und das veranschaulicht vielleicht, was ich vom Leben allgemein hielt.
  • Der Umgang mit Menschen geht über meine Kraft. Allein bin ich vielleicht gar nicht so übel, aber ich brauche nur unter Menschen zu kommen, dann ist der Teufel los.
  • Ein Mann kann viel Verrücktes tun, und solange er dafür keine Theorie hat, verzeihen wir es ihm. Steht aber hinter seinen Taten eine Theorie, dann fällt jeder über ihn her.
  • Im Hinblick auf die Wahrheit sei der Mensch vielleicht nur bereit, das hinzunehmen, was er von vornherein als wahr betrachtet.
  • Leiden ist so ungefähr das einzige zuverlässige Sprengmittel für den Schlaf des Geistes.
  • Man sagt, die Luft sei die letzte Heimstatt der Seele; ich finde jedoch, für unsere Sinne gibt es wahrscheinlich kein lieblicheres Element als das Wasser.
  • Sex ohne Eros ist nichts anderes als Turnen ohne Geräte.

Belmondo, Jean-Paul

  • Die Frau ist das einzige Geschenk, das sich selbst verpackt.

Benjamin, Walter

  • Glücklich sein heißt, ohne Schrecken seiner selbst innewerden können.

Benn, Gottfried

  • Das größte Vergnügen aller Geizhälse besteht darin, sich ein Vergnügen zu versagen.

Bennett, Alan

  • Mit achtzig gibt es keine Ereignisse mehr, nur noch Wiederholungen.
  • Sag Wahrheit ganz, doch sag sie schief - der Umweg bringt Gewinn.

Berg, Sibylle

Bernanos, George

  • Irgendwie hat jedes Bekenntnis etwas Lächerliches.
  • Mit der Wahrheit spielt man ebensowenig wie mit dem Feuer.

Bernhard, Thomas

  • 1968 - diese nur mit halben Augen den Franzosen abgeschaute Bewegung.
  • Ab einem gewissen Alter ist es lächerlich, sich noch preiskrönen zu lassen.
  • Das Aufsuchen eines Wirtshauses ist oft die einzige Rettung vor dem Zusammenbruch.
  • Das Fürchterliche muß sein Gelächter haben!
  • Der Abgrund ist es, der uns alle am Leben erhält, nichts als der Abgrund.
  • Der denkende Mensch ist von Natur aus ein unglücklicher Mensch.
  • Der Mensch verweigert sich der Störung durch den Störenfried.
  • Der Wille zur Wahrheit ist, wie jeder andere, der rascheste Weg zur Fälschung eines Sachverhalts.
  • Die Existenz ist immer extrem 8nd die Anstrengung zu existieren an sich schon größenwahnsinnig.
  • Die heutige Zeit ist eine durch und durch brutalisierte Zeit.
  • Die Sprache belaste das festzuhaltende Denken in unglücklichster Weise und reduziere es in jedem Falle auf einen fortwährenden Schwächezustand des Geistes, mit welchem sich der Denkende aber abzufinden habe. Denken sei noch niemals in seiner Vollkommenheit und Unendlichkeit wiederzugeben worden.
  • Es gibt ja Millionen, die ohne Kirche völlig hilflos dastehen. Das wäre so, als man jungen Leute die Illustrierte aus der Hand reißt. Das, was für die Jungen die nackterten Weiber oder Männer sind, ist für die Alten halt der gekreuzigte Christus. Auch eine Art Illustrierte. Der hat sich am längsten gehalten bis jetzt. Mit der größten Auflage.
  • Innerhalb der Irrenhäuser ist der allgemein anerkannte Irrsinn [...], außerhalb der Irrenhäuser der illegale Irrsinn.
  • Man muß aufpassen, daß man nicht länger lebt, als man dazu fähig ist.
  • Mit klarem Denken durch den Morast.
  • Ob schwarz oder rot - Politiker sind immer dasselbe Gesindel.
  • Tatsächlich richten wir uns an einem 'noch' unglücklicheren Menschen sofort auf.
  • Überstürzung und Übereilung sind die fürchterlichsten Eigenschaften dieser heutigen Welt.
  • Wem es gelingt, auf dem Totenbett eine Komödie oder eine reines Lustspiel zu schreiben, dem ist alles gelungen.
  • Wenn man für den anderen etwas tut, ist es entweder Heuchelei oder ein Schwächeanfall.
  • Wenn wir unsere Übertreibungskunst nicht hätten, wären wir zu einem entsetzlich langweiligen Leben verurteilt.
  • Wer nicht schon sehr früh einen Großteil seiner Energie allein darauf verwende, sich gegen den Massenwahnsinn zu stemmen, sei unweigerlich dem Stumpfsinn anheimgefallen.
  • Wir sollten immer daran denken, daß es auch noch etwas anderes auf der Welt gibt als die Gewöhnlichkeit. Aber wir sind umgeben von Gemeinheit und ersticken jeden Tag unweigerlich in der Dummheit.

Bertrand, Russel

  • Die Frage ist, wie man die Menschheit überreden kann, in ihr eigenes Überleben einzuwilligen.

Bettelheim, Bruno

  • Ich weiß nicht, wohin Gott mich führt; aber wenn er diese Richtung beibehält, schlage ich vor, dass er allein weitergeht.

Beutelrock, Friedrich

  • Manchmal braucht man viele Menschen, um einen einzigen zu vergessen.

Beyer, Marcel

  • Sinn lenkt ab.

Bielenstein, Daniel

  • Früher war man als Mann anerkannt, wenn man das Geld nach Hause brachte. Heute muss man dazu noch sportlich sein, die wichtigsten Bücher gelesen haben, gut aussehen, witzig, cool, stark und sensibel sein. Worunter Frauen schon länger leiden, verschiedene Rollen spielen zu müssen, gilt mittlerweile auch für Männer.

Bierce, Ambrose

  • Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, daß es keinen Sinn hat, sich aufzuregen.

Biermann, Wolf

  • Die deutliche Sprache der Gewehre verstehen immer nur die Erschossenen.
  • Ich kann kein Pazifist sein, denn ich lebe doch überhaupt nur in dieser Demokratie, weil die Alliierten mit der Waffe in der Hand die Nazis niedergekämpft haben. Wäre das nicht passiert, würden die Deutschen heute noch Heil Hitler schreien.
  • Wir alle wollen doch bei einem guten Gedicht vor allem uns selbst genießen. Wir wollen von einem Dichter nicht wissen, wie die Welt ist. Das wissen wir in der Regel besser. Wir wollen vom Dichter wissen, wie die Welt auf sein Gemüt wirkt - um uns selbst mit ihm vergleichen zu können. Deswegen muss der Dichter "ich" sagen im Gedicht. Nur darum, nicht aus Eitelkeit.

Billings, Burt

  • Wenn eine verheiratete Frau heutzutage mit ihrem Haushaltsgeld auskommt, sollte der Ehemann stutzig werden.

Birkerts, Sven

  • ...daß unsere Kultur bei all ihrem vermeintlichen Reichtum das Gefühl des Verarmtseins erweckt.
  • Falls echte Weise unter uns leben, meiden sie das Rampenlicht.

Bismarck, Otto von

  • Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.

Blake, William

  • In böser Absicht mitgeteilte Wahrheiten sind schlimmer als die schlimmsten Lügen.
  • Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, erschiene den Menschen alles, wie es ist: unendlich.

Blanc, Henri-Frederic

  • Bestimmte Dinge zu wissen heißt, lebenslänglich mit einem Brandzeichen herumzulaufen.
  • Das Beste ist der Feind des Guten.
  • Das Lachen gibt dem Hirn seine ursprüngliche Elastizität zurück.
  • Das Vergnügen, das die Frauen uns verschaffen, entschädigt bei weitem nicht für die Qualen, die sie uns bereiten.
  • Den Tod zu vernachlässigen heißt, sein Leben verfälschen.
  • Der Mensch ist nunmal ein Geschöpf der Dämmerung.
  • Die Fische wissen nichts von ihrem Glück. Und das ist die erste Voraussetzung zum Glücklichsein.
  • Die Leute, die alles haben, schnallen nichts. Aber die, die leiden, können manchmal ganz nah an ein großes Geheimnis rankommen.
  • Die Leute führen ihr Leben wie eine Firma. Wenn sie reden, sagen sie nicht, was sie denken, es ist nur Eigenwerbung...
  • Die Schönheit der Frauen preßt das Herz zusammen, die der Kinder ist besänftigend.
  • Die Schönheit ist das, was den Blick irreführt, das Verständnis aus dem Sattel wirft, die Logik zu Staub werden läßt - die Unendlichkeit, die sich durch Endlichkeit ausdrückt.
  • Die Spinner werden oft nur zu Spinnern wegen der Liebe. Sie haben an das Glück geglaubt und enden in der Klapse. Das Leben Leben ist traurig wie ein Leichenzug, wenn du das richtig verstanden hast, ist gleich alles viel lustiger.
  • Die totale Hellsicht verleiht das Aussehen eines Idioten.
  • Die traditionelle Vorstellung vom Teufel ist durch ihre Albernheit dazu bestimmt, unsere Furcht zu bannen.
  • Die Wahrheit ist keine Pyramide von Ideen, sondern ein Schmetterling, den du im Flug erhaschen mußt.
  • Eine geniale Idee kann dumm und gefährlich werden, wenn sich die Umstände ändern.
  • Eine Gesellschaft, die den Großteil der Leute dazu verdammt, bei heulendem Geklingel aufzustehen, in Windeseile einen Kaffee runterzustürzen und sich dann in einem rollenden Sarg zu setzen, um Kilometer zu fressen, ist keine Zivilisation mehr, sondern eine Fleischmühle für Menschen.
  • Ein Mensch, der in aller Freiheit einem anderen Menschen gibt, ohne Belohnung zu erwarten, das ist meine Religion.
  • Ein schönes Ideal kann die Menschen retten und sie unter anderen Umständen oder in einer anderen Epoche dazu treiben, sich gegenseitig die Schädel einzuschlagen.
  • Es gibt Heilige, die noch nie von Gott gehört haben, und Scheißkerle, die die Bibel auswendig können.
  • Es gibt mindestens zwei unbegreifliche Dinge: Das erste ist, geliebt zu werden; das zweite, nicht geliebt zu werden.
  • Freundschaften halten nur, wenn man ein gemeinsames Ziel hat.
  • Gott erschuf die Welt in einem Lachanfall. Wer mit zerfurchter Stirn und aufgestütztem Kinn die Wahrheit finden will, ist genauso lächerlich wie ein Affe, der seine Flöhe mit dem Fernrohr sucht.
  • Kehr der Realität den Rücken, dann kriegst du sie in den Arsch.
  • Lassen Sie sich Zeit, und fürchten Sie nicht, sie zu verlieren. Was man später am meisten liebt, fällt einem nicht sofort ins Auge.
  • Man kann bestimmte Dinge nur sichtbar machen, indem man sie entstellt.
  • Man kann Mitleid haben mit Leuten, die leiden, aber nicht mit denen, die so tun, als ob sie glücklich sind.
  • Nagt an euren Knochen, soviel ihr wollt ..., aber laßt mich meine Flügel ausbreiten.
  • Seine Illusionen behutsam zu verlieren, ohne der Verzweiflung anheimzufallen, das ist die Hauptaufgabe im Leben.
  • Vor der Schwelle des Paradieses auf der Stelle zu treten ist schlimmer, als in der Hölle herumstapfen.
  • Was am wahrsten ist, ist für manierierte Geister am wenigsten faßbar. Um das Wesentliche zu begreifen, darf man nicht allzu subtil sein, ebenso wie man das lebendige Wasser, das aus den Felsen sprudelt, nicht mit Eleganz trinken kann.
  • Wenn die Freiheit darin besteht, daß einem das Wasser im Munde zusammenläuft, bis man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht, dann zum Teufel mit der Freiheit.
  • Wenn ein Mensch vor Unglück wahnsinnig ist, sehen die Menschen nicht das Unglück, sondern den Wahnsinn.
  • Wenn man etwas Großes und Schönes zustandebringt, verschwören sich alle Feiglinge gegen einen, jeder Kleingeist wird zum Feind, man ist das schwarze Schaf, das die Schäferhunde beißen dürfen, um sich abzureagieren.
  • Wenn man etwas Neues machen will, muß man das Persönlichkeitsprofil eines Mörders haben.
  • Wie die Gleichgültigkeit für den Sieg den Sieg anlockt, provoziert die Angst vor dem Scheitern das Scheitern.
  • Womöglich liegt der Schatz nicht in der Tiefe des Schlosses, sondern in der Hütte des Gärtners.
  • Zuflucht in einer Leidenschaft suchen: eine Leidenschaft ist eine uneinehmbare Festung.

Birkerts, Sven

  • Die Vorstellung, auch nur einen Tag (ganz zu schweigen von einer Woche) angeschnitten vom Zugriff auf unseren Gerätepark verbringen zu müssen, hat für uns etwas Unerhörtes, ja Unheimliches.
  • Denken ist eine verschlungene Choreografie von Bewegung, Übergang und Ruhe, ein Aufscheinen der Muskulatur des Geistes.

Blake, William

  • Wer Wünsche hat, aber nicht handelt, brütet Pestilenz aus.

Blanc, Henri-Frederic

  • Der klassische Trick des Teufels besteht darin, sich hinter dem Kreuz zu verstecken. Während man ihn in einem nebligen Wald vermutet, wo er den Sabbat tanzt, raucht er Havannas in den Korridoren des Vatikans.
  • Im übrigen bedarf es zuweilen unter seltsamen Umständen eigenartiger Menschen.
  • Wenn die Erde zu einem computerisierten Termitenhügel wird, kann die Menschheit nicht überleben.

Bloch, Ernst

  • Keiner ist, was er meint, erst recht nicht, was er darstellt.

Blumenberg, Hans

  • Nur wenn wir Umwege einschlagen, können wir existieren.

Boccaccio, Giovanni

  • Es ist besser, Genossenes zu bereuen, als zu bereuen, daß man nichts genossen hat.
  • Alle Dinge, die über Maß und Zeit gehen, sind von kurzer Dauer.

Böhm, Maxi

  • Auch in einer Träne kann sich die Sonne spiegeln.

Böll, Heinrich

  • Es ist bitter genug, Torheiten zu begehen, noch bitterer aber sind vergebliche Torheiten.
  • Das einzige, wovor Jugendliche geschützt werden müssen, sind die Erwachsenen.
  • Die Humanität eines Landes läßt sich daran erkennen, was in seinem Abfall landet, was an Alltäglichem, noch Brauchbarem, was an Poesie weggeworfen, der Vernichtung fuer wert erachtet wird.
  • Heiligkeit und Genie entziehen sich der Definition.
  • Höflichkeit ist doch die sicherste Form der Verachtung.
  • Schweigen ist ein Argument, das kaum zu widerlegen ist.

Börne, Ludwig

  • Die äußere Freiheit des Geistes ist der Humor, er ist immer souverän.
  • Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstande, wie andere mit ihrem Gelde.
  • Man heilt Leidenschaften nicht durch Verstand sondern nur durch andere Leidenschaften.
  • Ob wir spotten oder ernst sind, kriechen oder hüpfen, zaudern oder fortstürmen, hoffen oder fürchten, glauben oder zweifeln - am Grabe begegnen wir uns alle.

Bohlen, Dieter

  • Erfolg ist eine ziemlich launische Diva, die auf Händen getragen werden will und um die man sich Tag und Nacht kümmern muss.
  • Ich wollte mit 18 auch mit dem Kopf durch die Wand, aber manchmal ist es besser, wenn man schaut, ob nicht 20 Zentimeter daneben ein Fenster ist.

Bolano, Roberto

  • Das Lachen ist kein schlechtes Gegengift, um bei Verstand zu bleiben. Lachen ist so gesund wie sonst kaum etwas und über den Tod zu lachen das Gesündeste überhaupt, selbst wenn einem nur noch wenige Sekunden Leben bleiben.
  • Wäre die Zeit auf meiner Seite, würde ich sicher weniger arbeiten.

Bolitho, William

  • Es ist nicht die wichtigste Sache auf der Welt, immer mehr Gewinn zu machen. Das kann jeder Dummkopf. Wirklich wichtig ist nur, aus seinen Verlusten zu profitieren. Das erfordert Intelligenz. Und dies ist der Unterschied zwischen einem vernünftigem Menschen und einem Dummkopf.

Boller, Ralph

  • Manche Karrieremacher sind wie Efeu: Kriechend wachsen sie über sich selbst hinaus.

Bondy, Luc

  • Ich habe die erwünschte Einheit zwischen Seele und Geist vermasselt! Ich habe die meiste Zeit meines Lebens in der Dissonanz zwischen dem, wie ich gehandelt habe, und den vielen Gedanken, die mich allzu schnell durchfuhren, verbracht.

Bonfiglioli, Kyril

  • Heiliger im Haus, bleibts Wunder aus.
  • Man sollte nie einer Rasse trauen, die kein eigenes Nationalgetränk erfunden hat.
  • Wenn es etwas gibt, das ermüdender ist als ein humorloser Mensch, dann ist es ein humorloser Mensch, der sich verpflichtet fühlt, Witzchen zu reißen.

Bornemann, Winfried

  • Er kam vom Regen unter Umgehung der Traufe direkt in die Scheiße.

Bosch, Manfred

  • Kritik an der Kirche trifft immer ins Schwarze.

Bove, Emmanuel

  • Es geschieht häufig, daß Freunde, wenn sie sich nach zweijähriger Trennung wiederbegegnen, verlegen sind, daß sie nicht mehr wissen, was sie miteinander reden sollen. Der von jedem zurückgelegte Weg ist so unterschiedlich, daß sie den Eindruck haben, sich gar nicht zu kennen. Das ist üblich.
  • Es ist eine Manie von Kleingeistern, ständig zu befürchten, daß noch ihre unbedeutendsten Handlungen schwere Folgen haben würden.
  • Ist nicht der wahre Geist der Familie, die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind, mit all ihren Fehlern, und sich nicht darum zu kümmern, daß sie uns in Mißkredit bringen könnten?
  • Wenn wir leiden, können uns nur die helfen, die selber leiden.
  • Wie verändert der Körper ist, der sich uns darbietet, wenn wir aus einem Schlaf erwachen, in dem wie in vergessen hatten.

Bovenschen, Silvia

  • Das Alter ist zunehmende Zukunftslosigkeit.
  • Der Tod ist keine Erfahrung, sondern eine Widerfahrung, die nicht mehr zur Erfahrung werden kann.
  • Die Wichtigkeit des Geldes im Kampf um die Erhaltung der Würde im Alter.
  • Durch Wechselspiel zwischen Diffusion und Konzentration in der Balance gehalten werden.
  • Einsamkeit: daß man, älter geworden, allein ist mit seinen Erinnerungen; (...) daß die Jugenderinnerungen für die jetzt Jugendlichen klingt wie eine Erzählung aus dem Dreißigjährigen Krieg.
  • Eitelkeiten, die nicht auf sichere äußere Gewinne zielen, sind liebenswert.
  • Erinnerungen ... begehbare Räume der Vergangenheit.
  • Für eine alternde behinderte Mehrfachkranke ist der Glaube an einen zentralen Verursacher mehrfach behindert. Man muß entweder eine schlechte Meinung von sich selbst oder von dem Verursacher haben.
  • Nachruf (...) - Die Unerhörtheit einer endgültigen Abwesenheit.
  • Untrügliches Anzeichen des Älterwerdens. Ich ertappe mich beim Konsum von Tierfilmen im Fernsehen.
  • Vermutlich wechseln wir alle immer mal wieder die Kulissen und die Beleuchtungen, in die wir unsere Erinnerungen stellen.
  • Was ist das nur für eine Einrichtung, daß man an schlechten Tagen mehr am Leben hängt als an den guten Tagen?
  • Wie angenehm sind doch Ratschläge, die den eigenen Neigungen entgegenkommen.

Bowles, Paul

  • Der wahre Reisende ist derjenige, der nicht sicher ist wiederzukehren.

Bräker, Ulrich

  • Wo viel Gebote sind, da giebt's auch mehr Uebertretung.

Brahms, Johannes

  • Es ist nicht schwer, zu komponieren. Aber es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen.

Brandstetter, Alois

  • Auch für uns, die wir Rom nicht gründen müssen, ist das Leben ein Kampf.
  • Das Optimum, das der Mensch erreichen kann ist allenfalls die Nachhaltigkeit, von Ewigkeit keine Spur.
  • ... daß Karl Kraus aber den Feuilletonisten als einen bezeichnet hat, der das Kunststück zuwege bringt, auf einer Glatze Locken zu drehen.
  • Das Schöne ist nämlich immer zeitgemäß, das Unansehnliche aber, ich sage nicht das Häßliche, das ebenfalls ein hohes ästehtisches Niveau erreichen kann, das Unansehnliche aber ist zwar an der Tagesordnung, aber eigentlich ein Anachronismus, ein ewiges Ärgernis.
  • Die Begegnung mit einem großartigen Bauwerk kann ein ganzes Leben bestimmen, auch verändern.
  • Die Karriere eines Künstlers beginnt immer mit einer schlechten Note in Mathematik.
  • Die Schamlosigkeit ist das Ende jeder Kultur, der Tod von allem, nicht nur des Guten, sondern vor allem des Schönen, so wie die Nacktheit das Ende jeder Mode ist.
  • Dort, wo der Mensch anfängt, sich hygienisch zu überkaprizieren, wo mit immer stärkeren Laugen und Säuren die Superweiße und die totale Reinheit und die glasklare wie unsichtbare Durchsicht angestrebt wird, geht dies einher mit einem Verlust an Leben und Lebendigkeit.
  • Es gibt in allen Ländern eine gewisse Aversion gegen die Kapitale. Und immer mit einem gewissen Recht, denn überall steigt den Hauptstädtern das Kapitale in den Kopf.
  • "Geistige Onanie" heißt ein immer wieder gerade gegen die 'reine' Philosophie erhobener Vorwurf.
  • Heute hörst du, wenn Krieg ist, kaum von einem gefallenen Politiker.
  • Nicht nur eingefleischte Pessimisten sagen, daß es genaugenommen keinen Fortschritt gibt und wir uns im alle in einem Tanz begriffen finden, dessen Schritte lauten: Fortschritt, Rückschritt, Wechselschritt.
  • Pfingsten aber ist ein Beispiel dafür, wie weit es sogar ein bloßes Zahlwort bringen kann. Damit konnte man nicht rechnen. Der Geist weht wo er will.
  • Verglichen mit den jetzt geläufigen Umschreibungen und Sprachregelungen sprechen ja die alten Grabsteine eine starke und deutliche Sprache!
  • Wir werden es noch erleben, wohin es führt, wenn alles abgeschafft wird, "was sich nicht rechnet", und alles weggeschnitten, was übersteht. Am Schluß werden wohl die "Abschaffer" selbst abgeschafft, weil sie sich auch nicht mehr rechnen.

Brant, Sebastian

  • Ein Narr, der nicht will lassen schlendern, was er doch nicht vermag zu ändern.

Braun, Werner von

  • Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension. Sie ist wie ein Messer. Wenn man sie einem Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht es jeder auf seine Weise.
  • In Zukunft wird sich die Utopie beeilen müssen, wenn sie die Realität einholen will.

Brecht Bertold

  • Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
  • Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte.
  • Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.
  • Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.
  • Wer A sagt, der muß nicht B sagen. Er kann auch erkennen, daß A falsch war.
  • Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.

Brightbill, C.K.

  • Die Zukunft gehört nicht nur dem Gebildeten, sondern demjenigen, der so gebildet ist, daß er seine Freizeit klug nutzt.

Brodkey, Harold

  • Es gibt nur drei Dinge, die die Leute fesseln: Geld, die Frage, wie man Überlegenheit über andere gewinnt oder behält, und Sex.
  • Konversation sollte leicht und absichtslos betrieben werden und doch Pointen haben - aber sie müssen überraschend kommen, wie der Duft einer lieblichen, schönen Blume.
  • Wenn Leute nicht über Geld reden wollen, dann ist das, als wollten sie nicht über Sex reden. Ich wette, sie haben bloß Angst, in aller Öffentlichkeit in Erregung zu geraten.
  • Wie wenig man sagen kann, ohne zu lügen.

Brjussow, Valerlij

  • In der Musik hängt von der Wahl der Tonart stets das Ganze ab. Die ersten Worte bestimmen immer die Richtung des Gespräches. Unseres ersten Handlungen in einem neuen Milieu bestimmen unser weiteres Verhalten.

Bronner, Gehard

  • Fairness ist die Kunst, sich in den Haaren zu liegen, ohne die Frisur zu zerstören.
  • Das Drama aller Zeiten hat eigentlich nur ein einziges Thema gehabt: die Unfähigkeit der Menschen, miteinander zu leben.

Bronner, Markus

  • Wirklich abergläubisch ist, wer auf sein 13. Monatsgehalt verzichtet.

Brontë, Anne

  • Wie gut und tröstlich ist es doch, wenn man den Wert derer, die man liebt, nicht anzuzweifeln braucht!

Brontë, Charlotte

  • Das Leben scheint mir zu kurz, um es mit gehegtem Haß und Erinnerung an einst ertragenes Unrecht zu verbringen.
  • Es ist eitel zu behaupten, der Mensch solle sich mit Ruhe und Geborgenheit zufriedengeben. Der Tatendrang wird immer wieder durchbrechen, sei es auch nur in der Phantasie.

Browne, Thomas

  • Niemand ist so uninteressant wie ein Mensch ohne Interesse.

Brown, Rita Mae

  • Wenn wir uns so sehen, wie wir sind, fangen wir vielleicht an, uns zu bessern. Humanismus besteht jedenfalls nicht darin, daß man Illusionen kultiviert.
  • Zuweilen kann die bloße Form einen retten, bis man einen Ausweg findet.

Broyard, Anatole

  • Auf einem bestimmten Niveau ähneln sich alle Sprachen, wenn es um Liebe, Ehre und Gewissen geht.
  • Das Verwunderlichste bei einem Rückblick auf das eigene Leben ist die ursprüngliche Fähigkeit, an etwas zu glauben. Älter werden heißt, diese Fähigkeit verlieren, aufhören an etwas zu glauben, oder unfähig werden, an etwas zu glauben.

Bruckner, Pascal

  • Das wirkliche Altsein, das des Geistes, fängt mit zwanzig oder sechzig dann an, wenn man mit anderen nichts anderes mehr austauschen kann als Klagen und Stöhnen, wenn sein Leben zu beklagen und zu bejammern das beste Mittel bleibt, nichts zu seiner Veränderung zu tun.

Brudzinski, Wieslaw

  • Mit der Zeit vollbringen unsere Vorfahren immer ruhmreichere Taten.
  • Manche meinen, sie seien liberal geworden, nur weil sie die Richtung ihrer Intoleranz geändert haben.
  • Aschenhaufen haben es gern, wenn man sie für erloschene Vulkane hält.
  • Ratten, die das Schiff verlassen haben, nehmen es ihm übel, wenn es nicht versinkt.

Brunner, John

  • Sobald eine Spezies sich vorm eigenen Nachwuchs zu fürchten beginnt, ist es allerhöchste Zeit, daß sie auf der großen Müllkippe der Weltgeschichte landet, wo schon die Dinosaurier verschimmelt sind.

Bruyere, Jean de la

  • Das Leben ist eine Tragödie für die, die fühlen, und eine Komödie für die, die denken.
  • Man muss lachen, bevor man glücklich ist, weil man sonst sterben könnte, ohne gelacht zu haben.

Bruyn, Günter de

  • Einer Frau Beachtung schenken, heißt immer auch: ihre auf sich ziehen.
  • Freund und Frauen kann man zurücklassen auf den unteren Etagen, nur seinen Ehrgeiz nicht.
  • Männliche Haushaltsratschläge sind auch für Frauen ohne hausfraulichen Ehrgeiz beleidigend. Es geht ihnen damit wie den Männern mit Sport.
  • Mauern schützen zwar, versperren aber auch die Sicht.
  • Sterben für eine Idee ist leichter als für eine leben.
  • Wenn Urlaub Sinn haben soll, muß er vor allem Urlaub von der Familie sein.
  • Wem nützt denn die Freiheit, den Herrscher zu loben, wenn die, ihn zu tadeln, nicht besteht?
  • Wenn ich die Verschiedenheit und Unberechenbarkeit menschlicher Entwicklungen bedenke, wird mir unbegreiflich, wie Ehen jahrzehntelang halten können.
  • Wer leiden will, findet immer seinen Peiniger.
  • Wer will entscheiden, ob wir lieben, was uns ähnlich ist, oder ob wir dem ähnlich werden, was wir lieben.

Buber, Martin

  • "Zu meiner Freude an der Erde (einer entschlossenen Freude) trägt bei, daß es Sie darauf gibt." (Martin Buber an Luise Rinser, 1962)

Büchner, Georg

  • Mein Leben gähnt mich an wie ein großer weißer Bogen Papier, den ich vollschreiben soll, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus.

Bülle, Jorge

  • Als Bürger eines Landes, in dem auch Reiter ein Nummernschild am Pferd tragen müssen, um bei Ordnungswidrigkeiten identifiziert werden zu können, weiß ich nie so genau, wovor konkret ich denn jetzt Angst haben soll.
  • An jeder Ecke erschlägt einer den anderen mit Worthülsen, für die man vor 15 Jahren noch Nachsitzen aufgebrummt bekommen hätte.
  • Wenn ich mal Alzheimer kriege, möchte ich wenigstens etwas haben, das zu vergessen sich lohnt.

Buck, Pearl S.

  • Die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei ist nur schwer zu ziehen. Stecken Sie einen Ring in Ihre Nase, und Sie sind eine Wilde, stecken Sie zwei Ringe in Ihre Ohren, und Sie sind zivilisiert.

Bude, Heinz

  • Man weiß nicht mehr, in welche "kleine Lebenswelt" man sich vor den teils feindseligen, teils unbekümmerten, teils wegdriftenden "Parallelgesellschaften" zurückziehen soll.

Bukowski, Charles

  • Das Leben ist eine Illusion, hervorgerufen durch Alkoholmangel.
  • Feminismus existiert nur, um hässliche Frauen in die Gesellschaft zu integrieren.

Bunuel, Luis

  • Mancher lehnt eine gute Idee bloß deshalb ab, weil sie nicht von ihm ist.

Burbank, Luther

  • Wer nicht gerne denkt, sollte wenigstens von Zeit zu Zeit seine Vorurteile neu gruppieren.

Burger, Hermann

  • Das Leben der meisten Menschen versandet in halbwegs gezogenen, halbwegs unterlassenen Konsequenzen.
  • Das Unwesentliche mit perfekter Systematik vortragen und ihm dadurch den Anschein des Wesentlichen verleihen, das nennt man Methodik.
  • Die psychiatrische Klinik ist der Suizid als Hotelbetrieb.
  • Die Tragik einer geistigen Existenz besteht in der absoluten Unvermittelbarkeit des wissenswerten Wissens.
  • Die unheilbar Gesunden, Robusten, deren kategorischer Imperativ sich im Recht auf Lebensgenuß erschöpft, empfinden jede Krankheit als Störung, reden aber, sobald sie nur eine Migräne befällt, tagelang von diesem unerhörten Ereignis.
  • Es gibt Einsichten, die uns an Ort und Stelle treffen wie ein Blitz, während sie uns von ferne kaum als Wetterleuchten beunruhigen.
  • Gehen ist immer bereits Landschaftsinterpretation.
  • Ich hänge am Radio wie an einer Infusion.
  • Leiden ist immer eine Form der Schmerzinterpretation.
  • Man muß wissen, wie weit man zu weit gehen darf.
  • Nichts erinnert uns so sehr an die Vergänglichkeit wie abgestandener Rauch - und das Beseitigen von Zigarettenkadavern.

Burgess, Anthony

  • Lache, und die Welt wird mit dir lachen. Schnarche, und du wirst alleine schlafen.

Burke, Edmund

  • Die einzige Voraussetzung für den Triumph des Bösen ist, daß gute Menschen nichts tun.

Burroughs, William C.

  • Wenn du am Boden bist, bist du auf dem Weg nach oben.

Busch, Wilhelm

  • Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
  • Die gute Unterhaltung besteht nicht darin, daß man selbst etwas Gescheites sagt, sondern das man etwas Dummes anhören kann.
  • Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten.
  • Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Dingen, welche wir nicht kriegen.
  • Gedanken sind nicht stets parat. Man schreibt auch, wenn man keine hat.
  • Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch die Vernachlässigung kleiner Dinge.
  • Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge.
  • Mancher ertrinkt lieber, als daß er um Hilfe ruft.
  • Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten.
  • Was ist am schwersten zu erreichen? Das man sich selbst hinter die Schliche kommt.
  • Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut.
  • Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten.

Buschheuer, Elke

  • Konsens reimt sich nicht umsonst auf Nonsens.

Butler, Samuel

  • Leben ist die Kunst, taugliche Schlußfolgerungen aus unzureichenden Prämissen zu ziehen.
  • Der beste Lügner ist der, der mit den wenigsten Lügen am längsten auskommt.

Buzzati, Dino

  • In einem gewissen Alter stellt Hoffen eine große Anstrengung dar.

Byatt, Antonia S.

  • Wir alle verfügen über die schier unbegrenzte Fähigkeit, uns von unseren Wünschen narren zu lassen, zu hören, was wir hören wollen.