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Allgemeine Zitate 7

O

O'Brien, Edna

  • Zwischen Liebenden gibt es etwas, was unbedingt noch gesagt werden muß, aber alles, was gesagt wird, ist entweder zuviel oder zuwendig und niemals das eine, das lebende Wort.

Oesch, Emil

  • Ein entschlossener Mensch wird mit einem Schraubenschlüssel mehr anzufangen wissen, als der Unentschlossene mit einem Werkzeugladen.

Oliver, Sir Laurence

  • Früher träumte jede einigermaßen begabte Schauspielerin davon, eines Tages ein Star zu werden. Heute ist es genau umgekehrt: Wir haben eine Unmenge Stars, aber kaum eine von ihnen denkt auch nur im Träume daran, eine Schauspielerin zu werden.

O'Malley, Austin

  • Exklusivität ist ein Charakteristikum, das den Neureichen, der High-Society und dem Stinktier eigen ist.

Opitz, Detlef

  • Aber wo ein Gesetz ist, ist Inquisition. Wo Inquisition ist, setzt es Ketzerprozesse.

Ortega y Gasset, Jose

  • Unsere Zeit krankt daran, daß es zu wenige Menschen gibt und zuviele Leute.

Ortheil, Hanns-Josef

  • Liebe hat etwas Unberechenbare, Sprunghaftes, ich dagegen liebe höchstens das Bier, Bier ist solider, denn beim Bier ist der Absturz eine vorhersehbare, kalkulierbare Sache.

Orwell, George

  • Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.

Osborne, John

  • Abrüstungskonferenzen sind die Feuerwehrübungen der Brandstifter.

Oswald, Georg M.

  • Der Status des öffentlichen Helden verlangt die öffentliche Entblößung.

Oz, Amos

  • Die Familie ist die mysteriöseste, paradoxeste, widersprüchlichste und gefährdetste Institution im Universum. Wenn ich die Wahl hätte, am ersten bemannten Flug zum Mars teilzunehmen oder drei Tage und Nächte in irgendeiner Familie zu spionieren - ich würde mich gegen den Mars entscheiden.
  • Die Gegenwart ist demnach eine trübe Episode, ein Fleck auf der großen Bahn der Ewigkeit.

P

Packard, Vance

  • Reklame ist die Kunst, auf den Kopf zu zielen und die Brieftasche zu treffen.

Pagnol, Marcel

  • Im Leben lernt der Mensch zuerst gehen und sprechen. Später lernt er dann, still zu sitzen und den Mund zu halten.

Pallenberg, Max

  • Argumente nützen gegen Vorurteile so wenig wie Schokoladenplätzchen gegen Stuhlverstopfung.

Panizza, Oskar

  • Wenn jemand denkt, und darf seine Gedanken nicht mehr andern mitteilen, das ist die gräßlichste aller Foltern.

Panzer, Paul

  • 25 Jahre verheiratet. Im Tierreich heißt das ja Monogamie. Bei uns: Pech gehabt.

Papst Johannes XXIII.

  • Das Bewußtsein meiner Unzulänglichkeit erhält mich in der Einfachheit und erspart es mir, lächerlich zu werden.

Parks, Tim

  • Meine These geht dahin, daß dem menschlichen Charakter immer ein Paradox innewohnt. Irgendein Widerspruch, der den Knoten festzurrt, zwei unvereinbare Hälften usammenhält.
  • Nichts ist bezeichnender für den Charakter als die Dinge, von denen man sich ablenken läßt.
  • Sobald man betet, ein Kelch möge an einem vorübergehen, weiß man im Grunde, daß es schon zu spät ist.
  • Steuerhinterziehung ist in Italien eine Form von Erbsünde.
  • Unsere Urlaubsreisen sind Parodien unserer Vorstellungen vom Glück.
  • Weltallausmaß aller blutig schreckensvollen Verwickeltheiten, deren Menschen fähig waren & sind.
  • Wenn die Ehepartner vom Standesbeamten nach dem Zufallsprinzip ausgewählt würden, sage ich, würde sich das durchschnittliche Maß an Glück und Leid icht wesentlich ändern.

Pascal, Blaise

  • Beredsamkeit ist die Kunst, so von den Dingen zu sprechen, daß jedermann gern zuhört.
  • Die menschliche Wissenschaft gleicht einer Kugel, die ununterbrochen wächst. In dem Maß wie ihr Umfang zunimmt, wächst auch die Zahl ihrer Berührungspunkte mit dem Unbekannten.
  • Empfindlichkeit für kleine Dinge und Gleichgültigkeit für große zeugen von einer seltsamen Verkehrtheit.
  • Es ist eine übernatürliche Verblendung, zu leben, ohne danach zu suchen, was man ist.
  • Nichts ist dem Menschen unerträglicher, als in einer völligen Ruhe zu sein, ohne Leidenschaften, ohne Zerstreuung, ohne Betrieb. Er fühlt darin seine Nichtigkeit, seine Verlassenheit, sein Unvermögen, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere.
  • Über die Philosphie spotten, das ist wahrhaft philosophieren.

Paz, Octavio

  • Das Schweigen sagt nicht, vielmehr sagt es nur als Kehrseite des Sagens. Das Schweigen ist abhängig vom Wort, ist eine letzte Dimension des Sagens.

Patel, Maya V.

  • Die Freude, ein lange gesuchtes und lange vergriffenes Buch gefunden zu haben, ist mit nichts anderem gleichzusetzen.

Pauling, Dr. Linus Carl

  • Wenn der Mensch so viel Vernunft hätte wie Verstand, wäre alles viel einfacher.

Pauls, Tom

  • Die Liebe, das Licht des Lebens. Die Stromrechnung kommt in der Ehe.

Paustowskij, Konstatin

  • Alles, was wir im Leben lieben, geschieht selten.

Peale, Norman Vincent

  • Begeisterung erhebt das Leben über das Alltägliche und verleiht ihm erst einen Sinn.
  • Lehne es nicht ab, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Weigere Dich lediglich, Dich ihm zu unterwerfen.

Pease, Allan & Barbara

  • Die Ehe hat auch ihr guten Seiten. Sie lehrt Loyalität, Nachsicht, Toleranz, Zurückhaltung und andere nützliche Charaktereigenschaften - die man nicht gebraucht hätte, wenn man nicht geheiratet hätte.

Pehnt, Annette

  • Das frühe Aufstehen verbraucht die Kräfte, noch bevor der Tag überhaupt begonnen hat.

Péju, Pierre

  • Sind sie sich eigentlich bewußt, die, die wirklich Kinder haben, daß da dieses banale Wunder von der Erneuerung der Welt geschieht?

Peper, Rascha

  • Der Mensch ist ein soziales Wesen, auch der, der von sich glaubt, daß er es nicht wäre.

Percy, Walker

  • In der Liebe und im Krieg und wenn man einen Koch einstellt, ist alles erlaubt.

Perse, Saint-John

  • Diplomatie ist die Kunst, mit hundert Worten zu verschweigen, was man mit einem Wort sagen könnte.

Pertini, Sandro

  • Toleranz kann man von den Rauchern lernen. Noch nie hat sich ein Raucher über einen Nichtraucher beschwert.

Pessoa, Fernando

  • Die Berührung der Seele mit dem Leben verursacht mehr und mehr Schmerz.

Petan, Zarko

  • Mit leerem Kopf nickt es sich leichter.

Petsinis, Tom

  • Je dekadenter die Zeit, desto geistreicher ihre Komödien.
  • Man soll den Handel nicht abwerten: Häufig hat er zum Austausch von Ideen geführt, die gewaltige Entwicklungen in Kunst, Wissenschaft und Mathematik bewirkt haben. So sind etwa unserAlphabet und unser Zahlensystem direkt dem Handel zu verdanken.
  • Ohne Hoffnung ist das Sein ein lebendiger Tod.
  • Wenn dunkle Gefühle in künstlerische Form gegossen werden, strahlen sie bisweilen ein ästhetisches Licht aus, das häufig mit einer Affirmation des Lebens verwechselt wird. Dieses Licht, das nur ein anderer Name für Schönheit ist, ist in Wahrheit eine Illusion, genau wie der Regenbogen, und das Gefühl der Seinsbestätigung, das es hervorruft, ist ohne Grundlage.

Picasso, Pablo

  • Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. Es gibt andere, die einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln können.
  • Das Gesicht einer Frau ist eine Leinwand, auf die sie täglich ein Portrait ihres früheren Selbst malt.

Pinter, Harold

  • Die Zukunft ist die Ausrede aller jener, die in der Gegenwart nichts tun wollen.

Piperno, Alessandro

  • Es ist eine verbreitete Meinung, wer schön sei, könne das Leben nicht bis auf den Grund genießen. Als würde dieses Privileg eine Art Trägheit der Phantasie bewirken.
  • Man muß bedenken, daß die Schwulen wie die Juden und wie die Neger sind: Es ist schön, die Idee zu lieben, die sie repräsentieren, es ist schön zu wissen, daß es sie gibt, aber es ist absolut anstößig, mit ihnen zu verkehren.
  • Nimm einem Ding die Erwartung und du wirst seinen einzigen Schatz verlieren. Nichts hat einen Wert ohne Erwartung. Die Erwartung ist Gott. Es gibt keinen anderen Gott außer der Erwartung. Die Erwartung erklärt alles. Warum wir weitermachen. Warum wir nicht ertrinken. Warum wir uns von etwas verführen lassen, das in sich nicht verführerisch ist.
  • Wer sich auch nur ein wenig im Leben auskennt, weiß, daß es, um den Nächsten glücklich zu machen, kein besseres Rezept gibt als die Lüge.

Pispers, Volker

  • Die Gemütsverfassung des durchschnittlichen Amerikaners ist mit naiv sehr wohlwollend umschrieben.
  • Investmentbanker - anderer Leute Geld Gassi führen.
  • Mit Strahlung tötet man Tumorzellen. Mit Ausstrahlung tötet man Hirnzellen.
  • Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.

Planck, Max

  • Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, daß ihre Gegner überzeugt werden und sich als bekehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, daß die Gegner allmählich aussterben und daß die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht wird.

Plath, Sylvia

  • Sterben ist eine Kunst wie alles andere auch.

Platon

  • Niemand kennt den Tod und niemand weiß, ob er nicht vielleicht das größte Gut für den Menschen ist, und sie fürchten ihn, als wenn sie gewiss wüssten, dass er das größte Übel sei.

Pleschinski, Hans

  • Auf welch niedrigem Niveau konnte ein Tag bisweilen aus den Fugen geraten.
  • Die DDR war so sagenhaft verfehlt. Sie verkaufte Bürger in den Westen und stellte sich dennoch als Paradies dar. Wo gab es dergleichen schwerwiegenden Staats-Kuddelmuddel noch?

Plutarch

  • Das Gehirn ist nicht nur ein Gefäß, das gefüllt werden muß, sondern ein Feuer, das gezündet werden will.

Poe, Edgar Allan

  • Entweder macht die Erinnerung vergangener Wonnen das Heute zur Plage; oder die Martern die sind, haben ihren Ursprung in den Entzückungen, die hätten sein können.

Polgar, Alfred

  • Die Zukunft kommt in Raten, das ist das Erträgliche an ihr.
  • Es hat sich bewährt, an das Gute im Menschen zu glauben, aber sich auf das Schlechte zu verlassen.
  • Ich bin überall ein bißchen ungern.
  • Manchmal muß man im Leben zwischen dem guten Ruf und dem Vergnügen wählen - und stellt fest, daß der gute Ruf kein Vergnügen ist.
  • Wenn ich auf den Tisch steige, ist es schon nicht mehr so weit zum Mond.

Pollak, Felix

  • Ein Buch "ausgelesen haben"? Das kann nur passieren, wenn entweder das Buch oder der Leser nichts taugt.

Powers, Richard

  • Es gibt eine Wahrheit, die sich nur in der Einsamkeit offenbart. Eine Erkenntnis, die durch das Tun zerstört wird, die an der kleinsten Berührung mit der Welt zerbricht: das Wissen darum, daß wir verlassen sind, in der hintersten Ecke des nur flüchtig skizzierten Raums. Das ist die Wahrheit, die der Handelnde leugnet.

Powys, John Cowper

  • Die Gesellschaft ist der schlimmste Feind allen intensiven und leidenschaftlichen Lebens.

Priestley, John B.

  • Das Ideal der Gleichheit ist deshalb so schwer, weil die Menschen Gleichheit nur mit jenen wünschen, die über ihnen stehen.
  • Ein Optimist ist in der Regel ein Zeitgenosse, der ungenügend informiert ist.
  • Je hohler das Schlagwort ist, desto mehr Lärm kann man damit erzeugen.
  • Unter einem Dementi versteht man in der Diplomatie die verneinende Bestätigung einer Nachricht, die bisher lediglich ein Gerücht gewesen ist.

Prokop, Gerd

  • Ab und zu muß ich mich mal besaufen, sonst werde ich verrückt an dieser schönen Welt.

Proust, Marcel

  • Daß man sich verliert, ist noch nicht schlimm, sondern daß man sich hinterher nicht wieder zurechtfinden kann.
  • Jeder Leser ist, wenn er liest, ein Leser nur seiner selbst. Das Werk des Schriftstellers ist dabei lediglich eine Art von optischem Instrument, das der Autor dem Leser reicht, damit er erkennen möge, was er in sich selbst vielleicht sonst nicht hätte erschauen können.
  • Wir Lebenden sind alle Tote, die ihr Amt noch nicht angetreten haben.

Puig, Manuel

  • Es gibt keinen Grund, weshalb zwei Menschen einander langweilen müssen, niemals. Versiegen etwa die Unbekannten in einem menschlichen Wesen?

Pulver, Max

  • Mit Rücksicht ist mehr zu gewinnen als mit Überfall.
  • Nicht Gründen gehorchen wir, wir gehorchen Einflüssen.
  • Wer schärfer sieht, sieht weniger, aber in dem Wenigen mehr.
  • Der Mensch ist ebene bei bestimmten Gelegenheiten ein Aas. Verzeihung, ich bin am Zustandenkommen dieser Rasse ziemlich unschuldig.
  • Das Stigma sozilaer Brauchbarkeit ist es, Verräter an seiner Grundeinsicht sein zu können.
  • Rechtfertigung liegt freilich in jeder Selbstdarstellung.
  • Blutsverwandte kennen sich nie.
  • Wenn der Magen verdorben ist, hat man Süßigkeiten nie gemocht.
  • Durchdringen wir nicht Welten und brauchen doch einen Schlüssel, um durch eine Holzwand zu treten.

Pythagoras

  • Die kürzesten Wörter, nämlich ja und nein, erfordern das meiste Nachdenken.

Q

Qualtinger, Helmut

  • Es gibt nichts Schöneres, als dem Schweigen eines Dummkopfs zuzuhören.
  • Wenn ein Kopf besonders hoch getragen wird, ist er wahrscheinlich hohl.

R

Raabe, Wilhelm

  • Ach, wenn Seufzer die Welt verbessern könnten, sie wäre längst keiner Verbesserung mehr fähig.
  • Als ob ich etwas dafür könnte, daß die Wissenschaft in ihrer Verbindung mit der Industrie nicht zum besten duftet.
  • An das Müheloseste wendet sich der Mensch auch in allen großen und kleinen Krisen des Daseins am liebsten, also nicht bloß im Glück und auf der Fahrt durch die Sommertage des Lebens.
  • Das Genie macht die Fußtapfen, und das nachfolgende Talent tritt in dieselben hinein, tritt sie aber schief.
  • Das Kind hat eben noch grade genug vom Tier, um durch den Instinkt vor dem Gefährlichen, Falschen, Verderblichen geschützt zu werden; - nur die größesten Geister retten diesen Instinkt über die Kindheit hinaus, diese göttliche Naivität, in welcher zuletzt doch alles Große wurzelt.
  • Das Ungewöhnliche und Ungewohnte macht am meisten Glück.
  • Der Mensch erträgt mit Pläsier, daß man über ihn weint, daß man über ihn lacht, erträgt er nicht.
  • Deshalb fehlen wir, weil wir über des Lebens Einzelheiten alle uns den Kopf zerbrechen, um das Ganze aber niemand sich kümmert.
  • Die beste Rechtfertigung hilft nur zu häufig nur dazu, den Verdruß noch größer zu machen.
  • Die Billardkugeln sind besser dran als die Menschen, die sich auch von allen möglichen Tölpeln und Lümmeln umherstoßen lassen müssen, aber mit Gefühl.
  • Die halbgebildete Böswilligkeit, dieses impotente Geifern der Nichtigkeit gegen das Wahre und Schöne, gegen jede Hoffnung und Opferlust sind das Schrecklichste, was die Zivilisation in ihrem Schoße erzeugt.
  • Die Menschen fordern nur zu gern gerade die zum Tanze auf, welche der Schuh drückt.
  • Die Menschen schleudern die Schuld an ihrem Geschick und dem Schicksal der andern von sich ab und einander entgegen wie einen Federball. Es ist ein altes Spiel; seit vielen tausend Jahren fliegen die Bälle zwischen den Individuen wie zwischen den Völkern; es ist ein Spiel, welches wohl fürs erste nicht zu Ende kommen wird.
  • Die Toten verstehen es, Stille zu gebieten.
  • Es ist gar nicht beneidenswert, unter lauter Narren und Phantasten allein die Augen klar und verständig offenzuhalten.
  • Es ist schon mancher Papst geworden, dem der Stuhl nachher ziemlich heiß geworden ist.
  • Es ist viel leichter, geistreich zu tadeln, als geistreich zu loben.
  • Es wiederholt sich und bleibt sich vieles gleich in der Welt, was an und für sich den Eindruck der individuellen Originalität macht.
  • Hoffnung und Freude sind die besten Ärzte.
  • Ich begreife die Männer nicht, oder ich begreife sie vielmehr nur zu gut: der Mund ist ihnen dann durchaus nicht zugewachsen, wenn es sich darum handelt, der Menschheit, der Regierung oder einer armen Frau den Text zu lesen, aber wohl sehr häufig dann, wenn sie uns irgendeine Mitteilung machen sollen über irgend etwas, was wir zu wissen oder was uns zu wissen von Rechts wegen gebührt.
  • Ich glaube an keine Offenbarung als die, die wir im Auge des geliebten Wesens sehen. Sie allein ist wahr, sie allein ist untrüglich; in dem Auge der Liebe allein schauen wir Gott von Angesicht zu Angesicht.
  • Im Grunde begreift keiner die Tragik im Leben des anderen.
  • In der jetzigen Zeit ist es mal was Neues beim Alten zu bleiben.
  • Je mehr man sich den Wind draußen in der wilden Welt um die Nase hat wehen lassen, desto bescheidener wird man in seinen Ansprüchen an den Charakter der Menschheit und nimmt am guten Tag still mit in den Kauf, worüber man am schlimmen vor Wut und Ärger aus der Haut fahren möchte.
  • Keine Weisheit, die auf Erden gelehrt werden kann, kann uns das geben, was uns ein Wort und ein Blick der Mutter gibt.
  • Manche Freuden hat der Winter, doch führt er auch die größten Beschwerden mit sich. Hunderttausende, Millionen könnten jene glücklichen Tiere beneiden, welche die kalten Tage bewußtlos und behaglich durchschlafen.
  • Man spricht viel zu leichtfertig vom Lachen in der Welt; ich halte es für eine der ernsthaftesten Angelegenheiten der Menschheit.
  • Nehmen Sie das Leben nur an den richtigen Stellen tragisch.
  • Pfui Teufel, wie nüchtern ist das Leben geworden!
  • Ruhm ist: mitgedacht zu werden, wenn an ein ganzes Volk gedacht wird.
  • Viele große Männer haben die Meinung der Welt, insofern sie ihnen keinen Schaden bringen konnte, verachtet.
  • Was ist der Mensch? Es ist schade, daß diese Frage nur von ihm selber aufgeworfen und beantwortet werden kann. Ich möchte wohl einmal die Meinung irgendeines anständigen Tieres, eines Esels, Ochsen, Pferdes oder auch nur eines Flohs, darüber hören!
  • Wenn der Mensch nur nicht immerfort ebenso schlau sein wollte, als er dumm ist!
  • Wenn die Selbstüberwindung das Höchste ist, was der Mensch in ethischer Beziehung erreichen kann, so ist die Gelassenheit, die absolute Gelassenheit, eine sehr hohe Stufe der Leiter, von welcher der Mensch auf das Weltgewirr hinabsieht.
  • Wenn man absolut einmal zu renommieren wünscht, so renommiert man am liebsten vor seinen nächsten Bekannten, Verwandten und besten Freunden, wahrscheinlich eben, weil die doch nie an einen glauben.
  • Wenn man eine junge Frau sein nennt, so erfährt man, was es heißt, gute Verhaltungsratschläge mit auf den Weg zu bekommen.
  • Wer in einem Laden voll Hampelmänner aufwächst, den kümmert der einzelne Hampelmann wenig, sei er auch noch so bunt und zappele er auch noch so sehr.
  • Wie das Weib sich aufopfert, das weiß jedermann, der eins hat und dem es auch bei solcher Gelegenheit nicht vorenthält, daß es sich wieder einmal aufopfert.
  • Wie klammert man sich hier einmal wieder an die Täuschung, daß die schöne Erde doch nicht ganz allein durch das Absurde und das Nichtsnutzige ausgefüllt werde!
  • Wie viele würden sich mit der Besserung der Welt abgeben, wenn sie nicht die behagliche Absicht hätten, sich selbst dabei zu verbessern?
  • Wir Deutsche sind seltsame Fische - eine Quabbenart mit ungeheuren Geistesflossen, mit denen sich ein ungeheures Geplätscher machen läßt. Wenn nur nicht die Pfützen, in denen wir unser jämmerliches Dasein hinbringen, so seicht, so eng wären!

Rathenau, Walther

  • Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbs ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen.

Rather, Dan

  • Irren ist menschlich. Aber wenn man richtig Mist bauen will, braucht man einen Computer.

Ray, Jean

  • Eine richtig erkannte Gefahr stärkt die Autorität eines Anführers, eine unerkannte jedoch bringt ihn dem Niveau seiner Männer näher.

Reich-Ranicki, Marcel

  • Der Rückgriff auf das Vergangene erfolgt stets um der Gegenwart willen - und nur von ihr kann er seine Rechtfertigung beziehen. Nicht die Asche suchen wir, sondern die Glut, das Feuer. Nicht das Alte wollen wir erhalten, sondern im Alten das Gute und Lebendige ausfindig machen und bewahren.
  • Man soll die Kritiker nicht für Mörder halten. Sie stellen nur den Totenschein aus.

Reimann, Brigitte

  • Die Welt streute Freude in die Hände derjenigen, die sie rechtzeitig hinzustrecken verstanden.
  • Eine Frau darf ja alle möglichen Unverschämtheiten sagen, weil sie weiß, daß Männer jene "Weibchenbeißhemmung" haben und nicht mit gleicher Unverschämtheit antworten.
  • Fanatismus ist ja wohl eine Ausfallserscheinung und hat mehr mit dem Unterleib als mit dem Kopf zu tun.
  • Ich bewundere Menschen mit Idealen, aber sie gehen mir auf die Nerven.
  • Merkwürdig, daß man manche Dinge nie bekommt, wenn man sie nicht irgendwann mal von anderen bekommt.

Reiners, Ludwig

  • Die Sprache ordnet die Welt: Aus dem unendlichen Meer der Erscheinungen greift sie bestimmte Gebilde mit gleichen Merkmalen heraus und vereinigt sie mit dem Zauberstab des Wortes zu einem Begriff.

Remarque, Erich Maria

  • Das ist das Verrückte in der Welt: Du kannst dich in einen Erzengel, einen Narren oder einen Verbrecher verwandeln, niemand sieht es. Aber wenn dir ein Knopf fehlt - das sieht jeder.
  • Das Wunder, wenn man es erlebt, ist nie vollkommen, erst die Erinnerung macht es dazu.
  • Den Charakter eines Menschen erkennt man erst dann, wenn er Vorgesetzter geworden ist.
  • Der Mensch lebt zu 75 Prozent von seiner Phantasie und nur zu 25 Prozent von Tatsachen - das ist seine Stärke und seine Schwäche.
  • Die einzige Internationale der Welt: Geld.
  • Erst wenn man genau weiß, wie die Enkel ausgefallen sind, kann man beurteilen, ob man seine Kinder gut erzogen hat.
  • Es gibt wenig, das lange wichtig bleibt.
  • Glück ist eine Sache von Graden. Wer das beherrscht, ist selten ganz unglücklich.
  • Ich habe bedeutend zuviel Zartgefühl für ein Leben in unserer Zeit.
  • Liebe kennt keine Würde.
  • Macht ist die ansteckendste Krankheit.
  • Man trauert nicht weniger, wenn man trotzdem die Tatsachen sieht und anerkannt.

Renard, Jules

  • Faulheit ist die Angewohnheit, sich auszuruhen, bevor man müde wird.

Reuter, Bjarne

  • Einsamkeit bedeutet, zu entdecken, daß du nicht geliebt wirst.

Reuter, Christian

  • In der Liebe ist es wie beim Verbrechen - ohne den richtigen Komplizen wird es nichts.

Reynolds, Burt

  • Solange der Nagellack nicht trocken ist, ist eine Frau wehrlos.

Rheyn, Art van

  • Jedesmal, wenn ich versuche über meinen Schatten zu springen, knipst irgendjemand das Licht aus.

Ribeiro, Joao Ubaldo

  • Ist der Mensch eine Dummheit Gottes oder ist Gott eine Dummheit des Menschen?

Ringelnatz, Joachim

  • Eine Jungfrau ist etwas Schönes, vorausgesetzt, sie bleibt es nicht.

Rinser, Luise

  • Bisweilen, wenn ich schwermütig bin, kann ich Schönes nicht ertragen, es macht mich noch schwermütiger, es schmerzt mich auch körperlich, im Sonnengeflecht. Das Schöne ist kein Trost. Der kommt anderswoher.
  • ... daß sich "der Sinn" wortlos offenbart in jedem Augenblick intensiv gelebten Lebens.
  • Es ist bequemer, sich ein für allemal irgendwo einzunisten und zu sagen: so, ich bin angekommen, und da bleibe ich. Aber das zu tun, bedeutet sich der Sünde der geistigen Trägheit schuldig machen und sich vom wirklichen Leben abschneiden.
  • Es scheint eine haarscharfe Grenze zu geben, jenseits derer das künstlerisch Perfekte so kalt wird, daß der Zuschauer und Zuhörer nicht mehr betroffen wird. Einsicht: was uns an einem Menschen rührt, was Liebe weckt, ist sein schwacher Punkt. Ein großes Kunstwerk muß irgendwo eine Schwäche haben, wenn es uns anrühren soll. Das Glatte geht uns nichts an.
  • Ich weiß selbst, daß unser Wirtschaftssystem "Bosse" braucht. Die Frage ist, ob wir ein Wirtschaftssystem brauchen, das solche Bosse braucht. Die Hinweise darauf, daß reiche Bosse viel Gutes tun für caritative Zwecke, spricht gegen ein System, in dem reiche Bosse Almosen geben müssen, damit andre leben können.
  • Jeder junge Mensch hegt zutiefst verborgen den Glauben, er sei Pazival und fände den Gral, wie immer er das Ersehnte auch nennt.
  • Man behandelt mich mit jener Verehrung, die mich stets dazu herausfordert, ungezogen zu sein trotz meine höheren Jahre.
  • Mir ist, als lebten wir seit Schöpfungsbeginn in einem permanenten Chaos, und das eben ist: Leben.
  • Nur das ist Liebe: immer wieder die Kraft aufbringen, den einzelnen als den Besonderen zu sehen.
  • Plötzlich überfällt mich die nackte Verzweiflung über die Ohnmacht des Geistes. Daß ein Mensch überhaupt sein Leben lang glaubt und hofft und liebt und daß nichts dabei herauskommt als Parteigezänk, als Kriege, als Ausbeutung der Schwachen, als Haß...
  • Schaffen wir uns unsre Dämonen selbst? Sind wir verantwortlich für unser Unbewußtes?
  • So nur ist unsre Zeit zu verstehen: alle Teufel sind los, alle unsre finstern Instinkte steigen hoch, aller Haß bricht aus.
  • Vermutlich sind Schriftsteller potentielle Selbstmörder, die sich ins Wort retten, um überleben zu können.
  • Von all der Theologie, mit der ich mich so intensiv fast zwanzig Jahre lang beschäftigt habe, blieb mir nichts, was ich brauchen kann, um Menschen von heute zur Religion zu führen.
  • Was für ein böses Geschöpf ist der Mensch, wenn er Macht hat.
  • Was ist der Geist anderes als Liebeskraft. Wer liebt, beweist die Göttlichkeit des Menschen.
  • Was ist denn Politik (...) denn andres als die Kunst, jeweils rascher, besser und ausdauernder zu lügen als der Gegner.
  • Wer andere von einer Wahrheit überzeugen will, der muß mit den Suchenden suchen und leiden.
  • Wie unheimlich mächtig das Patriarchat noch ist, auch wenn der Mann noch so abgewirtschaftet hat.
  • Wir sind zu bequem. Todsünde Trägheit.

Ritschard, Willi

  • In den Diktaturen darf man nichts sagen, muß alles nur denken. In der Demokratie darf man alles sagen, aber keiner ist verpflichtet, sich dabei etwas zudenken.

Roda Roda, Alexander

  • Auf den pünktlichen Menschen lastet ein Fluch: Sie müssen auf die unpünktlichen warten.
  • Psychiater unterscheiden sich von den Verrückten nur durch die Ausbildung.

Rogers, William

  • Die Einkommensteuer hat mehr Menschen zu Lügnern gemacht als der Teufel.

Rohrbach, Günter

  • Die Politiker sind zu routinierten Managern eines gesellschaftlichen Betriebssystems mutiert.

Rommel, Manfred

  • Nostalgie ist die Fähigkeit, darüber zu trauern, dass es nicht mehr so ist, wie es früher nicht gewesen ist.
  • Rhetorik ist die Kunst, Unverständliches so feierlich vortragen zu können, daß jeder einzelne Zuhörer meint, der Nachbar verstehe alles, bloß er selber sei zu dumm, und damit dies die anderen nicht merken, tue er am besten so, als habe auch er alles verstanden.

Rorty, Richard

  • Das Beste, worauf ein Prophet oder Weltenschöpfer hoffen kann, ist, noch einmal zu sagen, was schon so oft gesagt worden ist, nur ein klein wenig besser.
  • Zu sagen, es ist gut, wenn es Christen und Juden gibt, ist etwas anderes als zu sagen, dass es für mich persönlich in Ordnung wäre, wenn die katholische Kirche Konkurs anmeldet.

Rosay, Francoise

  • Kluge Leute verstehe es, den Abschied von der Jugend auf mehrere Jahrzente zu verteilen.

Rosendorfer, Herbert

  • Das Leben ist einfach zu chaotisch und widersetzt sich guten Vorsätzen.
  • Der entscheidende Kern faschistischen Denkens ist das Postulat der ausschließlichen Richtigkeit der eigenen Theorie.
  • Die Phantasie schafft es, auch dort zum Kern der Dinge vorzudringen, wo nüchterne Erkenntnisbemühungen versagen.
  • Eine diktatorische Bewegung schlägt je schärfer durch, desto verquollener ihre Argumente sind.
  • Einer, der siebzehn Jahre alt ist, fühlt sich mehr als Mann als ein Vierzigjähriger.
  • Es ist ein Irrtum zu glauben, junge Menschen dächten nicht an den Tod. Gerade junge Menschen denken dran, und zwar naheliegenderweise ohne Furcht. Erwachsene und besonders Alte tun nur so, als dächten sie oft ans Sterben. Dabei denken sie nur an Beerdigungen, und zwar an die anderer Leute.
  • Ich habe nie verstanden, daß man Leute nur deshalb sympathisch finden soll, nur weil man zufällig mit ihnen verwandt ist.
  • Jede Erleichterung des Lebens führt dazu, scheint es mir, daß nur die Zahl der unnützen Dinge und Betätigungen zunimmt.
  • Jedes fertiggestellte Bauwerk ist nur das Fragment einer Ruine. Erst wenn es zur Ruine zerfällt, ist es wirklich vollendet.
  • Man soll Kindern alles schenken, was sie glücklich macht. Nur Kindern können wirklich glücklich sein.
  • Nichts erfreut den Menschen seltsamerweise so wie alles, was mit der Verdauung zusammenhängt.
  • Nicht nur Not macht erfinderisch, auch und vor allem Faulheit.
  • Nur Juristen durchschauten die Schlechtigkeit der Welt, ohne dabei in Wahnsinn zu verfallen.
  • Rom ist eine schöne, hauptsächlich von Japanern bevölkerte Stadt.
  • Wahres Glück und wahre Not sehen uns als Eremiten.

Rosenlöcher, Thomas

  • Wenn die letzten Jahre etwas lehrten, dann einzig die Tatsache, daß der Mensch zwar eine Sonde zum Mars schicken kann, aber zur Selbsterkenntnis ansolut unfähig ist.
  • Eine hohe Meinung von sich ist die verbreitetste Meinung, die einer von sich haben kann.
  • Der Mensch das nichtssagende Wesen schlechthin.
  • Wem die Technik zur Verfügung steht, der steht der Technik zur Verfügung.
  • Das heutige Fernsehprogramm - die vorgesehene Menge Beton.

Rosenthal, Philip

  • Die Selbstzufriedenheit ist der Sargdeckel jeden Fortschritts.

Roth, Josef

  • Das Leben ist gerecht und sparsam mit Erfolgen gegen jene, die gezeigt haben, daß sie auch ohne äußeres Glück zu bestehen wissen.
  • Der wirklich noble Mensch ist anonym. Es gibt eine Kraft in der angeborenen Noblesse, die größer ist als das Licht des Ruhms, der Glanz des Erfolges, die Macht des Siegers. Ehrgeiz ist eine Eigenschaft des Plebejers. Er hat keine Zeit. Er kann es nicht erwarten, zu Ehre, Macht, Ansehn, Ruhm zu gelangen. Der noble Mensch aber hat Zeit zu warten, ja, sogar zurückzustehn.
  • Die Frauen glauben einer Versicherung, die sie gerade brauchen.
  • Die Regierung ist etwas, das über den Menschen liegt, wie der Himmel über der Erde. Was von ihr kommt, kann gut oder böse sein, aber immer ist es groß und übermächtig, unerforscht und unerforschbar, wenn auch manchmal für gewöhnliche Menschen verständlich.
  • Die wirkliche Noblesse besteht nicht so sehr darin, was man tut, als darin, was man unterläßt.
  • Eher werden sich zwei Taubstumme verständigen als zwei musikalische Menschen, von denen einer Mozart liebt und der andere Wagner.
  • Eine gesunde Xanthippe ist besser und erträglicher als eine kränkliche Julia.
  • Ein Irrsinniger ist nicht deshalb gefährlich, weil er seine normale Umgebung körperlich bedrohen könnte, sondern weil er die Vernunft seiner normalen Umgebung allmählich vernichtet. Der Irrsinn in dieser Welt ist stärker als der gesunde Menschenverstand, die Bosheit mächtiger als die Güte.
  • Es gehört zu den Ungereimtheiten des Lebens, daß uns selbst manchmal bis zuletzt verborgen bleibt, was uns jeder andere hätte sagen können.
  • Für den Menschen, der an einem Ufer steht, sind alle Wasser gleich. Jede kleine Welle ist eine Schwester der großen und gefährlichen.
  • Gewiß ist die Tugend eines Mannes nicht seine verläßlichste Begleiterin.
  • Ich bin Junggeselle geblieben. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, daß wir gar nicht selbst zu heiraten brauchen, wenn wir verheiratete Freunde haben.
  • In den Seelen mancher Menschen richtet die Trauer einen größere Jubel an als die Freude.
  • Je schiefer ein Kopf sitzt, desto fester ist sein Träger überzeugt, daß alle anderen Köpfe schief sind und er seinen eigenen hoch und gerade trägt.
  • Man liebt nicht die Frauen, man liebt die Welten, die sie repräsentieren.
  • Wissen wir doch alle, daß die Existenz des Advokaten allein uns schon Prozesse an den Hals schafft.

Roth, Philip

  • Das Alter ist kein Kampf; das Alter ist ein Massaker.
  • Das Geheimnis, wie man mit einem Minimum an Schmerz ein Leben im Trubel der Welt führt, besteht darin, so viele Leute wie möglich dazu zu bringen, die eigene Verblendung zu teilen.
  • Der Charakter eines Mannes ist nicht sein Schicksal; das Schicksal eines Mannes ist der Witz, den sich das Leben mit seinem Charakter erlaubt.
  • Der Traum eines jeden Mannes lautet so: sie sieht phantastisch gut aus, sie altert nicht, sie ist lustig und lebhaft und interessant, doch vor allem, 'sie macht einem Mann das Leben nicht zur Hölle'.
  • Die Dinge, die am wahrsten sind, lassen sich am leichtesten fälschen.
  • Die einzige Art, eine Beerdigung abzuhalten, ist die, daß man alle Leute einlädt, die den Menschen je gekannt haben, und darauf wartet, daß es der Zufall so will - daß jemand aus heiterem Himmel auftaucht und die Wahrheit sagt.
  • Erinnerungen an die Vergangenheit sind keine Erinnerungen an Tatsachen, sondern Erinnerungen an die Vorstellungen, die man sich von den Tatsachen gemacht hat.
  • Ich werde denken, was wir alle fünfzehn Jahre später denken: "Ist das nicht schön gewesen."
  • In Amerika wird man, wie mir scheint, rapide immer dümmer. All diese Colleges, die Aufbaukurse anbieten, damit die Studenten lernen, was sie schon in der neunten Klasse hätten lernen sollen.
  • Mein "normaler Zustand" ist bloß eine andere Bezeichnung für meine Ängste! Mein normaler Zustand ist schlicht gesagt jenes Erbe von Furcht, das meine absurde Vergangenheit mir aufgebürdet hat!
  • Mit einem Leben wie meinen - wer braucht da noch Träume?
  • Mit jedem Tag, der vergeht, verstärkt sich mein Gefühl, daß die Worte, die ich höre, immer weniger eine Beschreibung der Wirklichkeit sind.
  • Obgleich die Welt voller Menschen ist, die glauben, alles über ihren Nachbarn oder dessen Nachbarn zu wissen, ist das, was man nicht weiß, in Wirklichkeit unendlich. Die Wahrheit über uns ist unendlich.
  • Wäre das Leben nicht viel weniger sinnlos, wenn wir es im Maßstab 1:16 führen könnten?
  • Weil der Tod die größte Beunruhigung des Lebens ist. Weil der Tod so ungerecht. Weil der Tod, wenn man das Leben einmal gekostet hat, einem alles andere als natürlich vorkommt.
  • Wenn ein Mann etwas sehr Angebrachtes tut, dann ist es normalerweise nicht seine Idee.
  • Wenn man alle Kirchen und alle Synagogen abreißen würde, um Raum für mehr Golfplätze zu schaffen, dann wäre es um die Welt besser bestellt.
  • Wenn man jung, energiegeladen und intelligent ist, muß man natürlich in sich leugnen, was einem als Stammeszugehörigkeit vorkommt. Man rebelliert gegen das Stammeshafte und sucht nach dem Individuellen, nach der eigenen Stimme im Gegensatz zur sterotypen Stammesstimme oder zu dem sterotypen Bild.
  • Wie leicht das Leben ist, wenn es leicht ist, und wie schwer, wenn es schwer ist!

Rothmann, Ralf

  • Daß sie nie wirklich erwachsen werden, ist vielleicht das Rührendste an Männern.
  • Die Welt hat jeden Tag Geburtstag in den Augen einer glücklichen Frau.
  • Ein Mann in einem bestimmten Alter und mit gewissen Vorstellungen von Würde und Unabhängigkeit sollte ein Haus haben, ein festes Haus, in dem er mit Leuten, die er mag, so leben kann, wie er möchte.
  • Es gibt Tage, da ist mir Watte zu hart.
  • Jede Religion hat ihren Paulus.
  • Solange es Frauen gibt, möchte ich nicht sterben.
  • Wenn ich was lieben kann an den Deutschen in Deutschland, dann ist es die Sprache, jedenfalls die von den Dichtern; sollte sich die Menschheit tatsächlich auf dem Weg vom Neandertal zum Engel befinden, ist die so etwas wie der erste Flaum an ihrem Schulterblättern.

Rouaud, Jean

  • Es gibt eben nicht nur die Langeweile, auch die Einsamkeit verleitet dazu, sonderbare Dinge zu tun.
  • Nichts läßt die Dinge so müßig erscheinen wie die Einsamkeit.

Rouchefoucauld, Francois Duc de la

  • Die Meinung unserer Feinde über uns trifft die Wahrheit genauer als unser eigenes Urteil.
  • Man ist nie so lächerlich durch die Eigenschaften, die man besitzt, wie durch jene, die man zu haben vorgibt.
  • Was man auch Gutes über uns sagen mag: Man sagt uns nichts Neues.

Rousseau, Jean Jacques

  • Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit; das, dem man nachjagt, ist das zur Knechtschaft.
  • Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann was er will, sondern darin, daß er nicht tun muß was er nicht will!
  • Mehrheiten zementieren das Bestehende. Fortschritt ist nur über Minderheiten möglich.
  • Nehmt euch vor diesen Kosmopoliten in Acht, die in ihren Schriften aus weiter Ferne Pflichten herholen, deren Erfüllung sie in Bezug auf ihre eigene Umgebung verächtlich zurückweisen. Ein solcher Philosoph liebt die Tataren, um dessen enthoben zu sein, seine Nachbarn zu lieben.

Roussin, Andre

  • Ein Intellektueller ist einer, der in eine Bibliothek geht, selbst wenn es nicht regnet.

Rowohlt, Harry

  • Ohne Alkohol erlebt man alles in Echtzeit. Es wirkt also subjektiv lebensverlängernd, aber Unsterblichkeit ist nicht jedermanns Sache.
  • Wenn man in seiner Jugend ein Hippie war und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man eben als alter Sack aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer.

Rubner, Jeanne

  • Eine Schule, die nur Zeit lässt für abgezählte fünf Stunden Deutsch, zwei Stunden Biologie und eine Stunde Musik, kann kaum noch nebenbei Lebensweisheit vermitteln, geschweige denn soziale Reparaturwerkstatt jener Mängel sein, die die Gesellschaft schneller produziert.

Rudl, Peter

  • Das Häßlichste am Sommer sind die Menschen, die er aus ihren Häusern treibt.

Rudnik, Barbara

  • Männerfreundschaft ist eine Bastion, eine eigene Welt, für die es sich lohnte, mal eine Reise ins Innere eines Mannes zu unternehmen.

Rückert, Friedrich

  • Die Menschen wären weniger selbstbewußt, wenn sie sich mehr ihres Selbst bewußt wären.

Rüb, Wolfgang

  • Die Alleinunterhalter, die zu jedem Thema dieser Welt aus dem Stegreif ihre absoluten Meinungen produzieren müssen, sind mir immer die ekelhafteste Sorte Mensch gewesen.

Rühmann, Heinz

  • Man kann Humor nicht auftragen wie auf einem Servierteller. Der Ton macht die Musik - und der Resonanzboden muß das Herz sein.

Rushdie, Salman

  • Das Universum ist ein Ort der Wunder, und nur die Gewöhnung, die Narkose des Alltags, stumpft unseren Blick ab.
  • Man wacht jeden Tag in einer anderen Welt auf.
  • Niemand kann eine innere Verletzung nach der Größe der oberflächlichen Wunde beurteilen.
  • Wenn Liebe eine Sehnsucht ist, so zu sein (oder zu werden) wie der geliebte Mensch, dann muß man sagen, daß Haß durch denselben Ehrgeiz erzeugt werden kann, wenn er keine Erfüllung findet.

Russell, Bertrand

  • Auch wenn alle einer Meinung sind, können alle unrecht haben.
  • Die Fähigkeit seine Muße klug auszufüllen, ist die letzte Stufe der persönlichen Kultur.
  • Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, daß die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind.
  • Ein Nervenzusammenbruch kündigt sich unter anderem dadurch an, dass man seine eigene Arbeit für entsetzlich wichtig hält.
  • Es ist lange her, daß sich die menschliche Phantasie die Hölle ausgemalt hat, aber erst durch ihre jüngst erworbenen Fertigkeiten ist sie in die Lage versetzt worden, ihre einstigen Vorstellungen zu verwirklichen.
  • Manche Menschen würden eher sterben als nachzudenken. Und sie tun es auch.
  • Wir stehen vor der paradoxen Tatsache, daß die Erziehung zu einem der wesentlichen Hindernisse für Intelligenz und Freiheit des Denkens geworden sind.

Rutschky, Michael

  • Die dringliche Warnung vor dem Goft steigert den Konsum.